Wadenkrämpfe nach Sauna: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Wadenkrämpfe sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft, manchmal sogar nach einem entspannenden Saunabesuch. Sie entstehen durch unwillkürliche und schmerzhafte Kontraktionen der Wadenmuskulatur. Diese Krämpfe können plötzlich auftreten und sind oft mit einer Verhärtung des Muskels verbunden. Obwohl sie in den meisten Fällen harmlos sind, können sie sehr unangenehm sein und den Alltag beeinträchtigen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wadenkrämpfe - wenn die Muskulatur verkrampft
  2. Das können Sie bei einem akuten Wadenkrampf tun
  3. Wadenkrämpfe nachts sind besonders lästig
  4. Wadenkrämpfe Ursachen - das steckt dahinter
  5. Nährstoffmangel und Flüssigkeitsmangel als Ursache für den Wadenkrampf
  6. Weitere Ursachen für Wadenkrämpfe
  7. So können Sie einem Wadenkrampf vorbeugen
  8. Wadenkrampf in der Schwangerschaft - die hormonelle Veränderung als Grund für die Muskelkrämpfe
  9. Wadenkrämpfe trotz Magnesium - was nun?
  10. Schmerzen nach Wadenkrampf - was tun?

Ursachen von Wadenkrämpfen

Die Ursachen für Wadenkrämpfe sind vielfältig. Oftmals handelt es sich um eine Überlastungsreaktion der Muskulatur. Manchmal werden neben dem Unterschenkel auch Zehen oder das Fußgewölbe vom Muskelkrampf ergriffen. Schwangere und ältere Menschen leiden tendenziell öfter darunter, als jüngere Erwachsene.

Wadenkrämpfe treten oft nachts im Schlaf, beim oder nach dem Sport auf. Der Krampf (lat. Crampi bzw. Cramps) der Muskulatur geht meistens mit einem größeren Flüssigkeitsverlust durch zu wenig Trinken oder vermehrtes Schwitzen einher. Während des Krampfes geben die Nerven einen bestimmten Impuls an die Muskulatur, der in ein willkürliches Zusammenziehen der einzelnen Muskelfasern der Wadenmuskulatur resultiert. Nach der Kontraktion der Muskulatur kommt es jedoch nicht zur Entspannung. Neben den Schmerzen ist die Verhärtung der Muskel ein weiteres Anzeichen.

In der Regel steckt hinter einem Wadenkrampf nichts Schlimmes. Sie sind eher seltener Anzeichen für Krankheiten.

Überlastung und Fehlbelastung

Die Ursachen für Wadenkrämpfe sind vielseitig und meistens mit der Überforderung der Muskulatur verbunden. Nur selten sind sie Anzeichen für eine Unterforderung. Die Unterforderung der Muskulatur tritt oft bei Menschen auf, die viel am Schreibtisch arbeiten. Beanspruchen diese Menschen dann die Muskeln bei leichtem Sport ein wenig, kommt es schnell zu einer Überlastung. Zudem führt das Alter oft zu einem Abbau an Muskelmasse und einer gewissen Trägheit, sodass sich die Menschen weniger bewegen. Der Trainingszustand der Muskeln in den Beinen verschlechtert sich als eine weitere Folge weniger Bewegung. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit von Sport. Dieser jedoch kann auch zu einer Überbelastung führen. Besonders Joggen oder Schwimmen kann einen Muskelkrampf auslösen. Während des Sports kommt es immer wieder zur An- und Entspannung des Muskels. Dennoch gilt, je mehr Belastung die Muskeln kennen, desto weniger Störungen treten in den Muskeln auf. Gerade beim Schwimmen ist ein Wadenkrampf besonders gefährlich, da er die Bewegungen im Wasser einschränkt oder sogar ganz verhindert. Vermeiden Sie daher insbesondere eine sehr kalte Wassertemperatur. Ein weiterer Grund, warum Sport zu Krämpfen führen kann, ist die Fehlbelastung. Dabei werden die verschiedenen Übungen falsch ausgeführt.

