Krampf im Kopf rechts: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen in unterschiedlicher Form betrifft. Die Ursachen für Kopfschmerzen können vielfältig sein und reichen von harmlosen Auslösern wie Stress oder Verspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. In diesem Artikel werden verschiedene Arten von Kopfschmerzen, ihre Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf Krämpfen im Kopf rechts liegt.

Donnerschlagkopfschmerz (Vernichtungskopfschmerz)

Der Donnerschlagkopfschmerz, auch Vernichtungskopfschmerz genannt, ist eine seltene, aber äußerst heftige und plötzlich auftretende Kopfschmerzart, die als medizinischer Notfall einzustufen ist.

Definition und Symptome

Donnerschlagkopfschmerzen zeichnen sich durch einen schlagartigen Beginn mit extrem starken Schmerzen aus. Sie können ein Symptom verschiedener zugrunde liegender Erkrankungen sein.

Ursachen

Grundsätzlich ist der Vernichtungskopfschmerz eine eher seltene Kopfschmerzart. Etwa 0,05 Prozent der Betroffenen leiden unter dem sogenannten primären Donnerschlagkopfschmerz.

Diagnose

Da Donnerschlagkopfschmerzen als medizinischer Notfall gelten, ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Solange die Ursache nicht feststeht, gehen Mediziner von einem gefährlichen, lebensbedrohlichen Verlauf aus.

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Die Diagnose beginnt in der Regel mit einer Anamnese, bei der der Arzt Fragen zur Krankengeschichte stellt, insbesondere ob der Patient bereits ähnliche Schmerzen hatte. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um Bewusstseinsveränderungen, einen steifen Nacken, Herz-Kreislauf-Störungen oder neurologische Auffälligkeiten festzustellen.

Die genaue Ursache wird meist durch eine Differentialdiagnose ermittelt, bei der mögliche zugrunde liegende Erkrankungen ausgeschlossen werden. Hierfür werden bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels angeordnet. Auch eine Lumbalpunktion (Liquorpunktion) kann Aufschluss geben.

Behandlung und Vorbeugung

Donnerschlagkopfschmerzen sind selbstlimitierend, das heißt, der Schmerz lässt in der Regel von selbst nach. Die Behandlung zielt daher darauf ab, die auslösende Erkrankung zu therapieren. Die weiteren Schritte der Therapie hängen von der Ursache ab. Bei einer festgestellten Hirnblutung ist in den meisten Fällen eine Operation erforderlich.

Um einem Donnerschlagkopfschmerz vorzubeugen, sollte man grundsätzlich den auslösenden Ursachen vorbeugen. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung an der frischen Luft, einer ausgewogenen Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin ist ein wichtiger erster Schritt. So kann man beispielsweise Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, bei denen ein Donnerschlagkopfschmerz als Symptom auftreten kann.

Zervikogene Kopfschmerzen

Zervikogene Kopfschmerzen sind sekundäre Kopfschmerzen, die durch eine Störung im Bereich der Halswirbelsäule verursacht werden. Der Schmerz beginnt am Hinterkopf und breitet sich über den Kopf nach vorn aus.

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Symptome

Der meist dumpf-ziehende Schmerz beginnt am Hinterkopf und zieht über den Kopf nach vorn. Er wird meist als moderat empfunden und hält über Stunden bis Tage an, wobei er sich zuweilen plötzlich verstärken kann. Oft lässt sich der Schmerz durch Druck auf die Nackenmuskulatur oder bestimmte Kopfbewegungen auslösen, u. a. durch längeres Beugen oder Strecken des Kopfes.

Zervikogener Kopfschmerz kann von verschiedenen Symptomen begleitet sein:

  • Nackenschmerzen (häufig, aber nicht immer)
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit (jedoch in geringerem Ausmaß als bei Migräne)
  • diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm
  • selten Schluckstörungen, Schwindel, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich

Ursachen

Der Schmerz entsteht durch die Reizung einer sensiblen Nervenwurzel eines oberen Halswirbels, die den Hinterkopf und Nacken versorgt. Über Nervenverbindungen strahlt der Schmerz weiter nach vorn aus.

