Kortison-Stoßtherapie bei Polyneuropathie: Ein umfassender Überblick

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die meist im jüngeren Erwachsenenalter beginnt. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer. MS kann zu vorübergehenden oder bleibenden Behinderungen führen und die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Viele Medikamente können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen, und es gibt bewährte Behandlungsmethoden zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität.

Die Multiple Sklerose zählt zu den häufigsten neurologischen Krankheiten. Während Epilepsie und Schlaganfälle historisch schon aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte bekannt sind, stammen die ersten plausiblen Fallbeschreibungen einer MS erst aus dem späten Mittelalter und nehmen seither zu. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Was ist Polyneuropathie?

Der Begriff „Polyneuropathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Erkrankung mehrerer Nerven“. Bei den meisten Menschen beginnt die Polyneuropathie mit Reizerscheinungen im Sinne von Kribbelgefühlen, brennenden Missempfindungen bis hin zu heftigen Schmerzen und Taubheitsgefühlen an den Füßen. Häufig beschrieben wird ein Schwellungsgefühl, unangenehmer Druck, Gefühl wie auf Watte zu gehen, ein Elektrisieren oder Stechen. Meistens sind zunächst nur die Zehen und der Fußballen beidseitig betroffen. Im Verlauf von Monaten bis Jahren weiten sich die Symptome auf die Füße und Unterschenkel mit sockenförmiger oder Kniestrumpf-förmiger Begrenzung aus. Die Oberschenkel können im Verlauf einer weiteren Verschlechterung oder bei einigen Patienten auch primär betroffen sein. Auch das Temperaturempfinden leidet, so dass beispielsweise die Badewassertemperatur in der Badewanne an den Füßen nicht mehr richtig eingeschätzt werden kann.

Zumeist erst im Verlauf der Erkrankung können zusätzlich die Fingerspitzen und Hände mit Handschuh-förmiger Begrenzung der Taubheitsgefühle betroffen sein. Parallel dazu kann es zunehmend zu Lähmungen, beispielsweise der Fußheber oder Zehenheber oder Fußsenker kommen, so dass Muskelschwund und Gangstörungen entstehen. Alle Symptome entstehen zumeist symmetrisch und nur seltener asymmetrisch mit Betonung auf einer Seite. Krämpfe, insbesondere nachts oder bei Belastungen, sind nicht selten. Viele Patienten klagen über kalte Füße. Auch das Lageempfinden wird zunehmend gestört, so dass die akkurate Aufrechterhaltung des Standes leidet, was zu Schwanken, Schwindel und Gangstörungen führt. Das Schmerzempfinden wird allmählich herabgesetzt, so dass Verletzungen am Fuß nicht oder nur zu spät wahrgenommen werden. Dies kann, z.B. beim Diabetes mellitus, zur Entstehung von Druckgeschwüren führen. Letztlich können auch die inneren Organe im Sinne einer autonomen Polyneuropathie betroffen sein, was beispielsweise zur Blasenlähmung, Darmträgheit oder zur mangelnden Regulation des Herzschlages bei Anstrengung führt.

Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, d.h. also nicht des Gehirns oder des Rückenmarks. Sie entsteht, indem entweder der innere Strang des Nervs oder seine Umhüllung erkranken. Nerven arbeiten wie elektrische Leitungen. Vergleicht man den Nerv mit einem Kupferkabel, so können Störungen entweder durch eine Unterbrechung der Kupferleitung in der Mitte oder der umhüllenden Isolierung entstehen. Je länger ein Nerv ist, umso eher erkrankt er an Polyneuropathie, weshalb die Erkrankung häufig an den Zehen und Füßen beginnt.

Lesen Sie auch: Kortison bei Neuralgien: Was Sie wissen sollten

Die Polyneuropathie ist eine häufige neurologische Erkrankung, die sowohl Männer als auch Frauen in gleichem Maße betrifft und im Alter an Häufigkeit zunimmt. Etwa jeder dritte Diabetiker ist davon betroffen. Es gibt über 300 bekannte Ursachen von Polyneuropathie. Ca. 35 % der Polyneuropathien sind in Deutschland auf den Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) zurückzuführen und etwa 20 % auf Alkoholkonsum. Die Ursache von etwa einem Viertel aller Polyneuropathien bleibt auch nach ausführlicher Abklärung ungeklärt.

