Die Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Morbus Parkinson oder Schüttellähmung, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Sie zählt zu den degenerativen Erkrankungen des Extrapyramidalmotorischen Systems. Obwohl Parkinson als unheilbar gilt, gibt es inzwischen wirksame Therapien, die es den Betroffenen ermöglichen, ein selbstständiges und langes Leben zu führen.
Definition des Parkinson-Syndroms
Das Parkinson-Syndrom umfasst verschiedene Krankheitsbilder, die alle durch einen Dopaminmangel und charakteristische Bewegungsstörungen gekennzeichnet sind. Die häufigste Form ist das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS), auch Morbus Parkinson genannt, das etwa 75 % der Fälle ausmacht. Parkinson ist nicht ansteckend.
Historischer Hintergrund
Schon im Jahr 1817 beobachtete der englische Arzt James Parkinson bei seinen Patienten eine "shaking palsy" (Schüttellähmung). Einige Jahrzehnte später wurde die Krankheit nach ihrem Entdecker benannt. James Parkinson (geboren am 11. April 1755 in Hoxton, London; gestorben am 21. Dezember 1824 in London) war ein britischer Arzt, Apotheker und Paläontologe. Nach ihm wurde die Parkinson-Krankheit benannt.
Häufigkeit der Parkinson-Krankheit
Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. Sie tritt primär bei älteren Personen auf, meistens nach dem 50. Lebensjahr. In der durchschnittlichen Bevölkerung sind etwa 0,1 - 0,2 % der Personen betroffen. Von Menschen über 70 Jahren sind etwa 1 - 2 % an Morbus Parkinson erkrankt. Der Anteil von männlichen und weiblichen Patienten ist ungefähr gleich. Insgesamt gibt es ca. 50 Prozent mehr männliche als weibliche Parkinson-Patienten.
Tritt Parkinson vor dem 40. Lebensjahr auf, spricht man von einer Early Onset Parkinson Disease, also einer früh beginnenden Parkinson Erkrankung. Von juvenile Parkinson wird gesprochen, wenn die Krankheit noch vor dem 21. Lebensjahr auftritt. In Deutschland sind aktuell etwa 400.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Aufgrund des demografischen Wandels und der Alterung der Bevölkerung ist ein Anstieg an Parkinson-Patienten in den kommenden Jahren zu erwarten. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland mindestens 200.000 Betroffene, mit deutlich wachsender Tendenz.
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Entstehung der Parkinson-Krankheit
Bei Parkinson kommt es zu einer Schädigung bzw. zum Sterben von Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn. Diese Nervenzellen sind für die Produktion von dem Nervenbotenstoff Dopamin zuständig. Sterben diese ab, tritt ein Mangel an Dopamin ein. Dieser Mangel führt vorwiegend zu Störungen der Motorik. Je länger die Krankheit fortschreitet, desto mehr Zellen sterben ab und desto stärker und belastender werden die Symptome.
Die schwarze Substanz liegt im Mittelhirn. Sie ist so dunkel gefärbt, weil sie sehr viel Eisen und Melanin enthält. Das in den dortigen Nervenzellen produzierte Dopamin ist unter anderem für die Übertragung von elektrischen Impulsen aus dem Gehirn, über die Nerven zu den Muskeln zuständig und nimmt so Einfluss auf die Steuerung und Koordination von Bewegungen. Durch einen Dopaminmangel ist die Weiterleitung der elektrischen Impulse aus dem Gehirn an die Muskeln nur noch schwächer bzw. gestört möglich. Probleme bei der Koordination von Bewegungen, diese in Gang zu setzten und das Gleichgewicht zu halten, sind die Folge.
Der Mangel an Dopamin sorgt zudem für ein Ungleichgewicht aller Nervenbotenstoffe und so zu weiteren Symptomen. Steigt etwa der Botenstoff Acetylcholin an, sind Muskelsteife (Rigor) und Zittern (Tremor) die Folge. Beim Gesunden ist das Verhältnis zwischen den Botenstoffen Acetylcholin und Dopamin ausbalanciert. Aus ungeklärter Ursache sterben bei der Parkinsonschen Krankheit Zellen in der Substantia nigra, dadurch wird weniger Dopamin produziert und es entsteht ein Ungleichgewicht.
Ursachen und Risikofaktoren für Parkinson
Die unterschiedlichen Formen von Parkinson haben jeweils verschiedene Ursachen.
Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS)
Bei IPS oder auch Morbus Parkinson, der mit Abstand häufigsten Parkinsonerkrankung, ist die Ursache (noch) unbekannt. Möglicherweise spielen Umwelteinflüsse oder genetische Einflüsse eine Rolle. Als idiopathisch werden Krankheiten oder Beschwerden bezeichnet, die keine bekannte äußere oder genetische Ursache haben. Der Großteil der Betroffenen erkrankt um das sechzigste Lebensjahr - dann tritt die Krankheit ohne erkennbaren Auslöser auf, was man als idiopathisch oder sporadisch bezeichnet. Neben der idiopathischen Form der Parkinson-Erkrankung, für die sich bislang keine konkreten Ursachen ausmachen lassen, existieren auch genetische Formen.
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Genetisches Parkinson-Syndrom
In seltenen Fällen kommt es dazu, dass eine Parkinsonkrankheit vererbt wird. Diese genetischen Parkinson-Syndrome treten dann häufig schon früh im Leben auf und haben, wie der Name bereits andeutet, eine genetische Ursache. Zehn Prozent der Parkinson-Erkrankungen sind genetisch, d.h. durch Vererbung bedingt. Hier sind Mutationen, also Veränderungen der Erbinformation, Ursache der Erkrankung. Patienten mit genetischer - man sagt auch familiärer- Parkinson sind im Schnitt etwas jünger, wenn sich Symptome zeigen: oft treten erbliche Formen schon vor dem 50. Lebensjahr auf. Bei der Frage "Welche Menschen neigen zu Parkinson" zeigt sich, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Die Erkrankung ist tatsächlich Parkinson vererbbar, wobei das Risiko bei familiärer Vorbelastung erhöht ist.
Atypische Parkinson-Syndrome
Bei atypischen Parkinson-Syndromen ist die Person an einer anderen neurodegenerativen Krankheit erkrankt. Werden durch diese auch die Dopamin-produzierenden Nervenzellen geschädigt, kommt es zu den klassischen Symptomen einer Parkinsonerkrankung. Atypische Parkinson-Syndrome, bei denen die Betroffenen nicht oder kaum auf eine Behandlung mit L-Dopa ansprechen, schreiten meist rascher voran. Sie haben in der Regel eine deutlich schlechtere Prognose.
Sekundäre Parkinson-Syndrome
Bei sekundären Parkinson-Syndromen werden die Symptome nicht durch eine neurodegenerative Erkrankung ausgelöst, sondern unter anderem durch Medikamente, Vergiftungen, Hirntumore oder ein Schädel-Hirn-Trauma. Beim sogenannten sekundären Parkinson-Syndrom ähneln die Symptome denen der „echten“ Parkinson-Erkrankung, ohne dass es sich um Morbus Parkinson handelt: Hier werden die Symptome nicht durch Parkinson und damit durch Zellsterben in der Substantia Nigra verursacht. Sekundärer Parkinsonismus (durch best.
Risikofaktoren für Parkinson
Eine klare Ursache gibt es für Parkinsonerkrankungen häufig nicht. Allerdings gibt es einige Faktoren, welche das Risiko erhöhen können. Zu diesen Risikofaktoren gehören:
- Das Altern: Die Wahrscheinlichkeit an Parkinson zu erkranken nimmt mit dem Alter stark zu, sodass es als der wichtigste Risikofaktor gilt. Parkinson tritt zumeist im höheren Erwachsenenalter auf: Die große Mehrzahl der Betroffenen ist mindestens 60 Jahre alt.
- Die Genetik: Bestimmte Genvarianten steigern das Risiko, an Parkinson zu erkranken.
- Schadstoffe: Einige schädliche Stoffe, wie Pestizide, Lösungsmittel und Schwermetalle gelten als Risikofaktoren für Parkinson.
- Schädel-Hirn-Verletzungen: Menschen mit häufigen, schweren Kopfverletzungen besitzen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Parkinson. Mohammad Ali erkrankte nach seiner Karriere als Schwergewichtsboxer an Parkinson. Es wird diskutiert, ob seine häufigen Kopfverletzungen an der Entstehung dieser Krankheit beteiligt gewesen sein könnten.
Die seelischen Ursachen von Parkinson werden in der Forschung zunehmend berücksichtigt, wobei chronischer Stress und psychische Belastungen als mögliche Risikofaktoren diskutiert werden.
