Kortison direkt ins Rückenmark: Risiken und Alternativen

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, und viele Betroffene suchen nach schnellen und effektiven Lösungen. Eine gängige Methode zur Schmerzlinderung ist die Injektion von Kortison direkt in den Rückenmarkskanal oder in die Nähe der Nervenwurzeln. Obwohl diese Behandlungsmethode auf den ersten Blick vielversprechend erscheint, birgt sie erhebliche Risiken und Nebenwirkungen, die es zu berücksichtigen gilt.

Die Injektionstherapie bei Rückenschmerzen: Ein Überblick

Bei der Injektionstherapie werden Kortison und Schmerzmittel direkt an den Ort des Schmerzes gespritzt, sei es in den Muskel, die Vene oder in die Gelenke. Diese Spritzenkur soll den Teufelskreis aus Entzündung, Schmerz und Schonhaltung durchbrechen. Die periradikuläre Schmerztherapie (PRT) ist eine gängige Methode, bei der der Arzt die Substanz, möglicherweise zusammen mit einem Schmerzmittel, direkt in den Wirbelkanal oder an die betroffene Nervenwurzel injiziert. Das Kortison soll dafür sorgen, dass das gereizte Gewebe nach einer Weile abschwillt, während der Schmerzkiller sofort Linderung bringen soll.

Die fragwürdige Wirksamkeit von Kortisonspritzen

Obwohl viele Patienten auf eine schnelle Linderung ihrer Schmerzen hoffen, zeigen Studien, dass Spritzen kaum helfen. Eine Analyse des Cochrane-Instituts, das die Wirksamkeit von Medikamenten und Verfahren testet, kommt zu dem Ergebnis, dass keine der angewendeten Injektionstherapien nachweislich wirkt. Gut gemachte Studien kommen meist zu einem anderen Ergebnis.

Risiken und Nebenwirkungen von Kortisonspritzen ins Rückenmark

Die Forschungslage ist nicht eindeutig, aber es gibt bekannte Risiken und Nebenwirkungen bei der Injektion von Kortison ins Rückenmark. Übliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen oder Fieber, seltener bilden sich Abszesse. Es gibt auch Berichte über Atembehinderungen.

Einige Substanzen können sogar gefährlich werden, wenn sie mit der Nadel verabreicht werden. So haben Spritzen mit dem schmerzlindernden Wirkstoff Diclofenac in der Vergangenheit bereits zu schweren Schockzuständen mit Todesfolge geführt, wenn das Mittel direkt in die Vene injiziert wurde.

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Ein weiteres Risiko besteht bei der Verwendung von Botulinum-Toxin (Botox) gegen Rückenschmerzen. Spritzt der Arzt Botox in die Muskeln im Nacken oder Hals, kann das Gift auch diejenigen Nerven lähmen, die für das Sprechen oder Schlucken zuständig sind. Wird Botox verwendet, um größere Rückenmuskeln zu entspannen, muss der Mediziner sehr viel Botulinum-Toxin spritzen. Das Nervengift ist eben nicht ohne: Es besteht die Gefahr, dass Nerven gelähmt werden, die eigentlich funktionstüchtig bleiben sollten.

Bei der periradikulären Schmerztherapie (PRT) wird die Ärztin Sie zunächst örtlich betäuben. Dann schiebt sie eine dünne Hohlnadel durch Ihr Fleisch, bis an die schmerzenden Nervenwurzeln. Den Weg der Nadel durch Ihren Körper kontrolliert sie mittels Röntgenstrahlen: Sie werden während der gesamten Prozedur mit dieser Strahlung beschossen. Nur so kann die Ärztin die Nadel millimetergenau platzieren.

Weitere Risiken im Zusammenhang mit Injektionstherapien

Auch die Injektion von Kortison, Schmerzmitteln, Betäubungsmitteln oder Hyaluronsäure in die Wirbelgelenke birgt Risiken. So kann die Kanüle im Weg liegende Nerven verletzen und Lähmungen verursachen. Möglicherweise entzündet sich auch das durchstochene Gewebe. Kopfschmerzen und Übelkeit gehören noch zu den milderen Nebenwirkungen.

Europäische Leitlinien-Kommissionen raten davon ab, Kortison oder Betäubungsmittel in die Bandscheiben zu injizieren, da es bisher keine Studien gibt, die die Wirksamkeit der Nadelei belegen.

