Kräftigung der Rückenmuskulatur bei Parkinson: Ein umfassender Ansatz

Einführung

Bei einem Rundrücken (Hyperkyphose) ist die physiologische Rundung der Brustwirbelsäule zu stark ausgeprägt. Dieser Artikel befasst sich mit der Bedeutung der Kräftigung der Rückenmuskulatur bei Parkinson-Patienten, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Haltungsstörungen wie dem Rundrücken. Wir werden verschiedene konservative und chirurgische Behandlungsansätze sowie die Rolle der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie untersuchen.

Rundrücken (Hyperkyphose): Ursachen und Erscheinungsbild

Ein Rundrücken, auch Hyperkyphose genannt, zeichnet sich durch eine übermäßige Krümmung der Brustwirbelsäule aus. Neben der ausgeprägten Rundung des Rückens sind die Schultern nach vorne und oben gezogen.

Konservative Behandlungsansätze

Physiotherapie und Übungen

Durch intensive physiotherapeutische Behandlung und ein konsequent durchgeführtes Übungsprogramm lässt sich ein haltungsbedingter Rundrücken lindern oder heilen. Die Rückenmuskulatur wird gezielt im Bereich der Brustwirbelsäule gekräftigt, wodurch eine Haltungsverbesserung erreicht wird.

Dehnung der Brustmuskulatur

Vor allem die verkürzte Brustmuskulatur auf der Körpervorderseite sollte intensiv gedehnt werden. Die Dehnung der Brustmuskulatur begünstigt die Aufrichtung der Brustwirbelsäule und wirkt sich positiv auf die Schulterstellung aus.

Mobilisierung der Brustwirbelsäule

Die Brustwirbelsäule (BWS) wird in die Aufrichtung beweglich gemacht.

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Übungen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur

Auch bei dieser Übung wird die aufrichtende Wirbelsäulenmuskulatur gekräftigt. Für diese Übung werden zwei kleine Gewichte zwischen einem halben und einem Kilo benötigt.

  • Durchführung: Aufrecht auf die vordere Hälfte eines Stuhls setzen. Die Knie sind etwas mehr als hüftbreit auseinander und die Füße stehen unter den Knien. In den Händen halten Sie die Gewichte. Mit geradem Oberkörper etwas nach vorne neigen.

Sportarten zur Förderung der Aufrichtung

Alle Sportarten, die die Aufrichtung der Wirbelsäule fördern, sind bei einem Rundrücken empfehlenswert.

Vermeidung von langem Sitzen

Versuchen Sie künftig, langes und häufiges Sitzen zu vermeiden, kontrollieren Sie Ihre Körperhaltung oder bitten Sie andere, dies für Sie zu tun, und führen Sie Ihr Übungsprogramm am besten täglich durch.

Stimulation der Multifidus-Muskulatur

Die Stimulation der Multifidus-Muskulatur spielt eine wichtige Rolle in der Rehabilitation und Behandlung von Rückenschmerzen, da diese tiefe Rückenmuskulatur eine zentrale Funktion bei der Stabilisierung der Wirbelsäule hat. Der Multifidus stabilisiert vor allem den unteren Rücken und unterstützt die Wirbelsäule in verschiedenen Bewegungen, wie zum Beispiel bei der Rotation und Seitwärtsbewegung.

Methoden zur Stimulation des Multifidus

Es gibt verschiedene Ansätze zur gezielten Aktivierung und Stimulation der Multifidus-Muskulatur, die sowohl in der Physiotherapie als auch bei der Verwendung von medizinischen Geräten zum Einsatz kommen.

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  • Physiotherapeutische Übungen: Bestimmte Übungen zielen darauf ab, die tiefe Rückenmuskulatur, einschließlich des Multifidus, gezielt zu aktivieren und zu stärken.
  • Implantierbare Geräte zur Stimulation: Bei schwereren Fällen von Rückenschmerzen und Instabilitäten, die auf andere Maßnahmen nicht ausreichend ansprechen, kann auch eine implantierbare Stimulationseinheit verwendet werden.