Ursachen von Polyneuropathie

Die Ursachen für Polyneuropathie sind vielfältig und umfassen:

  • Polyneuropathie im Rahmen anderer Erkrankungen: Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenentzündungen, Nierenversagen, gewisse Lebererkrankungen, gewisse Krebserkrankungen, Bluteiweißerkrankungen, nach lebensbedrohlichen Erkrankungen mit Intensivbehandlung, HIV/AIDS, Porphyrie, Amyloidose
  • Polyneuropathie bei entzündlichen Erkrankungen: Borreliose (Zeckenbisserkrankung), Gefäßentzündungen (Vaskulitis), HIV/AIDS, als Autoimmunerkrankung nach stattgehabter Entzündung
  • Polyneuropathie bei Vitaminmangel: Vitaminmangel von B1, B2, B6, B12, E
  • Polyneuropathie bei Schwermetallvergiftung: Blei, Arsen, Thallium, Quecksilber, Gold
  • Polyneuropathie als Nebenwirkung von Medikamenten: gewisse Chemotherapeutika, Interferone, Virustherapeutika bei HIV, viele weitere Einzelsubstanzen
  • Genetisch bedingte Polyneuropathien: Es sind mehrere genetisch bedingte Polyneuropathien bekannt. Nicht immer sind betroffene Familienmitglieder zu beobachten.

Diagnose von Polyneuropathie

Diagnostik und Therapie der Polyneuropathie fallen in das Fachgebiet des Neurologen. Am Anfang stehen eine genaue Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und eine fachärztliche, klinisch-neurologische Untersuchung. Auch eine psychiatrische Untersuchung ist zur Abgrenzung notwendig. Danach erfolgt die Untersuchung der peripheren Nerven mit elektrophysiologischen Methoden. Hierbei werden überwiegend die Nervenleitgeschwindigkeit und die Reizantwortstärke der betroffenen Nerven vermessen. Begleitet wird dies durch ein EMG (Elektromyographie- elektrische Untersuchung der betroffenen Muskeln mit einer Nadel). Danach erfolgt eine laborchemische Abklärung der wichtigsten Ursachen aus dem Blut. Klärt man die wichtigsten 35-40 Ursachen ab, so beinhaltet dies ca. 80 % aller betroffenen Patienten. Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung sollte das Nervenwasser (Liquor) untersucht werden. Eine Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule ist erforderlich, wenn gleichzeitig dort eine zusätzliche Erkrankung z.B. ein enger Spinalkanal vermutet wird.

Die wichtigsten genetischen Ursachen lassen sich durch genetische Untersuchungen aus dem Blut heraus abklären. Diese Untersuchungen sind jedoch teuer und werden daher nicht routinemäßig durchgeführt. Eine Untersuchung eines operativ entfernten Teils eines betroffenen Nervens (Biopsie) ist heutzutage nur in Ausnahmen notwendig.

Behandlung von Polyneuropathie

Die häufig auch von Ärzten verbreitete Aussage: "Bei Polyneuropathie kann man nichts machen", ist falsch. Es gibt viele therapeutische Ansätze. Verbesserungen sind fast regelmäßig möglich. Auch eine Ausheilung ist nicht selten erzielbar.

Lesen Sie auch: Optimierter Kortison-Einsatz

Das primäre Ziel der Behandlung ist die Ausschaltung der Ursache der Polyneuropathie. Dies bedeutet z.B. einen Diabetes mellitus optimal mit Medikamenten einzustellen. Medikamente, die eine Polyneuropathie verursachen, müssen abgesetzt oder ausgetauscht werden, insofern sie nicht aus anderem Grund unabdingbar notwendig sind. Eine toxische Exposition, beispielsweise durch Schwermetalle oder Umweltgifte, muss beendet werden. Ist Alkohol die Ursache der Polyneuropathie, so muss vollständige, lebenslange Abstinenz eingehalten werden. Auch kleinere Mengen Alkohol können eine Verschlechterung herbeiführen oder eine Ausheilung verhindern, da das Nervensystem bereits vorgeschädigt ist. Alkoholabstinenz ist immer eine Voraussetzung für eine Verbesserung oder Ausheilung der Symptomatik.