Die Rolle von Infektionen und Immunsuppression

Ein besonders besorgniserregendes Risiko von Kortisonspritzen ist die Schwächung des Immunsystems. Kortison unterdrückt Entzündungen, indem es die Zahl der Abwehrzellen senkt und ihre Kommunikation untereinander beeinträchtigt. Dies kann zu schwerwiegenden Infektionen führen, wie der Fall eines 50-jährigen Mannes in den USA zeigt, der nach einer Kortison-Injektion an einer Pilzinfektion des Gehirns starb.

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Eine Studie im "Deutschen Ärzteblatt" berichtete über den Fall einer 74-jährigen Frau, die nach einer Kortison-Injektion gelähmte Beine entwickelte. Bakterien waren durch die Nadel in den Körper gelangt und hatten eitrige Abszesse im Rückenmarkskanal gebildet.

Alternativen zur Kortisoninjektion: Sanfte Mittel und Bewegung

Angesichts der Risiken und der fragwürdigen Wirksamkeit von Kortisonspritzen sollten Betroffene alternative Behandlungsmethoden in Betracht ziehen. Schlucken Sie, wenn’s anders nicht auszuhalten ist, ausreichend Schmerzmittel, um über die schlimmsten Tage und Nächte zu kommen. Lockern Sie Ihre verspannten Muskeln außerdem mit Wärme. Und sehen Sie zu, dass Sie wieder in Bewegung kommen - das ist ohnehin das beste Mittel gegen Reißen im Rücken.

Die "Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz" empfiehlt bei unspezifischen Kreuzschmerzen nicht-invasive Verfahren wie Schmerzmedikation, Wärmetherapie und Physiotherapie. Auch Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelrelaxation (PMR) können unterstützend helfen, um Muskelverspannungen zu lösen und Stress zu senken.

Die Bedeutung von Bewegung und Verhaltenstherapie

Regelmäßige Bewegung ist entscheidend, um die Rückenmuskulatur zu stärken und Verspannungen zu lösen. Auch eine Verhaltenstherapie kann bei chronischen Schmerzen helfen, zu erkennen, welche Verhaltensmuster die Beschwerden verstärken, und zu lernen, anders mit ihnen umzugehen.

Fazit: Vorsicht bei Kortisonspritzen ins Rückenmark

Kortisonspritzen ins Rückenmark sind keine harmlose Behandlungsmethode und sollten nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Nutzen in Betracht gezogen werden. Es ist wichtig, sich vorab gründlich zu informieren und alternative Behandlungsmethoden zu prüfen. Bewegung, Physiotherapie, Schmerzmittel und Entspannungsverfahren können oft eine wirksame Linderung der Beschwerden bringen, ohne die potenziellen Gefahren einer Kortisoninjektion einzugehen.

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Häufige Indikationen für eine Infiltration der Wirbelsäule:

  • Bandscheibenvorfälle
  • Zervikale oder lumbale Spinalkanalstenosen
  • Facettengelenksyndrome
  • Radikuläre Schmerzen

Mögliche Nebenwirkungen einer Infiltration der Wirbelsäule:

  • Einstichstellen‑Schmerzen
  • Blutungen
  • Infektionen
  • Systemische Steroidwirkungen
  • Sehr seltene dauerhafte Nervenschäden

Was ist eine Infiltration der Wirbelsäule?

Eine Infiltration der Wirbelsäule ist ein therapeutisches Verfahren zur Behandlung von Nacken- und Rückenschmerzen. Bei der Infiltrationstherapie werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente in die Nähe der Nervenwurzeln oder in den Wirbelkanal injiziert. Dieses Verfahren wird häufig bei Rückenproblemen wie Bandscheibenvorfällen, Arthrose, Spinalstenose und anderen schmerzhaften Erkrankungen der Wirbelsäule angewendet. Darüber hinaus kann die Infiltration der Wirbelsäule auch der Diagnose dienen, indem die genaue Ursache der Rückenschmerzen lokalisiert wird. Die Injektion wird normalerweise unter lokaler Betäubung und mithilfe von bildgebenden Verfahren wie CT (Computertomographie) oder Ultraschall durchgeführt, um die genaue Position für die Injektion zu bestimmen.

Wann wird eine Infiltration der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule durchgeführt?

