Kleinwuchs nach Meningitis: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute, kann in seltenen Fällen zu Wachstumsstörungen und Kleinwuchs führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnosemethoden und Behandlungsansätze für Kleinwuchs nach Meningitis.

Die Rolle der Hypophyse

Die Hypophyse, auch Hirnanhangsdrüse genannt, spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Hormonsystem. Der Begriff Hypophyse stammt aus dem Griechischen und bedeutet „das unten anhängende Gewächs". Sie besteht aus zwei Hauptlappen - dem Hypophysenvorderlappen und dem Hypophysenhinterlappen - sowie einem dazwischenliegenden Teil, der Pars intermedia, und dem Hypophysenstil. Über diesen Stil ist die Drüse mit dem Hypothalamus verbunden.

Funktionen und Hormone der Hypophyse

Obwohl der Hypophysenvorderlappen mit dem Hypothalamus verbunden ist, ist er kein Teil des Gehirns, sondern eine typische Hormondrüse. Der Vorderlappen besteht aus verschiedenen Zelltypen. Die Hormone gelangen über ein spezielles Blutgefäßsystem in den Blutkreislauf und zu ihren Zielorganen:

  • Das Nebennierenrinden-stimulierende (adrenocorticotrope) Hormon (ACTH) regt die Nebenniere an, Kortison, Aldosteron und Androgene zu bilden.
  • Das Wachstumshormon (GH) fördert das Wachstum und stellt dafür Energie zur Verfügung: Leber und Fettgewebe setzen Fett und Zucker frei. In der Leber und in anderen Geweben werden andere Wachstumsfaktoren wie IGF-1 (Insulin-like growth factor) gebildet, die das Knochenwachstum anregen. Außerdem fördert das Wachstumshormon die Eiweißbildung.
  • Das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TSH) regt die Schilddrüse an, Schilddrüsenhormone zu bilden.
  • Das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH) fördern bei der Frau die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken und lösen den Eisprung aus. Beim Mann bewirken sie die Bildung der Spermien. Außerdem produzieren Eierstöcke und Hoden auf den Reiz von LH bzw. FSH männliche und weibliche Geschlechtshormone.
  • Prolaktin fördert das Wachstum der Brustdrüse und bewirkt bei Müttern die Milchproduktion. Darüber hinaus unterdrückt es den Eisprung.

Wann die Hormone des Hypophysenvorderlappens gebildet werden und wie viele Hormone freigesetzt werden, regulieren Releasing- oder Inhibiting-Hormone des Hypothalamus. Zusätzlich erhält der Hypophysenvorderlappen „Meldung" der Endorgane: Haben die Körperdrüsen genügend Hormone gebildet, hört der Hypophysenvorderlappen auf, Hormone zu produzieren.

Der „Zwischenteil" zwischen Vorder- und Hinterlappen der Hypophyse gehört zum Hypophysenvorderlappen. Hier wird das Melanozyten-stimulierende Hormon (MSH), das Melanotropin gebildet. MSH fördert in den Pigmentzellen der Haut, den Melanozyten, die Produktion von Melanin. Melanin ist ein wichtiger Schutz gegen die schädlichen UV-Strahlen der Sonne.

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Der Hypophysenhinterlappen besteht aus Nervenfasern und Nervenenden. Die „Köpfe" dieser Nerven befinden sich im Hypothalamus. Deshalb wird der Hypophysenhinterlappen auch als „Neurohypophyse" bezeichnet. Im Gegensatz zum Hypophysenvorderlappen ist der Hinterlappen ein Teil des Gehirnes, nämlich eine Ausstülpung des Zwischenhirns. Die Hormone des Hypophysenhinterlappens werden nicht dort produziert, sondern im Hypothalamus. Von dort gelangen sie über Nervenfasern in den Hypophysenhinterlappen und werden bei Bedarf freigesetzt. Im Hypophysenhinterlappen werden 2 Hormone gespeichert: Das antidiuretische Hormon (ADH = Vasopressin = Adiuretin) und Oxytozin. ADH hält Wasser im Körper zurück, es wirkt gegen die Harnausscheidung (= Diurese). Es fördert die Rückresorption von Wasser in den Nieren: Der Urin wird somit stärker konzentriert und sieht „gelber" aus. Zusätzlich verengen sich durch ADH die Blutgefäße und der Blutdruck steigt. Oxytozin führt bei Schwangeren dazu, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und löst so Wehen aus. Nach der Geburt bewirkt Oxytozin den Milcheinschuss, das heißt, dass die Milch aus den Brustdrüsenzellen ausgeschüttet wird.

