Klinikum Leverkusen Schlebusch Neurologie: Umfassende Versorgung bei Erkrankungen des Nervensystems

Die Klinik für Neurologie im Klinikum Leverkusen Schlebusch bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Notfallversorgung von Patient:innen mit akuten neurologischen Beschwerden.

Akutversorgung und Notfallbehandlung

Ein Großteil der Patient:innen wird in Notfallsituationen, wie Schlaganfällen, akutem Schwindel, Schmerzereignissen, epileptischen Anfällen oder Verwirrtheitszuständen, in die Klinik eingeliefert. Oftmals ist die Ursache dieser Beschwerden unklar und bedarf einer sorgfältigen stationären Abklärung. Die Klinik verfügt über eine spezialisierte Schlaganfallstation (Stroke Unit) in einem modern ausgestatteten Neubau, die als zertifizierte regionale Stroke Unit das Zentrum der Schlaganfallversorgung in Leverkusen und Umgebung bildet. Die Stroke Unit wird seit 2003 regelmäßig nach den strengen Qualitätsstandards der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG) zertifiziert.

Schlaganfall: Schnelles Handeln rettet Leben

Der Schlaganfall ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, bei der es durch den Verschluss eines Blutgefäßes (Hirninfarkt) oder eine Hirnblutung zu einer Unterbrechung der Sauerstoffversorgung kommt. Unverständliche oder undeutliche Sprache, Lähmung einer Gesichtshälfte oder halbseitige Lähmungen von Arm und Bein sind häufige Anzeichen für einen Schlaganfall. In solchen Fällen ist es wichtig, sofort den Notarzt zu rufen, da jede Minute zählt.

Patient:innen mit Schlaganfall werden auf der Stroke Unit betreut, wo alle notwendigen Akuttherapien zur Verbesserung der Gehirndurchblutung durchgeführt werden, darunter die Thrombolyse zur Auflösung von Blutgerinnseln und in einigen Fällen die Thrombektomie, bei der das Blutgefäß mittels eines Katheters eröffnet wird. Permanent werden EKG, Blutdruck, Atemfrequenz, Körpertemperatur und andere Körperfunktionen überwacht.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schlaganfall

Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, tragen ein überdurchschnittlich hohes Risiko einer Wiederholung. Daher sind vorbeugende Maßnahmen von großer Bedeutung, um einen erneuten Schlaganfall zu verhindern. Dazu gehören das Aufspüren von Gefäßengstellen (Stenosen), die eventuell operativ erweitert werden müssen, die Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten und Statinen, die gegen die Verengung der Gefäße wirken. Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern müssen gezielt gesucht und behandelt werden, ebenso Bluthochdruck und Blutzuckerkrankheit. Bei einer Transitorisch Ischämischen Attacke (TIA) ist die Mangeldurchblutung des Gehirns nur von kurzer Dauer. Die Symptome gleichen denen eines vollendeten Schlaganfalls, bilden sich aber oft innerhalb weniger Minuten wieder zurück.

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Diagnostik und Behandlung chronischer neurologischer Erkrankungen

Neben der Akutversorgung bietet die Klinik auch umfassende diagnostische und therapeutische Leistungen für chronische Erkrankungen des Nervensystems an. Dazu gehören unter anderem:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Morbus Parkinson
  • Polyneuropathien
  • Hirntumore

Multiple Sklerose (MS): Fortschritte in der Therapie

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS), die bereits im jungen Erwachsenenalter zu ernster Behinderung führen kann. Die Symptome sind vielfältig und hängen davon ab, an welchen Stellen die Entzündungen auftreten. Für die Erstdiagnose sind neben einer präzisen körperlichen Untersuchung und Erhebung der Krankengeschichte kernspintomographische und neurophysiologische Untersuchungen sowie eine Analyse des Liquors (Nervenwasser) wichtig. Wichtiger Bestandteil einer MS-Diagnostik ist die Abgrenzung von anderen chronischen Erkrankungen des Nervensystems, vor allem entzündlichen, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen können.