Eine Infiltration der Wirbelsäule wird in der Regel durchgeführt, wenn konventionelle Schmerztherapien, wie Schmerzmittel, Physiotherapie und Massagen, nicht ausreichend wirken. Sie kann bei Rückenschmerzen durchgeführt werden, insbesondere wenn der Schmerz auf eine bestimmte Region der Wirbelsäule zurückzuführen ist. Nachfolgend einige der häufigsten Ursachen, bei denen eine Infiltration der Wirbelsäule durchgeführt werden kann. Hinweis: “Hernie” bedeutet Bandscheibenvorfall. Eine Infiltration an der Wirbelsäule wird bei akuten oder chronischen Nacken- oder Rückenschmerzen durchgeführt.

  • Brustwirbelsäule
    • Brustwirbelsäulen-Hernie: Wenn eine Bandscheibe in der Brustwirbelsäule aus ihrer normalen Position drückt und Druck auf die umliegenden Nerven ausübt (Nervenschmerzen), kann dies starke Schmerzen im mittleren Rückenbereich und neurologische Symptome verursachen. Die Infiltrationstherapie kann als Entzündungshemmer wirken und den Schmerz lindern.
    • Thorakale Spinalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals in der Brustwirbelsäule kann Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben, was zu Rückenschmerzen und neurologischen Symptomen führt. Eine Infiltration kann in diesem Fall zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
    • Thorakale Spondylitis/Spondylose: Bei diesen entzündlichen Erkrankungen der Brustwirbelsäule kann eine Infiltrationstherapie helfen, Rückenschmerzen und Entzündungen zu reduzieren.
    • Interkostalneuralgie: Diese Erkrankung tritt auf, wenn die Nerven, die zwischen den Rippen verlaufen und die Brustwirbelsäule innervieren, gereizt oder komprimiert werden. Dies führt zu starkem, scharfem Schmerz, die sich wie ein Band um den Brustkorb legen. Eine Infiltration kann zur Schmerzlinderung beitragen.
  • Halswirbelsäule
    • Hernie der Halswirbelsäule: Wenn eine Bandscheibe in der Halswirbelsäule aus ihrer normalen Position drückt und Druck auf die umliegenden Nerven ausübt, kann dies starke Nackenschmerzen und neurologische Symptome verursachen. Die Infiltration kann helfen, die Entzündung und den Schmerz zu lindern.
    • Zervikale Spinalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals in der Halswirbelsäule kann Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben, was zu Nackenschmerzen und neurologischen Symptomen führt. Eine Infiltration kann in diesem Fall zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
    • Zervikale Spondylitis/Spondylose: Bei diesen entzündlichen Erkrankungen der Halswirbelsäule kann eine Infiltrationstherapie helfen, Nackenschmerzen und Entzündungen zu reduzieren.
    • Zervikale Radikulopathie: Diese tritt auf, wenn eine Nervenwurzel im Nacken komprimiert oder gereizt wird, was zu Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Schultern, Armen und Händen führen kann. Eine Infiltration kann zur Schmerzlinderung beitragen.
  • Lendenwirbelsäule
    • Lendenwirbelsäulen-Hernie: Wenn eine Bandscheibe in der Lendenwirbelsäule aus ihrer normalen Position drückt und Druck auf die umliegenden Nerven ausübt, kann dies starke Rückenschmerzen und neurologische Symptome verursachen. Die Infiltration kann helfen, die Entzündung und den Schmerz zu lindern.
    • Lumbale Spinalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals in der Lendenwirbelsäule kann Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben, was zu Rückenschmerzen und neurologischen Symptomen führt. Eine Infiltration kann in diesem Fall zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
    • Lumbale Spondylitis/Spondylose: Bei diesen entzündlichen Erkrankungen der Lendenwirbelsäule kann eine Infiltration helfen, Rückenschmerzen und Entzündungen zu reduzieren.
    • Ischias: Diese Erkrankung tritt auf, wenn der Ischiasnerv, der größte Nerv des Körpers, der durch die Lendenwirbelsäule verläuft, gereizt oder komprimiert wird. Dies führt zu Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Schwäche im unteren Rücken und den Beinen. Eine Infiltrationstherapie kann zur Schmerzlinderung beitragen.
    • Facettengelenksyndrom: Das Facettengelenksyndrom kann in jedem Bereich der Wirbelsäule auftreten, ist aber am häufigsten in der Lendenwirbelsäule (unterer Rücken) und in der Halswirbelsäule (Nacken) zu finden. Dies liegt daran, dass diese Bereiche der Wirbelsäule am beweglichsten sind und daher am stärksten abgenutzt werden können. Das Facettengelenksyndrom ist eine degenerative Erkrankung der kleinen Wirbelgelenke, die Schmerzen verursacht. Eine Infiltration kann zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.

