Kleinkind Treppe Gehen Lernen Entwicklung: Ein umfassender Leitfaden

Das Erlernen des Treppensteigens ist ein bedeutender Meilenstein in der motorischen Entwicklung eines Kindes. Es ist ein Zeichen wachsender Unabhängigkeit und ein weiterer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Entwicklungsstufen, gibt praktische Tipps zur Unterstützung Ihres Kindes und beleuchtet mögliche Herausforderungen.

Wichtiger Hinweis: Die folgende Aufstellung der Entwicklungsschritte dient lediglich einer groben Orientierung. Jede Entwicklung ist einzigartig und bietet Spielräume.

Entwicklungsschritte im Überblick

Die motorische Entwicklung von Kindern entwickelt sich durch den Lern-, Reifungs- und Erfahrungsprozess. In den ersten beiden Lebensjahren werden alle menschlich veranlagten Fähigkeiten, wie krabbeln, sitzen oder das Treppen laufen erlernt. Viele Kinder eignen sich die Fähigkeit von ganz alleine an. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Die ersten 6 Monate: Grundlagen schaffen

In den ersten sechs Monaten liegt der Fokus auf grundlegenden motorischen Fähigkeiten:

  • Visuelle Entwicklung: Das Kind folgt ab dem 1. Monat Gegenständen mit den Augen.
  • Rumpfmuskulatur: Das Kind dreht sich vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt. Es hält den Oberkörper in Bauchlage auf die Arme gestützt und hebt den Kopf dabei auch über einen längeren Zeitraum an. Die Kopfkontrolle im Sitzen wird stabil. Der Kopf kippt beim Hochziehen um den 6. Monat nicht mehr nach hinten.
  • Hand-Fuß-Koordination: Es spielt in Rückenlage mit seinen Füßen, gibt Dinge von einer Hand in die andere und versucht, auch nach Gegenständen ausserhalb seiner Reichweite zu greifen. Es steckt Dinge in den Mund und öffnet zunehmend das Fäustchen.

6-12 Monate: Mobilität entdecken

In dieser Phase beginnt die aktive Fortbewegung:

Lesen Sie auch: Kindliche Absence-Epilepsie verstehen

  • Fortbewegung: Ab dem 7. Monat beginnt Ihr Kind zu robben und krabbeln.
  • Koordination: Ab dem 7. Monat beginnt Ihr Kind zwei Gegenstände (z.B. Klötze) zusammen zu schlagen.
  • Selbstständiges Sitzen: Es kann frei sitzen
  • Erste Stehversuche: Ca. am 1. Geburtstag steht das Kind für kurze Zeit frei und läuft an Möbeln entlang.
  • Feinmotorik: Ab dem 9. Monat beginnt das Kind im Pinzettengriff zu greifen. Das Kind untersucht gerne Dinge mit den Händen und dem Mund. Es erkennt Einzelheiten an Spielsachen und schaut Bilder an.
  • Die magische Grenze mit 12 Monaten: Das Kind krabbelt sicher. Das Kind zieht sich hoch zum Stehen. Das Kind schlägt zwei Klötze zusammen und greift im Pinzettengriff.

12-18 Monate: Die Welt zu Fuß erkunden

Die ersten Schritte werden unternommen:

  • Laufen: Es läuft frei mehrere Schritte und geht immer sicherer.
  • Treppensteigen mit Hilfe: Das Kind kann die Treppe an den Händen einer Bezugsperson hinauf gehen (Nachstellschritt).
  • Weitere motorische Fähigkeiten: Es kann rückwärts gehen. Das Kind winkt. Es kann einen Ball rollen und werfen. Es benutzt beim Essen einen Löffel ohne viel zu kleckern.
  • Alltagsfähigkeiten: Mit 18 Monaten zieht Ihr Kind Kleidungsstücke aus und imitiert Tätigkeiten im Haushalt.
  • Kreativität: Mit ca. 18 Monaten baut es einen Turm aus 2-4 Klötzen und kippt Dinge aus einer Flasche.

18-24 Monate: Sicherheit gewinnen

Die Bewegungen werden sicherer und koordinierter:

  • Sicheres Laufen: Das Kind geht sicher und frei.
  • Laufen und Spielen: Das Kind rennt ca. 5m ohne hinzufallen, umrundet Hindernisse und stoppt rechtzeitig ab. Es beginnt Fußball zu spielen.
  • Kreativität und Feinmotorik: Es zeichnet bis zum dritten Geburtstag eine senkrechte Linie nach und kritzelt Spiralen und Striche. Es fädelt Perlen auf und gießt von Becher zu Becher.
  • Selbstständigkeit: Es zieht Schuhe (ohne Schnürsenkel) an. Es zieht sich unter Anleitung komplett alleine an.

