Das Auftreten von Krämpfen im Arm, insbesondere nachts, kann sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu komplexeren Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für Armkrämpfe in der Nacht und bietet Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten und präventiven Maßnahmen. Medizinische Prüfung erfolgte durch Dr. med.
Das Schulter-Arm-Syndrom als mögliche Ursache
Das Schulter-Arm-Syndrom, auch Zervikobrachialgie genannt, ist ein Symptomkomplex, der Schmerzen im Nacken, in der Schulter und im Arm verursacht. Es handelt sich dabei nicht um eine klar abgrenzbare Erkrankung oder Verletzung, sondern um einen Befund, bei dem Schulterschmerzen als Leitsymptom gelten. Der Schmerz kann in den Oberarm ziehen und das Anheben des Armes über den Kopf oder bestimmte Rotationsbewegungen erschweren. Oftmals treten die Schmerzen auch nachts auf und beeinträchtigen den Schlaf.
Ursachen des Schulter-Arm-Syndroms
Die häufigste Ursache für das Schulter-Arm-Syndrom sind muskulär-fasziale Probleme an der Halswirbelsäule, wie knotige, schmerzende Verspannungen, eine zu hohe Spannung in den Faszien oder ein muskuläres Ungleichgewicht. Überschreiten diese Spannungen oder Dysbalancen ein bestimmtes Maß, können sie sich auch auf die Wirbelkörper und die Bandscheiben auswirken. Da die Faszien alle Strukturen im Körper miteinander verbinden, können Fehlhaltungen oder Fehlstellungen langfristig zu Problemen führen.
Weitere mögliche Ursachen für das Schulter-Arm-Syndrom sind:
- Impingement-Syndrom: Hierbei kommt es zu einer schmerzhaften Engstelle in der Schulter, bei der der Oberarmknochen Teile der Rotatorenmanschette und den Schleimbeutel unter dem Schulterdach einklemmt.
- Frozen-Shoulder-Syndrom: Bei dieser Erkrankung fühlt sich die Schulter „eingefroren“ an und Bewegungen sind erschwert. Entzündungen in der Schulter sowie eine Verschlechterung der Durchblutung und des Stoffwechsels können eine Frozen Shoulder begünstigen. Auch andere Erkrankungen wie Diabetes Mellitus können eine Rolle spielen.
- Kalkschulter: Bei einer Kalkschulter kommt es zu Ablagerungen von Kalk in den Sehnen der Rotatorenmanschette, was zu starken Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann.
- Schulterarthrose: Hierbei verschleißt der Knorpel in einem der Gelenke der Schulter. Neben einer eingeschränkten Stoffwechseltätigkeit können auch entzündliche Prozesse den Knorpel schädigen.
Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms
Die Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms richtet sich nach der Ursache. In den meisten Fällen stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund:
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- Schmerzlinderung: Durch Lockerung der Muskulatur, beispielsweise mit Wärmetherapie, Kinesiotaping oder manueller Medizin (Chirotherapie). Bei starken Schmerzen können kurzfristig auch Schmerzmedikamente eingenommen werden.
- Gezielte Injektionen: Bei Verschleißerscheinungen oder einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule können gezielte Einspritzungen mittels bildgebender Verfahren an der Halswirbelsäule bzw. dem in seiner Funktion eingeschränkten Nerv die Beschwerden lindern.
- Verbesserung der Körperhaltung und Kraftausdauer: Krankengymnastische Übungen und regelmäßige sportliche Aktivität (Yoga, Pilates, Schwimmen, Nordic Walking, Qigong, uvm.) können helfen, die Genesung zu stabilisieren.
- Liebscher & Bracht Übungen®: Diese Übungen können helfen, muskuläre Spannungen zu normalisieren und das Bindegewebe elastischer und geschmeidiger zu machen.
In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, beispielsweise bei einer Freilegung des eingeklemmten Nervs (Foraminotomie) oder dem Ersatz der betroffenen Bandscheibe (Implantation einer Bandscheibenprothese).
