Krampfanfälle bei Kindern sind ein beängstigendes Ereignis für Eltern. Es gibt viele mögliche Ursachen für diese Anfälle, und in einigen Fällen können zahnärztliche Probleme eine Rolle spielen. Dieser Artikel untersucht die Ursachen von Krampfanfällen im Zusammenhang mit dem Zahnen, den Zusammenhang zur Zahnheilkunde und die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Einführung
Krampfanfälle bei Kindern können verschiedene Ursachen haben, darunter Fieber, Infektionen und Stoffwechselstörungen. In seltenen Fällen können Zahnprobleme wie Zahnfehlstellungen oder Entzündungen im Mundbereich ebenfalls zu Krampfanfällen führen. Es ist wichtig, die möglichen Zusammenhänge zwischen Zahnen und Krampfanfällen zu verstehen, um betroffenen Kindern die bestmögliche Versorgung zu bieten.
Ursachen von Krampfanfällen
Krampfanfälle entstehen durch übermäßige elektrische Aktivität im Gehirn. Bei Kindern können verschiedene Faktoren die Krampfschwelle senken und Anfälle auslösen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Fieberkrämpfe: Bei Kindern zwischen sechs Monaten und sechs Jahren kann Fieber oder eine infektbedingte Immunreaktion die Krampfschwelle senken.
- Infektionen des zentralen Nervensystems: Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhaut (Meningitis) können Krampfanfälle verursachen.
- Stoffwechselstörungen: Unterzuckerung bei Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselstörungen können ebenfalls Anfälle auslösen.
- Schädel-Hirn-Trauma: Verletzungen des Kopfes können zu Krampfanfällen führen.
- Hirntumore: In seltenen Fällen können Tumore im Gehirn Krampfanfälle verursachen.
- Epilepsie: Eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Es gibt über 50 verschiedene Epilepsiesyndrome mit unterschiedlichen Ursachen und Verläufen.
Zusammenhang zur Zahnheilkunde
Der Zusammenhang zwischen Zahnheilkunde und neurologischen Störungen wie Epilepsie und Tourette-Syndrom liegt in der Betrachtung der zwölf Hirnnerven und deren Verschaltungen. Besonders wichtig sind der fünfte Hirnnerv (N. trigeminus) und der siebte Hirnnerv (N. facialis). Der N. trigeminus hat zahlreiche Querverbindungen im Schädel, insbesondere um die Kiefergelenke herum.
Der Nervus trigeminus und seine Querverbindungen
Der N. trigeminus ist ein wichtiger Hirnnerv, der für die sensible Versorgung des Gesichts, der Zähne und der Mundhöhle zuständig ist. Er hat zahlreiche Querverbindungen zu anderen Nerven im Kopfbereich, darunter auch zum N. facialis, der die Gesichtsmuskulatur steuert. Diese Querverbindungen ermöglichen es, dass Störungen im Bereich des N. trigeminus auch Auswirkungen auf andere Bereiche des Kopfes und des Nervensystems haben können.
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Okklusionsstörungen und ihre Auswirkungen
Verlagerungen der Okklusion, also der Art und Weise, wie die Zähne aufeinanderbeißen, können zu Verschiebungen der Kiefergelenkköpfe führen. Dies kann Extensionen und Kompressionen verursachen, die die Myelinscheiden der Nerven schädigen. Die Myelinscheiden sind die Isolierungsschichten um die Nervenfasern. Werden diese geschädigt, kann es zu einer Situation wie bei freiliegenden Stromkabeln kommen, bei denen durch Bewegung ein "Kurzschluss" entsteht.
Zahnwechsel und Epilepsie
Es gibt Hinweise darauf, dass bei einigen Kindern Epilepsieanfälle mit dem Zahnwechsel beginnen. In einigen Fällen konnte der Autor die Anfälle allein durch die Entfernung aller "Wackelzähne" reduzieren oder sogar ganz löschen. Die genauen Mechanismen dahinter sind jedoch noch nicht vollständig verstanden.
Zahn- und Kieferfehlstellungen als Auslöser von Tics und Anfällen
In einzelnen Fällen können Zahn-Mund-Kiefer-Fehlstellungen Auslöser von Tics oder Anfällen sein. Dies liegt vermutlich an den Auswirkungen der Fehlstellungen auf die Nerven und Muskeln im Kopf- und Nackenbereich.
Diagnosemöglichkeiten
Die Diagnose von Krampfanfällen erfordert eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung des Kindes. Der Arzt wird nach möglichen Auslösern wie Fieber, Infektionen oder Verletzungen fragen. Zudem können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Elektroenzephalografie (EEG): Das EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirns und kann auffällige Muster erkennen, die auf eine Epilepsie oder andere neurologische Störungen hinweisen.
- Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können Stoffwechselstörungen oder Infektionen aufdecken, die Krampfanfälle verursachen könnten.
- Bildgebende Verfahren: Eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns kann Fehlbildungen, Blutungen oder Tumore обнаруживать.
- Zahnärztliche Untersuchung: Eine gründliche zahnärztliche Untersuchung kann Zahn- und Kieferfehlstellungen oder Entzündungen im Mundbereich aufdecken, die möglicherweise zu den Krampfanfällen beitragen.