Die Reizung kann hervorgerufen werden durch:

  • Entwicklungsstörungen am Übergang zwischen Wirbelsäule und Schädel
  • Tumoren im Bereich des Übergangs zwischen Wirbelsäule und Schädel oder der oberen Halswirbelsäule
  • Morbus Paget des Schädels
  • rheumatoide Arthritis der oberen Halswirbelsäule
  • Morbus Bechterew
  • Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule (zervikale Spondylose)
  • Knochenbruch der oberen Halswirbelsäule
  • Schleudertrauma
  • eine bakterielle Infektion der oberen Wirbelkörper (Osteomyelitis)
  • Verletzungen oder degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) der Gelenke der oberen Halswirbelsäule
  • eine Sehnenentzündung im Halsbereich (retropharyngeale Tendinitis)
  • eine Störung der Muskelspannung im Halsbereich (Dystonie)

Häufigkeit

Etwa 0,4-4 % der Bevölkerung haben zervikogene Kopfschmerzen, Frauen häufiger als Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 33 Jahren.

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Diagnose

Ärzte fragen zunächst nach den Merkmalen der Kopfschmerzen, Begleitsymptomen sowie möglichen Auslösern. Bei einer körperlichen Untersuchung von Kopf, Hals, Wirbelsäule und Schulter werden u. a. die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Verhärtungen der Muskulatur, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen bei bestimmten Bewegungen überprüft.

Um mögliche Ursachen näher abzuklären, werden u. U. bildgebende Verfahren verwendet (Röntgen/CT/MRT). Je nach vermuteter Ursache erfolgt eine Überweisung an Neurologinnen, Orthopädinnen oder Schmerzspezialist*innen.

Neurolog*innen können die Signalübertragung eines gereizten Nervs mit einer Injektion von Kortison oder Mitteln zur örtlichen Betäubung in Nerven am Hinterkopf oder in Gelenke der Halswirbelsäule blockieren. Nehmen die Kopfschmerzen dadurch ab, so handelt es sich um zervikogenen Kopfschmerz.

Therapie

Für den zervikogenen Kopfschmerz selbst gibt es bislang keine wirksame Therapie - nach Möglichkeit wird die zugrunde liegende Ursache behandelt.

Zur Schmerzlinderung können je nach Ursache Physiotherapie, manuelle Therapie, Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Bewegung und körperliche Aktivität eingesetzt werden.

Arzneimittel, die ohne eine Zulassung für zervikogenen Kopfschmerz verwendet werden (Off-Label-Therapie), sind:

  • Schmerzmittel wie Ibuprofen
  • Medikamente, die die Muskeln entspannen und dadurch Schmerzen lindern sollen (Muskelrelaxanzien)
  • bestimmte Antidepressiva
  • Krampflösende Wirkstoffe (Antikonvulsiva), die eigentlich zur Behandlung von Epilepsie dienen

Schlägt eine probeweise Behandlung nicht an, so soll sie bald wieder abgesetzt werden, da ein Übergebrauch von Schmerzmitteln Kopfschmerzen verursachen kann. Erwiesenermaßen unwirksam sind Botulinumtoxin und Opiate.

Eine Blockade der Signalübertragung eines gereizten Nervs, wie sie zur Diagnostik durchgeführt wird, kann Beschwerden lindern.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind unspezifische Kopfschmerzen, die nicht die Blutgefäße betreffen und nicht mit organischen Erkrankungen zusammenhängen.

Symptome

Betroffene klagen über leichte bis mittelstarke Schmerzen, die meist an beiden Seiten des Kopfes liegen. Sie strahlen vom Hinterkopf und den Schläfen zur Stirn und oft auch hinter die Augen aus. Typisch ist ein dumpfer Druck am Kopf, der nicht pulsiert. Einige Patienten haben zudem leichte Empfindlichkeit gegen Lärm oder Licht.

Ursachen

Auslöser der Beschwerden sind häufig Stress oder Angst, aber auch eine schlechte Körperhaltung, die eine Verspannung der Muskeln verursachen. Oft wird diese Kopfschmerzart deshalb auch als Stresskopfschmerz bezeichnet.

Formen

Am verbreitetsten ist die episodische Form. Sollten Sie allerdings länger als drei Monate lang an mindestens 15 Tagen pro Monat Beschwerden haben, leiden Sie unter der chronischen Form.