Bedenken Sie, dass eine Infiltrationstherapie nur dann durchgeführt wird, wenn die genaue Ursache der Rücken- bzw. Nackenschmerzen bekannt ist, Zudem wird das Verfahren von einem Spezialisten durchgeführt und erfordert eine gründliche medizinische Beurteilung und Beratung.

Gängige Abkürzungen im Kontext der Infiltrationstherapie:

  • HWS = Halswirbelsäule
  • BWS = Brustwirbelsäule
  • LWS = Lendenwirbelsäule

Welche Arten von Infiltrationen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Infiltrationen, die auf unterschiedlichen Teilen der Wirbelsäule und mit verschiedenen Medikamenten durchgeführt werden können. Die genaue Art der Infiltrationsbehandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache des Schmerzes und der genauen Lokalisation ab. Hier sind einige der häufigsten Arten von Infiltrationen:

  • Epidurale Infiltration: Bei dieser Methode wird das Medikament in den Epiduralraum der Wirbelsäule injiziert, der sich zwischen dem harten Wirbelkanal und dem weichen Duralsack, der das Rückenmark umgibt, befindet. Diese Technik wird häufig verwendet, um den Schmerz zu behandeln, der durch Bandscheibenprobleme oder Spinalstenose verursacht wird.
  • Facettengelenksinfiltration: Bei dieser Infiltration wird das Medikament direkt in das Facettengelenk injiziert, das für die Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule verantwortlich ist. Dies wird häufig bei Patienten mit Facettengelenksyndrom angewendet.
  • Sakroiliakalgelenksinfiltration: Das Sakroiliakalgelenk verbindet das Kreuzbein und das Ilium (Teil des Beckens). Eine Infiltration dieses Gelenks kann bei Schmerzen helfen, die durch eine Entzündung oder Verletzung dieses Gelenks verursacht werden.
  • Wurzelinfiltration (oder periradikuläre Therapie, PRT): Bei dieser Technik wird das Medikament in die Nähe einer spezifischen Nervenwurzel (Radix) injiziert. Diese Wurzelausschaltung wird oft bei Patienten mit Radikulopathie durchgeführt, einer Erkrankung, bei der eine Nervenwurzel gereizt oder komprimiert wird.
  • Intradiskale PRP-Infiltration: Bei dieser Eigenbluttherapie wird plättchenreiches Plasma (PRP) direkt in die Bandscheibe injiziert. Dies wird in der Regel bei Patienten mit Bandscheibenerkrankungen durchgeführt

Wie wird eine Infiltration der Wirbelsäule durchgeführt?

Die Infiltrationstherapie geht in vielen Fällen zunächst eine diagnostische Infiltration voraus, um die genaue Schmerzquelle zu lokalisieren. Das ist jedoch nicht immer der Fall und hängt stark von der individuellen Situation und dem Urteil des behandelnden Arztes ab. Auch ein Patientengespräch in Form einer Anamnese ist die Regel.

Eine diagnostische Infiltration ist besonders nützlich, wenn die genaue Ursache der Schmerzen unklar ist. Mit Hilfe der Injektion eines Lokalanästhetikums in einen spezifischen Bereich oder ein bestimmtes Gelenk kann der Arzt besser beurteilen, ob dieser Bereich die Ursache des Schmerzes ist. Wenn die Schmerzen nach der Injektion signifikant abnehmen oder vollständig verschwinden, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass die injizierte Struktur die Schmerzquelle ist.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen der Arzt aufgrund anderer diagnostischer Informationen, wie z.B. MRT-Bilder (Magnetresonanztomographie) oder körperliche Untersuchungen, bereits eine klare Vorstellung von der Schmerzquelle hat. In diesen Fällen könnte der Arzt direkt mit einer therapeutischen Infiltration fortfahren.