Störungen der Hormonbildung

Verschiedene Erkrankungen können die Hormonbildung in der Hirnanhangsdrüse stören, so dass diese entweder zu viele oder zu wenige Hormone produziert. Drückt ein gutartiger oder ein bösartiger Tumor auf die Hirnanhangsdrüse, kann diese möglicherweise nicht mehr genügend Hormone bilden. Auch Entzündungen des Gehirnes (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis), ein Unfall oder Operationen können Hypothalamus oder Hirnanhangsdrüse so schädigen, dass sie nicht mehr ausreichend Hormone bilden.

Produziert die Hirnanhangsdrüse zu wenig ADH ist ein so genannter zentraler Diabetes insipidus die Folge. Der Kranke ist nicht mehr in der Lage, Wasser im Körper zurückzubehalten. Die Patienten scheiden pro Tag mehrere Liter Urin aus - manchmal bis zu 20 Liter täglich. Um den Flüssigkeitsverlust zu ersetzen, haben die Patienten ständig Durst und trinken sehr viel.

Bei einem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion oder Schwartz-Bartter-Syndrom (SIADH) wird dagegen übermäßig viel ADH ausgeschüttet. Ursache kann ein Unfall, schwere Verbrennungen, Entzündungen im Gehirn (Meningitis, Enzephalitis) oder die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Auch Erkrankungen der Lunge wie z. B. eine Lungenentzündung können dazu führen, dass übermäßig viel ADH produziert wird. Häufig merken die Patienten nichts davon. Manche leiden unter Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfen. Der Arzt muss zunächst die eigentliche Ursache der ADH-Überproduktion behandeln.

Tumore können Hormongewebe „nachahmen" und dabei zu einer Überproduktion verschiedener Hormone im Hypothalamus oder in der Hypophyse führen. Hormonproduzierende Tumore werden auch Adenome genannt. Der häufigste hormonproduzierende Tumor in der Hypophyse ist ein gutartiger Tumor der Prolaktin-bildenden Drüsenzellen im Hypophysenvorderlappen, ein so genanntes Prolaktinom. Bei Frauen mit einem Prolaktinom setzt die Regelblutung aus und sie leiden unter sexueller Unlust. Bei manchen fließt Milch aus der Brustdrüse, weil Prolaktin die Milchproduktion anregt. Bei Männern führt ein Prolaktinom dazu, dass sie ihre Potenz verlieren und ebenfalls keine Lust mehr auf Sex haben. Das Prolaktinom wird zunächst mit Medikamenten behandelt.

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Produziert ein Tumor in der Hypophyse zu viel Wachstumshormon kann bis zum Ende der Pubertät ein übermäßiges Größenwachstum (=Gigantismus) und bei Erwachsenen eine Akromegalie (= Hyperpituitarismus) auslösen. Diese Erkrankung wird meist erst nach 10-15 Jahren auffällig: Hände, Füße und Kopf sind dann größer als früher, die Gesichtszüge vergröbert.

Andere Tumore im Gehirn können die Hormonbildung stark drosseln, indem sie auf das Hormongewebe drücken oder das hormonbildende Gewebe verdrängen. Ebenso können Entzündungen im Gehirn, Unfälle, Bestrahlungen des Gehirnes oder Durchblutungsstörungen dazu führen, dass weniger Hormone als gewöhnlich gebildet oder ausgeschüttet werden.