In den vergangenen Jahren hat die Medizin in der Behandlung der MS sehr große Fortschritte gemacht. Zu unterscheiden ist die Behandlung des akuten Krankheitsschubes mit Kortison oder Plasmapherese („Blutwäsche“) von der immunologischen Langzeittherapie, deren Ziel es ist, Schübe zu verhindern und die Entwicklung einer Behinderung aufzuhalten. Medikamente sind hier Spritzen zur Selbsttherapie (z. B. Interferone), aber auch oral einnehmbare Substanzen. Wenn eine normale Basistherapie dieser Art nicht ausreicht, muss eine Eskalationstherapie geplant werden, z. B. mit monoklonalen Antikörpern.

Die Klinik verfügt über eine MS-Ambulanz, in der Patient:innen mit besonderen diagnostischen oder therapeutischen Herausforderungen betreut werden. Häufig wird die Ambulanz im Sinne eines Zweitmeinungs-Verfahrens zu Diagnose und Therapie hinzugezogen. Therapeutisch werden diejenigen Behandlungen durchgeführt, die in der Praxis nicht realisiert werden können, z. B. die sehr aufwändigen Infusionsbehandlungen mit monoklonalen Antikörpern. Sobald der wissenschaftliche Fortschritt neue Therapieansätze erlaubt, werden diese in Absprache mit den niedergelassenen Kolleg:innen und nach sorgfältiger Aufklärung der Patient:innen schnell umgesetzt.

Polyneuropathien: Ursachenforschung und Therapie

Polyneuropathien sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems (PNS), bei denen mehrere Nerven betroffen sind. Die Symptome sind vielfältig und können Taubheitsgefühle, Muskelschwäche, Störungen von Gleichgewicht und Koordination umfassen. Die Ursachen sind vielfältig, am häufigsten sind sie Folgen der Blutzucker-Krankheit (Diabetes mellitus), des schädlichen Alkoholkonsums oder anderer toxischer Einflüsse, z. B. Chemotherapie. Praktisch jede Erkrankung eines inneren Organs kann eine Polyneuropathie nach sich ziehen.

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Grundlage der Diagnostik ist zunächst die genaue körperliche Untersuchung. Die technische Diagnostik umfasst die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG), die Elektromyografie (EMG), eine ausführliche Labordiagnostik und gelegentlich eine Lumbalpunktion. Intensiv muss nach den behandelbaren Ursachen gefahndet werden, z. B. Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen.

In der Spezialambulanz für neuromuskuläre Erkrankungen werden Patient:innen mit komplexen oder seltenen Polyneuropathien betreut.

Diagnostische Verfahren

Zur Diagnostik neurologischer Erkrankungen stehen im Klinikum Leverkusen Schlebusch modernste apparative Verfahren zur Verfügung:

  • Elektroenzephalografie (EEG): Messung der elektrischen Hirnaktivität
  • Elektromyografie (EMG): Aufzeichnung elektrischer Aktivität der Muskulatur zur Erkennung verschiedener Nerven- und Muskelerkrankungen
  • Elektroneurografie und evozierte Potenziale (NLG, EP): Messung von Leitungsstörungen innerhalb des peripheren oder zentralen Nervensystems
  • Farbduplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße (Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße)
  • Neuropsychologische Testungen
  • Lumbalpunktion: Entnahme von Nervenwasser zur Erkennung von Entzündungsprozessen und Nachweis von für bestimmte Erkrankungen typischen Eiweiß-Veränderungen

Ambulante Versorgung im Gesundheitshaus Leverkusen

Die Praxis für Neurologie im Gesundheitshaus Leverkusen bietet eine umfassende ambulante Versorgung neurologischer Krankheitsbilder an. Behandlungsschwerpunkte sind:

  • Multiple Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Schlaganfall
  • Hirntumor
  • Nervenstörungen durch Bandscheibenschäden
  • Schädigung des peripheren Nervensystems (z. B. Carpaltunnelsyndrom, Polyneuropathie)

Zur Diagnostik stehen alle gängigen apparativen Verfahren zur Verfügung, und durch die enge Kooperation mit der Abteilung für Radiologie im gleichen Gebäude ist es in der Regel möglich, weiterführende Diagnostik (z. B. MRT) mit der neurologischen Diagnostik zu kombinieren.

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