2-3 Jahre: Der Wechselschritt kommt

Viele Kinder beginnen ab dem 18. Monat die ersten Treppensteig-Versuche. Je nach motorischer Entwicklung des Kindes lernen Kinder den Wechselschritt beim Treppensteigen zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr. Anfangs wird es die Stufen mit einem Schritt pro Stufe hochsteigen. Einige Kinder sind so selbstbewusst, dass sie von einem Tag auf den anderen plötzlich die Treppen alleine hochlaufen. Das kann leider sehr gefährlich sein. Auch wenn diese Kinder motorisch sehr begabt sind, sollte immer darauf geachtet werden, dass bei den ersten Versuchen ein Erwachsener vor Ort ist, der Hilfestellungen geben kann. Häufig müssen Eltern drei Jahre lang warten, bis das Kind sicher die Treppen hinauf- und hinunter laufen kann, ohne dass es Hilfe benötigt.

Ab 3 Jahren: Feinabstimmung der Motorik

  • Die magische Grenze mit drei Jahren: Das Kind rennt sicher. Das Kind steht sicher auf einem Bein. Das Kind fährt Dreirad / Laufrad.
  • Die wichtigste Entwicklung zwischen 3 und 4 Jahren: Das Kind steht 5-10 Sekunden auf einem Bein und hüpft auf einem Bein. Es fährt Roller. Es zieht sich ohne Anleitung alleine an und kann Knöpfe schließen. Es schraubt, dreht Schlüssel und baut mit Legosteinen. Es schneidet mit einer Schere. Es malt Kreise und Kreuze nach.
  • Die magische Grenze mit vier Jahren: Das Kind schließt Knöpfe. Das Kind malt Kreuze und Kreise nach.
  • Die wichtigste Entwicklung zwischen 4 und 6 Jahren: Das Kind kann im Zehen- und im Hackengang vorwärts und rückwärts laufen. Es balanciert und schaukelt selbstständig. Es lernt Fahrrad fahren. Es kann sicher einen Ball fangen. Treppen kann es freihändig und mit Beinwechsel hinauf und hinunter steigen. Es zeichnet einen Menschen aus sechs Teilen, ab 6 Jahren zeichnet es eine menschliche Figur vollständig. Es zeichnet Quadrate nach. Es versteht Aufträge und führt sie aus. Es kann teilen und abwarten bis es an der Reihe ist. Es kann auch über einen längeren Zeitraum still sitzen bleiben, wenn die Situation es erfordert. Es spielt ab vier Jahren immer häufiger Regelspiele mit Gleichaltrigen, auch wenn es mal verliert. Ab vier Jahren kann es etwas ausschneiden und basteln. Ab vier Jahren entwickelt sich bis zum Vorschulalter bei feinmotorischen Aktivitäten eine eindeutige Seitendominanz. Es kann immer sicherer bitten, danken, teilen, verzeihen, mitempfinden, helfen, Gefühle äußern.
  • Die magische Grenze mit sechs Jahren: Die Händigkeit inst eindeutig festgelegt. Das Kind kann sicher mit Schere und Stiften hantieren. Menschliche Figuren werden vollständig gezeichnet. Es kann über längere Zeit still sitzen und abwarten.
  • Die wichtigste Entwicklung im Vorschulalter: Im Vorschulalter entwickelt sich das Kind eindeutig zum Links- oder Rechtshänder ist. Es erkennt im Vorschulalter einige Buchstaben und Symbole (z.B.

Der Wechselschritt beim Treppensteigen:

Der Wechselschritt beim Treppensteigen beschreibt die koordinierte Bewegung, bei der jedes Bein abwechselnd auf einer Stufe platziert wird. Anstatt mit beiden Füßen auf einer Stufe zu verharren, ermöglicht der Wechselschritt ein flüssigeres und effizienteres Auf- und Absteigen.

Im Allgemeinen beginnen Kinder im Alter von etwa 3 bis 4 Jahren, die ersten Versuche im Wechselschritt zu unternehmen. Einige Kinder sind möglicherweise etwas früher dran, während andere etwas mehr Zeit benötigen.