Möglicherweise müssen Sie vor der Behandlung nüchtern (nichts essen und keinen Alkohol trinken) sein. Ihr Arzt wird Sie darüber in Kenntnis setzen, wenn dem so ist.

Die Injektion erfolgt in der Regel, während der Patient auf dem Bauch (Bauchlage) auf einem Röntgen-Durchleuchtungstisch liegt. Die Infiltration kann bildwandlergestützt per Durchleuchtung (Fluoroskopie), CT (Computertomographie) oder Ultraschall durchgeführt werden. Die Behandlung kann bis zu 30 Minuten dauern. Der Arzt kann sich für eine transforaminale, interlaminare oder kaudale Verabreichung der Injektion entscheiden. Wenn Entspannungsmedikamente erforderlich sind, wird ein intravenöser (IV) Zugang angelegt. Die Haut über der Injektionsstelle wird markiert und gereinigt.

Mithilfe einer bildwandlergestützten Durchleuchtung, CT oder Ultraschall wird die korrekte Wirbelhöhe für die Nadelführung ermittelt. Die Livebilder sind auf einem Computerbildschirm zu sehen. Ein Lokalanästhetikum wird in die Haut und das darunter liegende Gewebe injiziert, um den Bereich zu betäuben. Eine Epiduralkanüle wird in die vorgesehene Injektionsstelle eingeführt und unter Durchleuchtung geführt. Um die Ausbreitung des injizierten Inhalts und die korrekte Nadelposition zu kontrollieren, wird ein Kontrastmittel in den Epiduralraum injiziert. Sobald die Ausbreitung bestätigt ist, wird Ihr Arzt Ihnen dann langsam das Medikament injizieren, bei dem es sich in der Regel um ein entzündungshemmendes Medikament wie ein Steroid oder ein Kortikosteroid handelt. Einige Ärzte injizieren möglicherweise eine Mischung aus einem Kortikosteroid, normaler Kochsalzlösung und einem Lokalanästhetikum. Um Blutungen zu minimieren, übt der Arzt nun Druck auf die Einstichstelle aus. Zudem wird die Wunde erneut gereinigt und anschließend mit einem Zellstofftupfer und Pflaster geschützt.

Unterschiedliche Techniken der Infiltration: Transforaminale, Interlaminare und Kaudale Injektion

Die Infiltration der Wirbelsäule wird an spezifischen Punkten durchgeführt, abhängig von der genauen Ursache und Lokalisation der Schmerzen. In der Regel wird eine Hohlnadel verwendet, um das Medikament direkt in den betroffenen Bereich zu injizieren. Es gibt drei Haupttechniken zur Infiltration der Wirbelsäule:

  • Transforaminale Infiltration: Bei dieser Methode wird das Medikament durch das Foramen intervertebrale, das sogenannte „Wirbelloch“, injiziert. Dies ist der Bereich, durch den die Spinalnerven aus dem Spinalkanal austreten. Diese Technik wird häufig verwendet, wenn Schmerzen durch eine Reizung oder Kompression der Nerven verursacht werden, z.B. bei einem Bandscheibenvorfall oder bei Reizungen der Facettengelenke.
  • Interlaminare Infiltration: Bei dieser Methode wird das Medikament zwischen den Wirbellamellen injiziert, den flachen Teilen der Wirbelknochen, die den Wirbelkanal bilden. Sie ist besonders nützlich bei Schmerzen, die im zentralen Bereich des Spinalkanals lokalisiert sind, wie beispielsweise bei einer Spinalkanalstenose.
  • Kaudale Infiltration: Bei dieser Methode wird das Medikament in den Sakralkanal injiziert, der sich im unteren Teil der Wirbelsäule, im Kreuzbein, befindet. Diese Technik wird häufig angewendet, um Schmerzen zu behandeln, die den unteren Rücken und/oder die Beine betreffen, z.B. bei Ischialgien.

Jede dieser Techniken zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die von verschiedenen Strukturen wie Bandscheiben, Gelenken oder Muskeln ausgehen können. Die Wahl der Methode hängt von einer gründlichen Untersuchung und Bildgebung der Wirbelsäule ab.

Was passiert nach der Infiltration?

Unmittelbare Nachbeobachtung Direkt nach dem Eingriff …

Bildwandlergestützte Durchleuchtungs-, CT- und Ultraschall-gestützte Infiltration der Wirbelsäule

Die Infiltration kann bildwandlergestützt per Durchleuchtung (Fluoroskopie), CT (Computertomographie) oder Ultraschall durchgeführt werden.