Für die Behandlung der Schmerzen oder unangenehmen Missempfindungen stehen mehrere Medikamente zur Verfügung. Liegt eine entzündliche Ursache der Polyneuropathie vor, so können Cortison-Infusionen, Plasmapherese (umgangssprachlich - Blutwäsche) oder die Gabe von Immunglobulinen zu einer Linderung oder gar Ausheilung führen. Die Notwendigkeit der Anwendung dieser Medikamente oder Verfahren zu beurteilen ist Sache des neurologischen Experten. Missempfindungen und Schmerzen können überdies mit einer Neural-Akupunktur behandelt werden. Lähmungen und Muskelschwund, Gleichgewichtsstörungen und Gangstörungen können mit einer spezifischen Physiotherapie behandelt werden. Diese kann gegebenenfalls um elektrische oder magneto-elektrische Stimulationverfahren ergänzt werden.

Kortison-Stoßtherapie: Eine Option bei Polyneuropathie?

Kortikosteroide (umgangssprachlich auch Kortison genannt) werden schon seit langer Zeit erfolgreich in vielen verschiedenen Therapiegebieten eingesetzt und haben auch bei CIDP ihre Wirksamkeit bewiesen. Sie wirken stark entzündungshemmend und unterdrücken die überschießende Reaktion des Immunsystems. Kortikosteroide werden oft in der akuten Phase (Akuttherapie) in hohen Dosierungen verabreicht, um eine möglichst rasche Reduktion der Symptome zu erzielen. Ist eine dauerhafte Erhaltungstherapie notwendig, erfolgt in der Regel eine niedrigere Dosierung.

Die chronisch inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) gilt als autoimmunologisch bedingte Erkrankung des peripheren Nervensystems. Bei der gesicherten CIDP sind wirksame Therapien die immunmodulatorische Therapie mit intravenösen Immunglobulinen (IVIG), Glukokortikosteroiden (GS) und Plasmaaustauschverfahren, die in prospektiven und kontrollierten Studien Ansprechraten von ca. 50 - 75 % aufweisen konnten.

Ein akuter Multiple Sklerose Schub wird in der Regel mit einer intravenösen Kortisontherapie über drei bis fünf Tage behandelt. Bei dieser kurzzeitigen Gabe ist Kortison meist gut verträglich. Bei fehlender Rückbildung der Symptome der MS kann eine noch höhere Dosierung von Kortison oder eine Blutwäsche (Plasmapherese) versucht werden.

Lesen Sie auch: Nervenbehandlung mit Kortison

Was ist eine Kortison-Stoßtherapie?

Unter einer Kortison-Stoßtherapie versteht man eine meist durch Infusion durchgeführte Applikation des Hormons Cortison über die Vene in hoher Dosis, um eine schnelle und akute Wirkung zu erreichen. Meistens handelt es sich um eine Notsituation, in der die schnelle Wirkung des Cortisons lebenswichtig ist. Auch kann eine Cortison-Stoßtherapie durch Tabletten erfolgen. Dieses Vorgehen würde man vor allem wählen, wenn über einen längeren Zeitraum Cortison in höheren Dosen verabreicht werden muss.

Indikationen für eine Kortison-Stoßtherapie

  • Allergische Reaktion: Allergische Reaktionen stellen die Hauptindikation dar, weshalb eine Cortisonstoßtherapie erfolgen muss. Ein ausgeufertes Asthma, oder ein Asthmaanfall, bei dem die Lunge so dicht ist, dass Sprühmedikation nicht mehr in die Lunge kommt, wäre eine Ursache warum eine Cortisonstoßtherapie durchgeführt werden muss.
  • Autoimmunreaktionen: Autoimmunreaktionen sind Reaktionen des Immunsystems, das in diesem Fall die körpereigenen Zellen nicht erkennt und dagegen vorgeht. Hier kann prinzipiell jede Zellenart des Körpers von betroffen sein. Oftmals sind es Gelenke im Sinne einer rheumatoiden Arthritis, es können aber auch Haut, Muskel und Knochen sowie auch einzelne Organe wie die Niere, Lunge oder Schilddrüse von einer Autoimmunreaktion betroffen sein.
  • Entzündliche Reaktionen: Auch wenn im Körper entzündliche Reaktionen ablaufen, die man mit gängigen Entzündungshemmern nicht in den Griff bekommt, kann man sich die entzündungshemmende Wirkung des Kortisons zu Nutze machen, um die Entzündung im Körper zu reduzieren.
  • Hörsturz: Ein Hörsturz ist eine akute Erkrankung bisher heute unklarer Ursache mit deutlich und meistens einseitigem herabgesetztem Hören.

