Kinik Ulm: Fortschrittliche Behandlung von Hirntumoren

Die Behandlung von Hirntumoren, insbesondere bei Kindern und Erwachsenen, ist ein komplexes und sich ständig weiterentwickelndes Feld. Die Klinik Ulm hat sich als ein Zentrum für innovative Therapieansätze und umfassende Versorgung von Patienten mit Hirntumoren etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Hirntumorbehandlung an der Kinik Ulm, von den neuesten Forschungsergebnissen bis hin zu den modernsten operativen und strahlentherapeutischen Verfahren.

Forschungsschwerpunkte an der Kinderklinik Ulm

An der Kinderklinik Ulm liegt ein besonderer Fokus auf der Erforschung von Hirntumoren, die leider häufig bei Kindern auftreten und oft mit geringen Heilungschancen verbunden sind. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung und Anwendung der sogenannten RIST-Therapie, die an der Ulmer Kinderklinik entwickelt wurde.

RIST-Therapie

Die RIST-Therapie wird bereits therapeutisch eingesetzt, wenn alle anderen Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind. Ein Vorteil dieser Therapie ist ihre ausgesprochene Nebenwirkungsfreiheit und die leichte Verabreichung. Obwohl sie kein Wundermittel ist, wurden bereits beachtliche Erfolge zum Wohle der Patienten erzielt.

Metastasierungsforschung

Ein weiteres großes Problem in der Krebstherapie ist die Metastasierung, bei der sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor lösen, durch den Körper wandern und an anderen Stellen neue Tumore bilden. Dies ist besonders problematisch beim Glioblastom, dem wohl tödlichsten Hirntumor. Im Forschungslabor der Kinderklinik wird daher intensiv an neuen, verbesserten experimentellen Modellen gearbeitet, um den Vorgang der Metastasierung im Labor realistisch darzustellen und neue Wege zu finden, um das Abwandern der Krebszellen zu unterbinden.

Neurochirurgische Behandlung von Hirntumoren in Ulm

Die Klinik für Neurochirurgie in Ulm bietet das gesamte Spektrum der operativen Behandlung von Hirntumoren im Kindes- und Erwachsenenalter an. Das Hauptziel einer Tumoroperation ist die möglichst vollständige Entfernung des Tumorgewebes unter Schonung der Funktion der einzelnen Hirnareale.

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Moderne Operationstechniken

Um dieses Ziel zu erreichen, werden moderne Techniken der intraoperativen Bildgebung eingesetzt, darunter Kernspintomographie, Ultraschall und intraoperatives Monitoring (Funktionsüberwachung mittels Elektroden oder Sonden). Diese Technologien ermöglichen es, den Tumor besser in seiner Größe zu identifizieren und anschließend zu resezieren, ohne neue neurologische Einschränkungen zu verursachen. Die Neuronavigation erleichtert die Orientierung und Planung der Operation.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Durch eine enge interdisziplinäre Kooperation innerhalb der Klinik wird im Rahmen von Konferenzen mit Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen (Tumorbord) die komplexe Behandlung und Nachsorge gewährleistet. Zu den häufigsten behandelten Tumorarten gehören Hirnmetastasen, Meningeome (Tumoren der Hirnhäute) und Gliome (hirneigene Tumoren).

Symptome und Diagnose von Hirntumoren

Ein Hirntumor kann sich auf verschiedene Weise äußern. Einerseits kann er durch Funktionsstörungen der einzelnen Hirnareale (Herdsymptome) auffallen, wie z.B. Lähmungen (Kraftminderung) oder Sehstörungen. Andererseits kann er durch Zeichen der Drucksteigerung im Inneren des Schädels, wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Erbrechen ohne Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme, in Erscheinung treten. Auch Krampfanfälle, lokal oder generalisiert durch die Irritation der Hirnoberfläche, können auftreten.

Neuroradiologische Abklärung

Die neuroradiologische Abklärung bei Verdacht auf einen Hirntumor erfolgt durch eine Kernspintomographie. In der Akutphase kann differenzialdiagnostisch eine Computertomographie notwendig sein.