Erfahrungen: Wirkt eine Infiltration am Rücken oder wirkt sie nicht?

Viele Patienten und Patientinnen stellen bereits nach der ersten PRT-Behandlung fest, dass die Beschwerden nachlassen. Allerdings reicht eine Injektion alleine meist nicht aus. Deshalb führen wir in der Regel 3 Behandlungen jeweils im Abstand von einer Woche durch. Eine Studie aus dem Jahr 2021 kommt zu einem ähnlichen Urteil. Bei 74 Prozent der Patienten und Patientinnen, die eine PRT-Spritze erhielten, zeigte sich eine gute Beschwerdebesserung. Durch die PRT kann in vielen Fällen eine Operation vermieden werden. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen doch eine operative Entlastung der geschädigten Nervenwurzel notwendig ist.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es bei einer Infiltration der Wirbelsäule?

Grundsätzlich treten nur selten Komplikationen und Nebenwirkungen auf. Am häufigsten sind Unbehagen und Schmerzen direkt nach der Injektion. Gelegentlich kann es nach der PRT-Behandlung auch zu einem Taubheitsgefühl und einer Schwäche in den Beinen kommen, die meist nach 2 bis 5 Stunden wieder verschwinden. Besonders bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern können außerdem blaue Flecken entstehen.

Allgemeine Nebenwirkungen

Manchmal kommt es vorübergehend zu einem beschleunigten Herzschlag, Schwindel, Gesichtsrötung und Hitzegefühlen.

Spezifische Risiken

  • Infektionen: Wie bei jeder Injektion kann es auch bei der Infiltration zu einer Infektion kommen.
  • Übertritt des Medikaments in die Blutbahn: Trifft der Arzt ein Blutgefäß und bemerkt dies nicht, können die Substanzen in den Kreislauf gelangen. Dann folgen allgemeine Reaktionen wie ein Blutdruckabfall, Kopfschmerzen oder Herzrhythmusstörungen. Sehr selten kann es zu schweren Krampfanfällen kommen. Um diese Komplikation zu vermeiden, wendet der Arzt eine spezielle Technik an: Liegt die Nadel am gewünschten Ort, zieht er den Spritzenstempel etwas zurück. Gelangt kein Blut in die Spritze, ist alles in Ordnung.
  • Hämatom: Manchmal werden bei der Infiltration Blutgefäße verletzt und es kommt zu einem Bluterguss (Hämatom). In der Regel bilden sich diese nach zwei bis drei Wochen zurück.
  • Verletzung von Nerven oder Rückenmark: Weitere sehr seltene Komplikation der Infiltrationstherapie ist die Verletzung der anvisierten Strukturen. Dies kommt bei erfahrenen Ärzten und unter Bildkontrolle jedoch fast nie vor.
  • Anaphylaktischer Schock: Wird eine Substanz gespritzt, auf die der Patient allergisch ist, kann es zu einer allergischen Reaktion mit Juckreiz und Übelkeit bis hin zum Schock kommen.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Infiltrationstherapie an der Wirbelsäule?

Vorteil der Infiltrationstherapie ist die Möglichkeit, eine Substanz zielgenau an den Ort zu verbringen, wo sie wirken soll. Dadurch kommt man im Vergleich zu einer Therapie mit Tabletten (z. B. Entzündungshemmern oder Kortison) mit viel geringeren Medikamentenmengen aus.

Nachteil des Verfahrens ist die Injektion selbst. Je nach Schmerzempfindlichkeit wird der Einstich kaum oder als schmerzhaft empfunden. Ansonsten gilt die Infiltrationstherapie als sicher und gut verträglich.

Wann ist eine Infiltration der Wirbelsäule kontraindiziert?

Wie lange hält die Wirkung einer Infiltration der Wirbelsäule an?

Je nach Lokalisation und Schmerzintensität wirkt eine Infiltrationstherapie unterschiedlich lange. Bei einer Facetteninfiltration kann man beispielsweise mit einer Wirkdauer von einigen Wochen rechnen. Für einen langfristigen Erfolg sind oft mehrere Sitzungen nötig. Wird Kortison gespritzt, sollten die Infiltrationen nicht zu häufig erfolgen, da Kortison sonst die Strukturen schädigen könnte. Die Empfehlungen zur Häufigkeit variieren.