Muskelkrämpfe in Armen, Händen und Fingern
Muskelkrämpfe in Armen, Händen und Fingern sind eine plötzlich einsetzende, kurze, unbeabsichtigte und meist schmerzhafte Anspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Bei diesen Krämpfen werden Muskeln unerwartet und unkontrolliert angespannt, wobei sie sich für kurze Zeit verhärten. Oftmals sind diese Verhärtungen mit stechenden Schmerzen verbunden und können Betroffene auch längerfristig belasten. Manchmal treten auch Zuckungen der Muskelfasern anstelle von Verhärtungen auf, die zwar weniger schmerzhaft, aber dennoch unangenehm sind.
Formen von Muskelkrämpfen
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Muskelkrämpfen:
- Muskelverhärtung: Hierbei verhärten sich die Muskelfasern des betroffenen Muskels, und der schmerzhafte Krampf kann einige Minuten andauern.
- Faszikulation: Diese Form zeichnet sich durch unregelmäßige und unkontrollierte Zuckungen des betroffenen Muskels aus. Sie sind meist schmerzfrei und verschwinden innerhalb weniger Sekunden wieder.
- Rigor: Ein Rigor ist eine Muskelstarre, bei der es zur gleichzeitigen Verkrampfung von entgegengesetzten Muskeln kommt. Dies verursacht starke Schmerzen und eine Steifheit der Muskeln.
Ursachen von Muskelkrämpfen in Armen, Händen und Fingern
Muskelkrämpfe können vielschichtige Ursachen haben. Oftmals ist eine Überbelastung des betroffenen Muskels der Auslöser. Aber auch Hormone, bestimmte Erkrankungen oder ein Ungleichgewicht des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts können mögliche Ursachen sein.
Mögliche Auslöser im Überblick:
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- Überbelastung des Muskels: Eine zu intensive oder einseitige Belastung des Muskels, beispielsweise beim Sport oder bei dauerhaften einseitigen Bewegungen, kann zu Verkrampfungen führen.
- Hormonelle Erkrankungen: Eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse kann zu einem Calciummangel führen, der Muskelkrämpfe verursachen kann. Auch während einer Schwangerschaft können vermehrt Muskelkrämpfe auftreten.
- Calciummangel: Ein Calciummangel im Blut kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen. Ursache für einen Calciummangel kann u. a. ein Vitamin-D-Mangel sein, z. B. bei Bauspeicheldrüsenentzündung, chronischer Nierenschwäche oder Fehlfunktion der Nebenschilddrüse.
- Neurologische Erkrankungen: Fehlfunktionen im Nervensystem können eine Muskelschwäche verursachen, die auch zu Muskelkrämpfen führen kann, z. B. bei einer Polyneuropathie. Auslöser dieser Krankheit sind z. B. Diabetes, Alkoholmissbrauch sowie Autoimmun-, Infektions- und Krebserkrankungen.
- Diabetes mellitus: Begleiterscheinungen von Diabetes mellitus können Krämpfe in den Muskeln sein.
- Entzündliche Muskelerkrankungen: Mögliche Auslöser können Viren (Grippe), Bakterien (Tetanus), Parasiten und auch Autoimmunerkrankungen (wie Myasthenia gravis) sein.
- Nichtentzündliche Muskelerkrankungen: Ursachen können Muskeldystrophien (Erbkrankheit, bei der sich das Muskelgewebe abbaut), Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion) oder Erkrankungen des Nervensystems (wie Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose (MS) oder Polio) sein.
Was tun bei Krämpfen in Armen und Händen?
Krämpfe in den Armen und Händen sind zwar oftmals harmlos, können jedoch sehr unangenehm oder schmerzhaft sein. Bei Krämpfen werden die Muskeln in den betroffenen Regionen unkontrolliert und unerwartet angespannt und verhärten sich für eine kurze Dauer.
Hilfe bei akuten Krämpfen - wertvolle Tipps:
- Der betroffene verkrampfte Muskel kann z. B. durch leichtes Schütteln der Hand oder des Unterarms gelockert werden.
- Regelmäßige Bewegungen und Dehnen können helfen, Krämpfen vorzubeugen oder diese im akuten Fall zu lindern.
- Wärme, z. B. in Form von warmen Bädern oder einer Wärmflasche, kann helfen, die Muskeln zu entspannen.
- Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gesunde, mineralstoffreiche Ernährung sind wichtig.