Gliome: Entstehung, Klassifikation und Therapie

Gliome sind hirneigene Tumoren, die aus den Stützzellen des Gehirns, den Gliazellen, entstehen. Da sich die eigentlichen Hirnzellen (Neuronen) nicht mehr teilen können, sind die Gliazellen für die Entstehung der Gliome verantwortlich. Je nachdem, welche Gliazellen zur Tumorbildung beitragen, werden verschiedene Arten von Gliomen unterschieden: Astrozytome, Oligodendrogliome und Ependymome.

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Astrozytome

Astrozytome sind die größte Gruppe der Gliome (80%) und umfassen ein Spektrum von gut differenzierten (wenig von der gesunden Zelle entfremdet) bis zu völlig anaplastischen (sehr stark von der gesunden Zelle entfremdet) Tumorarten. Nach der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden unter Astrozytom Grad I langsam wachsende pilozytische Astrozytome und unter Grad IV schnell wachsende Glioblastome verstanden.

Oligodendrogliome

Oligodendrogliome entstehen überwiegend bei Erwachsenen in den zerebralen Hemisphären, besonders im Stirnlappen des Hirns. Sie sind oft durch Verkalkungen gekennzeichnet. Man unterscheidet zwischen Oligodendrogliomen WHO Grad II und anaplastischen Oligodendrogliomen WHO Grad III.

Ependymome

Ependymome wachsen vor allem in der Nähe des Ventrikelsystems des gesamten zentralen Nervensystems. Analog zu den Oligodendrogliomen kann man Ependymome WHO Grad II und III unterscheiden.

Therapie der Gliome

Die Therapie der Gliome beinhaltet meistens die Operation und bei schnell wachsenden Formen gegebenenfalls eine postoperative Bestrahlung und/oder Chemotherapie.

Meningeome: Gutartige Tumoren der Hirnhaut

Meningeome sind in der Regel gutartige Hirntumoren, die sehr langsam aus Zellen der Hirnhaut wachsen und das Hirngewebe verdrängen. Je nach ihrer Lage können verschiedene neurologische Störungen wie Halbseitenlähmung oder Gefühlstörungen verursacht werden.

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Operative Entfernung und Nachsorge

In den meisten Fällen lässt sich operativ die Grenze zwischen Hirnoberfläche und einem Meningeom sehr gut trennen, und eine Verbindung zur harten Hirnhaut kann gefunden werden. Daher wird eine komplette Entfernung des Tumors angestrebt. Eine zusätzliche Behandlung ist danach in der Regel nicht mehr erforderlich. Falls aufgrund der Lage des Tumors keine komplette Resektion möglich ist, werden regelmäßige Kontrollen oder bei nachgewiesenem Größenwachstum eine Nachbestrahlung notwendig.

Hirnmetastasen: Tochtergeschwülste anderer Tumoren

Hirnmetastasen sind Tochtergeschwülste von Tumoren anderer Organsysteme, die in verschiedenen Hirnarealen entstehen können. Die Metastasierung erfolgt auf dem Blutwege. Zu den häufigsten zum Hirn metastasierenden malignen Tumoren gehören malignes Melanom, Bronchialkarzinom und Mammakarzinom. Manchmal gehen die Symptome einer Hirnmetastase den Folgen eines Primärtumors voraus.

Glioblastome: Aggressive Hirntumoren im Fokus der Forschung

Glioblastome gehören zu den häufigsten im Erwachsenenalter auftretenden Tumoren des Gehirns. Sie wachsen meist innerhalb weniger Monate deutlich und sind äußerst aggressiv. Die üblichen Therapieoptionen wie die chirurgische Entfernung des Tumors, Bestrahlung und Chemotherapie sind selten nachhaltig erfolgreich; meist tritt der Tumor erneut auf (Rezidivbildung).