Mobilisationsübungen für die Wirbelsäule

Mit den nachstehenden Übungen mobilisieren Sie Ihre Wirbelsäule. Bevor Sie das folgende Trainingsprogramm absolvieren, empfiehlt es sich, ein paar Aufwärmübungen durchzuführen.

  • Katzenbuckel/Pferderücken: Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand. Die Arme befinden sich unterhalb der Schultern, die Knie sind etwa hüftbreit aufgestellt. Beim „Katzenbuckel“ ziehen Sie mit der Ausatmung das Kinn zur Brust hin. Der Bauch ist angespannt, während Sie den Rücken nach oben wölben (Rundrücken). Das Becken dabei leicht nach vorne schieben. Mit der nächsten Einatmung wechseln Sie behutsam in den „Pferderücken“. Führen Sie die Übung dreimal durch, mit je 10 bis 15 Wiederholungen.
  • Oberkörperrotation: Stellen Sie sich hierfür hüftbreit auf, die Arme lassen Sie seitlich hängen. Drehen Sie den Oberkörper nun abwechselnd von einer auf die andere Seite - soweit es geht. Beachten Sie, dass das Becken immer geradeaus gerichtet bleibt. Die Bewegung entspringt allein dem Oberkörper. Der Kopf folgt in Verlängerung der Wirbelsäule der Bewegung. Die Arme nehmen Sie ebenfalls mit in die Rotation.
  • Drehung im Vierfüßlerstand: Platzieren Sie die Hände unter den Schultern und die Knie unter der Hüfte. Aus dieser Position heraus führen Sie Ihren rechten Arm unter dem Körper hindurch. Der Oberkörper dreht sich mit. Legen Sie Oberarm und Kopf auf der Matte ab - der Blick geht seitlich zur Hand hin. Halten Sie die Position für einige Sekunden und spüren Sie die Dehnung in der Muskulatur. Atmen Sie gleichmäßig ein und aus. Während der gesamten Übung sollten Ihre Bauchmuskeln angespannt bleiben.
  • Beckenheben: Ausgangsstellung ist die Rückenlage. Die Beine sind angewinkelt und etwa hüftbreit aufgestellt. Die Arme legen Sie neben dem Körper ab. Heben Sie nun - vom Steißbein angefangen - Wirbel für Wirbel den Körper nach oben, während Schultern und Arme auf dem Boden bleiben. Knie, Hüfte und Schulter sollten am Ende eine Linie ergeben. Halten Sie die Position für einige Sekunden, bevor Sie den Rücken langsam wieder ablegen.
  • Arm- und Beinheben im Liegen: Bauen Sie Körperspannung auf und lösen Sie den Kopf leicht vom Boden. Die Halswirbelsäule bleibt in gerader Linie zum restlichen Körper (Blick nach unten richten). Dann jeweils ein Bein und den entgegengesetzten Arm abwechselnd heben und senken. Führen Sie die Bewegungen mehrmals aus.

Stufenlagerung zur Entlastung der Lendenwirbelsäule

Für die sogenannte Stufenlagerung benötigen Sie eine (gepolsterte) erhöhte Ablage wie einen Stuhl oder mehrere Kissen. Legen Sie sich auf eine Matte und platzieren Sie die Beine so auf dem Stuhl, dass Unter- und Oberschenkel einen rechten Winkel bilden. Die Arme legen Sie locker neben sich. Die Stufenlagerung wirkt schmerzlösend und entkrampfend - insbesondere bei akuten Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Mit der Übung entlasten Sie Ihre Bandscheiben.

Yoga zur Dehnung und Entspannung

Den Oberkörper nun langsam nach unten zum Boden beugen. Die Arme locker neben dem Körper platzieren. Während Sie in der Yogapose verbleiben, achten Sie auf eine ruhige und gleichmäßige Atmung. Schonen Sie Ihren Rücken beim Aufstehen vom Boden. Beine anziehen. Mit den Händen auf dem Oberschenkel abstützen.

Pilates zur Stärkung der Rumpfmuskulatur

Bei Pilates handelt es sich um ein systematisches Ganzkörpertraining zur Stärkung der Muskulatur primär im Bereich des Beckenbodens, von Bauch und Rücken. Das Training findet auf der Matte und an speziell entwickelten Geräten statt. Ziel ist es, über die Kräftigung der Muskulatur sowohl Ausdauer, Bewegungskoordination und Körperhaltung zu verbessern, den Kreislauf anzuregen und zu einer erhöhten Körperwahrnehmung zu gelangen.