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Nährstoff- und Flüssigkeitsmangel

Oftmals spielen im Zusammenhang mit Wadenkrämpfen nicht nur die Überbelastung und das krampfartige Zusammenziehen der Muskelfasern, sondern auch ein Mangel an Mineralstoffen eine Rolle. Dazu zählen Magnesium, Kalium, Natrium oder Kalzium. Ein Magnesiummangel kann auch durch eine einseitige Ernährung herbeigeführt werden. Denn das Nervensystem benötigt Magnesium, um die Impulse an die Muskeln korrekt weiterzugeben. Die Muskeln wiederum benötigen eine ausreichende Zufuhr an Mineralstoffen, um die Bewegungsabläufe korrekt zu koordinieren. Sportler leiden zudem tendenziell häufiger an Magnesiummangel und haben einen erhöhten Bedarf, denn die ständige An- und Entspannung verbraucht mehr Nährstoffe.

Als weitere Ursache kommt ein größerer Flüssigkeitsmangel infrage. Gerade ältere Menschen neigen dazu, weniger zu trinken, da sie nicht immer das Durstgefühl verspüren oder es einfach vergessen. Muskelkrämpfe, daraus entstehen, werden als paraphysiologisch bezeichnet. Manchmal werden auch fieberhafte Infekte, Durchfallerkrankungen und häufiges Erbrechen zusätzlich von Krämpfen in den Waden begleitet. Auch Diabetes kann die Krämpfe begünstigen, da die Stoffwechselkrankheit zu einem größeren Harndrang führt. Dabei versucht der Körper den Zucker loszuwerden und schwemmt nebenbei die Mineralstoffe aus. In einigen Fällen führt auch ein übermäßiger Genuss von Alkohol zu geschädigten Muskeln und Nerven. Das durch den Alkoholkonsum geschwächte Nervensystem wiederum begünstigt die Entstehung von Muskelkrämpfen. Daneben kann ebenfalls eine unbequeme oder unnatürliche Fuß- und Beinstellung zu Krämpfen führen. Sogar falsches Schuhwerk kann ursächlich für die Krämpfe sein. Achten Sie daher immer auf gut sitzende Schuhe, mit denen Sie auch längere Zeit gut laufen können. Gegebenenfalls sind auch orthopädische Einlagen oder Ähnliches diesem Zwecke dienlich. Des Weiteren kommt auch die Einnahme bestimmter Medikamente in Frage, bei der die Wadenkrämpfe als Nebenwirkung auftreten können. Zu diesen Medikamenten zählen u. a. Entwässerungstabletten, die ebenfalls einen erhöhten Harndrang nach sich ziehen.

In einigen Fälle ist auch eine familiäre Veranlagung Grund für das Auftreten der Krämpfe. Sind dagegen keine direkten Ursachen erkennbar, wird auch von idiopathischen Muskelkrämpfen gesprochen. Ganz selten sind die Wadenkrämpfe ein Anzeichen für eine mögliche Thrombose oder Venenentzündung. In diesem Kontext sollten Sie vor allem auf einseitig auftretende Krämpfe achten. Abgesehen davon können manche Muskelerkrankungen (z. B. Myopathien) ebenfalls hinter den Krämpfen in der Wade stecken. Sie werden vererbt und zeigen sich in der Regel bei (kleinen) Kindern oder Jugendlichen. Die krampfartigen Muskelanspannungen erstrecken sich jedoch mitunter auf den gesamten Körper und nicht nur die Wade. Aus diesen Gründen ist die Abklärung von häufig wiederkehrenden Muskelkrämpfen durch den Arzt unerlässlich.