- Magnesium (beispielweise enthalten in Bananen oder Nüssen) und zusätzliche Präparate gegen Vitamin-D-Mangel können helfen.
Was tun, wenn Krämpfe in den Händen lange andauern?
Bei einem Krampf im Unterarm oder in der Hand sollte zuerst die Muskulatur entlastet werden. Machen Sie eine kurze Pause und geben Sie der Muskulatur die Möglichkeit, zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern.
Dehnen Sie die betroffene Muskulatur vorsichtig. Wenn sich beispielsweise der Zeigefinger verkrampft und zur Handinnenfläche krümmt, dehnen Sie ihn leicht nach oben - also von der Handinnenfläche weg. Achten Sie dabei darauf, dass Sie Ihre Schmerzgrenze nicht überschreiten.
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Wärme kann helfen, die Verkrampfung effektiv zu lockern. Eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen können helfen. Schon eine warme Tasse Tee, die sie in den Händen halten, kann helfen, die Durchblutung der Hände zu steigern und diese zu entkrampfen.
Auch leichte Massagen können helfen, die verkrampfte Muskulatur zu entspannen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die Schmerzen eher harmlos sind, wenn sie nur eine kurze Zeit andauern und von selbst wieder verschwinden. Sollten sie mehrere Tage andauern oder gehäuft auftreten, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden!
Vorbeugung von Krämpfen in den Händen
Um vor allem Krämpfen in den Händen und Fingern vorzubeugen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein:
- Regelmäßige Pausen können genutzt werden, um die Muskulatur zu entspannen und die Durchblutung der Hände und Finger zu fördern.
- Dehnübungen sind nützlich, um die Armmuskulatur, insbesondere die Muskeln der Handgelenke und Finger, zu lockern, Verspannungen zu lösen und Krämpfen vorzubeugen.
- Eine ergonomische Arbeitsumgebung wie ein höhenverstellbarer Computertisch kann helfen, einseitige Belastungen zu vermeiden.
- Hilfsmittel, wie ein Mauspad mit integrierter Abstützung des Handgelenks, eine ergonomische Tastatur oder Handgelenkstützen können die Belastung der Hände und Finger reduzieren.
- Ein spezielles Hand- und Fingertraining kann helfen, Muskeln aufzubauen und diese leistungsfähiger zu machen.
Wer ist besonders häufig betroffen?
Die Unterarmmuskulatur ist im Alltag besonders stark gefordert. Vor allem bei einem Bildschirmarbeitsplatz kann eine Belastung durch die Arbeit mit der Computermaus und der Tastatur entstehen. Auch körperlich fordernde Berufe sind belastend, wie in der Pflege oder im Handwerk. Wenn eine einseitige Belastung über einen längeren Zeitraum besteht und keine Entspannungspausen möglich sind, können Krämpfe der Muskulatur entstehen.
Die Hand ist ebenfalls besonders dann betroffen, wenn ungewohnte Anstrengungen vorkommen, beispielsweise beim Schreiben, aber auch beim Stricken oder beim Spielen am Computer. So sind Krämpfe in den Händen meistens auf die Überbelastung des Handgelenks zurückzuführen. Diese Überbelastung kann zu einer Wucherung des Bindegewebes führen, die die Einengung von Nerven zur Folge hat und somit schmerzhafte Kämpfe verursachen kann.
Einseitige Belastungen, wie sie z. B. beim Schreiben vorkommen, können zu einem sogenannten „Schreibkrampf“ führen. Hierbei verkrampfen vor allem die beim Schreiben aktiv beteiligten Muskeln der Hand, insbesondere der Zeige-, Mittelfinger und Daumen.
Der Schreibkrampf gehört zusammen mit der Golferdystonie und der Musikerdystonie zu den tätigkeitsspezifischen Beschäftigungskrämpfen, die nur während dieser spezifischen Tätigkeiten in Erscheinung treten, wobei der Schreibkrampf die verbreitetste Form ist. Betroffen sind dabei vor allem die Hände und Arme.
