Kniegelenkssteife Nerven: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Ein Knacken im Knie ist ein häufiges Phänomen, das viele Menschen betrifft. Ob es sich dabei um eine harmlose Begleiterscheinung oder ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung handelt, lässt sich oft nicht auf Anhieb sagen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Knackgeräuschen im Knie, um Ihnen ein umfassendes Verständnis dieser Problematik zu vermitteln.

Was führt zu einem Knacken im Knie?

Ein Knacken im Knie kann durch verschiedene Mechanismen hervorgerufen werden, die von harmlosen Ursachen bis hin zu komplexen Gelenkproblemen reichen. Es ist wichtig, zwischen einem schmerzfreien und einem schmerzhaften Knacken zu unterscheiden. Treten Schmerzen im Kniegelenk zusammen mit dem Geräusch auf, sollte man hellhörig werden, da dies auf eine mögliche Schädigung hinweisen kann.

Vakuumphänomen

Das Vakuumphänomen beschreibt eine Gasansammlung in Gelenken oder in Spalten von Knochengewebe. Diese Gase, wie zum Beispiel Stickstoff, sind durchlässig für Strahlung. Wenn sich das Knie bewegt, können diese Gasbläschen platzen und ein Knallgeräusch verursachen. Dies ist in der Regel harmlos.

Kniegelenksarthrose

Ein Knacken bei Bewegung, begleitet von starken Schmerzen, kann ein typisches Symptom einer fortgeschrittenen Kniegelenksarthrose sein. In diesem Fall reiben ungepufferte Knochenflächen aufgrund von Knorpelabbau aufeinander, was zu dem Geräusch führt.

Meniskusprobleme

Die Menisken sind knorpelige Strukturen im Knie, die als Stoßdämpfer fungieren. Bei einer Schädigung oder einem Riss des Meniskus kann es zu einem hörbaren Knacken kommen. Akut auftretende Schmerzen, ein Schnappen und Knacken im Knie können mögliche Symptome sein. Insbesondere sogenannte Korbhenkelrisse neigen zu einem ausgeprägten Schnappen im Kniegelenk.

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Freie Gelenkkörper

Ein freier Gelenkkörper, auch als Arthrolith, Gelenkmaus oder Dissekat bezeichnet, ist eine bewegliche Struktur, die sich innerhalb eines Gelenks befindet. Diese Körper können ebenfalls ein Knacken verursachen.

Plica-Syndrom

Ein Knacken im Kniegelenk beim Treppensteigen ist eine typische Erscheinung des Plica-Syndroms, das heißt bei Vorliegen einer Plica mediopatellaris im Kniegelenk.

Knorpelschaden hinter der Kniescheibe

Ebenfalls charakteristisch und leider häufig vorkommend ist ein Knacken beim Treppensteigen durch Verschleißerscheinungen hinter der Kniescheibe, dem sogenannten Knorpelschaden hinter der Kniescheibe.

Verletzungen

Ein Knacken im Kniegelenk nach einem Sturz deutet auf eine Kniegelenksverletzung hin. Häufig wurde dabei das Knie verdreht (Kniedistorsion). Verletzungen des Bandapparates oder der Knorpelstrukturen, insbesondere ein Meniskusriss, sind häufige Folgen eines Sturzes. Ein knöcherner Abriss der beteiligten Knochen kann als freier Gelenkkörper im Knie zu einem Knacken im Knie führen.

Künstliche Kniegelenkprothese

Nach Einsatz einer künstlichen Kniegelenkprothese kann durch die Oberflächenbeschaffenheit der Gleitflächen der Prothesen-Anteile ein klickendes oder knackendes Geräusch bei Bewegung entstehen. Die Geräusche sind teilweise unbedenklich und nehmen in den meisten Fällen nach einigen Monaten ab.

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Muskelungleichgewicht und Überbeanspruchung

Eine Überbeanspruchung des Knies durch intensive körperliche Aktivität oder ein Ungleichgewicht der Oberschenkelmuskulatur kann ebenfalls zu knackenden Geräuschen führen. In vielen Fällen liegen muskuläre Dysbalancen vor, die durch gezielte Übungen abgestellt werden können. Bei Sportlern kommt ein schmerzfreies Knacken oftmals bei einer Störung des Streckapparates der Beinmuskulatur vor.

Mangel an Gelenkschmiere

Bewegt man sich nicht ausreichend, kann ein Mangel an Gelenkschmiere ein Knacken hervorrufen.

Symptome: Harmlos oder bedenklich?

