Neurologische Intensivstation am Klinikum Darmstadt: Moderne Versorgung für Schwer Kranke

Das Klinikum Darmstadt hat seine Kapazitäten und Möglichkeiten zur Behandlung von neurologischen Notfällen und Erkrankungen erheblich ausgebaut. Moderne Räumlichkeiten, neueste Technik und ein hochspezialisiertes Team ermöglichen eine umfassende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems. Die Neurologische Intensivstation (NIS) stellt dabei einen zentralen Baustein dar.

Ausbau und Modernisierung der Intensivstation 18

Am Klinikum Darmstadt wurden die Räumlichkeiten der Intensivstation 18 nach einer umfassenden Entkernung und Umbau modernisiert und patientenfreundlich gestaltet. Diese Maßnahme ermöglicht es dem Klinikum, insgesamt 48 schwer kranke Menschen intensivmedizinisch zu versorgen. Die neue operative Intensivstation, die von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin geleitet wird, ist mit modernster Technik ausgestattet. Die logistisch durchdachte Anordnung der Behandlungsräume optimiert die Arbeitsabläufe von Ärzten und Pflegekräften.

In einer ersten Ausbauphase wurden fünf Zimmer mit elf Behandlungsplätzen eröffnet, von denen flexibel ein bis drei Plätze als Isolierplätze für Patienten mit Problemkeimen genutzt werden können. Bis zum Frühjahr werden zwölf weitere Behandlungsplätze mit drei flexiblen Isolierplätzen hinzukommen. Die großzügigen Raumverhältnisse ermöglichen die problemlose Durchführung sämtlicher Therapieverfahren.

Die Neugestaltung der operativen Intensivstation war laut Geschäftsführer Clemens Maurer notwendig geworden, da die alte Station über 20 Jahre in Betrieb war und die räumliche Enge sowie hygienischen Bedingungen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprachen. Die Kapazität reichte nicht aus, um die steigende Zahl operativer Intensivpatienten zu behandeln. Nach Abschluss der zweiten Ausbauphase werden voraussichtlich bis zu 1700 Patienten jährlich intensivmedizinisch behandelt werden können. Die neue Station befindet sich im ersten Stock des Peter-Grund-Baus (Gebäude 5) zentral auf dem Klinikgelände in der Innenstadt.

Team und Behandlungsspektrum

Auf der Intensivstation arbeitet im Zweischichtbetrieb ein ausschließlich in der Intensivmedizin tätiger Arzt, tagsüber ein intensivmedizinischer Oberarzt und nachts ein Rufdienst-Oberarzt. Für jeweils zwei Patienten ist im Dreischichtbetrieb eine in der Intensivmedizin erfahrene Pflegekraft zuständig. Das medizinische Behandlungsspektrum umfasst alle modernen intensivmedizinischen Therapieverfahren. Die Möglichkeiten zur adäquaten Behandlung von Patienten mit multiresistenten Keimen wurden deutlich verbessert. Durch die erhöhte Kapazität können sowohl operative Kliniken des Klinikums als auch schwer kranke Patienten aus anderen Krankenhäusern profitieren. Es ist auch vorstellbar, dass sehr invasive und Platz brauchende Therapieverfahren, wie zum Beispiel der extrakorporale Lungenersatz, vermehrt durchgeführt werden.

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Die Mitarbeiter fühlen sich auf der neuen Station wohl, da die Räume hell und in freundlichen Farben gehalten sind und die Arbeitsplätze ergonomisch eingerichtet sind. Die Station vermittelt einen freundlicheren und moderneren Eindruck, was für die Pflegekräfte, Patienten und Angehörigen von großer Bedeutung ist.

Spezialambulanzen und Zuständigkeiten

Das Klinikum Darmstadt bietet verschiedene Spezialambulanzen an, darunter:

  • Epilepsie: Dr. med. Maria Weis
  • Zerebrovaskuläre Sprechstunde: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar
  • Botulinumtoxintherapie: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar, Sait Seymen Babacan
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Sait Seymen Babacan, Lilli Dremel
  • Parkinson, Bewegungskrankheiten: Prof. Dr. med. Rainer Kollmar

Termine sind nach Vereinbarung möglich und erfordern in der Regel einen Überweisungsschein des niedergelassenen Neurologen. Im Notfall ist eine Vorstellung über die Zentrale Notaufnahme jederzeit möglich.

