Kopfschmerztabletten und Epilepsie: Wechselwirkungen und Besonderheiten

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch übermäßige Erregungen der Nervenzellen im Gehirn. Kopfschmerzen sind ein häufiges Begleitsymptom bei Epilepsie, sowohl während als auch zwischen den Anfällen. Die Behandlung von Kopfschmerzen bei Epilepsie-Patienten erfordert besondere Aufmerksamkeit, da es zu Wechselwirkungen zwischen Kopfschmerzmitteln und Antiepileptika kommen kann.

Topiramat: Ein Antiepileptikum mit Migräne-vorbeugender Wirkung

Topiramat ist ein Antiepileptikum, das zur Behandlung verschiedener Formen von Epilepsie eingesetzt wird, einschließlich fokaler Anfälle und des Lennox-Gastaut-Syndroms. Darüber hinaus kann es bei Erwachsenen zur Vorbeugung von Migräne-Kopfschmerzen eingesetzt werden, wenn Betablocker nicht wirken oder nicht vertragen werden.

Wirkungsweise von Topiramat

Topiramat verfügt über einen komplexen Wirkmechanismus, der noch nicht vollständig geklärt ist. Es blockiert spannungsabhängige Natrium- und Kalziumkanäle im Gehirn sowie Rezeptoren für Glutamat. Zusätzlich aktiviert der Wirkstoff den GABA-A-Rezeptor. Dadurch hebt Topiramat die Reizschwelle der Nervenzellen an, sodass sie nicht so leicht erregt werden. In Summe resultiert hieraus die antiepileptische und Migräne-vorbeugende Wirkung.

Anwendung von Topiramat

Die Therapie mit Topiramat wird "eingeschlichen", d.h., man beginnt mit einer niedrigen Dosis und steigert diese dann langsam, bis die gewünschte Wirkung einsetzt. Zur Epilepsie-Behandlung erhalten Erwachsene zu Beginn meist ein- bis zweimal täglich 25 Milligramm. Nach einer Woche wird dann wöchentlich die Dosis um 25 bis 50 Milligramm bis zum Erreichen der Erhaltungsdosis erhöht. Die Erhaltungsdosis bei Monotherapie liegt bei 100 bis 500 Milligramm pro Tag, verteilt auf zwei Einzelgaben. Bei Kombinationstherapie nehmen Erwachsene 200 bis 400 Milligramm Topiramat ein. Bei Kindern wird die Dosierung an das Körpergewicht angepasst. Zur Vorbeugung von Migräne nehmen Patienten in der ersten Woche täglich 25 Milligramm Topiramat ein. Dann wird die Dosis bei Bedarf wöchentlich um 25 Milligramm bis zum Erreichen der Erhaltungsdosis erhöht. Diese beträgt 25 bis 100 Milligramm pro Tag.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Topiramat

Zu den wichtigsten Nebenwirkungen von Topiramat zählen Schwindel, Müdigkeit, psychomotorische Verlangsamung, Nervosität, Missempfindungen, Gewichtsabnahme, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie Sprechstörungen. Auch Verwirrtheit, Depressionen, Psychosen und Zittern können auftreten. Außerdem ist das Risiko für Nierensteine erhöht.

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Carbamazepin und Phenytoin (krampflösende Mittel gegen Epilepsie) können den Blutspiegel von Topiramat und damit seine Wirkung verringern. Umgekehrt kann sein Blutspiegel durch das harntreibende Mittel Hydrochlorothiazid gesenkt werden. Topiramat kann den Blutspiegel von gleichzeitig eingenommenen Wirkstoffen entweder erhöhen (wie beim Krampflöser Phenytoin und dem Blutzuckersenker Metformin) oder senken (wie beim Herzmittel Digoxin und beim Blutzuckersenker Pioglitazon). Die Wirkung von Verhütungspillen, die das künstliche Östrogen Ethinylestradiol enthalten, sowie die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamenten aus der Gruppe der Vitamin K Antagonisten (wie Warfarin, Phenprocoumon) kann durch Topiramat abgeschwächt werden. Topiramat erhöht das Nierensteinrisiko. Werden gleichzeitig noch andere Medikamente mit dieser Nebenwirkung angewendet, erhöht sich dieses Risiko noch weiter.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Topiramat

Topiramat darf während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden (außer bei sonst nicht behandelbaren Epilepsien), da es das Risiko für angeborene Fehlbildungen beim Kind erhöhen kann. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Topiramat eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. In der Stillzeit sollten Mütter auf mögliche Beschwerden des Neugeborenen achten, da Topiramat in die Muttermilch übergeht.

Ibuprofen: Ein Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung

Ibuprofen ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR), das entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzstillend wirkt. Es wird zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Schmerzen eingesetzt, wie z. B. Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und Schmerzen bei Erkältungen.

Wirkungsweise von Ibuprofen

Ibuprofen hemmt die Cyclooxygenasen (COX-1 und COX-2), Enzyme, die für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich sind. Prostaglandine sind Gewebshormone, die an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt sind.