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Diagnose der Parkinson-Krankheit
Eine Diagnose erfolgt meist nach einer körperlichen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch über die bereits vorhandenen Symptome und den bisherigen Verlauf. Zudem werden durch Ärzte die Empfindlichkeit und die Bewegung, als auch die Reflexe getestet. Dazu wird zum Beispiel überprüft, ob die Muskeln einen gewissen Widerstand leisten und ob sich die Gelenke normal bewegen lassen.
Darüber hinaus wird häufig der L-Dopa-Test durchgeführt. Dazu wird der erkrankten Person einmalig das Medikament L-Dopa (Levodopa) verabreicht und beobachtet, ob die Beschwerden daraufhin abnehmen. Kommt es zu einer schnellen Besserung, wird von einer Parkinsonerkrankung ausgegangen.
Um andere, ähnliche Erkrankungen ausschließen zu können, wird häufig außerdem eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) durchgeführt. Mit diesen bildgebenden Verfahren kann etwa ein Tumor im Hirn als Ursache für die Erkrankung ausgeschlossen werden.
Die moderne Diagnostik der Parkinson-Erkrankung stützt sich auf verschiedene bildgebende Verfahren, die eine präzise Beurteilung der Krankheitsentwicklung ermöglichen. Bei der Diagnose der Seltenen Form von Parkinson spielen spezifische bildgebende Verfahren eine zentrale Rolle. Diese helfen dabei, die verschiedenen 3 Formen von Parkinson zu unterscheiden und eine gezielte Therapieplanung zu ermöglichen. Definition: FOV (Field of View) bezeichnet das Sichtfeld bei der bildgebenden Diagnostik.
Psych. jeder 2. sonst. Diagnose durch klin. Untersuchung auf mind. 2 der sog.
Verlauf der Parkinson-Krankheit
Parkinson verläuft schleichend und bleibt häufig über Jahrzehnte unentdeckt. Erst wenn etwa 60-70 % der Nervenzellen abgestorben sind, kommt es zu den typischen motorischen Beschwerden. Vor diesen charakteristischen Symptomen treten häufig jedoch Jahre vorher erste Anzeichen der Krankheit auf.
Erste Anzeichen von Parkinson
Den motorischen Beschwerden gehen oft jahrelang unklare Symptome voraus. Dazu gehören unter anderem:
- Schlafstörungen: Parkinson-Erkrankte leiden etwa doppelt so häufig an Schlafstörungen. Zudem kann es im Schlaf zu unwillkürlichen und starken Bewegungen kommen. Das liegt daran, dass geträumte Bewegungen tatsächlich ausgeführt werden (REMS-Schlaf-Verhaltensstörung).
- Verstopfung: Auch hier sind Parkinson-Patienten doppelt so häufig betroffen.
- Riechstörung: Der Geruchssinn ist oft vermindert.
- Störungen der Feinmotorik: Oft ist zu beobachten, dass etwa die Handschrift immer schlechter wird.
- Reduziertes Mitschwingen der Arme
- Depressive Verstimmungen und Depressionen
- Müdigkeit und Antriebslosigkeit
- Störung der Blasenfunktion, der Potenz oder der Temperaturregulation
- Sehstörungen
- chronische Verspannungen im Nacken- und Hals-Bereich
- wiederkehrende Krämpfe
Diese Symptome sind nicht nur erste Anzeichen für eine Parkinsonerkrankung, sie können auch Begleitsymptome bleiben. Die genannten Symptome müssen nicht auf eine Parkinsonerkrankung hindeuten und können vielfältige andere Ursachen haben. Gleichzeitig sind nicht alle Symptome Teil einer jeden Parkinsonerkrankung. Als frühe Krankheitsanzeichen können Depressionen, Schlafstörungen, Verstopfung, Störungen des Geruchssinns, eine leisere, monotone Stimme oder das fehlende Mitschwingen eines Armes beim Gehen auftreten.
Charakteristische Symptome von Parkinson
Definiert werden können vier klassische Leitbeschwerden der Parkinsonkrankheit:
- Bewegungsarmut (Hypokinese) bis hin zur Bewegungsunfähigkeit (Akinese)
- Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese)
- Zittern (Tremor)
- Muskelsteifigkeit (Rigor)
Häufig sind die Symptome auf einer Körperseite stärker ausgeprägt. Das Symptombild und auch der Verlauf sind von Person zu Person sehr unterschiedlich und kann mitunter stark variieren. Erst mit der Zeit werden die klassischen Hauptsymptome deutlicher.