Gutartige Tumore der Drüsenzellen (HVL-Adenom) können die Hormonbildung im Hypophysenvorderlappen stören. Mediziner nennen diese Erkrankung Hypophysenvorderlappen schwäche bzw. -insuffizienz. Das Tumorgewebe drückt auf die anderen Drüsenzellen, so dass die gesunden Zellen sind nicht mehr ausreichend Hormone produzieren können. Manchmal bildet das Adenom jedoch auch selbst Hormone. Meist fallen die Hormone in einer typischen Reihenfolge aus: Zunächst fehlt das Wachstumshormon (STH, GH), als nächstes das Follikelstimulierende und das luteinisierende Hormon (FSH und LH), schließlich das Schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH), danach das Nebennierenrindenstimulierende Hormon (ACTH) und das Melanozyten-stimulierende Hormon (MSH), und zuletzt Prolaktin. Es kann jedoch auch nur ein einzelnes Hormon ausfallen. Die Beschwerden richten sich dann danach, welche Hormone nicht mehr ausreichend produziert werden:

Der Mangel an Wachstumshormon führt bei Kindern dazu, dass sie nicht richtig wachsen und klein bleiben (hypophysärer Zwergwuchs). Die Intelligenz der Kinder und die Körperproportionen sind aber normal. Bei Erwachsenen wird vermehrt Fett im Bauchbereich eingelagert, die Muskelmasse nimmt ab. Der Fettstoffwechsel ist gestört und das Risiko für eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) steigt. Wegen FSH- und LH-Mangel setzt bei Frauen die Regelblutung aus, Männer haben Potenzstörungen. Männer und Frauen leiden unter sexueller Unlust und verlieren die Haare im Achsel- und Schambereich. Durch den Mangel an TSH entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Die Patienten sind müde und lustlos, nehmen Gewicht ab, frieren ständig, haben eine raue, heisere Stimme, brüchiges Haar, Verstopfung und möglicherweise Depressionen. Der Ausfall von ACTH führt zu Störungen im Zuckerstoffwechsel und im Salz- und Wasserhaushalt: Blutzucker und Blutdruck sinken, die Patienten sind antriebsarm. Ohne MSH bilden die Pigmentzellen der Haut kein Hautpigment, die Haut sieht blass aus. Bei stillenden Frauen kommt wegen des Prolaktin-Mangels keine Milch mehr. Eine HVL-Insuffizienz kann lange Zeit unbemerkbar bleiben. Um die Krankheit zu heilen, behandelt der Arzt zunächst die eigentliche Ursache.

Wie Meningitis zu Kleinwuchs führen kann

Meningitis kann auf verschiedene Weisen zu Wachstumsstörungen führen. Eine direkte Schädigung der Hypophyse durch die Entzündung ist eine Möglichkeit. Die Entzündung kann auch den Hypothalamus beeinträchtigen, der die Hormonproduktion der Hypophyse steuert. In beiden Fällen kann es zu einem Mangel an Wachstumshormon (GH) kommen, was bei Kindern zu Kleinwuchs führt.

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Hypophysärer Zwergwuchs

Ein Mangel an Wachstumshormon führt bei Kindern dazu, dass sie nicht richtig wachsen und klein bleiben (hypophysärer Zwergwuchs). Die Intelligenz der Kinder und die Körperproportionen sind aber normal.

Weitere Auswirkungen der HVL-Insuffizienz

Meist fallen die Hormone in einer typischen Reihenfolge aus: Zunächst fehlt das Wachstumshormon (STH, GH), als nächstes das Follikelstimulierende und das luteinisierende Hormon (FSH und LH), schließlich das Schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH), danach das Nebennierenrindenstimulierende Hormon (ACTH) und das Melanozyten-stimulierende Hormon (MSH), und zuletzt Prolaktin. Es kann jedoch auch nur ein einzelnes Hormon ausfallen. Die Beschwerden richten sich dann danach, welche Hormone nicht mehr ausreichend produziert werden:

