Eingeklemmter Nerv und seine Auswirkungen auf die Augen

Ein eingeklemmter Nerv kann vielfältige Beschwerden verursachen, die sich nicht nur auf den unmittelbaren Bereich des Nervs beschränken. In manchen Fällen können auch die Augen betroffen sein, was zu Sehstörungen und anderen unangenehmen Symptomen führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Zusammenhänge zwischen einem eingeklemmten Nerv und seinen Auswirkungen auf die Augen, um ein besseres Verständnis für diese oft übersehene Verbindung zu schaffen.

Gesichtslähmung und ihre Ursachen

Eine Gesichtslähmung, auch Fazialisparese genannt, kann durch eine Störung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) verursacht werden. Dieser Nerv steuert die meisten Gesichtsmuskeln und ist somit für die Mimik verantwortlich. Er ermöglicht uns zu lachen, zu zwinkern, zu pfeifen oder Grimassen zu schneiden. Darüber hinaus reguliert er die Funktion der Nasenschleimhaut-, Speichel- sowie Tränendrüsen und ermöglicht das Schmecken im vorderen Zungenbereich.

Zentrale und periphere Lähmung

Man unterscheidet zwischen zentraler und peripherer Gesichtslähmung. Bei der peripheren Lähmung ist der Nerv selbst an irgendeiner Stelle seines Verlaufs gestört. Betroffene können meist die komplette Gesichtshälfte inklusive Stirn und Augen nicht mehr bewegen. Bei einer zentralen Lähmung ist der Gehirnbereich gestört, der die Impulse an den Gesichtsnerv sendet. In diesem Fall können die Betroffenen ihre Stirn noch runzeln.

Ursachen einer Gesichtslähmung

Die Ursachen für eine Gesichtslähmung können vielfältig sein. Häufig tritt sie spontan und ohne erkennbaren Auslöser auf (Bell‘sche Lähmung). Als ursächliche Faktoren hierfür werden wiederkehrende (reaktivierte) Herpes-simplex-Virusinfektionen und Autoimmunreaktionen diskutiert. Seltener tritt eine Fazialisparese als Folge von infektiösen oder entzündlichen Erkrankungen, einer direkten Nervenverletzung, eines Tumors oder eines Schlaganfalls auf.

Symptome einer Gesichtslähmung

Je nach Ausprägung kann das Auge nicht mehr geschlossen werden und der Mundwinkel hängt herab. Die Folge: Das Auge trocknet aus, Sprechen und Nahrungsaufnahme fallen schwer und die Mimik ist gestört.

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Diagnose einer Gesichtslähmung

Oft kann der Arzt eine halbseitige Gesichtslähmung schon auf den ersten Blick erkennen: Der Mundwinkel auf der betroffenen Seite hängt herab, das Augenlid lässt sich nicht vollständig oder gar nicht schließen (Lagophtalmus), aufgrund der gelähmten Gesichtsmuskeln ist die Sprache verwaschen und schwer verständlich. Oft fließt auch Speichel aus dem Mundwinkel.

Der Atlaswirbel und seine Auswirkungen auf das Sehvermögen

Der Atlaswirbel, auch C1 genannt, ist der erste Wirbel unserer Wirbelsäule und hat eine einzigartige Struktur, die es ihm ermöglicht, den Kopf zu tragen und eine Vielzahl von Bewegungen des Nackens zu ermöglichen. Die korrekte Ausrichtung des Atlaswirbels ist entscheidend für den einen gesunden Gleichgewichtssinn und eine optimale Funktion des Nervensystems.

Fehlstellungen des Atlaswirbels und Sehstörungen

Die Verbindung zwischen Fehlstellungen des Atlaswirbels und Sehstörungen beruht auf der Tatsache, dass der Atlaswirbel über Nervenbahnen mit verschiedenen Teilen des Körpers, einschließlich der Augen, verbunden ist. Eine Fehlstellung des Atlaswirbels kann zu einer Beeinträchtigung der Durchblutung und Nervenversorgung der Augen führen. Dies kann zu verschwommenem Sehen führen.