Lesen Sie auch: Ursachen und Behandlung der Chassaignac-Lähmung

  • 2,5 bis 3 Jahre: Viele Kinder beginnen, die Treppe mit Unterstützung zu erklimmen, indem sie einen Fuß auf jede Stufe setzen und sich mit dem anderen Bein nachziehen.
  • 3 bis 4 Jahre: In diesem Alter entwickeln die meisten Kinder die nötige Koordination und das Gleichgewicht, um den Wechselschritt zu erlernen.
  • 4 bis 5 Jahre: Die meisten Kinder beherrschen den Wechselschritt in diesem Alter sicher und selbstständig.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Altersangaben lediglich Richtwerte sind. Einige Kinder entwickeln den Wechselschritt möglicherweise früher oder später, ohne dass dies ein Grund zur Besorgnis ist.

Faktoren, die die Entwicklung beeinflussen

Verschiedene Faktoren können die Entwicklung des Wechselschritts beeinflussen:

  • Motorische Entwicklung: Die allgemeine motorische Entwicklung des Kindes spielt eine entscheidende Rolle.
  • Gleichgewichtssinn: Ein guter Gleichgewichtssinn ist unerlässlich für den Wechselschritt.
  • Koordination: Die Fähigkeit, verschiedene Bewegungen miteinander zu koordinieren, ist ebenfalls wichtig.
  • Körperliche Voraussetzungen: Die Körpergröße und -proportionen des Kindes können ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Umgebung: Die Umgebung, in der das Kind aufwächst, kann ebenfalls einen Einfluss haben.

Es ist wichtig, diese Faktoren zu berücksichtigen, wenn Sie die Entwicklung Ihres Kindes beurteilen.

Unterstützung beim Treppensteigen lernen

Als Eltern können Sie eine wichtige Rolle dabei spielen, Ihr Kind beim Erlernen des Treppensteigens zu unterstützen:

  • Sicherheit zuerst: Bevor Ihr Kind mit dem Üben beginnt, stellen Sie sicher, dass die Umgebung sicher ist.
    • Freie Bahn: Entfernen Sie alle Hindernisse von der Treppe.
    • Sorgen Sie für eine sichere Treppe: Stabile Handläufe auf beiden Seiten, rutschfeste Stufen und keine Gegenstände auf der Treppe. Installieren Sie oben und unten Treppenschutzgitter, damit Kinder nicht unbeaufsichtigt Zugang zur Treppe haben.
  • Unterstützung anbieten: Wenn Ihr Kind die ersten Versuche im Wechselschritt unternimmt, bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an.
    • Händchen halten: Halten Sie Ihrem Kind die Hand, während es die Treppe auf- und absteigt.
  • Spielerisch lernen: Verwandeln Sie das Treppensteigen in ein Spiel, um Ihr Kind zu motivieren und den Lernprozess zu erleichtern.
    • Stufen zählen: Zählen Sie gemeinsam die Stufen, während Sie die Treppe auf- und absteigen.
    • Farben benennen: Wenn Ihre Treppe farbige Stufen hat, benennen Sie die Farben, während Sie die Treppe auf- und absteigen.
    • Tierbewegungen: Fordern Sie Ihr Kind auf, die Treppe wie ein bestimmtes Tier hinauf- oder hinunterzusteigen, z.B. wie ein Bär oder eine Katze.
    • Machen Sie das Treppensteigenlernen spielerisch: Zählen Sie die Stufen gemeinsam oder legen Sie ein Kuscheltier oben als Ziel hin. Durch das Spiel bleibt Ihr Kind motiviert und lernt gleichzeitig sicher zu steigen.
  • Geduld haben: Das Erlernen des Wechselschritts braucht Zeit und Übung. Seien Sie geduldig mit Ihrem Kind und erwarten Sie nicht, dass es die Fähigkeit sofort perfekt beherrscht. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Kind nicht überfordern oder unter Druck setzen.
  • Positives Feedback: Loben Sie jede kleine Fortschritt und geben Sie positives Feedback. Das stärkt das Selbstvertrauen Ihres Kindes.
  • Lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es benötigt. Bei den ersten Versuchen, eine Treppe zu besteigen, sollte ein Elternteil immer auffangbereit daneben stehen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass alle Hindernisse entfernt werden, die ein Stolpern oder Ausrutschen verursachen könnten. Bei vielen Kindern kann das Treppensteig-Training mit 18 Monaten beginnen. Hierfür ist es sinnvoll, dass das Kind rutschfeste Socken anhat. Beim Trainieren sollte zuerst das Hochsteigen geübt werden. Dadurch kann ein Elternteil immer hinter dem Kind laufen und es auffangen, wenn es stolpert. Die Übungen sollten einige Tage hintereinander durchgeführt werden.
  • Wenn Ihr Kind immer wieder versucht, alleine die ersten Treppenstufen zu erklimmen, sollten Sie es an der Hand nehmen und gemeinsam die komplette Treppe wagen. Viele Kinder nehmen die Hilfe sehr gerne an und gehen mit einer Hand am Handlauf und mit der anderen Hand an Ihrer Schritt für Schritt die Stufen hoch.

