Kopfschmerzen im Stirnbereich können sehr unterschiedlich sein und verschiedene Ursachen haben. Sie können als dumpfer Druck, pochender Schmerz oder stechend empfunden werden und sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten. Die Ursachen reichen von harmlosen Verspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Ursachen von Kopfschmerzen im Stirnbereich, ihre Symptome und die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten.
Einführung
Kopfschmerzen an der Stirn können unangenehm, schmerzhaft und ablenkend sein. Sie können es schwer machen, sich auf den Tag zu konzentrieren. Die Symptome von Kopfschmerzen im Bereich der Stirn äußern sich unterschiedlich: Sie ziehen, stechen, pochen, pulsieren oder sie fühlen sich dumpf drückend an. Es ist möglich, dass die Kopfschmerzen an der Stirn anfallsartig oder über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten. Beidseitige sowie einseitige Kopfschmerzen, die sich auf eine Stirnhälfte konzentrieren, sind möglich. Oftmals beginnt der Schmerz im Nacken und breitet sich über die Schädeldecke in Richtung Stirn aus.
Häufige Ursachen von Stirnkopfschmerzen
1. Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerz ist eine der häufigsten Kopfschmerzarten in Deutschland. Es handelt sich um dumpf-drückende beidseitige Kopfschmerzen, die auch den Hinterkopf, Schläfen, Stirn und den Bereich um die Augen betreffen können. Bei Spannungskopfschmerzen klagen die Betroffenen über leichte bis mittelstarke Schmerzen, die meist an beiden Seiten des Kopfes liegen. Sie strahlen vom Hinterkopf und den Schläfen zur Stirn und oft auch hinter die Augen aus. Typisch ist ein dumpfer Druck am Kopf, der nicht pulsiert. Einige Patienten haben zudem leichte Empfindlichkeit gegen Lärm oder Licht.
Auslöser für einen Spannungskopfschmerz können Stressbelastung, wenig Schlaf, Bewegungsmangel, das Auslassen von Mahlzeiten oder Pausen und eine geringe Trinkmenge sein. Nur sehr selten steckt eine andere Erkrankung als Auslöser hinter den Kopfschmerzen. Dies können zum Beispiel fieberhafte Infekte, Erkältungen und Erkrankungen der Nasennebenhöhlen ein Infekt sein, aber auch Entzündungen und sehr selten ein Hirntumor. Bei Frauen gibt es, wie auch bei der Migräne bekannt, eine Assoziation mit der Periode und den Hormonumstellungen in der Schwangerschaft.
2. Migräne
Eine weitere Ursache für Kopfschmerzen hinter der Stirn kann eine Migräne sein. Hier zeigt sich der Schmerz häufig pochend und pulsierend. Der Verlauf kann chronisch werden. Die Schmerzen können anfallartig auftreten. Die Intensität kann von mittelschwer bis hin zu stark reichen. Die Begleiterscheinungen sind vielseitig. Mit einer Migräne gehen oft eine Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Gerüchen einher. Dazu können Schwindel und Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit kommen.
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Bei einer Migräne können sich die Kopfschmerzen in der Stirn steigern. Einige Patienten leiden zusätzlich unter einer Aura. Die Sehstörungen können unterschiedlich ausfallen. Es ist möglich, dass sich ein Flimmern im Gesichtsfeld bildet, Betroffene Linien oder Flecken sehen. Dabei wird auch von einer Augenmigräne gesprochen.
3. Cluster-Kopfschmerzen
Insbesondere bei Cluster-Kopfschmerzen liegt der Hauptschmerz im Bereich hinter den Augen und in der Stirn- und Schläfenregion. Der Schmerz tritt meist im Bereich des Auges auf und strahlt auf die dazugehörige Stirn bzw. Cluster-Kopfschmerzen treten immer einseitig auf, meistens im Bereich der Schläfe oder des Auges. Die Attacken treten phasenweise auf. Cluster-Kopfschmerzen unterscheiden sich von anderen Kopfschmerzen durch Begleitsymptome wie Augentränen, eine laufende Nase oder ein leicht hängendes Augenlid.