Hypokinese und Akinese
Durch Bewegungsarmut sind die Bewegungen nur sehr eingeschränkt möglich. Der Gang ist zum Beispiel kleinschrittig und zögerlich. Der erste Schritt, also der Beginn einer Bewegung, ist häufig schwierig und ebenso wie diese wieder zu beenden. Insbesondere feinmotorische Bewegungen, etwa das Zubinden von Schuhen, gelingt nur schwer. Zudem nimmt auch die Beweglichkeit der Muskeln im Gesicht ab, sodass das Schlucken und Sprechen schwerfällt und die Mimik sehr eingeschränkt ist und das Gesicht wie maskenartig erscheint.
Eine mögliche Komplikation einer Parkinsonerkrankung ist eine akinetische Krise. Diese kann unter anderem durch Medikamentenfehler, Infekte oder Operationen entstehen. Dabei wird der Patient vollkommen unbeweglich und ist nicht mehr in der Lage zu schlucken oder zu sprechen. Begleitet wird dieser Zustand mit einem schnellen Puls und Schweißausbrüchen. Eine kinetische Krise ist sehr gefährlich und muss in einem Krankenhaus behandelt werden.
Bradykinese
Diese Verlangsamung der Bewegungen tritt häufig schon in sehr frühen Stadien von Parkinson auf. Dabei kommt es nicht wie bei Hypokinese zu weniger Bewegungen, sondern nur zu langsameren. Bradykinese ist auch ein Symptom bei anderen Erkrankungen, etwa bei Chorea Huntington. Bei Betroffenen nimmt die Bewegungsfähigkeit ab. So gehen Parkinson-Patienten auffallend langsam und mit kleinen Schritten, sich drehen fällt ihnen schwer. Die Mimik wird maskenhaft, die Handschrift wird kleiner.
Tremor
Ein Tremor ist eine unwillkürliche, zitternde Bewegung des Körpers, etwa der Hände oder des Kopfes. Dieser tritt auf, wenn es wiederholt zum Zusammenziehen und Entspannen von Muskeln kommt. Kommt es zu einem Zittern in Ruhe, wird dies als Ruhetremor bezeichnet. Mit Bewegungen nimmt er meistens ab. Am häufigsten kommt es zum Zittern der Hände, wodurch unter anderem die Schrift der Personen meist sehr undeutlich und klein wird. Dabei handelt es sich um ein unwillkürliches Zittern der Hände. Im späteren Verlauf der Krankheit kann der Ruhetremor auch die Füße betreffen. Das Zittern tritt bei Parkinson nur auf, während Hände und Füße ruhen und verstärkt sich bei emotionaler Belastung. Der Ruhetremor kann auch auf eine Körperhälfte beschränkt sein. Er verschwindet, wenn Patienten die betroffene Extremität bewegen oder während Patienten schlafen.
Rigor
Die Muskelsteife (Rigor) zeichnet sich dadurch aus, dass vor allem die Gliedmaßen, also Arme und Beine (zum Teil auch der Hals) dauerhaft angespannt und steif sind. Häufig können sich Betroffene nicht allein und nicht mal durch eine zweite Person bewegt werden. Verstärkte Anspannungen können zu Schmerzen der Muskeln führen. Typisch für Parkinson-Patienten ist eine Steifheit der Muskeln, von der häufig Nacken, Arme und Beine betroffen sind. Die Körperhaltung ist vornübergebeugt. Es fühlt sich für Betroffene an, als ob Bewegungen gegen einen Widerstand ausgeführt werden müssen. Manchmal sind Bewegungen regelrecht blockiert.
Weitere Symptome
- Haltungsinstabilität (posturale Instabilität)
- Das Einfrieren von Bewegungen (Freezing)
- Probleme beim Schlucken und Sprechen
- Demenz
- Störungen des Blutdrucks
- Störungen der Verdauung
- Parkinson Beine versagen
- Parkinson-Symptome Augen
Hinter diesem Begriff verbergen sich Gleichgewichtsstörungen. Die Betroffenen gehen und stehen unsicher und können das Gleichgewicht nicht mehr halten, weshalb es zur Gefahr von Stürzen kommt. Die Betroffenen entwickeln eine charakteristische Körperhaltung, bei der der Oberkörper nach vorne geneigt ist. Die Muskelsteifheit (Rigor) und das schlurfende Gangbild sind weitere zentrale Parkinson-Symptome. Hinweis: Die posturale Instabilität, also die mangelnde Körperstabilität, ist eines der gefährlichsten Symptome, da sie zu Stürzen führen kann.