Weitere Kopfschmerzarten und ihre Ursachen

  • Kopfschmerzen durch Bildschirmarbeit: Verspannungen im Nacken und in den Schultern sowie gereizte, trockene oder tränende Augen können durch lange Bildschirmarbeit, einen falsch eingestellten Bildschirm, Schreibtisch oder Stuhl sowie schlechtes Licht verursacht werden.
  • Kopfschmerzen bei Erkältung: Kopfschmerzen in Schläfen und Stirn, oft auch zwischen den Augenbrauen, können durch eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, insbesondere der Stirnhöhlen, verursacht werden. Das Nasensekret kann nicht mehr abfließen, was Druck verursacht.
  • Migräne: Heftige Kopfschmerzen an Schläfen und Stirn, die meist auf einer Seite liegen, aber auch auf die andere Seite wechseln können, sind Anzeichen für eine Migräne. Im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzen verschlimmert Bewegung die Beschwerden noch, Licht und Lärm ebenfalls. Zu den Symptomen gehören außerdem Kribbeln in den Armen und Beinen sowie Sehstörungen.
  • Trigeminusneuralgie: Bei dieser Krankheit tut das Gesicht weh. Das liegt am Drillingsnerv (Nervus trigeminus), der die Empfindungen der beiden Gesichtshälften weiterleitet. Bei der Neuralgie ist meist nur eine Gesichtshälfte betroffen. Die Schmerzen kommen plötzlich und sind zwar kurz, aber sehr heftig, sie fühlen sich an wie elektrische Schläge.
  • Riesenzellenarteriitis (RZA): Wenn ein Patient ständig unter Kopfschmerzen an den Schläfen leidet und schon das Berühren der Schläfen wehtut, könnte das auch eine Riesenzellenarteritis sein (RZA, früher auch als Morbus Horton bzw. als Arteriitis temporalis bekannt). Das ist eine Entzündung der Schläfenarterien auf beiden Seiten des Kopfes. Der Schmerz ist stark, pochend und brennend, meist liegt er auf einer Seite des Kopfes. Manche Patienten klagen auch über leichtes Fieber, Müdigkeit, Appetit- oder Gewichtsverlust oder eine empfindliche Kopfhaut.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Kopfschmerzen an Schläfe oder Stirn sind meist harmlos. Aber es gibt Fälle, bei denen Sie sofort zum Arzt gehen sollten:

  • Kopfschmerzen nach einem Unfall: Lassen Sie sich vom Arzt untersuchen, um festzustellen, ob Sie eine Gehirnerschütterung haben - Symptome: dumpfe und drückende Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Schläfrigkeit. Auch ein Schleudertrauma kann Kopfschmerzen verursachen. Sie sind mit Verspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur verbunden. Auch ein Bruch des Schläfen- oder Jochbeins verursacht Schmerzen.
  • Schwere Begleiterscheinungen: Wenn die Kopfschmerzen an Schläfen oder Stirn ganz plötzlich kommen und Sie zusätzlich unter Bewusstseinsstörungen, Schwäche, Erbrechen, Schwindel und Übelkeit leiden, besteht die Gefahr einer Gehirnblutung oder eines Schlaganfalls.

Diagnose von Kopfschmerzen

Wenn Sie nicht genau wissen, woher Ihre Kopfschmerzen kommen, ist ein Kopfschmerztagebuch sehr hilfreich.

Der Arzt oder die Ärztin wird der betroffenen Person einige Fragen stellen. Besonders hilfreich ist es, die Kopfschmerzen dafür über eine längere Zeitspanne aktiv zu beobachten und zu dokumentieren („Kopfschmerztagebuch“). Im Anschluss an das Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Sie soll den allgemeinen gesundheitlichen Zustand abklären. Ist der körperliche Befund unauffällig, handelt es sich bei den Kopfschmerzen um eine primäre Form, das heißt, dass es keine erkennbare Ursache gibt. Findet sich hingegen eine körperliche Auffälligkeit, ist es möglich, dass die Kopfschmerzen Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung sind.

Behandlung von Kopfschmerzen

Hausmittel

In manchen Fällen können Sie Ihre Kopfschmerzen mit Hausmitteln lindern. Das gilt vor allem für leichte Schmerzen.