Bei Cluster-Kopfschmerzen bauen sich in kurzer Zeit bohrende, stechende oder brennende Schmerzen im Bereich eines Auges auf. Die Schmerzen sind sehr stark und können auch um die Schläfe und die angrenzende Stirnpartie auftreten. Manche Menschen sagen, der Schmerz fühle sich an, als würde ein Nagel durch das Auge stechen.
4. Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
Eine akute Rhinosinusitis wird meist von Kopfschmerzen begleitet, die je nach Befall unterschiedlich lokalisiert sein können: hinter der Stirn bei Befall der Stirnhöhle, der Siebbeinzellen und der Kieferhöhle. Zu den Nasennebenhöhlen werden auch die beiden Stirnhöhlen, die Kieferhöhlen, die Keilbeinhöhlen und die Siebbeinzellen gezählt. Die Nasennebenhöhlen können komplett entzündet sein oder aber nur einzelne Höhlen. Abhängig davon, welcher Teil sich entzündet hat, wird der Begriff „Sinusitis“ weiter konkretisiert: Sinusitis maxillaris (Entzündung der Kieferhöhlen), Sinusitis frontalis (Entzündung der Stirnhöhlen), Sinusitis ethmoidalis (Entzündung der Siebbeinzellen) und Sinusitis sphenoidalis (Entzündung der Keilbeinhöhlen).
Eine Stirnhöhlenentzündung äußert sich beispielsweise durch pulsierende oder bohrende Kopfschmerzen, die direkt hinter der betroffenen Stirnseite lokalisiert sind. Bei einer Erkältung spüren Sie meist Kopfschmerzen in Schläfen und Stirn, oft auch zwischen den Augenbrauen. Denn die Nasennebenhöhlen, vor allem die Stirnhöhlen, sind dann oft entzündet. Das Nasensekret kann nicht mehr abfließen, was Druck verursacht. Wenn Sie sich nach vorne beugen, wird es noch schlimmer. Auch die Augen schmerzen.
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5. Weitere Ursachen
- Verspannungen: Viele Menschen haben im Alltag ein erhöhtes Stresslevel. Dies kann bedingen, dass die Muskeln deutlich angespannter sind. Betroffen sind häufig vor allem der Hals, der Nacken, die Schultern und auch der obere Rücken. Schmerzen hinter Stirn können Verspannungen als Ursache haben. Die Charakteristik kann hier dadurch gekennzeichnet sein, dass die Schmerzen sich dumpf und drückend anfühlen. Einige Betroffene beschreiben auch, dass sie sehr ziehend sind und es sich anfühlt, als wäre der Kopf in einer Schraubzwinge gefangen.
- Gefäßdissektion: Hierbei handelt es sich um einen Riss, der sich in einer Gefäßwand befindet. Betroffen ist beispielsweise die Halsschlagader. In diesem Fall wird von einer Karotisdissektion gesprochen. Möglich ist in dem Zusammenhang ein Kopfschmerz, der sich schnell an den Schläfen oder in den Augenhöhlen ausbreitet.
- Zähne: Es ist möglich, dass die Kopfschmerzen hinter der Stirn durch Probleme mit den Zähnen oder dem Kiefer ausgelöst werden.
- Bluthochdruck: Ebenfalls möglich ist es, dass Bluthochdruck zu den Kopfschmerzen hinter der Stirn führt. Auch wenn es sich hierbei um ein eher seltenes Szenario handelt, sollte bei einer Untersuchung immer abgeklärt werden, ob Bluthochdruck vorliegt.
- Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen können ebenfalls starke Auswirkungen auf den Körper haben. Es ist möglich, dass sie auch verstärkt zu Kopfschmerzen im frontalen Bereich führen. Treten diese also recht plötzlich auf, sollte geprüft werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt.
- Trigeminusneuralgie: Grund für einen einseitigen Kopfschmerz kann auch eine sogenannte Trigeminusneuralgie sein. Dabei handelt es sich um starke und anfallsartig einschießende Schmerzen am Trigeminusnerv. Dieser Nerv verzweigt sich in die Augen-, Ober- und Unterkieferbereiche des Gesichts. Der Schmerz bleibt stets auf einer Seite des Kopfes. Allerdings spricht man im Zusammenhang mit einer Trigeminusneuralgie vornehmlich von Schmerzen im Gesicht, als von klassischen Kopfschmerzen.