Wie wird eine Kortison-Stoßtherapie durchgeführt?

In vielen Fällen startet die Kortison Stoßtherapie mit einer Kortisoninfusion. Hierbei wird dem Patienten ein Zugang gelegt, durch den er entweder Kortison gespritzt oder aber eine Infusion mit Kortison bekommt. Je nach Grunderkrankung werden bis zu 250 mg Kortison in die Infusion gegeben. Die Infusion läuft dann ca. 45 Minuten bis zu einer Stunde. Meistens kommt es dann schon nach wenigen Minuten oder maximal einer Stunde zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Nachdem die Infusion durchgelaufen ist, sollte aber dann eine weiterführende Kortisonbehandlung in Tablettenform dem Patienten aufgeschrieben werden. Hier würde man dann z.B. Tabletten der Dosierung 20 mg Prednisolon aufschreiben, die der Patient morgens und abends für 3 Tage nehmen soll. Danach folgen 3 Tage, in denen er nur noch 20 mg einmal täglich nehmen soll, 3 Tage mit 10 mg, 3 Tage mit 5 mg, bevor das Kortison komplett abgesetzt werden kann.

Wie wirkt eine Kortison-Stoßtherapie?

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das entzündungshemmend und auch immunsystemdrosselnd wirkt. Die Wirkung tritt sehr schnell ein. Wenn hohe Dosen gegeben werden, kann eine antiallergische Reaktion schnell erwartet werden. Patienten mit einem Asthmaanfall, die eine Kortison Stoßtherapie erhalten, können so innerhalb weniger Minuten mit einer deutlichen Besserung der Beschwerden rechnen.

Behandlungserfolg einer Kortison-Stoßtherapie

Nach der Gabe von Kortison und ganz speziell von höheren Dosen in der Stoßtherapie sollte mit innerhalb von Minuten auftretenden antiallergischen Ergebnissen zu rechnen sein. Erytheme der Haut wären somit schnell rückläufig sowie auch durch eine Nesselsucht verursachte Hauterscheinungen. Weiterhin wird durch Asthma oder einer Allergie verursachte Luftnot des Patienten schnell und deutlich gemindert werden.

Wie schnell wirkt eine Kortison-Stoßtherapie?

Wie schnell die Kortison Stoßtherapie wirkt, hängt vor allem von der gegebenen Dosis ab, aber auch in welcher Form das Hormon verabreicht wird. Eine Kortisongabe von 250 mg per Infusion sollte innerhalb weniger Minuten, maximal 30 Minuten, zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden beitragen. Eine entsprechende Erhaltungsdosis des Kortison als Tablette innerhalb der nächsten Tage sollte unbedingt durchgeführt werden, um ein Wiederauftreten der Beschwerden zu verhindern. Nach Injektion von Kortison in ein entzündetes Gebiet kann es Tage dauern, bis die Schmerzen nachlassen.

Nebenwirkungen einer Kortison-Stoßtherapie

Vor allem die schnell eintretenden Nebenwirkungen kann man unter einer Kortison Stoßtherapie relativ schnell spüren.

Was tun, um weniger Nebenwirkungen zu bekommen?

Um Nebenwirkungen des Kortisons zu vermeiden, sollte zunächst immer sehr kritisch die verabreichte Dosis hinterfragt werden. Dies bezieht sich auf die Höhe der Dosis als auch auf die Länge der Zeit, in der das Medikament gegeben wird. Man geht nach dem Prinzip vor, dass nicht mehr als nötig beinhaltet. Bei entsprechenden Grunderkrankungen wie dem Diabetes sollte der Blutzucker unter einer Kortison Stoßtherapie im Auge behalten und entsprechend gegengesteuert werden, um eine langanhaltende Überzuckerung zu vermeiden. Auch sollte die Tageszeit, wann eine Kortisonstoßtherapie durchgeführt wird, genau beachtet werden.