Diagnose von CMD
Die genaue Diagnose von Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) kann etwa 45 Minuten für geübte und 1,5 Stunden für ungeübte Praktiker dauern. Ob ein Zusammenhang mit den Zähnen besteht, lässt sich am einfachsten mit je einer dicken Speichelrolle beidseits testen. Der Betroffene beißt mit den am weitest distalen Zähnen auf die Watterollen. Dabei wird beachtet, dass der Patient entspannt zubeißt. Nun wird ca. Sollte nichts geschehen, muss im nächsten Schritt darauf geachtet werden, dass die Mittellinie der 1er OK/UK weitestgehend übereinstimmen und in dieser Position zugebissen wird. Wird der Patient „ruhiger“, ist diese Methode dazu geeignet, die genaue OK/UK-Beziehung herbeizuführen.
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Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Krampfanfällen richtet sich nach der Ursache. Bei Fieberkrämpfen kann die Senkung des Fiebers helfen, weitere Anfälle zu verhindern. Bei Infektionen werden Antibiotika oder antivirale Medikamente eingesetzt. Bei Stoffwechselstörungen muss die zugrunde liegende Störung behandelt werden.
Antiepileptika
Bei Kindern mit Epilepsie werden in der Regel Antiepileptika eingesetzt, um die Anfälle zu kontrollieren. Es gibt verschiedene Antiepileptika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und Nebenwirkungen. Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von der Art der Epilepsie und den individuellen Bedürfnissen des Kindes ab.
Zahnärztliche Behandlung
Wenn Zahn- oder Kieferfehlstellungen als Auslöser von Krampfanfällen identifiziert werden, kann eine zahnärztliche Behandlung erforderlich sein. Dies kann eine kieferorthopädische Behandlung zur Korrektur von Zahnfehlstellungen oder eine Behandlung von Kiefergelenksproblemen umfassen. In einigen Fällen kann auch die Entfernung von "Wackelzähnen" oder die Behandlung von Entzündungen im Mundbereich helfen, die Anfälle zu reduzieren.
Aufbissschienen
Durch die Diagnose entsteht eine Fixierung der Okklusion, mit welcher dann eine Aufbissschiene für den Unterkiefer (unter keinen Umständen für den Oberkiefer) erstellt wird. Diese muss 24 Stunden getragen werden, weshalb dies nur im Unterkiefer durchführbar ist.
Alternative und ergänzende Behandlungen
Zusätzlich zu den konventionellen medizinischen und zahnärztlichen Behandlungen gibt es auch alternative und ergänzende Behandlungen, die bei Krampfanfällen eingesetzt werden können. Dazu gehören:
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- Ketogene Ernährung: Eine spezielle Diät mit hohem Fett- und niedrigem Kohlenhydratanteil, die bei einigen Kindern mit Epilepsie die Anfallshäufigkeit reduzieren kann.
- Naturheilkundliche Mittel: Einige pflanzliche Arzneien wie Baldrian und Resveratrol werden für ihre antikonvulsive Wirkung angepriesen.
- Entspannungstechniken: Stress kann Krampfanfälle auslösen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und die Anfallshäufigkeit zu reduzieren.
Es ist wichtig zu beachten, dass alternative und ergänzende Behandlungen nicht als Ersatz für konventionelle medizinische Behandlungen angesehen werden sollten. Sie können jedoch in Absprache mit dem Arzt oder Zahnarzt als zusätzliche Unterstützung eingesetzt werden.
Auswirkungen schlechter Zahngesundheit auf den Körper
Schlechte Zähne können eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen verursachen, die über den Mundraum hinausgehen. Bakterien aus der Mundhöhle können in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen im ganzen Körper verursachen. Dies kann zu folgenden Problemen führen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bakterien aus dem Mund können sich an den Herzklappen festsetzen und Entzündungen verursachen, die zu Herzklappenentzündungen oder sogar einem Schlaganfall führen können.
- Rheumatische Erkrankungen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und rheumatischen Erkrankungen. Bakterien aus dem Mund können in die Gelenkflüssigkeit gelangen und Gelenkschmerzen verursachen.
- Erektionsstörungen: Eine Studie hat einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Erektionsstörungen bei Männern festgestellt.
- Depressionen: Chronische Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit schlechter Zahngesundheit können zu depressiven Verstimmungen führen.
- Schwangerschaftskomplikationen: Parodontitis bei schwangeren Frauen kann das Risiko für Frühgeburten erhöhen.
- Tumorerkrankungen: Forschungen deuten darauf hin, dass chronische Infektionen wie Parodontitis zu einer Tumorbildung führen können.
Vorbeugung
Eine gute Mundhygiene ist entscheidend für die Vorbeugung von Zahnproblemen und den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen. Dazu gehören:
- Regelmäßiges Zähneputzen: Zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta entfernt Zahnbeläge und beugt Karies vor.
- Verwendung von Zahnseide: Zahnseide entfernt Zahnbeläge und Speisereste aus den Zahnzwischenräumen, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.
- Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen: Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt ermöglichen die Früherkennung und Behandlung von Zahnproblemen.
- Professionelle Zahnreinigung: Eine professionelle Zahnreinigung entfernt hartnäckige Zahnbeläge und beugt Zahnfleischentzündungen vor.
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