Zusätzliche Übungen zur Förderung der Motorik

Neben dem Treppensteigen selbst gibt es auch andere Übungen, die die motorische Entwicklung Ihres Kindes fördern und ihm beim Erlernen des Wechselschritts helfen können:

Lesen Sie auch: Diagnose von episodischer Ataxie im Kindesalter

  • Gleichgewicht:
    • Auf einem Bein stehen: Fordern Sie Ihr Kind auf, auf einem Bein zu stehen und das Gleichgewicht zu halten.
    • Balancieren: Lassen Sie Ihr Kind auf einer Linie oder einem Balken balancieren.
    • Wackelbrett: Verwenden Sie ein Wackelbrett, um das Gleichgewicht zu trainieren.
  • Koordination:
    • Hüpfen: Lassen Sie Ihr Kind hüpfen, entweder auf einem Bein oder auf beiden Beinen.
    • Werfen und Fangen: Werfen Sie Ihrem Kind einen Ball zu und lassen Sie es ihn fangen.
  • Körperwahrnehmung:
    • Körperteile benennen: Fordern Sie Ihr Kind auf, verschiedene Körperteile zu benennen und zu berühren.
    • Bewegungsspiele: Spielen Sie Bewegungsspiele, bei denen Ihr Kind verschiedene Bewegungen ausführen muss, z.B. „Hampelmann“ oder „Kniebeugen“.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen ist die verzögerte Entwicklung des Wechselschritts kein Grund zur Besorgnis. Dennoch gibt es bestimmte Situationen, in denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

  • Motorische Defizite: Wenn Ihr Kind Schwierigkeiten in anderen Bereichen der Motorik hat, z.B.
  • Unsicherheiten im Bewegungsverhalten: Das Kind lernt nur langsam gehen, laufen, hüpfen, Treppen steigen. Es ist unsicher, ungeschickt im Gehen, Rennen, Klettern, Hüpfen, Balancieren. Es stolpert oft, fällt häufig über Hindernisse.
  • Verhaltensänderungen: Wenn sich das Verhalten Ihres Kindes dahingehend verändert, dass es sich auffällig ängstlich oder aggressiv zeigt.

Es ist wichtig, die Sorgen der Eltern ernst zu nehmen und bei Unsicherheiten einen Arzt zu konsultieren.

Fallbeispiel: Jan-Philipp und die Duchenne-Muskeldystrophie

Die Geschichte von Jan-Philipp zeigt, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und den eigenen Beobachtungen zu vertrauen. Obwohl er von Ärzten und Therapeuten zunächst beruhigt wurde, spürte seine Mutter, dass etwas nicht stimmte. Erst als er mit fünf Jahren nicht freihändig die Treppe hochgehen konnte, wurde die Diagnose Duchenne-Muskeldystrophie gestellt.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine verzögerte motorische Entwicklung, insbesondere beim Treppensteigen, ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung sein kann.

Tipps für Eltern mit Kindern mit motorischen Einschränkungen

  • Unterstützung suchen: Wenden Sie sich an Frühförderstellen, Therapeuten oder Selbsthilfegruppen.
  • Individuelle Förderung: Passen Sie die Übungen und Aktivitäten an die Fähigkeiten Ihres Kindes an.
  • Positive Verstärkung: Loben Sie Ihr Kind für jeden Fortschritt, auch wenn er klein ist.
  • Sichere Umgebung: Schaffen Sie eine sichere und barrierefreie Umgebung, in der sich Ihr Kind frei bewegen kann.
  • Austausch: Sprechen Sie mit anderen Eltern, die ähnliche Erfahrungen machen.