  • Wegen FSH- und LH-Mangel setzt bei Frauen die Regelblutung aus, Männer haben Potenzstörungen. Männer und Frauen leiden unter sexueller Unlust und verlieren die Haare im Achsel- und Schambereich.
  • Durch den Mangel an TSH entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Die Patienten sind müde und lustlos, nehmen Gewicht ab, frieren ständig, haben eine raue, heisere Stimme, brüchiges Haar, Verstopfung und möglicherweise Depressionen.
  • Der Ausfall von ACTH führt zu Störungen im Zuckerstoffwechsel und im Salz- und Wasserhaushalt: Blutzucker und Blutdruck sinken, die Patienten sind antriebsarm.
  • Ohne MSH bilden die Pigmentzellen der Haut kein Hautpigment, die Haut sieht blass aus.
  • Bei stillenden Frauen kommt wegen des Prolaktin-Mangels keine Milch mehr.

Diagnose von Wachstumshormonmangel

Die Diagnose eines Wachstumshormonmangels ist komplex, da Wachstumshormon pulsatil und in einer zirkadianen Rhythmik ausgeschüttet wird, vor allem während des Schlafs. Eine einzelne Blutabnahme ist daher nicht ausreichend.

Diagnosemethoden

  • Wachstumskurven: Die wichtigste Grundlage ist die Beurteilung des Längenwachstums anhand von Wachstumskurven. Ein Abfallen der Wachstumskurve, d.h. das Kreuzen der Perzentilen, kann ein Hinweis auf einen Wachstumshormonmangel sein.
  • Körperliche Untersuchung: Kinder mit Wachstumshormonmangel werden oft jünger geschätzt und wirken besonders klug, da sie jünger wirken.
  • Wachstumsfaktoren: Statt direkter Wachstumshormonmessung werden Laborparameter wie IGF-I (Insulin-like growth factor I) und dessen Bindungsprotein gemessen, da diese vom Wachstumshormon reguliert werden.
  • Wachstumshormontests: Es werden spezielle Tests durchgeführt, um die Wachstumshormonproduktion zu stimulieren.
  • Bildgebung: Eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Hypophyse kann durchgeführt werden, um strukturelle Ursachen wie Tumore auszuschließen.
  • Genetische Untersuchung: In seltenen Fällen kann eine genetische Untersuchung durchgeführt werden, um genetische Ursachen des Wachstumshormonmangels zu identifizieren.

Differentialdiagnosen

Es ist wichtig, andere Ursachen für Kleinwuchs auszuschließen, wie z.B. genetische Wachstumsstörungen oder andere Hormonstörungen.

Behandlung von Wachstumshormonmangel

Die Behandlung des Wachstumshormonmangels zielt darauf ab, das fehlende Wachstumshormon zu ersetzen und so ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung zu ermöglichen.

Wachstumshormon-Substitutionstherapie

Die Standardbehandlung ist die Wachstumshormon-Substitutionstherapie. Dabei wird synthetisches Wachstumshormon in der Regel täglich unter die Haut gespritzt. Die Dosierung wird individuell angepasst und regelmäßig kontrolliert.

Weitere Behandlungen

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn der Wachstumshormonmangel durch eine andere Erkrankung wie einen Tumor verursacht wird, muss diese Grunderkrankung behandelt werden.
  • Hormonersatztherapie: Bei Ausfall anderer Hypophysenhormone ist eine entsprechende Hormonersatztherapie erforderlich.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung kann ein Kind mit Wachstumshormonmangel ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung erreichen. Die Wachstumshormon-Substitutionstherapie wird in der Regel bis zum Ende des Wachstums durchgeführt.

Weitere mögliche Komplikationen nach Meningitis

Neben dem Wachstumshormonmangel kann Meningitis weitere Komplikationen verursachen, die das Wachstum und die Entwicklung beeinträchtigen können.