  • Kälteanwendung: Manchem Betroffenen, dem nach langem Sitzen am Schreibtisch der Kopf wehtut, hilft eine Kälteanwendung. Probieren Sie mal aus, ob Ihnen ein kalter Waschlappen, auf Stirn oder Schläfen gelegt, bei Spannungskopfschmerzen Linderung bringt.
  • Pfefferminzöl: Hilfreich könnte auch Pfefferminzöl sein, das Sie auf Stirn oder Schläfen auftragen und sanft einmassieren können.
  • Wasser trinken: Häufig steckt hinter leichten Kopfschmerzen ein Flüssigkeitsmangel. Ein großes Glas Wasser kann Abhilfe schaffen
  • Bewegung: Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann Wunder wirken, denn dadurch wird die Durchblutung verbessert
  • Wärme: Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen. Dafür eignet sich ein Kirschkernkissen im Nacken oder ein Wärmepflaster
  • Kräutertee: Auch andere Pflanzen können Kopfschmerzen lindern. Dazu zählen Rosenblüten, Lavendel, Weidenrinde, Melisse oder Mädesüß. In der Regel werden die getrockneten Pflanzen als Tee aufgegossen
  • Kaffee: Das Koffein im Kaffee hemmt die sogenannten Prostaglandine. Das sind Botenstoffe, die unter anderem dafür sorgen, Schmerz freizusetzen

Medikamente

Kopfschmerzen und Migräne können Sie gut mit Schmerztabletten behandeln. Wenn Sie unter Migräne leiden, können Sie bei den ersten Anzeichen ein Medikament nehmen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat sogar eine hervorgehobene Empfehlung für die Wirkstoffkombination aus ASS, Paracetamol und Coffein als Mittel der ersten Wahl ausgesprochen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke dazu beraten.

Beschwerden, die über mindestens drei Monate an wenigstens 15 Tagen auftreten, gelten als chronisch. Gegen chronische Migräne könnte Ihr Arzt ein Triptan verschreiben. Zusätzlich gibt es Medikamente, die sich zur Prophylaxe empfehlen, z.B. Betablocker, Flunarizin, Valproat, Topiramat, Propranolol bzw.

Weitere Maßnahmen

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Müssen Sie viel am Schreibtisch sitzen? Dann überprüfen Sie, ob Tisch, Stuhl und Computer ergonomisch eingestellt sind. Falls nicht, könnte dies Verspannung verursachen. Das gilt auch fürs Smartphone. Nutzen Sie Kopfhörer, wenn Sie telefonieren.
  • Vermeiden von Triggern: Wenn Lebensmittel die Trigger für Ihre Beschwerden sind, versuchen Sie, darauf zu verzichten. Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu schlafen.
  • Entspannungstechniken: Eine Entspannungsmethode wie Yoga oder Muskelrelaxation nach Jacobson könnte Ihnen helfen, Stress zu reduzieren.
  • Physiotherapie: In vielen Fällen sind verspannte Muskeln an Nacken und Schulter Ursache für Kopfschmerzen an Schläfe und Stirn. Sie beeinflussen die Nerven, die dort verlaufen, und das verursacht Beschwerden.

Vorbeugung von Kopfschmerzen

  • Stress vermeiden: Um herauszufinden, was der Auslöser für die Kopfschmerzen sein kann, ist es hilfreich, seine eigene Lebensführung zu beobachten. Gab es Veränderungen im Alltag, kann dies eine Ursache für einen wiederkehrenden Kopfschmerz sein.
  • Gesunde Bewegung und Entspannung: Gesunde Bewegung und Entspannung gehören immer zu einer ausgeglichenen Lebensführung und können dabei helfen, Stress zu kompensieren und Verspannungen durch eine gestärkte Muskulatur zu vermeiden.
  • Ernährung anpassen: Auch verschiedene Nahrungsmittel können in Zusammenhang mit Kopfschmerzen stehen. Beispielsweise können Reaktionen nach dem Verzehr des Geschmacksverstärkers Glutamat auftreten und auch bestimmte Käsesorten oder Weine können die Beschwerden auslösen. Wichtig ist, auf sein eigenes Wohlbefinden zu achten. „Fällt ein Zusammenhang zwischen dem Kopfschmerz und bestimmten Nahrungsmitteln auf, sollte man auf diese verzichten“, rät Dr. Cegla, Chefarzt der Schmerzklink im Helios Universitätsklinikum Wuppertal.
  • Regelmäßige Check-ups: Bei den Check-ups beim Arzt wird der allgemeine Gesundheitszustand überprüft, beispielsweise mit der Messung des Blutdrucks oder der Erstellung eines Blutbildes. Die Ergebnisse können Aufschluss über eine mögliche Ursache für die Beschwerden geben. Doch auch ein Besuch beim Augenarzt kann hilfreich sein, da das Fehlen einer geeigneten Brille zu Kopfschmerzen führen kann.

Clusterkopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen sind eine seltene, aber extrem schmerzhafte Art von Kopfschmerzen, die sich durch anfallsartige, bohrende Schmerzen im Bereich der Augen, der Stirn oder der Schläfe auszeichnen.

