Kopfschmerzen und Migräne: Was Sie selbst tun können

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Glücklicherweise gibt es viele Dinge, die Betroffene selbst tun können, um die Symptome zu lindern und die Häufigkeit von Attacken zu reduzieren. Es ist wichtig, den eigenen Körper gut zu kennen, um herauszufinden, was in bestimmten Situationen hilft und was Schmerzen auslöst. Experten sind sich einig, dass die meisten Kopfschmerzarten, insbesondere Migräne und Spannungskopfschmerzen, von den Betroffenen selbst behandelt werden können. Bei Unsicherheiten oder starken Schmerzen sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden.

Die Bedeutung der Schmerzerkennung und -dokumentation

Ein wichtiger erster Schritt im Umgang mit Kopfschmerzen ist die Dokumentation der Schmerzen. Das Führen eines Schmerztagebuchs kann dabei helfen, Muster zu erkennen und Auslöser zu identifizieren.

Das Schmerztagebuch als Werkzeug

In einem Schmerztagebuch sollten Betroffene festhalten, wie oft und in welcher Form ihre Kopfschmerzen auftreten. Dies kann eine große Hilfe sein, um festzustellen, was die Schmerzen auslöst und was Linderung verschafft. Das Tagebuch liefert dem Arzt wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose der Kopfschmerzart und somit für eine mögliche Therapie.

Was sollte dokumentiert werden?

Neben der Art der Schmerzen (z.B. dumpf, stechend oder hämmernd) sollten auch deren Dauer und Stärke notiert werden. Wichtig ist auch, wie häufig die Beschwerden auftreten - also wie oft am Tag, in der Woche oder im Monat - und wie lange die Pausen zwischen den Attacken sind. Es ist auch interessant festzuhalten, wo die Schmerzen lokalisiert sind, also beispielsweise, ob sie ein- oder beidseitig auftreten, und ob an der Stirn, der Schläfe, dem Hinterkopf oder einer anderen bestimmten Stelle. Auch die Zeit und die Umstände, unter denen die Schmerzen auftreten, sind von Bedeutung, wie etwa morgens, abends oder nachts, nach wenig Schlaf, in Stresssituationen etc. Spezielle Apps können ebenfalls zur Erfassung der Kopfschmerzsymptome genutzt werden.

Anpassungen des Alltags zur Schmerzlinderung

Sobald bestimmte Faktoren erkannt wurden, die Kopfschmerzen auslösen, können Betroffene gezielt gegensteuern. Schon einige simple Änderungen im Alltag können die Beschwerden lindern.

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Gesunder Schlaf-Wach-Rhythmus

Ein regelmäßiger Schlafrhythmus, der auch am Wochenende eingehalten werden sollte, kann die innere Uhr stabilisieren. Es gilt herauszufinden, was für den Einzelnen ausreichend Schlaf zur richtigen Uhrzeit bedeutet.

Stressmanagement

Wer häufig am Arbeitsplatz sowie auch im Privatleben unter Stress steht, ist anfälliger für Kopfschmerzen. Auch wenn es nicht immer leichtfällt: Überforderung sollte vermieden und auch mal Nein gesagt werden.

Vermeidung von Reizüberflutung

Die übermäßige Nutzung von Smartphone, Laptop oder Fernseher kann ebenfalls zu Kopfschmerzen führen. Daher sollte bewusst mit diesen Medien umgegangen und für regelmäßige Pausen gesorgt werden.

Sport und Ernährung als natürliche Schmerzbekämpfer

Regelmäßiger Ausdauersport kann sowohl die Schmerzintensität als auch die Häufigkeit von Kopfschmerzen senken. Sport im Freien - zum Beispiel Jogging oder Walking - eignet sich hierfür besonders gut, aber auch Schwimmen und Fahrradfahren sind ideal. Die Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle und kann dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Es sollte darauf geachtet werden, ob und wie der Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert, um auf eventuelle andere Speisen ausweichen zu können. Außerdem ist es wichtig, möglichst zu festgelegten Zeiten zu essen und ausreichend viel zu trinken.

Entspannungsverfahren zur Muskelentspannung

Experten empfehlen bei Kopfschmerzen und Migräne insbesondere die leicht erlernbare Methode der Progressiven Muskelentspannung. Bei dieser Technik werden verschiedene Muskelgruppen für etwa zehn Sekunden an- und im Anschluss wieder entspannt. Dadurch können auch im Alltag unbewusst herbeigeführte Verspannungen gezielt behoben werden.

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Der richtige Umgang mit Schmerzmitteln

Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte grundsätzlich mit einem Arzt besprochen werden. Medikamente, die für eine akute Schmerzattacke ausgelegt sind, sollten auf keinen Fall auf Dauer oder in zu hohen Dosen eingesetzt werden. Ein Übergebrauch kann die Kopfschmerzen verschlimmern und zu chronischen Schmerzen führen.