Ein Knacken im Knie kann durch ein harmloses Rutschen der Kniescheibe aus ihrer Gleitebene entstehen. In diesem Fall ist das Knacken in der Regel harmlos. Bedenklich wird es, wenn das Knacken mit Schmerzen einhergeht. Knieschmerzen als begleitendes Symptom deuten auf eine Gelenkschädigung hin.

Knacken beim Strecken

Ein Knacken im Knie beim Strecken kann verschiedene Ursachen haben, die von harmlosen bis hin zu ernsthaften Bedingungen reichen. Dazu gehören Gasbläschen im Gelenk, Meniskusprobleme, Knorpelverschleiß (Arthrose) und Muskelungleichgewicht.

Diagnostik

Um die Ursache für das Knacken im Knie zu ermitteln, stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:

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  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt wird zunächst nach der Krankengeschichte fragen und das Kniegelenk gründlich untersuchen.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Röntgen: Zur Beurteilung der knöchernen Strukturen.
    • Ultraschall: Bei Verdacht auf Weichteilverletzungen von Muskelgewebe, Sehnen oder Schleimbeuteln. Eine Ultraschalluntersuchung hat in der Diagnostik eines Knackens im Knie jedoch einen untergeordneten Stellenwert.
    • MRT (Magnetresonanztomographie): Bei Verdacht auf Meniskusriss oder wenn die Ursache des Knackens im Knie nicht eindeutig festgestellt werden kann.
    • CT (Computertomographie) oder DVT (Digitale Volumentomographie): Diese ermöglichen dem Orthopäden, die vorliegenden knöchernen Verletzungen und den Zustand der Gelenkfläche im Kniegelenk im Knochen zu beurteilen. Mithilfe dieser Strahlendiagnostik lässt sich der genaue Verlauf von Bruchflächen und die Lage von Fragmenten darstellen und bewerten.
  • 3D-druckmessplattengestützte Ganganalyse: Zur Analyse der Bewegungsmuster und Belastung des Kniegelenks.
  • Muskelfunktionsdiagnostik (Elektromyographie): Zur Beurteilung der Funktion der Muskeln, die das Kniegelenk stabilisieren.
  • Laufbandanalyse: Eine Untersuchungsmethode unserer Körperhaltung bei bestimmten Bewegungsmustern. Die Analyse kann bei spezifischen Fragestellungen wie z.B. u.v.a. Kommt es beispielsweise durch eine Achsenfehlstellung und Übergewicht oder durch muskuläre Dysbalancen und Überbelastungen zu Beschwerden wie einem Knacken im Knie, können die Befundkonstellationen erkannt und frühzeitig therapiert werden.

Behandlung

Die Behandlung eines Knackens im Knie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Nicht immer ist eine Behandlung notwendig.

Konservative Behandlung

  • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht.
  • Behandlung von Fehlstellungen der Beinachse: Um die Belastung des Kniegelenks zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Zur Stärkung der Muskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Koordination. Eine Kreuzbandruptur kann oft konservativ mit Physiotherapie und einer Orthese behandelt werden.
  • Orthesen: Zur Stabilisierung des Kniegelenks.
  • Hyaluronsäureinjektionen: Zur Verbesserung der Gelenkschmiere und Reduktion von Schmerzen bei Arthrose.
  • Entzündungshemmende Schmerzmedikamente: Zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen.
  • Physikalische Maßnahmen: Wie Wärme- oder Kälteanwendungen.
  • Gezielte Trainingstherapie: Um die Muskulatur zu stärken und das Kniegelenk zu stabilisieren.

Operative Behandlung

  • Arthroskopie: Minimalinvasiver Eingriff zur Behandlung von Meniskusschäden, Knorpelschäden oder Entfernung von freien Gelenkkörpern. Meniskusschäden können ebenfalls häufig konservativ behandelt werden, teilweise müssen diese arthroskopisch behandelt werden. Dabei wird im Rahmen einer minimalinvasiven Gelenkspiegelung Gewebe entfernt oder vernäht.
  • Kreuzbandnaht oder -plastik: Bei einer Kreuzbandruptur, wenn eine konservative Behandlung nicht ausreichend ist. In einigen Fällen ist jedoch eine operative Kreuzbandnaht oder -plastik nötig.
  • Kniegelenksersatz (Knie-TEP): Bei fortgeschrittener Kniegelenksarthrose, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr helfen.
  • Arthrolyse: Lösung von Verwachsungen im Kniegelenk. In den meisten Fällen führen wir eine Arthrolyse minimalinvasiv im Rahmen einer Arthroskopie durch. Narbige Verwachsungen, die aufgrund einer Verletzung entstanden sind, werden vom Kniespezialisten durchtrennt oder entfernt. Der Patient kann sein Kniegelenk nach einer Arthrolyse meist deutlich besser bewegen. Er erhält die Mobilität zurück, die er sich für ein aktives Berufs- und Privatleben wünscht.