Die ersten Symptome treten typischerweise im Alter zwischen 20 und 50 Jahren auf. Häufig beklagen Betroffene Krämpfe, reduzierte Schreibgeschwindigkeit, Zittern, Steifheitsgefühle und Ungeschicklichkeit. Auch das Fallenlassen von Gegenständen und kleinere Verletzungen können die Folge sein. Erst im Verlauf können meist schmerzhafte Fehlhaltungen auftreten.
Abzugrenzen sind Krämpfe wie der Schreibkrampf von anderen muskuloskelettalen Beschwerden oder Nervenschädigungen, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen können. Hierbei treten meist auch sensible Symptome wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle auf.
Bei regelmäßig auftretenden Krämpfen sollten daher die Ursachen durch eine Ärztin oder einen Arzt abklärt werden.
Die Rolle der Durchblutung
Eine Durchblutungsstörung des Arms besteht dann, wenn insgesamt weniger Blut und damit auch weniger Sauerstoff im Arm ankommt oder weniger Blut aus dem Arm abfließen kann als sonst. Dies kann z. B. dann der Fall sein, wenn die Arme während der Arbeit am Laptop oder am Computer lange angewinkelt sind. Auch beim Spielen mit Spielkonsolen, beim Handarbeiten oder Werken kann dies der Fall sein.
Mögliche Folgen können steife Glieder, kalte Hände oder auch Krämpfe sein. Meist hören diese Beschwerden durch Unterbrechung der einseitigen Tätigkeit und Lockerung bzw. vorsichtiges Dehnen der betroffenen Muskeln wieder auf.
Diese eher harmlosen Durchblutungsstörungen unterscheiden sich von erstzunehmenden Problemen wie Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln. Hier sollte zur weiteren Abklärung eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Muskelkontraktionen und Muskelkrämpfe
Damit sich unsere Muskeln gezielt an- und entspannen können, sendet unser Gehirn über die Nervenzellen Stromimpulse in die Muskeln. Daraufhin spannen sich die Muskeln an oder entspannen sich. Senden die Nerven aber zu viele, zu wenige oder falsche Spannungen, führt dies zu unkontrollierten Kontraktionen - was wir dann als schmerzhaften Krampf zu spüren bekommen. Davon häufig betroffen sind die Waden, Oberschenkel oder auch Hände und Füße.
In der Regel hält ein Krampf nur wenige Minuten an, er kann aber auch Stunden dauern. Oft treten die Muskelkrämpfe nachts auf. Tagsüber sind insbesondere Sportler und Sportlerinnen davon betroffen - so manche Marathonläuferin oder so mancher Triathlet musste schon einmal wegen eines schmerzhaften Muskelkrampfs das Training oder den Wettkampf abbrechen.
Ursachen von Muskelkrämpfen
Warum es zu Muskelkrämpfen kommt, ist nicht abschließend geklärt. Die Theorie, dass Muskelkrämpfe durch einen Elektrolytmangel entstehen, ist bereits mehr als 100 Jahre alt. Und auch nach wie vor gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass ein Magnesiummangel häufige Krämpfe in Wade oder anderen Muskeln auslösen kann. Neben Magnesium gehören auch Kalium und Natrium zu den wichtigen Elektrolyten im Körper. Neuere Ansätze sehen Muskelkrämpfe eher als ein neuronales Problem: Die Nervenzellen, die im Rückenmark die Muskeln steuern, werden etwa bei hoher Belastung überregt. Das führt dazu, dass die Muskeln ermüden und Krämpfe entstehen.
Auch ein schlechter Trainingsstand, verkürzte Muskeln und hohe Temperaturen können zu Krämpfen führen. Zentral bei der Entstehung von Krämpfen scheint auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr zu sein.
Weitere mögliche Ursachen von Muskelkrämpfen sind:
- Medikamente, vor allem Arzneimittel mit entwässernder Wirkung, wie etwa bestimmte Blutdruck- oder Cholesterinsenker, können das Risiko von Muskelkrämpfen erhöhen.
- Eine unerkannte Schilddrüsenfehlfunktion oder ein Diabetes kann ebenfalls zu vermehrten Krämpfen führen.
Was hilft bei Muskelkrämpfen?