- Augenprobleme: Nicht nur trigeminoautonome Kopfschmerzarten führen zu Kopfschmerzen an der Stirn mit Augenbeteiligung. Auch negative Einflüsse auf das Auge oder eine Augenerkrankung können Kopfschmerzen auslösen. Unkorrigierten bzw.
Diagnose von Stirnkopfschmerzen
Im ersten Schritt wird der Arzt einige Nachfragen stellen. Dazu gehört, seit wann die Kopfschmerzen auftreten, wann sie auftreten und wie sie sich äußern. Zudem wird nach familiären Vorerkrankungen oder Vorbelastungen gefragt. Nach dem Abschluss der Anamnese erfolgt die Untersuchung. Je nach Fall kann eine Blutabnahme sinnvoll sein, um zu schauen, ob es Entzündungen gibt, die einen Auslöser darstellen könnten.
Eine MRT-Untersuchung vom Kopf kann eine wertvolle Methode sein, um die genaue Ursache der Kopfschmerzen zu ermitteln. Mit dieser bildgebenden Technik können Strukturen im Gehirn detailliert dargestellt werden, was unseren Ärzten hilft, mögliche Anomalien oder Erkrankungen zu identifizieren, die die Schmerzen verursachen könnten.
Behandlungsmöglichkeiten
1. Medikamentöse Behandlung
- Schmerzmittel: Wenn sich Schmerzen hinter der Stirn zeigen, können Kopfschmerztabletten eingesetzt werden. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Schmerzen im Kopf nachlassen. Bei sehr starken und häufig wiederkehrenden Kopfschmerzen sollte zügig ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Fall kann es notwendig sein, dass nach der Untersuchung und Stellung einer Diagnose andere Schmerzmittel verschrieben werden. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Akuttherapie.
- Triptane: Gegen chronische Migräne könnte Ihr Arzt ein Triptan verschreiben.
- Prophylaktische Medikamente: Wenn das nicht hilft, kann mit Medikamenten eine Kopfschmerzprophylaxe begonnen werden. Dazu wird beim Spannungskopfschmerz vor allem der Wirkstoff Amitriptylin eingesetzt, der bei regelmäßiger Einnahme die Kopfschmerzhäufigkeit reduziert. Der Effekt tritt, anders als bei den üblichen Schmerzmitteln, erst nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme auf. Zusätzlich gibt es Medikamente, die sich zur Prophylaxe empfehlen, z.B. Betablocker, Flunarizin, Valproat, Topiramat, Propranolol bzw.
2. Nicht-medikamentöse Behandlung
- Entspannungstechniken: Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können körperliche Übungen für die Entspannung der Muskeln sorgen. Entspannungstechniken wie tiefes Atmen, Yoga und Massage können helfen, Spannungs- und Stresskopfschmerzen zu reduzieren.
- Verhaltenstherapie: Manchmal ist eine Verhaltenstherapie oder eine sogenannte multimodale Schmerztherapie angebracht. Das gilt besonders für sehr häufige Spannungskopfschmerzen mit starker Einschränkung im Alltag oder wenn man oft weitere Kopfschmerzen wie Migräne hat. Die Verhaltenstherapie hilft, Auslöser für den Kopfschmerz zu erkennen und vermeiden.
- Multimodale Schmerztherapie: Eine multimodale Kopfschmerztherapie kombiniert ausführliche Information über die Erkrankung mit Bewegung, Entspannungstechniken und Behandlung mit Medikamenten.
- Pfefferminzöl: Etwas Pfefferminzöl an den Schläfen oder im Nacken kann ebenfalls lindernd auf die Spannungskopfschmerzen wirken. Bei Kopfschmerzen an Stirn und Schläfe können Hausmittel wie Pfefferminzöl Linderung bringen.
- Kälteanwendung: Manchem Betroffenen, der nach langem Sitzen am Schreibtisch der Kopf wehtut, hilft aber auch eine Kälteanwendung. Probieren Sie mal aus, ob Ihnen ein kalter Waschlappen, auf Stirn oder Schläfen gelegt, bei Spannungskopfschmerzen Linderung bringt.
- Ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes: Müssen Sie viel am Schreibtisch sitzen? Dann überprüfen Sie, ob Tisch, Stuhl und Computer ergonomisch eingestellt sind. Falls nicht, könnte dies Verspannung verursachen. Das gilt auch fürs Smartphone. Nutzen Sie Kopfhörer, wenn Sie telefonieren. Am Arbeitsplatz sollten Sie darauf achten, dass die Höhe von Schreibtisch, Stuhl und Computer richtig eingestellt ist.
3. Hausmittel bei Sinusitis
Eine leichte Stirnhöhlenentzündung lässt sich in der Regel mit geeigneten Mitteln auch ohne Arztbesuch behandeln. Hier können Ihnen rezeptfreie Arzneimittel und Hausmittel dabei helfen, den festsitzenden Schleim zu lösen. Verschiedene Pflanzen und ätherische Öle begünstigen die Schleimlösung, ermöglichen den Abtransport des Sekrets und wirken entzündungshemmend oder durchblutungsfördernd. Bei einer Stirnhöhlenentzündung werden unter anderem Tees, Dampfbäder, Inhalationen sowie pflanzliche Arzneimittel angewendet. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auf eine gute Belüftung und eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu achten, in denen Sie sich aufhalten und stickige Luft oder Zigarettenrauch zu vermeiden.
Präventive Maßnahmen
Um Kopfschmerzen an der Stirn vorzubeugen, gibt es verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können. Es ist auch wichtig, ein regelmäßiges Essmuster beizubehalten, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und so Hungerkopfschmerzen zu vermeiden. Die Überwachung des Blutdrucks ist ebenfalls entscheidend, da ein hoher Blutdruck zu Kopfschmerzen führen kann. Das Trinken von ausreichend Wasser kann Dehydration verhindern, die ebenfalls Kopfschmerzen verursachen kann.
- Stressmanagement: weniger Stressbelastung bzw. Wenn Lebensmittel die Trigger für Ihre Beschwerden sind, versuchen Sie, darauf zu verzichten.
- Regelmäßiger Schlaf: Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu schlafen.
- Bewegung: Menschen, die eine Arbeit im Sitzen oder im Stehen haben und keinen körperlichen Ausgleich schaffen, leiden häufiger unter frontalen Kopfschmerzen.
- Kopfschmerztagebuch: Ein Kopfschmerztagebuch kann Ihnen helfen, Auslöser für Ihre Attacken zu finden. Dabei kann im Vorfeld ein KopfschmerzkalenderÖffnet in neuem Tab oder eine Handy-AppÖffnet in neuem Tab helfen. Apps können auch hilfreiche Tipps zum Umgang mit dem Schmerz geben und warnen, wenn man an mehr als zehn Tagen im Monat Kopfschmerzmedikamente eingenommen hat.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wichtig zu wissen: Wenn Ihre Stirnschmerzen anhalten oder Ihre täglichen Aktivitäten beeinträchtigen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ein plötzlicher, intensiver Stirnschmerz kann auch eine Notfallbehandlung erfordern. Treten die Kopfschmerzen häufiger auf, zeigt sich eine Regelmäßigkeit oder lassen sie nicht mehr nach, sollte eine medizinische Untersuchung durchgeführt werden. Zu einem akuten Fall werden die frontalen Kopfschmerzen dann, wenn zusätzliche Begleitsymptome zum Beispiel Erbrechen, Fieber oder Nackenschmerzen sind.
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Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn die Schmerzen von Fieber, Sehstörungen, Sprachproblemen oder starker Übelkeit begleitet werden. Auch wenn die Kopfschmerzen nach einem Unfall auftreten oder völlig anders sind als gewöhnlich, ist eine Untersuchung wichtig. Diese Warnsignale erfordern eine sofortige ärztliche Untersuchung:
- erstmaliges Auftreten sehr intensiver oder häufiger stechender Kopfschmerzen nach dem 50. Lebensjahr
- zusätzliche Symptome wie Fieber, Übelkeit, Sehstörungen oder Nackensteifigkeit
- Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- plötzliche, sehr starke Schmerzen („wie ein Donnerschlag”)
- Bewusstseinsstörungen oder neurologische Ausfälle
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