CUSP9v3: Ein neuer Therapieansatz

Am Universitätsklinikum Ulm wird ein neuer Therapieansatz verfolgt, bei dem eine Wirkstoffkombination von neun Medikamenten namens CUSP9v3 (Coordinated Undermining of Survival Paths by 9 Repurposed Drugs, Version 3) verabreicht wird. Die bisherigen Ergebnisse einer „Proof-of-Concept“-Studie sind ermutigend. Die Studienteilnehmer erhalten zusätzlich zu den neun Studienmedikamenten noch eine niedrig dosierte Chemotherapie. Alle Patienten hatten vor Teilnahme an der Studie bereits eine Standardtherapie inklusive Operation und Bestrahlung hinter sich gebracht, bevor der Tumor erneut aufgetreten war. Können die positiven ersten Ergebnisse im Verlauf der nächsten Monate bestätigt werden, ist eine größere klinische Folgestudie geplant.

Drug Repurposing

Die Idee, mehrere Wirkstoffe kombiniert einzusetzen, basiert auf dem Konzept des "Drug Repurposing", bei dem Wirkstoffe, die bereits für andere Erkrankungen zugelassen sind, für die Krebsbehandlung eingesetzt werden. Die Forscher suchten nach Wirkstoffen, die die Mechanismen stören, die für das Tumorwachstum verantwortlich sind, und prüften vor allem in der Praxis bewährte, nebenwirkungsarme Wirkstoffe, die normalerweise zur Behandlung anderer Erkrankungen zur Anwendung kommen, zum Beispiel bei Pilzerkrankungen, HIV-Infektionen oder Bluthochdruck.

Neuroonkologisches Zentrum Ulm

Am Neuroonkologischen Zentrum werden Patient*innen mit Tumoren des Zentralnervensystems betreut. In erster Linie handelt es sich dabei um Tumoren im Gehirn, an Hirnhäuten oder im Kopf, aber auch an der Wirbelsäule oder an Nerven oder um Metastasen anderer Tumoren, die sich auf Gehirn oder Wirbelsäule auswirken.

Tumorkonferenzen

Wöchentlich finden Tumorkonferenzen mit Vertreterinnen aller in die Behandlung von Tumoren des zentralen Nervensystems involvierten Abteilungen statt. Sowohl bei Erstdiagnose als auch regelmäßig im Verlauf werden alle Patientinnen mit Tumoren des zentralen Nervensystems in der Neuroonkologischen Tumorkonferenz vorgestellt, um im interdisziplinären Austausch die bestmögliche Therapie zu gewährleisten.

Zertifizierung und Kooperation

Das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Neuroonkologische Zentrum, mit Standorten am Bezirkskrankenhaus Günzburg und am Universitätsklinikum Ulm, ist das einzige bundeslandübergreifende in Deutschland. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Neurologen des Klinikums Christophsbad in Göppingen und den Neurochirurgen der Universitätsklinika Tübingen und Ulm sowie dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm.

Strahlentherapie in der Hirntumorbehandlung

Die moderne Strahlentherapie ist neben der Operation und der Chemotherapie ein wesentlicher Bestandteil in der Behandlung bösartiger Krebserkrankungen. Viele Krebsarten können heute durch die Strahlentherapie erfolgreich behandelt und geheilt werden.

Lokale Behandlung mit präziser Steuerung

Im Gegensatz zur medikamentösen Chemotherapie, die im gesamten Körper wirkt, ist die Strahlenbehandlung ein lokal begrenztes Verfahren. Modernste Computertechnologie ermöglicht heute eine präzise Planung und Steuerung, wodurch das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont wird.

Einsatzmöglichkeiten der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann als alleinige Behandlungsmethode, in Kombination mit einer Chemotherapie, sowie vor oder nach einer Operation eingesetzt werden. Vor einem geplanten operativen Eingriff kann der Tumor mit Hilfe der Strahlentherapie verkleinert werden, so dass er dadurch besser und sicherer entfernt werden kann. Nach einem operativen Eingriff kommt die Strahlentherapie zur Anwendung, um das operative Behandlungsergebnis langfristig zu sichern und ein erneutes Wachstum zu verhindern. Darüber hinaus kann eine Strahlentherapie in der Krebsbehandlung eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen, z.B. in der palliativmedizinischen Betreuung oder bei Patienten, bei denen es im Verlauf ihrer Krebserkrankung zu einem Rückfall mit einem lokalen Rezidiv oder einer Fernmetastasierung gekommen ist.