Parkinson: Fünf Stadien
Zeitlich verläuft Parkinson typischerweise in den fünf folgenden Stadien. Da der Zellschwund immer weiter voranschreitet, kommt es mit der Zeit zunehmend zu mehr und immer stärkeren Symptomen.
| Stadien | Symptome |
|---|---|
| Stadium 1 | einseitig: Abnahme der Feinmotorik, Reduktion der Mimik, Gebeugte Körperhaltung, Tremor |
| Stadium 2 | zusätzlich: Ausweiten der Symptome auf die zweite Körperhälfte, kleinschrittiger, unsicherer Gang, Hypokinese, Probleme beim Sprechen, Antriebslosigkeit |
| Stadium 3 | zusätzlich: Bradykinese, Rigor, Instabilität der Haltung und des Gangs mit Fallneigung |
| Stadium 4 | volle Ausprägung und Zunahme aller Symptome, eingeschränkte Selbstständigkeit |
| Stadium 5 | zusätzlich: Akinese, Pflegebedürftigkeit, Bettlägerigkeit, Fortbewegung nur mit Gehilfe bzw. Rollstuhl möglich |
Lebenserwartung bei Parkinson
Wie schnell die Krankheit verläuft, ist sehr individuell und zwischen den einzelnen Stadien können oftmals mehrere Jahre vergehen. Auch wenn Parkinson die Betroffenen sehr beeinträchtigen kann, ist die Krankheit selbst nicht lebensbedrohlich. Durch die modernen Behandlungsmöglichkeiten haben Parkinson-Patienten heutzutage eine ähnliche Lebenserwartung wie die restliche Bevölkerung und versterben erst im hohen Alter an unterschiedlichsten Ursachen. Laut Statistik hat ein optimal behandelter Mensch mit Parkinson-Syndrom heute fast die gleiche Lebenserwartung wie eine gleichaltrige gesunde Person. Die Parkinson Lebenserwartung hat sich dank moderner Behandlungsmethoden deutlich verbessert.
Wer heute mit 63 Jahren die Diagnose Parkinson bekommt, kann schätzungsweise mit weiteren 20 Lebensjahren rechnen. Zum Vergleich: Mitte des letzten Jahrhunderts lebten Patienten nach dieser Diagnose im Schnitt noch etwas mehr als neun Jahre. Die Parkinson-Krankheit selbst ist also in der Regel nicht tödlich. Die gestiegene Lebenserwartung beim Parkinson-Syndrom kommt dadurch zustande, dass die modernen Medikamente die wesentlichen Beschwerden der Betroffenen weitgehend beheben. Früher führten solche Beschwerden oft zu Komplikationen und im Verlauf der Parkinson-Krankheit zum vorzeitigen Tod.
Geringere Lebenserwartung bei atypischem Parkinson Die verbesserte Lebenserwartung, wie sie hier beschrieben ist, bezieht sich nur auf das „normale“ Parkinson-Syndrom („klassischer Parkinson“, früher: idiopathisches Parkinson-Syndrom).
Therapie der Parkinson-Krankheit
Parkinson gilt bis heute unheilbar. Allerdings können durch Medikamente die Symptome gelindert werden. Dafür werden Medikamente eingesetzt, die im Körper wie Dopamin wirken oder Dopaminvorstufen enthalten und dann zu Dopamin umgewandelt werden (z. B. L-Dopa). So kann dem Dopaminmangel entgegengewirkt werden. Eine wichtige Rolle spielt die medikamentöse Behandlung. So kann die Gabe von Dopaminvorstufen (z. B. in Form des Antiparkinson-Wirkstoffs L-Dopa) den Dopaminmangel ausgleichen. Medikamente: vor allem L-Dopa (Vorstufe zu Dopamin), außerdem z.B.
Zu Beginn der Erkrankung ist die Behandlung meist sehr unkompliziert und die Medikamente wirken zuverlässig. Mit dem Fortschreiten von Parkinson lässt jedoch die Wirkung der Medikamente nach bzw. reicht nicht mehr aus und es kann zu Wirkungsschwankungen kommen. Häufig nehmen zu diesem Zeitpunkt auch die nicht motorischen Begleitsymptome, etwa Verdauungsstörungen, Depressionen und Schwankungen des Blutdrucks zu.