Wie viel kostet eine Infiltration der Wirbelsäule?

Die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten der Periradikulären Therapie in der Regel. Da das OrthoCenter eine reine Privatpraxis ist, können wir leider nur mit privaten Versicherungen abrechnen. Kassenpatienten und Kassenpatientinnen können eine PRT an der Wirbelsäule allerdings gerne als Selbstzahler in Anspruch nehmen.

Abrechnung der Kosten für eine Facetteninfiltration (4 Facetten)

Abrechnung der Kosten für eine Facetteninfiltration (1 Facette)

Abrechnung der Kosten für eine bildgestützte PRT-Therapie

Welche Alternativen gibt es zur Infiltration der Wirbelsäule?

Bei Rückenschmerzen ist es immens wichtig, frühzeitig Alltagsaktivitäten wieder aufzunehmen und die körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten. Wenn die Beschwerden über sechs Wochen bestehen und keine spezifischen Ursachen vorliegen, empfiehlt die Nationale Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz zunächst nicht-invasive Verfahren wie Schmerzmedikation, Wärmetherapie und Physiotherapie. Ist das nicht ausreichend, sollte eine sogenannte multimodale Therapie erfolgen.

FAQ

Wie oft kann man eine Infiltration an der Wirbelsäule machen?

Wird Kortison gespritzt, sollten die Infiltrationen nicht zu häufig erfolgen, da Kortison sonst die Strukturen schädigen könnte. Die Empfehlungen zur Häufigkeit variieren.

Wer macht eine Infiltration der Wirbelsäule?

Die Infiltration wird von einem Spezialisten durchgeführt und erfordert eine gründliche medizinische Beurteilung und Beratung.

Wie lange dauert es, bis die Spritze im Rücken wirkt?

Da das Schmerzmittel direkt an den betroffenen Nerv injiziert wird, tritt die erwünschte Wirkung häufig schnell ein. Meist lässt der Schmerz rasch nach. Allerdings sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich, um den erwünschten Grad der Schmerzlinderung zu erreichen. Wird ein betäubendes Mittel gespritzt, setzt die Wirkung meist sehr schnell ein (darauf beruht auch die diagnostische Infiltration). Diese schmerzlindernde Wirkung lässt durch den Abbau des betäubenden Medikaments nach einigen Stunden allerdings wieder nach. Bis das gespritzte Kortison seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet, dauert es meist etwas länger.

Warum darf man nach PRT-Spritze kein Auto fahren?

Ein Fahrzeug lenken ist allerdings tabu, weil durch die Injektion die Fahrtüchtigkeit einige Stunden lang eingeschränkt ist.

Wie schmerzhaft ist eine Nervenwurzelinfiltration?

Die für die Infiltration verwendete Hohlnadel ist sehr dünn. Bei korrekter Technik verursacht eine Facetteninfiltration meist nicht mehr Schmerzen als eine Blutabnahme. Manche Menschen sind allerdings besonders empfindlich.

Wie lange Ruhe nach einer Infiltration?

Am Behandlungstag sollten Sie sich schonen, sportliche Aktivitäten und das Heben schwerer Lasten vermeiden.

Kann man nach einer Infiltration arbeiten?

Wann Sie nach der PRT-Spritze wieder arbeiten können, hängt von Ihrem Beruf ab. Lasten von mehr als 5 Kilo sollten Sie während des gesamten Therapiezeitraums nicht tragen. Im Falle einer Büro-Tätigkeit ist es sogar möglich, dass Sie gar nicht zu Hause bleiben müssen. Dies hängt aber von Ihren Symptomen ab.

Was spritzt der Orthopäde in den Rücken?

Als Medikamente werden dafür vor allem Lokalanästhetika wie Lidocain, Bipivacain oder Ropivacain, sowie Glucocorticoide (Cortison) gegen Schwellung und Entzündung eingesetzt. Gespritzt wird meist eine Mischung aus entzündungshemmendem Kortison und lokalem Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum). Injiziert wird meist ein Gemisch aus Kortison, Lokalanästhetikum und Kochsalz, und zwar in den Epiduralraum.

Welche Schmerzmittel helfen bei Spinalkanalstenose?

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