Osteopathie als Behandlungsmethode

Die Osteopathie kann eine effektive Methode sein, um Fehlstellungen des Atlaswirbels zu korrigieren und Sehstörungen zu behandeln. Hierbei handelt es sich um eine manuell ausgeübte Therapie, bei der ausschließlich mit den Händen untersucht wird. Diese Techniken können dabei helfen, den Atlaswirbel zu mobilisieren und die normale Funktion wiederherzustellen. Sie sollen dazu beitragen, die Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken zu verbessern.

HWS-Syndrom und Sehstörungen

Das sogenannte Halswirbelsäulensyndrom (HWS) kann zu Sehstörungen in Form von Flimmern führen. Hinter Sehstörungen als Auswirkung des Zervikalsyndroms steckt die Tatsache, dass womöglich Nerven eingeklemmt sind und die Durchblutung gehemmt ist. Fehlt es im Augenbereich an Durchblutung, kann das ungeliebte Flimmern entstehen.

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Physiotherapie bei HWS-bedingten Sehstörungen

Durch gezielte Übungen zur Mobilisierung, Stärkung und Dehnung der Nackenmuskulatur kann die Physiotherapie dazu beitragen, die HWS zu stabilisieren, die Beweglichkeit zu verbessern und die Symptome von Sehstörungen zu lindern. Mobilisierungsübungen sind entscheidend, um die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu verbessern und Steifheit zu reduzieren. Kräftigungsübungen für die Nackenmuskulatur sind wichtig, um die HWS zu stabilisieren und die Belastbarkeit der Muskeln zu erhöhen. Dehnübungen sind entscheidend, um verspannte Muskeln im Nackenbereich zu entlasten und die Flexibilität zu verbessern. Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sind wichtig, um die Stabilität der HWS zu verbessern und das Risiko von Verletzungen zu reduzieren.

Occipitalis-Neuralgie und Augenschmerzen

Bei der Occipitalis-Neuralgie kommt es durch Irritationen oder Reizung eines der beiden Hinterhauptnerven (Occipitalnerven, Nervus occipitalis major und Nervus occiptalis minor) zu scharfen, einschießenden und stechenden Schmerzen im Bereich von Hinterhaupt (Os occipitale) und Nacken. Manchmal strahlt der Schmerz auch in Richtung Auge aus.

Ursachen einer Occipitalis-Neuralgie

Die Ursachen einer Occipitalis-Neuralgie sind vielfältig. So können die Nervenwurzeln, aus denen die Hinterhauptnerven hervorgehen, durch arthrotische Veränderungen an der Halswirbelsäule (Spondylarthrose) eingeengt werden. Weitere Ursachen sind Verletzungen der Nerven, Tumoren im Bereich des Nervens oder Infektionen. Manchmal wird der Nerv in seinem Verlauf auch durch benachbarte Arterien komprimiert und geschädigt.

Behandlung einer Occipitalis-Neuralgie

Therapeutisch wird dann eine lokale Nervenblockade empfohlen. Bei starken Beschwerden und einem nachgewiesenen Gefäß-Nerv-Kontakt kann eine mikrochirurgische Operation zur Entlastung des Nerven (Neurolyse) helfen.

Augenbeschwerden und Verspannungen

Schmerzen, Spannungs- und Druckgefühle an oder um die Augen sind sehr verbreitet, vor allem bei Bildschirmarbeiten. Diese Spannungs- und Druckgefühle an den Augen sind auf Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien rund um die Augen zurück zu führen. Sie sind gewöhnlich mit einer Nackenverspannung und einer Verspannung in der Kopfhaut verbunden bzw. in der darunterliegenden Kopffaszie mit dem einstrahlenden Kopf-Muskel (dem "Skalp").

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Pohltherapie® bei Augenbeschwerden

In der Pohltherapie® behandeln wir bei Schmerz hinter den Augen primär den Splenius-Capitis-Muskel. Zusätzlich behandeln wir alle Muskel- und Bindegewebspartien, die bei Kopfschmerzen und bei Nackenschmerzen verspannt sind.

Augenallergien und Verspannungen

Erfahrungsgemäß sind Augenallergien wie auch Heuschnupfen eine weitere Variation der Überempfindlichkeit, die sich bei Verspannungen vor allem des Bindegewebes entwickeln können. In der Pohltherapie® verfahren wir bei Augenallergien - egal durch welches Allergen sie ausgelöst werden - mit der speziellen Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Haut und Unterhaut.