Weitere Aspekte der motorischen Entwicklung

Die motorische Entwicklung ist ein fein abgestimmtes System, das von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird.

Grob- und Feinmotorik

Die Motorik wird unterteilt in Grob- und Feinmotorik. Die Grobmotorik betrifft dabei Körpermotorik und Fortbewegung, also großräumige Bewegungen des ganzen Körpers. Die Feinmotorik umfasst die kleinen Bewegungen der Hände und Füße.

Wichtige grob- und feinmotorische Fähigkeiten, die ein Kind in den ersten Lebensjahren stetig verbessert, sind:

  • Körperkontrolle: Halten des Kopfes, Rollen auf den Bauch, Aufrichten, Sitzen lernen
  • Lokomotorische Fähigkeiten: Robben, Krabbeln, Laufen lernen
  • Sportliche Motorik: Rennen, Treppensteigen, Klettern, Springen, Fangen, Werfen
  • Hand-Mund-Koordination: Greifen, Halten, Loslassen, Gegenstände zum Mund führen, Essen
  • Geschicklichkeit von Hand und Fingern: Pinzettengriff, Werkzeuggebrauch, Zeichnen und Malen

Was beeinflusst die motorische Entwicklung?

Studien konnten negative und neutrale Faktoren für die motorische Entwicklung identifizieren.

So können folgende Faktoren die motorische Entwicklung beim Baby negativ beeinträchtigen:

  • niedriges Geburtsgewicht
  • Frühgeburt
  • zerebrale Krampfanfälle
  • frühkindliche Hirnschädigung (Zerebralparese)
  • niedriges Bildungsniveau der Eltern
  • psychische Probleme der Eltern
  • ungewollte Schwangerschaft
  • Probleme in der Partnerschaft

Keinen Einfluss darauf, wie schnell ein Kind einen Meilenstein in der motorischen Entwicklung erreicht, haben diese Faktoren:

  • Geschlecht
  • Geschwister
  • Entbindungsart (Kaiserschnitt / normale Geburt)
  • Größe und Gewicht bei der Geburt
  • Transport als Baby (Tragetuch / Kinderwagen)
  • Alter der Mutter
  • Größe der Wohnung
  • sozialer Status
  • Wohnort

Motorik fördern: Was können Eltern tun?

Ein gutes Körpergefühl ist wichtig für das ganze weitere Leben. Förderlich für die motorische Entwicklung eines Kindes ist, wenn Eltern oder Erzieher das Kind auf unterschiedlichste Weise motivieren, sich zu bewegen.

Hat ein Kind verschiedene Spielmaterialien zur Auswahl, regt dies die motorische Entwicklung enorm an. Das heißt aber nicht, dass Sie teure Trainingsgeräte anschaffen oder spezielle Kurse für Ihr Baby belegen müssen. Ein Luftballon oder der Spielplatz reichen schon, um Ihr Kind in Bewegung zu bringen. Der natürliche Entdeckerinstinkt treibt den Nachwuchs an.

  • Grobmotorik fördern: Die entscheidenden Voraussetzungen zur Förderung der Grobmotorik sind ausreichend Platz und die Möglichkeit, sich in einer sicheren Umgebung frei zu bewegen. Lassen Sie Ihr Kind viel barfuß oder in rutschfesten Socken laufen. Das fördert die Balance und Motorik bei Kindern.
    • Konkret können Sie mit folgenden Spielen und Aktivitäten die Grobmotorik Ihres Kindes fördern: Fang- und Hüpfspiele, Trampolinspringen, Kriechtunnel, Balancieren, Treppen steigen, Klettern, Hampelmann, Schwimmen, Spiele mit Ball, Luftballon, Hüpfseil
  • Feinmotorik verbessern: Die Feinmotorik fördern gelingt besser, wenn das Bewegungsumfeld eher begrenzt ist und sich das Kind auf die Sache konzentrieren kann. Je nach Alter können folgende Tätigkeiten die Feinmotorik fördern: Malen mit Stiften, Pinsel, Wachsmalkreiden oder Bodenkreide, Fädelspiele mit Schnüren und Perlen, Steckspielen und Puzzle, Bauklötzchen, Hämmerchenspiel, Kneten, Papier falten, Mikado spielen, Weben (mit dem Webrahmen), Fingerspiele

tags: #kleinkind #kann #treppe #nicht #gehen #nerv