Die beste Sofortmaßnahme bei einem nächtlichen Muskelkrampf ist: dehnen - auch wenn es wehtut. Zudem hilft es, aufzustehen und umherzulaufen. Dadurch wird die Muskulatur automatisch gelockert. Tritt der Krampf während des Trainings auf, solltest du den betroffenen Muskel sofort entlasten. Auch das Massieren des Muskels wirkt durchblutungsfördernd, entspannend und wohltuend. Tipp: Wenn du zum Massieren eine Massagepistole nutzen willst, starte langsam und vorsichtig.
Vorbeugung von Muskelkrämpfen
Damit es gar nicht erst zu schmerzhaften Krämpfen kommt, solltest du ein paar Tipps befolgen. Wichtig: Treten trotz dieser Maßnahmen weiterhin Muskelkrämpfe auf, lasse die Ursache ärztlich abklären.
- Magnesium: Für viele Menschen ist Magnesium das erste Mittel der Wahl, wenn sie unter Muskelkrämpfen leiden. Tatsächlich aber ist die Wirksamkeit des Mineralstoffs bei Muskelkrämpfen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Klar ist: Ein ausgeglichener Elektrolythaushalt ist generell wichtig für die Gesundheit und eine normale Muskelfunktion. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene 4000 Milligramm Kalium und 1500 Milligramm Natrium zu sich nehmen. Für Magnesium liegt der Schätzwert für Frauen bei 300, der für Männer bei 350 Milligramm. Statt zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, solltest du auf natürliche Mineralstofflieferanten wie Vollkornprodukte, Hülsenfürchte, Obst, Gemüse und Fisch setzen.
- Elektrostimulation: Ein relativ neuer Ansatz, der sowohl zur Therapie als auch zur Vorbeugung von Muskelkrämpfen helfen könnte, ist die Elektrostimulation. Ein Forscherteam an der Deutschen Sporthochschule Köln entdeckte, dass diese Methode die Reizschwelle für Muskelkrämpfe erhöht - und somit die Häufigkeit für Krämpfe über einen langen Zeitraum deutlich verringert.
- Muskeln dehnen: Nimm dir vor dem Schlafengehen ein paar Minuten Zeit, um deine Waden- und Oberschenkelmuskulatur jeweils dreimal für zehn Sekunden zu dehnen, indem du die Fersen kräftig nach unten durchdrücken.
- Ausreichend trinken: Trinken wir nicht genug, kann unser Körper Nährstoffe nicht richtig transportieren. Dehydrierung ist insbesondere auch bei Sportlern und bei Hitze ein Risiko. Mindestens 1,5 Liter Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie Tee sollte es täglich sein. Bei hohen Belastungen ist Apfelsaftschorle ideal oder auch Wasser, dem etwas Salz zugesetzt ist.
- Balance zwischen Ruhe und Bewegung: Achte darauf, dass du dich jeden Tag mindestens 30 Minuten bewegst. Das lockert die Muskeln und fördert die Durchblutung. Wenn du viel und gerne trainierst: Übertreibe es nicht und höre auf deinen Körper!
Neuralgische Amyotrophie
Bei einer neuralgischen Amyotrophie ist ein bestimmtes Nervengeflecht in der Nähe des Schlüsselbeins entzündet. Die Entzündung verursacht reißende Schmerzen und Lähmungen im Arm und in der Schulter.
Symptome
- Heftige Schmerzen in der Schulter oder im Arm, die sich bis zur Hand ausbreiten.
- Die Schmerzen treten plötzlich abends oder nachts auf.
- Zusätzlich kann es zu Muskelschwäche und Lähmungen einzelner Muskelpartien kommen.
Ursachen
Die Ursache für eine neuralgische Amyotrophie ist weitgehend unbekannt. Man geht davon aus, dass die neuralgische Amyotrophie mit einer Entzündung des „Plexus brachialis“ zusammenhängt - einem Nervengeflecht am Übergang zwischen Hals und Oberkörper.
Behandlung
Da die Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist, können Ärztinnen und Ärzte bislang nur die Symptome behandeln. Um die Schmerzen und Lähmungen zu lindern, lassen sich verschiedene Schmerzmittel und entzündungshemmend wirkende Medikamente wie Kortikosteroide einsetzen. Kortikosteroide verkürzen die Heilungsdauer und vermindern das Risiko neuer Schmerzattacken.