Ambulante und stationäre Betreuung

Im Normalfall können Patienten ambulant in der Strahlentherapie und Tagesklinik betreut werden. Sofern dies das Befinden nicht zulässt oder intensivere Behandlungseinheiten erforderlich sind, steht eine eigene Station mit der gesamten onkologischen ärztlichen und pflegerischen Kompetenz zur Verfügung.

Spezialisierte Bestrahlungssysteme

Die hochmodernen Bestrahlungssysteme ermöglichen die schonende Behandlung aller Arten von Krebserkrankungen. Die Strahlentherapie ist dabei eng eingebunden in die auf Krebs spezialisierten interdisziplinären Behandlungszentren (Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum, Viszeralonkologisches Zentrum).

Intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT)

Eine besondere Form der Strahlentherapie ist die sogenannte intensitätsmodulierte Bestrahlung, kurz IMRT. Hier wird der gesamte zu bestrahlende Bereich in Teilbereiche zerlegt, die mit jeweils unterschiedlicher Konzentration der Strahlendosis bestrahlt werden.

Weitere Schwerpunkte der Klinik für Neurochirurgie Ulm

Die Abteilung Neurochirurgie stellt eine Spezialeinrichtung für die operative Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems dar - dazu gehören das Gehirn und das Rückenmark.

Hochauflösende Bildgebung im OP-Saal

Seit Juni 2013 steht der Abteilung ein hochauflösender 3T Magnetresonanztomogramm im Operationssaal zur Verfügung. Hierdurch ist es möglich, während des Eingriffes eine aktuelle Kernspintomographie durchzuführen, um bspw. das Ausmaß der Entfernung eines Hirntumores zu beurteilen und gegebenenfalls eine Fortführung der Operation unmittelbar zu ermöglichen.

Mikrochirurgische und endoskopische Techniken

Die Operationen werden mit aktuellen mikrochirurgischen Techniken mit einem Operationsmikroskop und dafür besonders entwickelten feinen Instrumenten durchgeführt. In ausgewählten Fällen werden Operationen auch endoskopisch durchgeführt. Zusätzlich stehen fluoreszenzgestützte Systeme, modernste Neuronavigation und weitere bildgebende Verfahren wie 3D Scan intraoperativ und Ultraschallsysteme zur Verfügung.

Behandlungsschwerpunkte

Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören:

  • Bandscheibenvorfälle
  • Gut- oder bösartige Hirntumoren
  • Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse)
  • Störungen des Nervenwasserkreislaufes (Syringomyelie, Hydrozephalus)
  • Hirngefäßmissbildungen (Aneurysmen, Angiome)
  • Stereotaktische Verfahren zur Gewebeentnahme tiefliegender Tumoren
  • Verletzungen, Tumorerkrankungen, entzündliche und metabolische Erkrankungen und degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule
  • Schädel-Hirn-Verletzungen

Zertifiziertes Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie

Die Klinik ist gemeinsam mit der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie zertifiziertes Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie der Maximalversorgung der DWG und hat somit die höchste Ebene der Versorgung im Rahmen des dreistufigen Zertifizierungskonzeptes erhalten.

Forschung zu intelligenten Implantaten und Glioblastomtherapie

Ein Forschungsschwerpunkt von Prof. Dr. Felix Capanni sind intelligente Implantate. Prof. Dr. Marc-Eric Halatsch forscht seit über 20 Jahren an Möglichkeiten, die Behandlung der aggressiven Glioblastome zu verbessern.