Vorteile von Pilates für Parkinson-Patienten

Die durchaus anstrengenden und äußerst dynamischen Pilates-Übungen helfen, Gelenke, Wirbelsäule und Skelettmuskulatur zu kräftigen und zu festigen. Das gibt von Parkinson Betroffenen Sicherheit im Alltag, denn insbesondere die Körperaufrichtung und als deren Begleiter die Stabilität profitieren nachweislich von dem Ganzkörper-Trainingskonzept. Es hilft vor allem bei jenen Beeinträchtigungen, unter den Parkinson-Patienten ausgesprochen häufig leiden: Rückenschmerzen; Brustkrümmung nach vorn; Halteschwächen bis hin zu dem Gefühl, der Körper kippe ständig nach hinten weg.

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Grundlagen des Pilates-Trainings

Grundlage aller Übungen ist das Trainieren des „Powerhouses“. Diese Region im Körper beschreibt die rund um die Wirbelsäule in der Körpermitte liegende Stützmuskulatur. Vor allem die Muskeln des Beckenbodens und die tiefe Rumpfmuskulatur werden immer wieder gezielt angesprochen. Konzeptionell umfasst das Pilates-Training Kraftmomente, Stretching und bewusste Atmung.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Pilates

Die Forschung zeigte mehrfach im Ergebnis, dass Pilates energetisch-muskuläre Synergien freisetzt, indem es das Zusammenspiel verschiedener Akteure des Power Houses stärkt: Beteiligt sind vor allem der Musculus transversus abdominis, tiefe Fasern des Musculus Multifidus Lumborum, das Zwerchfell und die Beckenbodenmuskulatur. Sie stellen im Zusammenspiel segmentale Stabilität im Becken und in der Wirbelsäule her und sicher.

Parkinson-Krankheit: Symptome und Behandlung

Menschen mit einer Parkinson-Erkrankung leiden unter Störungen wie Verlangsamung der Bewegung, steifen Muskeln, Gleichgewichtsstörungen und Zittern. Im MEDICLIN Klinikum Soltau werden spezielle Therapien zur Behandlung der Erkrankung und der damit verbundenen Beschwerden angeboten.

Symptome der Parkinson-Krankheit

Typische Anzeichen der Parkinson-Krankheit:

  • Verlangsamte Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit
  • Steife Muskeln
  • Instabiler Stand und Gang mit Risiko für Stürze
  • Muskelzittern (Tremor)

Ursachen der Parkinson-Krankheit

Die wesentliche Ursache der Parkinson-Erkrankung ist das Absterben von Zellen im Gehirn, die Dopamin herstellen. Der Dopamin-Mangel führt bei der Parkinson-Krankheit zu Bewegungsstörungen.

Behandlung der Parkinson-Krankheit

Eine Parkinson-Erkrankung ist grundsätzlich nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Therapieansätze, die den Krankheitsverlauf mehr oder weniger deutlich beeinflussen können. Bei der Behandlung unterscheiden Ärzte motorische Anzeichen, die die Bewegung betreffen, und nichtmotorische Anzeichen.

Behandlung der motorischen Symptome

Spezielle Medikamente sollen dem Dopaminmangel im Gehirn entgegenwirken.

Behandlung nichtmotorischer Symptome

Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Denkstörungen und Störungen der Impulskontrolle werden ebenfalls gezielt mit Medikamenten behandelt.

Krankengymnastik und Physiotherapie

Krankengymnastik und Physiotherapie sind ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie. Beschwerden wie Steifheit und Zittern infolge der Krankheit verschlechtern oft das Bewegungsverhalten und die Körperhaltung. Häufig ist bei der Parkinson-Krankheit ein stark vorgeneigter Oberkörper.