Hydrocephalus

Hydrocephalus, im Volksmund auch als Wasserkopf bekannt, ist eine Erkrankung des Gehirns. Der Name lässt sich auf eine übermäßige Ansammlung von Hirnwasser (Liquor) in den Hirnkammern zurückführen. Bei Hydrocephalus ist dieser normale Fluss und die Aufnahme des Hirnwassers gestört, was zu einer Ansammlung von Liquor führt. Dies kann die Hirnkammern erweitern und den Druck innerhalb des Schädels erhöhen. Die Folge können Schädigungen des Gehirngewebes und die damit verbundenen Symptomen sein.

Diagnose von Hydrocephalus

Die Diagnose eines Hydrocephalus ist entscheidend, um eine angemessene Behandlung einleiten und mögliche Komplikationen vermeiden zu können. Die Magnetresonanztomografie (MRT, Bildgebungsverfahren mithilfe eines Magnetfeldes) und die Computertomografie (CT, computergestützte Röntgenuntersuchung) sind die wichtigsten bildgebenden Verfahren zur Diagnose eines Hydrocephalus. Mit ihnen können unsere Fachärzt:innen die Größe der Hirnkammern (Ventrikel) beurteilen und feststellen, ob eine Erweiterung vorliegt.

Behandlung von Hydrocephalus

Die Behandlung eines Hydrocephalus zielt darauf ab, den Fluss des Hirnwassers zu normalisieren und den Druck im Schädelinneren zu reduzieren. Die Wahl der Behandlungsmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Ursache des Hydrocephalus, dem Alter der Patient:innen und dem Vorliegen anderer medizinischer Bedingungen.

  • Ventrikuloperitonealer Shunt: Bei diesem Verfahren legt unser OP-Team ein dünnes Röhrchen (Katheter) in einen der mit Hirnwasser gefüllten Hohlräume im Gehirn (Hirnventrikel). Über diesen Katheter fließt das Hirnwasser in die Bauchhöhle ab. Diese Verbindung (Shunt) ist besonders hilfreich bei Patient:innen, bei denen eine direkte Ableitung des Hirnwassers (Liquor) aus dem Gehirn erforderlich ist. Ein Ventil am Shunt reguliert den Durchfluss.
  • Lumboperitonealer Shunt: Bei diesem Verfahren legen unsere Ärzt:innenn einen Katheter über den Lendenbereich in den Liquorraum und leiten das Hirnwasser in die Bauchhöhle (Peritonealraum) um, wo der Körper ihn resorbieren kann. Dieser Eingriff wird oft bei Patient:innen mit einem kommunizierenden Hydrocephalus eingesetzt, bei denen also eine Störung der Hirnwasseraufnahme (Liquorresorption) vorliegt. Der lumboperitoneale Shunt kann den Hirndruck effektiv senken und die Symptome des Hydrocephalus lindern.
  • Ventrikulozisternostomie: Bei diesem Verfahren schafft das OP-Team eine kleine Öffnung am Boden der dritten Kammer (Ventrikel) des Gehirns, um den blockierten Liquorfluss zu umgehen und eine alternative Abflussroute in die basalen Zisternen zu ermöglichen. Basale Zisternen sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Räume im Gehirn. Dies ermöglicht es dem Liquor, den normalen Aufnahmewegen zu folgen, was den Hirndruck senken lässt.

Vorbeugung und Schutz des Gehirns

Hydrocephalus lässt sich in einigen Fällen nicht verhindern, insbesondere wenn es sich um angeborene oder genetische Ursachen handelt. Dennoch gibt es präventive Maßnahmen, mit denen Sie das Risiko für die Entwicklung eines erworbenen Hydrocephalus reduzieren und bei bestehender Erkrankung Ihre Lebensqualität verbessern können.

  • Tragen Sie einen Helm: Beim Fahrradfahren, Skaten oder bei anderen risikoreichen Aktivitäten sollten Sie immer einen Helm tragen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, kann die Gehirngesundheit fördern.
  • Alkoholkonsum: Angesichts der verschiedenen Schäden, die Alkohol im Körper verursachen kann, sollte man ihn entweder ganz meiden oder den Konsum stark einschränken.
  • Drogen: Vermeiden Sie den Konsum von Drogen.

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