LED-Implantat zur photodynamischen Therapie

Das von einem Team um Neurochirurg Prof. Dr. Marc-Eric Halatsch (Universitätsklinikum Ulm) und Medizintechnikingenieur Prof. Dr. Felix Capanni (Technische Hochschule Ulm) selbst entwickelte LED-Implantat, das mittels direkt im Hirn ausgesendeten Lichts die aggressiven Hirntumorzellen eliminieren soll, hat in vitro hohe Wirksamkeit sowie in ersten Untersuchungen in vivo eine sehr gute Verträglichkeit gezeigt.

Das Implantat besteht aus einem Glaskörper, in welchen LED integriert sind. Die LED sind in der Lage, Licht mit den Wellenlängen 405 und 635 nm sowie UV-Licht zu emittieren. Je größer die Wellenlänge, desto tiefer kann das Licht in Hirngewebe eindringen. Das Implantat soll direkt im Gehirn an der Stelle platziert werden, an der durch die operative Entfernung des Glioblastoms die so genannte Resektionshöhle entstanden ist. Da Glioblastome meist innerhalb eines Saums von zwei Zentimetern um die Resektionshöhle herum erneut auftreten, sollen insbesondere die in diesem Bereich vorhandenen Tumorzellen durch die wiederholte Bestrahlung erreicht und zerstört werden.

Therapieansätze bei Hirntumoren

Die Therapiemethoden sind vom Gewebetyp des Tumors, vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten und von der Größe und Lage des Tumors im Gehirn abhängig. Grundsätzlich gilt auch hier, je früher ein Gehirntumor erkannt wird, umso günstiger ist die Prognose für den Patienten. In Abhängigkeit von der WHO-Klassifikation des Tumors ist meist jedoch keine Heilung, sondern eine Symptomkontrolle ggf. mit Verlängerung des Überlebens und Stabilisierung bzw. Reduktion der Tumorgröße möglich.

Operation

Im Idealfall, der sehr selten auftritt, kann der Gehirntumor vollständig operativ entfernt werden, ohne Tumorzellen zurückzulassen. Häufig gelingt es jedoch nur, einen Grossteil des Tumors zu entfernen. In manchen Fällen, z.B. bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten oder ungünstiger Tumorlage, kann auch nur die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie) zur Diagnosesicherung möglich sein.

Operation mit anschließender Strahlentherapie mit/ohne Chemotherapie

Da in den allermeisten Fällen keine vollständige Entfernung der Tumorzellen möglich ist und durch eine ausgedehnte Operation lebenswichtige Strukturen des Gehirns verletzt werden würden, ist eine Nachbehandlung mittels Strahlentherapie und/oder Chemotherapie angeraten. Auch bei vollständiger Tumorentfernung ist in Abhängigkeit vom WHO-Grad des Tumors eine Nachbehandlung sinnvoll.

Strahlentherapie als Ersttherapie

Eine Strahlentherapie als Ersttherapie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn der Tumor an einer besonders kritischen Stelle im Gehirn liegt und deswegen nur eine Biopsieentnahme und keine Operation möglich ist. Die Anzahl der Bestrahlungssitzungen und die Bestrahlungsintensität sind abhängig vom Gewebetyp. Während der Strahlentherapie können Nebenwirkungen wie Kopfdruck, Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall und ggf. Müdigkeit auftreten. Die meisten Nebenwirkungen können jedoch häufig durch den Einsatz von verschiedenen Medikamenten gemildert werden.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie alleine, ohne Operation und Strahlentherapie, zeigt bei den meisten Gehirntumoren eine nur geringe Wirkung. Jedoch kann eine Chemotherapie bei kombiniertem Einsatz mit der Strahlentherapie die Wirkung der Strahlentherapie verbessern. Die Chemotherapie kann nach Ende der Bestrahlung bei nachgewiesener Wirksamkeit fortgesetzt werden, um die bis dahin erreichte Wirkung (Symptomkontrolle, Größenstabilisierung oder Größenreduktion) aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern.

Kontakt und Terminvereinbarung

Um einen Termin zu vereinbaren, wird gebeten, die Klinik telefonisch zu kontaktieren. Nach einem Gespräch wird ein passender Termin reserviert.

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