Spezielle Aspekte

Tibiakopffraktur

Ein Knochenbruch am oberen Ende des Schienbeins (Tibia), eine sogenannte Tibiakopffraktur, ist eine einschneidende und kritische Verletzung des Kniegelenks. Stürze beim Sport und Verkehrsunfälle sind meistens die Ursache. Bei älteren Patienten mit Osteoporose genügen schon geringere Kräfte, um eine Fraktur des Tibiakopfes auszulösen.

Behandlung der Tibiakopffraktur

Bei einfachen Brüchen lässt sich die Tibiakopffraktur mithilfe einer Ruhigstellung behandeln. Besonders wichtig ist die langfristige Betrachtung des Kniegelenks nach einer Schienbeinkopffraktur: Störungen der Gelenkfläche, der Beinachse oder der Menisken oder Kreuzbänder können zu einem frühen Verschleiß im Kniegelenk (Kniearthrose) führen.

Arthrofibrose

Meist entsteht eine Arthrofibrose als Komplikation nach einer Verletzung oder Operation. Symptome sind starke Schmerzen an Gelenken und eingeschränkte Beweglichkeit. Eine Arthrofibrose ist eine überschießende Narbenbildung in einem der großen Gelenke, zum Beispiel am Knie. Sie tritt als häufige, aber kaum bekannte Komplikation nach einer Operation oder Verletzung am Gelenk auf.

Behandlung der Arthrofibrose

Entwickelt sich nach einer Operation eine Arthrofibrose, ist Eile geboten. Denn frühzeitig erkannt, besteht die Chance, die Beweglichkeit und Belastbarkeit ohne Operation wiederherzustellen. Dabei ist die konservative Therapie eine Gratwanderung. Ziel ist es, den Körper dabei zu unterstützen, das überschüssige Gewebe abzubauen. Halten die Beschwerden jedoch weiter an, kann eine Arthrolyse das Gelenk wieder beweglicher machen.

Meniskusläsionen

Meniskusläsionen sind strukturelle Schäden der Meniskussubstanz, welche die Funktion der Menisken in unterschiedlichem Ausmaß beeinflussen. Meniskusläsionen können nach Ätiologie, Lokalisation, Typ und Stabilität klassifiziert werden. Akute (traumatische) Meniskusverletzungen (alternativ Meniskusrisse) sind mit einem adäquaten Trauma des Kniegelenks und mit plötzlich auftretenden Schmerzen verbunden. Degenerative Meniskusschäden sind eine Verschleißerkrankung und zeichnen sich durch eine eher langsam progrediente Symptomatik aus.

Behandlung von Meniskusläsionen

Die Meniskuschirurgie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Paradigmenwechsel durchlaufen. Dabei gilt der Grundsatz „Save the mensicus“ mit dem Ziel, möglichst viel funktionales Meniskusgewebe zu erhalten.

Anhaltende Schmerzen nach Knieprothese (Knie-TEP)

Gerade im Bereich des Kniegelenks sind bei vielen PatientInnen auch nach einem Gelenkersatz die Beschwerden teilweise lang anhaltend. Diese können z.B. beim Treppensteigen oder auch Nachts auftreten. Es gibt eine Vielzahl von möglichen Ursachen, die jedoch teilweise sehr einfach und gut zu therapieren sind. Oftmals liegt die Ursache für die Schmerzen nicht direkt im Gelenk selbst.

Was tun bei anhaltenden Schmerzen nach Knie-TEP?

Zunächst sollten Sie Ihren Operateur auf die Problematik ansprechen. Falls dies zu keiner guten Lösung führt, suchen Sie einen Experten für Gelenkersatz auf. In der Regel ist dies ein(e) operativ tätige(r) Orthopäde(in). Diese(r) sollte jedoch Operateur in einem offiziell zertifizierten Endoprothesenzentrum sein.

Prävention

Um einem Knacken im Knie vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Regelmäßige Bewegung: Um die Gelenkschmiere zu fördern und die Muskulatur zu stärken.
  • Vermeidung von Übergewicht: Um die Belastung des Kniegelenks zu reduzieren.
  • Ausgewogene Ernährung: Um den Knorpel gesund zu erhalten.
  • Vermeidung von Überlastung: Insbesondere bei sportlichen Aktivitäten.
  • Dehnübungen: Um die Beweglichkeit des Kniegelenks zu erhalten.

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