Anwendung von Ibuprofen

Die Dosierung von Ibuprofen richtet sich nach der Art und Schwere der Erkrankung. Die übliche Tagesdosis für Erwachsene beträgt 1.200 bis 2.400 Milligramm, verteilt auf mehrere Einnahmen. Bei Fieber sollte Ibuprofen nicht länger als 3 Tage und bei Schmerzen nicht länger als 4 Tage eingenommen werden, ohne ärztlichen Rat einzuholen.

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Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Ibuprofen

Ibuprofen kann zu verschiedenen Nebenwirkungen führen, insbesondere Magen-Darm-Beschwerden, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung. In seltenen Fällen kann es zu Magen-Darm-Blutungen kommen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Hautausschlag.

Ibuprofen kann die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z. B. Acetylsalicylsäure, Warfarin) verstärken. Es kann auch die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten (z. B. ACE-Hemmer, Betablocker) abschwächen. Die gleichzeitige Einnahme von Ibuprofen und Lithium oder Digoxin kann die Konzentration dieser Wirkstoffe im Körper erhöhen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Ibuprofen

Ibuprofen sollte nicht eingenommen werden bei akuten Blutungen, schweren Flüssigkeitsmangel, schweren Herzerkrankungen oder im letzten Schwangerschaftsdrittel. Schwangere im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel sollten vor der Einnahme von Ibuprofen Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Thomapyrin Intensiv: Ein Kombinationspräparat gegen Kopfschmerzen

Thomapyrin Intensiv ist ein Kombinationspräparat, das die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein enthält. Es wird zur akuten Behandlung von leichten bis mäßig starken Kopfschmerzen bei Migräneanfällen und Spannungskopfschmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet.

Wirkungsweise von Thomapyrin Intensiv

Acetylsalicylsäure und Paracetamol wirken schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Coffein verstärkt die schmerzstillende Wirkung und verkürzt die Zeit bis zum Wirkungseintritt.

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Anwendung von Thomapyrin Intensiv

Die übliche Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren beträgt 1 bis 2 Tabletten als Einzeldosis. Die maximale Dosis beträgt 6 Tabletten pro Tag. Thomapyrin Intensiv sollte ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 bis 4 Tage eingenommen werden.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Thomapyrin Intensiv

Thomapyrin Intensiv kann zu verschiedenen Nebenwirkungen führen, insbesondere Magen-Darm-Beschwerden, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und Durchfall. In seltenen Fällen kann es zu Magen-Darm-Blutungen kommen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Nervosität und Herzrasen.

Acetylsalicylsäure verstärkt die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Medikamenten und erhöht das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und Blutungen. Paracetamol kann bei gleichzeitiger Einnahme von leberschädigenden Arzneimitteln zu Leberschäden führen. Coffein kann die Wirkung von dämpfenden Substanzen vermindern und die herzschlagbeschleunigenden Wirkungen von Sympathomimetika verstärken.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Thomapyrin Intensiv

Thomapyrin Intensiv darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Coffein, Blutungen im Magen- und Darmbereich, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, krankhaft erhöhter Blutungsneigung, Leber- und Nierenversagen, schwerer Herzinsuffizienz, gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat in hoher Dosierung, im letzten Schwangerschaftsdrittel und von Kindern unter 12 Jahren. Während der Anwendung von Thomapyrin Intensiv sollte möglichst kein Alkohol getrunken werden.

Kopfschmerzen bei Epilepsie: Besondere Überlegungen

Bei Menschen mit Epilepsie können interiktuale (zwischen den Anfällen auftretende) und periiktuale (in zeitlichem Zusammenhang mit Anfällen auftretende) Kopfschmerzen unterschieden werden. Periiktuale Kopfschmerzen können vor, während oder nach einem Anfall auftreten. Die Behandlung von Kopfschmerzen bei Epilepsie-Patienten erfordert besondere Aufmerksamkeit, da es zu Wechselwirkungen zwischen Analgetika und Antikonvulsiva kommen kann. Enzyminduzierende Antikonvulsiva können die Lebertoxizität von Paracetamol steigern.

Carbamazepin: Ein Antiepileptikum mit vielfältigen Wechselwirkungen

Carbamazepin ist ein Antiepileptikum, das zur Behandlung verschiedener Formen von Epilepsie eingesetzt wird. Es erhöht die Krampfschwelle und senkt die Anfallshäufigkeit, indem es im ZNS spannungsabhängige Natriumkanäle blockiert und so die Freisetzung exzitatorischer Neurotransmitter verhindert.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Carbamazepin

Die Liste möglicher Nebenwirkungen von Carbamazepin ist lang und umfasst unter anderem Störungen des Blutbildes, Flüssigkeitsretention, Verwirrtheit, Schwindel, Sehstörungen und allergische Hautreaktionen. Carbamazepin kann sehr viele Wechselwirkungen hervorrufen, da es ein starker Induktor des Cytochrom-P-450-Isoenzyms CYP3A4 ist. Es beschleunigt dadurch nicht nur seinen eigenen Abbau, sondern auch den zahlreicher anderer Arzneistoffe.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Carbamazepin

Carbamazepin ist ein Teratogen und sollte deshalb in der Schwangerschaft tunlichst nicht eingesetzt werden. Wenn eine auf Carbamazepin eingestellte Frau schwanger werden möchte, muss sie die Schwangerschaft mit dem behandelnden Arzt genau planen.

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