Medikamentöse Behandlung und alternative Therapien

Eine medikamentöse Behandlung und alternative Therapien schließen sich nicht gegenseitig aus. Ganz im Gegenteil: Experten empfehlen explizit, neben der medikamentösen Behandlung auch die Lebensführung zu ändern. Ist die Lebensqualität durch die Kopfschmerzen deutlich eingeschränkt, können etwa Methoden der Schmerzbewältigung, Stressmanagement und gezielte Entspannungsverfahren die Therapie unterstützen und Beschwerden lindern.

Weitere Maßnahmen zur Linderung von Kopfschmerzen

Auch wenn es zunächst mühsam ist, einige Gewohnheiten im Alltag zu ändern, können Betroffene davon enorm profitieren und wertvolle Lebensqualität zurückgewinnen. Leiden sie trotz geänderter Lebensführung weiterhin unter starken Schmerzen, gibt es weitere Verfahren, die die Beschwerden lindern können. Dazu zählen Akupunktur, das sogenannte Biofeedback-Verfahren gegen Stresssymptome oder eine kognitive Verhaltenstherapie.

Was tun bei einem Migräneanfall?

Ein Migräne-Anfall kommt scheinbar aus heiterem Himmel. Plötzlich beginnt der Kopf heftig zu schmerzen, Geräusche oder Licht fühlen sich unerträglich an und Übelkeit tritt auf. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern.

Sofortmaßnahmen bei ersten Anzeichen

Bei ersten Anzeichen einer Migräne sollte man sich am besten gleich in einen dunklen, ruhigen Raum zurückziehen und versuchen, sich zu entspannen oder sogar zu schlafen. Manchmal wird es auch ohne Medikamente besser. Eine kalte Kompresse auf der Stirn oder ein paar Tropfen Pfefferminzöl, die auf Stirn und Schläfen einmassiert werden, können den Schmerz etwas betäuben. Auch eine Tasse Kaffee, am Anfang der Migräne-Attacke getrunken, kann die Schmerzen lindern.

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Medikamentöse Behandlung akuter Migräne-Attacken

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) gibt zur Selbstmedikation akuter Migräne-Attacken eine hervorgehobene Empfehlung für zwei Tabletten der fixen Kombination ASS (250 bis 265 mg), Paracetamol (200 bis 265 mg) und Koffein (50 bis 65 mg). Bei starken Migräneanfällen können sich Patienten von ihrem Arzt Triptane verschreiben lassen. Bei Übelkeit und Erbrechen können Schmerzmittel in Zäpfchenform oder in Verbindung mit einem Antiemetikum eingenommen werden.

Migräne in der Schwangerschaft

Viele Schwangere haben während der Schwangerschaft deutlich weniger und weniger intensive Migräneanfälle. Schmerzmittel sollten Schwangere grundsätzlich nur nach Absprache mit dem Arzt und in der niedrigstmöglichen Dauer und Dosis einnehmen.

Migräne mit Aura

Sobald Aura-Symptome auftreten, sollten sich Betroffene in einen dunklen, ruhigen Raum zurückziehen, sich hinlegen und die Augen schließen. Schnelle Linderung bringen Schmerztabletten, die Koffein enthalten. Bei einer sehr langen Aura kann der Arzt zudem eine medikamentöse Prophylaxe über mindestens drei Monate empfehlen.

Chronische Migräne

Um einen chronischen Verlauf der Migräne zu vermeiden, kann der Arzt eine medikamentöse Migräne-Vorbeugung verschreiben. Es gibt auch Behandlungsmethoden ohne Medikamente, die vorbeugend unterstützen können, wie etwa das Vermeiden von Triggern, regelmäßiger Schlaf, feste Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und das Vermeiden von Stress. Entspannungsübungen, leichtes Ausdauertraining und Bewegungsarten wie Yoga können ebenfalls helfen.

Migräne-Behandlung und -Therapie

Der Leidensdruck bei Migräne-Patienten ist oft enorm groß, da es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, die die Lebensqualität stark einschränken kann. Bei einem akuten Migräneanfall gibt es Medikamente sowie zusätzliche Maßnahmen, die die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken verringern können. Viele Patienten setzen zusätzlich auf Hausmittel oder beschäftigen sich mit Alternativmedizin wie z.B. Akupunktur, um ihren Migräne-Symptomen besser begegnen zu können.

Medikamentöse Behandlung bei akuten Migräneanfällen

Je schneller ein Akut-Medikament, das z.B. die Wirkstoffe Ibuprofen oder ein Triptan enthält, eingenommen wird, desto größer ist die Chance für einen milderen Verlauf. Eine dauerhafte Einnahme von Migräne-Schmerzmitteln sollte vermieden werden, da es sonst zu medikamenteninduzierten Kopfschmerzen kommen kann.

Hausmittel bei Migräne

Neben der Behandlung mit Medikamenten können auch alternative Mittel versucht werden, um die Schmerzen zu lindern, wie zum Beispiel Entspannungsübungen, Eispackungen, Einreiben mit Minzöl, Yoga Übungen und Meditation oder Tees mit Ingwer, Nelken oder anderen Heilkräutern. Dennoch sollten insbesondere pflanzliche Hausmittel zur Akuthilfe bei Migräne nur in Abstimmung mit dem Arzt verwendet werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Tipps zur Migräne Vorbeugung

Da sich Migräne nicht medikamentös heilen lässt, sind Mittel sinnvoll, die die Häufigkeit und Intensität der Symptome verringern. So können Betroffene ihre Lebensqualität steigern. Wichtig ist vor allem, die individuellen Triggerfaktoren der Migräne kennenzulernen und bestmöglich zu vermeiden. Dabei kann ein Migräne-Tagebuch sehr behilflich sein.