Mausarm (RSI-Syndrom)
Ein Mausarm (RSI-Syndrom) betrifft Hand, Arm, Schulter und Nacken durch wiederholte Belastung, häufig bei Computernutzung. Risikofaktoren sind schlechte Körperhaltung, Stress und nicht ergonomische Arbeitsplätze. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern die Prognose, während chronische Fälle schwieriger zu behandeln sind.
Ursachen und Risikofaktoren
Das RSI-Syndrom tritt vorwiegend bei Personen auf, die beruflich viel mit ihren Händen arbeiten. Zu einem besonderen Anstieg der RSI-Syndrom-Fälle hat der technische Fortschritt geführt, da immer mehr Menschen täglich viele Stunden mit dem Computer arbeiten. Insbesondere Text-Verarbeiter und Grafiker sind häufig von einem Mausarm betroffen. Sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe wie Tippen oder Mausklicks tragen zu einem RSI-Syndrom bei.
Bestimmte individuelle Faktoren beeinflussen maßgeblich die Entstehung eines Mausarms: Dazu zählen in erster Linie chronischer Stress sowie eine hohe Arbeitsbelastung. Auch eine ungesunde Körperhaltung (gekrümmter Rücken, angespannter Nackenbereich, statische Haltearbeit) fördert die Entstehung des RSI-Syndroms.
Ein nicht nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichteter Arbeitsplatz ist bei vielen Menschen die Hauptursache für eine schlechte Körperhaltung und damit für den Mausarm.
Mediziner gehen außerdem davon aus, dass durch eine verringerte Wahrnehmung der Signale des eigenen Körpers die Entstehung eines Mausarms verstärkt wird. Werden Schmerzen absichtlich ausgeblendet oder unbewusst die Schmerzwahrnehmung unterdrückt, führt dies zu einer stärkeren Belastung der Arme. Da der natürliche Schutz des Körpers vor übermäßiger Belastung wegfällt, entsteht schneller eine chronische Reizung.
Diagnose
Bei einem Mausarm wird die Diagnose hauptsächlich auf Basis der Krankengeschichte (Anamnese) gestellt. Das Anamnesegespräch ist daher besonders wichtig. Schildern Sie dem Arzt alle Veränderungen, die Ihnen aufgefallen sind. Wichtig ist vor allem zu berichten, wann und in welcher Intensität der Schmerz auftritt.
Nach der Anamnese findet eine körperliche Untersuchung statt. Der Arzt tastet die schmerzhafte Region ab und überprüft dabei, ob sich der Schmerz durch Druck auslösen oder verstärken lässt. Außerdem testet er die Beweglichkeit der angrenzenden Gelenke und die Kraft der Muskulatur.
Verschiedene Funktionstests geben zusätzliche Hinweise auf die Art der Erkrankung: Besonders in einem fortgeschrittenen Stadium wird häufig eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) durchgeführt. Damit unterscheidet der Arzt das RSI-Syndrom vom Karpaltunnelsyndrom, bei dem typischerweise eine erniedrigte Nervenleitungsgeschwindigkeit eines bestimmten Nervs im Unterarm und der Hand auffällt.
Bildgebende Verfahren geben keinen Hinweis auf einen Mausarm, da bei einem Mausarm keine anatomischen Veränderungen nachweisbar sind.
Behandlung
Neben der Expositionsprophylaxe kommen physikalische Therapien zur Behandlung eines Mausarms zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Wärme- und Kältebehandlungen mit Umschlägen sowie Gymnastik und Massagen.
In vielen Fällen tun auch Bewegungsbäder gut. Dabei bewegen Sie die betroffenen Gelenke in warmem Wasser mit bestimmten medizinischen Zusätzen. Diese helfen der Muskulatur, sich zu entspannen und reduzieren den Schmerz. Ähnlich wirkt eine regelmäßige Anwendung von Wärmelampen (Infrarot-Lampen).
Beeinträchtigen die Schmerzen die Betroffenen stark, erfolgt eine Mausarm-Behandlung medikamentös. Gegen die Schmerzen wirken Schmerzmittel (Analgetika). Auch das entzündungshemmende Kortison wird gelegentlich eingesetzt.