Symptome

Die Schmerzattacken dauern 15 bis 180 Minuten und treten mit unterschiedlicher Häufigkeit auf: Von einer Attacke jeden zweiten Tag bis hin zu acht Attacken pro Tag. Neben den einseitigen, extremen Kopfschmerzen sind folgende Symptome typisch für Clusterkopfschmerzen:

  • tränendes und rotes Auge auf der betroffenen Seite
  • laufende Nase
  • herabhängendes Lid
  • verkleinerte Pupille
  • starke Unruhe verbunden mit Bewegungsdrang
  • schwitzige und gerötete Gesichtshälfte
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lärm und Licht

Ursachen

Die Ursachen von Clusterkopfschmerzen sind bislang noch nicht bekannt, allerdings gibt es gewisse Trigger, also Auslöser, die zu einer Clusterattacke führen können.

Diagnose

Clusterkopfschmerzen werden häufig erst nach einigen Jahren als solche erkannt, da sie meist nur episodisch auftreten und viele Menschen lange keine Beschwerden haben.

Behandlung

Es ist wichtig, einen Nervenarzt aufzusuchen, der die richtige Diagnose stellt. Ist die Diagnose gestellt, gibt es einige hilfreiche Behandlungsmethoden, um Clusterkopfschmerzen zu lindern und ihnen vorzubeugen.

  • Medikamentöse Behandlung: Wer unter Clusterkopfschmerzen leidet, ist mit Schmerzmitteln gegen Migräne, sogenannten Triptanen, gut beraten. Üblicherweise wird der Wirkstoff Sumatriptan verordnet, der mit einem Pen unter die Haut gespritzt wird. Aber auch als Nasenspray kommen die Triptane zum Einsatz. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, die häufig bei anderen Kopfschmerzarten zum Einsatz kommen, sind häufig nicht effektiv.
  • Sauerstofftherapie: Die Therapie mit reinem Sauerstoff ist bei vielen von Clusterkopfschmerzen Betroffenen sehr erfolgreich - und dabei nebenwirkungsarm. Dazu wird direkt zu Beginn einer Attacke Sauerstoff aus einer Flasche über eine Atemmaske verabreicht. Fachleute empfehlen, dass pro Minute 8 bis 12 Liter reiner Sauerstoff durch die Atemmaske fließt. Bei den meisten Patienten lassen mithilfe der Sauerstofftherapie die Schmerzen nach 15 Minuten deutlich nach oder verschwinden komplett.
  • Schmerztagebuch führen: Um die eigenen Symptome richtig einordnen und individuelle Triggerpunkte einschätzen zu können sowie einen Überblick über den Verlauf der Kopfschmerzattacken zu bekommen, ist es ratsam, ein Kopfschmerztagebuch zu führen.

Kopfschmerzen im Hinterkopf

Kopfschmerzen im oder am Hinterkopf können viele Menschen betreffen und sie können plötzlich und unerwartet auftreten und das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Die Schmerzen können verschiedene Charakteristika haben - sie können einseitig oder beidseitig auftreten, links oder rechts im Hinterkopf lokalisiert sein, vom Nacken bis zum Oberkopf ausstrahlen oder mit einem Schwindelgefühl einhergehen.

Ursachen

Spannungskopfschmerzen, die oft durch Stress oder Muskelverspannungen im Nackenbereich verursacht werden, sind eine häufige Ursache. Schließlich können auch ernstere Erkrankungen wie Gehirntumoren dazu führen. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass dies eher selten ist.

Diagnose

Eine MRT vom Kopf kann eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Kopfschmerzen im Hinterkopf spielen. Diese hochmoderne bildgebende Technik ermöglicht es Ärzten, detaillierte Bilder vom Gehirn und den umliegenden Strukturen zu erstellen. Die MRT ist ein nicht-invasives Verfahren, das detaillierte Bilder des Gehirns und der umgebenden Strukturen liefert.

Behandlung

Die Behandlung von Kopfschmerzen im Hinterkopf hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei Spannungskopfschmerzen können Entspannungsübungen, Massagen oder physiotherapeutische Maßnahmen helfen, bei Migräne können spezielle Medikamente, die sogenannten Triptane, Linderung verschaffen.

Unabhängig von der genauen Ursache kann es hilfreich sein, einen Schmerz- oder Kopfschmerzkalender zu führen. Notieren Sie darin, wann die Kopfschmerzen auftreten, wie stark sie sind, wo genau sie lokalisiert sind und ob es auslösende Faktoren gibt.