Hausmittel gegen Migräne und Kopfschmerzen

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die sich als sanfte Behandlungsmethode bei Migräne vielfach bewährt haben und bei richtiger Anwendung ungefährlich sind. Wenn man sich jedoch dazu entscheidet, Hausmittel, beispielsweise Kräuter, gegen Migräne einzunehmen, sollte man dies nur unter Aufsicht eines Arztes tun.

Tee gegen Kopfschmerzen und andere Migräne-Beschwerden

Viel trinken, also circa zwei Liter pro Tag, gilt nicht nur für Migräne-Patienten, sondern auch insgesamt als positiv, denn dadurch verbessert sich die Durchblutung im Gehirn. Dabei kommt Tee eine besondere Bedeutung zu. Die darin enthaltenden Heilpflanzen entfalten wohltuende Effekte. Geeignet als Tee gegen Kopfschmerzen sind: Gewürznelke, Ingwer, Kamillenblüten, Mutterkraut, Weidenrinde, Waldmeister, Mädesüß und Ginkgo.

Weitere Hausmittel

Weitere Hausmittel gegen Migräne sind Kaffee mit Zitrone, Cayennepfeffer, Basilikum, Johanniskraut und Vanille. Auch mit der Aromatherapie werden gute Erfolge erzielt. Zur sanften Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen eignet sich beispielsweise zehnprozentiges Pfefferminzöl. Ebenfalls hilfreich sind Kälte- und Wärme-Anwendungen, Armgüsse, Wechselduschen, progressive Muskelentspannung, Homöopathie oder Akupunktur.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Art von Kopfschmerzen. In der Regel treten sie nur vorübergehend auf und sind harmlos. Bei leichteren Anfällen lassen sie sich oft auch mit natürlichen Hausmitteln effektiv und schnell behandeln.

Symptome von Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen fühlen sich dumpf und drückend an. Sie können am gesamten Kopf auftreten, oder nur am Stirnbereich oder sich wie ein drückender Ring um den Kopf anfühlen. Die Schmerzen sind leicht bis mittelstark und werden bei körperlicher Betätigung nicht stärker. Die Schmerzen können schnell vorbei sein, aber auch bis zu einer Woche andauern. Sie gehen nicht mit Begleitsymptomen wie Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit einher.

Was hilft bei akuten Spannungskopfschmerzen?

Bei akuten Spannungskopfschmerzen können Pfefferminzöl, frische Luft, ausreichend Wasser, Kaffee und Dehnungsübungen helfen.

Vorbeugung von Spannungskopfschmerzen

Allgemein gilt: Stress, zu wenig Bewegung und zu wenig Schlaf können Kopfschmerzen begünstigen. Folgende Tipps können helfen, Kopfschmerzen zu verhindern: Ausdauersport in den Alltag integrieren, ausreichend schlafen, Stress reduzieren und Koffein reduzieren.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Erstmals auftretende Kopfschmerzen, sehr starke Kopfschmerzen und eine Veränderung oder Verstärkung bekannter Kopfschmerzen sollten unbedingt zeitnah von einem Neurologen weiter abgeklärt werden. Auch das Auftreten neurologischer Symptome (z. B. Bewusstlosigkeit, Seh- bzw. Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen) sollte umgehend ärztlich untersucht werden.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnose von Kopfschmerzen und Migräne wird meist anhand der typischen Beschwerdeschilderung und eines normalen neurologischen Untersuchungsbefunds gestellt. Zur weiteren Abklärung von seltenen Kopfschmerzformen und bei Verdacht auf sekundäre Kopfschmerzen steht eine Reihe von verschiedenen Methoden zur Verfügung, wie z. B. Blutuntersuchungen, EEG, CT oder MRT. Es existiert ein sehr großes Spektrum an möglichen Therapien. Zur Behandlung des Kopfschmerzanfalls werden oft klassische Schmerzmedikamente (beispielsweise Ibuprofen bei der Migräne oder dem Kopfschmerz vom Spannungstyp) eingesetzt. Daneben gibt es auch spezifische Migränemedikamente (Triptane), die bei der Migräne und dem Clusterkopfschmerz zur Anwendung kommen. Wichtig ist auch eine gezielte Behandlung von Begleitsymptomen wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen. Vorbeugende Behandlungen können medikamentös oder nicht medikamentös sein.

Leben mit Kopfschmerzen und Migräne

Jede Patientin und jeder Patient wird individuell im Laufe der Zeit lernen, mit der eigenen Kopfschmerzerkrankung zu leben. Wichtig sind das Wissen um die Erkrankung und die Übernahme von Eigenverantwortung. Dazu gehören die Kenntnis und das Vermeiden möglicher Auslöser für die Attacken und die Ausnutzung vorbeugender Maßnahmen.

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