Besuch auf den Intensivstationen

Jede der drei Intensivstationen am Klinikum Darmstadt (neurologische, internistische sowie operative Intensivstation) ist als angehörigenfreundliche Intensivstation zertifiziert. Angehörige sind jederzeit willkommen und werden von Ärzten und Pflegepersonal als therapeutisch wichtig angesehen. Individuelle Besuchsregelungen können vereinbart werden.

Stationen im Überblick

  • Station 14 A - Neurochirurgie: 28 Betten für Patient*innen mit operativ behandelbaren Erkrankungen am Gehirn, Rückenmark, der Wirbelsäule und der peripheren Nerven.
  • Station 13D - Neurologie: 56 Betten für Patient*innen mit Erkrankungen des zentralen, peripheren und autonomen Nervensystems sowie Muskelerkrankungen und Schlafstörungen.
  • Station 13E1 & 13E2 - Stroke Unit und Neurointensiv: 18 Betten auf der Stroke Unit und 12 Betten auf der Neurologischen Intensivstation. Hier werden jährlich mehr als 2.000 Schlaganfallpatient*innen betreut.
  • Stationen M11 & M12 - Psychosomatik: 20 Betten am Standort Marienhospital für Psychosomatische Patient*innen.
  • Station 6.C - Internistische kardiologische Intensivstation: 16 Betten, modernste Geräte, Versorgung von Notfällen.

Das Neurozentrum (N³)

Das Neurozentrum (N³) am Klinikum Darmstadt ist ein Zusammenschluss der Kliniken für Neurologie und Neurointensivmedizin, der Klinik für Neurochirurgie und des Instituts für Neuroradiologie. Gemeinsam bieten diese Fachrichtungen eine umfassende Versorgung für Patientinnen und Patienten mit akuten und chronischen neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht eine Harmonisierung der Diagnostik- und Behandlungswege.

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  • Neurologie: Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems wie Schlaganfälle, Epilepsie und neurodegenerative Krankheiten.
  • Neurochirurgie: Operative Eingriffe am Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven.
  • Neuroradiologie: Bildgebende Verfahren zur Erstellung detaillierter Aufnahmen des Gehirns und der Wirbelsäule, sowie hochspezialisierte Interventionen.

Insbesondere mechanische Thrombektomien und intraarterielle Rekanalisationsbehandlungen sind beim akuten ischämischen Schlaganfall permanent durchführbar (24/7). Die Anmeldung erfolgt jederzeit über die Neurologische Intensivstation telefonisch.

Rundum-Versorgung bei neurologischen Erkrankungen

Die neurologische Klinik des Klinikums Darmstadt versorgt Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen auf einer großen Normalstation, einer überregional zertifizierten Stroke-Unit, einer neurologisch geleiteten Intensivstation und einer Ermächtigungsambulanz.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf vaskulären Erkrankungen. Zusammen mit den Kolleginnen des Instituts für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin wird rund um die Uhr die Möglichkeit zur Thrombektomie geboten. Für Patientinnen mit Subarachnoidalblutung besteht die Möglichkeit zur operativen oder interventionellen Versorgung. Patient*innen mit Epilepsie und Bewegungserkrankungen wird neben der Möglichkeit der ambulanten Behandlung für schwer zu diagnostizierende oder behandelbare Fälle eine Epilepsie- und Parkinsonkomplexbehandlung angeboten.

In der Klinik werden außerdem alle Erkrankungen des zentralen, peripheren und autonomen Nervensystems sowie Muskelerkrankungen und Schlafstörungen diagnostiziert und behandelt.

Das Team der Neurologischen Klinik (Auszug)

  • Prof. Dr. med. Rainer Kollmar: Klinikdirektor, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin
  • Dr. med. Maria Weis: Leitende Oberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Klinische Geriatrie
  • Dr. med. univ. Ilia Aroyo, MHBA: Oberarzt, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Sait Seymen Babacan: Oberarzt, Facharzt für Neurologie
  • Dr. med. Julia Biesel: Oberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Ajaz Ahmad Ganai: Oberarzt, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
  • Dr. med. Lisa Mäder: Oberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Dr. med. Ingo Schirotzek: Oberarzt, Facharzt für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin und Palliativmedizin
  • Rilinda Tahiri: Funktionsoberärztin, Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
  • Lilli Dremel: Fachärztin für Neurologie
  • Amelie Halstenberg: Fachärztin für Neurologie
  • Anisa Myftiu: Fachärztin für Neurologie

Stationsleitungen:

  • Bianka Hofmann: Stationsleitung Neurologische Intensivstation 13E01
  • Silvia Storbeck: Stationsleitung Stroke Unit 13E 02
  • Irina Schwartz: Stationsleitung 13D

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