Für die weitere Wirksamkeit der Medikamente werden die Intervalle der Einnahme verkürzt oder eine andere Kombination an Medikamenten verschrieben. Zum Teil ist die stationäre Einstellung der Medikamente in einem Parkinsonzentrum sehr sinnvoll. Dort kann die Wirkung der Medikamente über einen längeren Zeitraum beobachtet und die weitere Therapie daran angepasst werden. Besonders wichtig ist die regelmäßige Anpassung der Therapie, da sich die Symptome im Krankheitsverlauf verändern können.
Wenn durch die Medikamente allein keine gute Symptomkontrolle mehr möglich ist, können anderer Therapien, etwa operative Methoden wie die Tiefe Hirnstimulation (THS) eingesetzt werden. Diese führen häufig zu einer wieder verbesserten Lebensqualität der Patienten. Ist die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend, kommt ein so genannter Hirnschrittmacher in Frage. Die Tiefe Hirnstimulation ist ein hirnchirurgischer Eingriff, bei dem Elektroden in das Gehirn eingesetzt werden. Dieser Hirnschrittmacher gibt elektrische Impulse ab und verbessert so die Koordination und Bewegungsfähigkeit.
Zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten
Parkinson wirkt sich auf viele unterschiedliche Lebensbereiche aus und kann den Alltag von Patienten, primär in späteren Stadien, stark einschränken. Neben der medikamentösen Therapie können deshalb weitere Behandlungen sinnvoll sein. Zu diesen gehören zum Beispiel:
- Psychologische Betreuung
- Physiotherapeutische Betreuung → Um die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten. Physiotherapie: spez.
- Sport und Bewegung → Kann das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern
- Ergotherapie → Für eine lange Selbstständigkeit im Alltag
- Logopädische Maßnahmen → Um das Sprech- und Schluckvermögen zu fördern und Kommunikation über Mimik und Gesten zu stärken
- Entspannungsübungen → Kann positive Auswirkungen auf den Tremor haben
Hinweis
Die Diagnose im Frühstadium ist entscheidend für einen positiven Krankheitsverlauf. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind besonders ab dem 50.
Fazit
Das Parkinson-Syndrom beschreibt verschiedene Krankheitsbilder, die sich alle durch einen Dopaminmangel und eine charakteristische Bewegungsstörung auszeichnen. Die häufigste Form von Parkinson ist Morbus Parkinson/ IPS. Sie macht etwa 75 % der Parkinsonerkrankungen aus und ist eine neurodegenerative Erkrankung (= fortschreitendes Absterben von Nervenzellen). Die Ursache von Morbus Parkinson ist bisher noch unbekannt. Die Sonderformen von Parkinson werden unter anderem durch Gendefekte, andere neurodegenerative Erkrankungen oder Ursachen wie Tumore im Hirn und schwere Kopfverletzungen ausgelöst.
Zu den Leitsymptomen von Parkinson zählen: Hypo- bis Akinese, Bradykinese, Tremor und Rigor. Weitere Symptome von Parkinson können unter anderem Schlafstörungen, Demenz, Depressionen und Verstopfung sein.
Die Krankheit Parkinson ist bisher unheilbar. Zur Reduktion der Symptome werden Medikamente eingesetzt. Es gibt darüber hinaus jedoch auch weitere Behandlungsmöglichkeiten.
Wichtige Punkte
- Die Parkinson-Krankheit bzw. Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung.
- Die vier Hauptsymptome sind Rigor, Tremor (Muskelzittern) und Bradykinese (verlangsamte Bewegungen), welche bis hin zu Akinese (Bewegungslosigkeit) führen kann, sowie posturale Instabilität (Haltungsinstabilität).
- Ausgelöst wird sie durch das Absterben von Zellen in der Substantia nigra, einer Struktur im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin herstellt.
- Morbus Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung - gleich nach der Alzheimer-Krankheit.
- Morbus Parkinson ist bislang nicht heilbar. Mit geeigneten Therapien lässt sich die Krankheit jedoch oft über Jahre hinweg gut kontrollieren.
- Akzeptiert das, was ihr nicht ändern könnt. Setzt euch zusammen mit euren Angehörigen mit dem Thema Parkinson auseinander, aber gebt dem ganzen nicht zu viel Raum!
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