Was tun, wenn eine Cortison-Stoßtherapie nicht wirkt?

Verschwinden die Symptome unter einer Kortisonstoßtherapie nicht, muss genauestens geschaut werden, an was das liegt. Manchmal kann es stoffwechselbedingt zu einer verminderten Wirkung des Kortisons kommen, weshalb dann zunächst das Kortison gestoppt und alternative Medikamente in Erwägung gezogen werden sollten. Hat man genügend Zeit, einen alternativen Weg der Behandlung einzuschlagen, sollte man zeitnah einen Spezialisten im Sinne eines Endokrinologen aufsuchen. Im absoluten Notfall, also bei einem allergischen Schock, in dem hohe Dosen Kortison nicht helfen, muss man Adrenalin spritzen.

Alternativen zu einer Cortison-Stoßtherapie

Je nach Grunderkrankung und Ursache gibt es auch einige Alternativen zu einer Kortison Stoßtherapie.

  • Allergische Reaktion: Bei einer allergischen Reaktion kann auch ein sogenanntes Antihistaminikum eingesetzt werden. Dieses Medikament wirkt antiallergisch und wird auch manchmal parallel zum Kortison verabreicht. Es kann aber auch alleinig als Tabletten, Tropfen oder auch als Infusion verabreicht werden. Auch hier ist zu beachten, dass nach Besserung der Beschwerden eine Erhaltungsdosis des Antihistaminikums gegeben werden sollte, damit verhindert wird, dass die Beschwerden wieder zurückkehren.
  • Entzündungen: Bei Entzündungen im Körper kann und wird meistens auch zunächst ein Behandlungsversuch mit den gängigen Entzündungshemmern wie Ibuprofen oder auch Diclofenac in Tablettenform durchgeführt. Diese Medikamente reichen sogar manchmal aus und machen Kortison überflüssig.
  • Hauterkrankungen: Allergische Reaktionen der Haut können ebenfalls zunächst einmal mit einem Antihistaminikum behandeln werden. Hier kommen Gele oder Salben wie Fenistil® zum Einsatz. Neurodermitis kann und wird in der Regel auch zuerst durch Kortisonsalben behandelt, bevor eine Cortisonstoßtherapie durchgeführt wird.
  • Autoimmunerkrankungen: Bei Autoimmunerkrankungen können auch sogenannten Biologicals zum Einsatz kommen, wenn man auf eine Kortison Stoßtherapie verzichten will. Hierunter versteht man Medikamente, die das Immunsystem drosseln und anpassen und somit verhindern, dass es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems kommt. Bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis nimmt man zunehmend von Kortison als Stoßtherapie Abstand und versucht wenn möglich rheumatische Schübe durch Methotrexat einmal in der Woche zu vermeiden. Nur wenn es trotz dieser Therapie zu Rheumaschüben kommt, sollte Kortison als Stoßtherapie eingesetzt werden.

Kortison-Stoßtherapie in der Schwangerschaft

Auf Kortison Stoßtherapien sollte in der Schwangerschaft, vor allem in den ersten drei Monaten, verzichtet werden. Bei Gefahr für Leib und Leben kann aber eine Gabe einer hochdosierten Kortisontherapie in Erwägung gezogen werden. Kortisonsalben können, wenn nicht täglich, in der Schwangerschaft gegeben werden, ebenso Kortisonhaltige Sprays. Zunächst sollten aber in der Schwangerschaft alternative Medikamente ausgeschöpft werden, bevor man zum Kortison greift. Sollte es in der Schwangerschaft doch zu einer Kortison Stoßtherapie gekommen sein, muss unbedingt der Blutzucker der Mutter kontrolliert werden, weil nicht selten dann ein Diabetes daraus resultieren und ein deutlich erhöhtes Risiko für das Kind daraus entstehen kann.

tags: #kortison #stobtherapie #bei #polyneuropathie