  • Physiotherapie: Sie arbeiten mit Ihnen daran, Ihre Haltungskontrolle zu verbessern, zeigen Ihnen Übungen zur Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur und zur Dehnung verkürzter Muskeln, versuchen, Ihre Schmerzen zu lindern, und zeigen Ihnen, wie Sie das Risiko von Stürzen senken können.
  • Ergotherapie: Sie unterstützen Sie dabei, Ihre Handlungs- und Bewegungsfähigkeit zu verbessern, damit Sie Ihren Alltag möglichst selbständig und unabhängig meistern.
  • Logopädie: Unsere Logopäden unterstützen Sie bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. Sie machen mit Ihnen Übungen, um beispielsweise die Schluckfunktion, die Atmung, die Aussprache, die Stimmlautstärke und den Sprechrhythmus zu verbessern.

Strukturelle Herangehensweise an Rückenprobleme bei Parkinson

Keypoints

  • Rückenprobleme bei Parkinsonpatienten müssen strukturell und multidisziplinär angegangen werden.
  • Die Behandlung beginnt mit der Optimierung des Allgemeinzustands des Patienten.
  • Abhängig von der Pathologie und dem Behandlungswunsch des Patienten kann eine weitere konservative oder chirurgische Behandlung durchgeführt werden.
  • Das Gleichgewicht der Wirbelsäule muss bei der chirurgischen Behandlung mehr denn je berücksichtigt werden.

Diagnostik und Beurteilung

Die Diagnosestellung bei Parkinsonpatienten mit Rückenproblemen beginnt mit einer gründlichen Anamnese, welche sich in erster Linie auf die Symptome konzentriert, aber zugleich auch die Bedürfnisse und Erwartungen des Patienten mit einbezieht. Anschliessend sollte eine gründliche neurologische Untersuchung durchgeführt werden. Bei Verdacht auf ein Kompressionssyndrom im Rücken sollte eine gezielte MRT gemacht werden. Im Falle einer klinisch signifikanten Deformität muss sich die körperliche Untersuchung auch auf die Starrheit der Deformität konzentrieren.

Konservative und neurologische Behandlung

Der erste Schritt im Behandlungsprozess ist die optimale pharmakologische Einstellung des Parkinsonpatienten. Hierzu gehört nicht nur die neurologische Behandlung des Morbus Parkinson, sondern ebenso eine adäquate Schmerztherapie zur Linderung von Schmerzen infolge von sagittaler Imbalance, Spondylarthrosen, Diskopathie und Vertebrostenose. Allein hierdurch kann es zu einer deutlichen Verbesserung der Mobilität kommen.

Chirurgische Behandlung

Ein Parkinsonpatient kann wegen begrenzter Haltungsveränderungen, Stenosen der Wirbelsäule, die zu Kompressionssyndromen führen, oder einer Kombination aus beidem für eine chirurgische Behandlung in Betracht kommen. Es ist jedoch wichtig, zu erkennen dass diese Patientenkategorie medizinisch sehr komplex ist und dass Rückenprobleme in dieser Gruppe multifaktorieller Genese sein können.

Indikation zur chirurgischen Behandlung

Der Chirurg und der Patient müssen bei der Indikation erkennen, dass eine Wirbelsäulenoperation bei Parkinsonpatienten mit einer höheren Komplikationsrate verbunden ist als eine Wirbelsäulenoperation bei Patienten ohne Parkinson. Das Ziel der Behandlung ist die Linderung der Symptome und kann darin bestehen, die Mobilität zu erhöhen und die Schmerzen zu lindern.

Präoperative Planung

Vor der Operation muss eine umfangreiche Diagnostik durchgeführt werden. Diese besteht aus Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule in aufrechter Position von lateral und ap. Darüber hinaus erfolgt eine MRT-Untersuchung, um die knöchernen und weichteiligen Strukturen der Wirbelsäule zu beurteilen.

Chirurgische Techniken

Es gibt verschiedene chirurgische Techniken, die bei Parkinsonpatienten mit Rückenproblemen eingesetzt werden können. Die Wahl der Technik hängt von der Art und dem Ausmaß der Erkrankung sowie vom Allgemeinzustand des Patienten ab.

Postoperative Behandlung

Nach der Operation ist eine intensive Rehabilitation erforderlich, um die восстановление der Muskulatur zu fördern und die Beweglichkeit zu verbessern.

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