Es ist wichtig, bei anhaltenden, ungewöhnlichen oder sehr starken Kopfschmerzen einen Arzt aufzusuchen.

Nackenschmerzen und Kopfschmerzen

Kopfschmerzen und Nackenschmerzen treten häufig gemeinsam auf. Nackenschmerzen mit Kopfschmerzen werden medizinisch als oberes Zervikalsyndrom bezeichnet. Es betrifft vor allem Menschen, die viel Zeit am Computer verbringen. Umgekehrt können Nackenschmerzen als Folge von Kopfschmerzen auftreten.

Bei Verspannungen im Nacken kann der Schmerz bis in den Kopf ausstrahlen und Kopfschmerzen verursachen, die den Kopf helmartig bis zur Stirn umfassen. Die verkrampfte Muskulatur drückt auf Nerven, die das Hinterhaupt (Os occipitale) versorgen.

Krampfanfall (Epileptischer Anfall)

Ein Krampfanfall wird auch als epileptischer Anfall bezeichnet. Die Betroffenen verlieren vorübergehend die Kontrolle über ihren Körper oder/und ihr Bewusstsein.

Ursachen

Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn sich Nervenzellen im Gehirn unkontrolliert und plötzlich elektrisch entladen. Jede Schädigung von Hirngewebe kann zu einer spontanen Entladung von Nervenzellen und damit zu einem Krampf führen. Säuglinge und kleine Kinder entwickeln oft einen Anfall, wenn sie hohes Fieber haben. Es wird bei Kindern von einem Fieberkrampf gesprochen. Prinzipiell kann ein epileptischer Anfall oder eine Epilepsie in jedem Lebensalter auftreten. Manchmal bleibt die Ursache unbekannt. Bei einigen Patientinnen und Patienten erhöhen Trigger das Risiko für einen Krampf.

Symptome

Krampfanfälle wirken sich auf Bewegungen, Empfindungen und Bewusstsein aus. Grundsätzlich wird zwischen fokalen und generalisierten Anfällen unterschieden.

  • Fokaler Anfall: Beim fokalen Anfall befindet sich die Störung in einem kleinen Bereich in einer der beiden Hirnhälften. Die Patientin oder der Patient zeigt nicht zielgerichtete Verhaltensweisen. Beispiele sind Schmatzen, Lippenlecken sowie Nesteln. Auch Muskelzuckungen, verkrampfte Gliedmaßen und Muskelschwäche sind möglich. Während des Anfalls nimmt die Person manchmal ein Kribbeln, Taubheitsgefühle, Lichtblitze, ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche wahr. Auch plötzliche Angst oder kurze Aussetzer in Sprache oder Gedächtnis treten auf. Weitere Symptome können Herzrasen, Schweißausbrüche, Speichelfluss und Übelkeit sein.
  • Generalisierter Anfall: Generalisierte Krampfanfälle können im Erscheinungsbild sehr unterschiedlich sein. Teilweise handelt es sich um kurze „Aussetzer“ (sogenannte Absencen oder Bewusstseinsstörungen). Die betroffene Person kann auch länger ohnmächtig werden und stürzen. Es folgt eine Verkrampfung am ganzen Körper mit Zuckungen der Arme und der Beine. Am häufigsten ist ein tonisch-klonischer Anfall. Durch die Anspannung aller Muskeln wird der Körper plötzlich steif (tonische Phase). Es folgt ein Bewusstseinsverlust - und danach kommt die klonische Phase. Dabei zucken die Muskeln krampfartig durch abwechselndes An- und Entspannen. Beim tonisch-klonischen epileptischen Anfall kommt es manchmal zu Zungen- oder Wangenbiss und Einnässen.

Diagnose

Für die Diagnose wird die Patientin oder der Patient ausführlich befragt und körperlich untersucht. Das Elektroenzephalogramm (EEG) misst die Hirnströme. Die Hirnstromkurve zeigt an, ob eine Neigung zu epileptischen Anfällen besteht. Weitere neurologische Veränderungen im Gehirn lassen sich zum Beispiel mittels der Computertomografie (CT) oder der Magnetresonanztomografie (MRT) darstellen. Auch die Blutuntersuchung kann dabei helfen, mögliche Ursachen für einen Krampfanfall oder eine Epilepsieerkrankung aufzuspüren. Manchmal wird eine genetische Testung veranlasst.

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