Müde Augen und Verspannungen

Bei Patienten mit chronischer Müdigkeit kommt die Müdigkeitsempfindung aus dem Bindegewebe / Faszien rings um die Augen, vor allem am Oberlid. Die Dauerspannung in dieser Gegend bewirkt, dass die Augen zugehen möchten. Wir behandeln bei müden Augen als erstes das Bindegewebe / Faszien in der Augengegend. Anschließend behandeln wir die Verspannungen, mit denen die angespannte Augenpartie in Verbindung steht.

Trockene oder tränende Augen und Verspannungen

Verspannungen in Muskulatur und Bindegewebe / Faszien rund um die Augen können bewirken, dass die Funktion der Tränendrüse beeinträchtigt ist - in die eine oder die andere Richtung. Genau in der Gegend der Tränendrüse beginnen wir in der Pohltherapie® die Behandlung von trockenen oder tränenden Augen. Anschließend stellen wir fest, wo es rings ums Auge sonst noch Verspannungen gibt und behandeln diese.

Verschwommenes Sehen und Verspannungen

Verschwommenes Sehen entsteht häufig durch ständiges Starren im immer gleichen Abstand, z.B. auf den Bildschirm. Es mangelt dem Auge an Bewegung. Da auch der Nacken bei unbeweglichen Augen starr wird und der ganze Kopf angespannt ist, ist verschwommenes, unklares Sehen eine Augenbeschwerde, die häufig zusammen mit Kopfschmerzen und anderen Kopf-Missempfindungen auftritt.

Doppelbilder und Verspannungen

Wenn organische Ursachen von Doppelbildern fachärztlich abgeklärt sind, kann das Sehen von Doppelbildern auf Verspannung der äußeren Augenmuskeln an einem Auge zurückzuführen sein. Dadurch bewegt sich das betroffene Auge nicht ausreichend nach links oder rechts (je nach dem welcher Muskel betroffen ist), so dass Schielen und unterschiedliche Bilder von beiden Augen entstehen.

Zuckende Augenlider und Verspannungen

Unwillkürliche Zuckungen im Gesicht treten am häufigsten als Blinzeltick an den Augenschließmuskeln auf, meist einseitig. Lidkrampf oder Blepharospasmus ist ein Verwandter des Blinzelticks. Auch hier geht es um eine zu hohe Spannung im Augenschließmuskel. In der Pohltherapie® behandeln wir Blinzelticks und Lidkrämpfe zunächst an Ort und Stelle und forschen dann nach den Zusammenhängen. Mit den manuellen Methoden lässt sich die verstärkte Grundspannung in den Augenlidern wieder beseitigen, und zwar nicht nur vorübergehend sondern dauerhaft.

Augenbewegung und Psyche

Es gibt eine wechselseitige Abhängigkeit von Augenbewegung und Psyche: starre Augen bewirken schlechte Stimmung und umgekehrt. Starre Augen bewirken starres Denken und umgekehrt. Sind wir munter und zugewandt, sind die Augen in lebhafter und vielfältiger Bewegung. Sind sie starr, sind wir eher ängstlich, motivationslos und deprimiert. Die Beweglichkeit unserer Augen wiederum hängt vom Spannungsgrad in Muskeln und Bindegewebe / Faszien der Augenumgebung ab.

Neuropathie und Hornhautuntersuchung

Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems. Mit der Untersuchung der Hornhaut wählen Forscherinnen und Forscher einen neuen, innovativen Ansatz: »Die Nervenfaserdichte ist in der Cornea am höchsten. Die Hornhaut gibt ein repräsentatives Bild des peripheren Nervensystems wieder«, sagt PD Dr. Marco Sisignano, Wissenschaftler. Parameter wie Nervenfaserdichte und -länge, aber auch der Grad der Verzweigung lassen sich mikroskopisch über die Cornea erfassen. Stark verkürzte Fasern und geringe Verzweigungen etwa lassen Rückschlüsse auf drohende neuropathische Erkrankungen zu, noch bevor die Patienten über Beschwerden klagen.

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