Wadenkrämpfe nach Sauna

Ein Krampf entsteht dann, wenn sich die Muskulatur plötzlich zusammenzieht. Oft geschieht dies nach dem Sport oder anderen Anstrengungen. Vor allem Schwimmer sind von der Misere betroffen. So unangenehm der Krampf ist, so schnell verschwindet er auch wieder. Meist ist nach wenigen Minuten wieder Ruhe.

Die Ursache für Wadenkrämpfe nach einem Saunabesuch liegt in Störungen im Elektrolyt- und Wasserhaushalt. Damit Muskeln einwandfrei arbeiten, brauchen sie Mineralien und besonders Flüssigkeit. Beides verliert der Körper in der Sauna mit dem Schweiß.

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Weitere Ursachen

Neben den bereits genannten Ursachen können auch andere Faktoren eine Rolle spielen:

  • Erkrankungen: Verschiedene Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenschwäche oder Muskelerkrankungen können Wadenkrämpfe verursachen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z.B. Entwässerungstabletten oder Cholesterinsenker, können als Nebenwirkung Wadenkrämpfe auslösen.
  • Familiäre Veranlagung: In einigen Fällen kann eine familiäre Veranlagung für das Auftreten von Wadenkrämpfen verantwortlich sein.

Was tun bei einem akuten Wadenkrampf?

Zur Behandlung eines Wadenkrampfes eignen sich verschiedene Maßnahmen. Dazu zählen:

  • Dehnen und Massieren der Muskulatur
  • Fersenbein aufstellen und Zehen sowie Schienbein anziehen
  • Zum Erzeugen von Zug in der Wade betroffene Bein zurückstellen, die Ferse belasten und nach vorne lehnen
  • Wärme zur Entspannung in Form von Kirschkernkissen und Wärmflasche nutzen
  • Versuchen Sie es mit Aconit Schmerzöl und behandeln Sie die betroffenen Stellen regelmäßig

Erste-Hilfe-Tipps bei Wadenkrampf

Wenn jemand einen akuten Wadenkrampf erleidet, kann sofortiges Dehnen der Unterschenkelmuskulatur den Krampf beenden. Dazu zieht man die Zehen nach oben und drückt währenddessen die Ferse fest in den Boden.

Auch eine Massage entspannt: Ein leichtes Massieren des verkrampften Muskels bringt Linderung - die Muskulatur wird gelockert, die Durchblutung gesteigert.

Wenn der Wadenkrampf beim Sport auftritt, helfen diese Maßnahmen:

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  • Den Unterschenkel im Stehen dehnen (wie oben beschrieben): Die Zehen nach oben ziehen und die Ferse fest auf den Boden drücken. Gleichzeitig kann die Wade leicht massiert werden. Den Fuß anschließend lockern.
  • Nach dem Krampf einige Schritte gehen und eine kleine Trainingspause einlegen.
  • Ausreichend trinken. Der Elektrolythaushalt muss gegebenenfalls ausgeglichen werden. Wichtig sind dabei unter anderem Magnesium, Kalium und Natrium
  • Bei kalten Temperaturen sollte man sich wärmende Strümpfe und eine lange Hose überziehen.

Wenn der Wadenkrampf nachts im Bett auftritt, können diese Tipps helfen:

  • In liegender Position die Zehen nach oben in Richtung der Knie ziehen. Dabei die Ferse vom Körper wegtreten. Gleichzeitig kann man die Wade sanft massieren.
  • Krampflösend wirkt häufig auch aufzustehen und vorsichtig herumzulaufen.
  • Viele Betroffene profitieren zusätzlich von Wärme. Gegen nächtliche Wadenkrämpfe am besten eine kurze Fuß- oder Wadendusche nehmen.
  • Bei einigen Menschen hingegen kann Kälte die Krämpfe lösen. Dann hilft es, kalte Auflagen auf die harte Muskulatur zu bringen.

Vorbeugung von Wadenkrämpfen

Um im Vorfeld einem Zusammenkrampfen der Muskulatur entgegenzuwirken, sollte die ausreichende Dehnung der Muskelgruppen vor und nach dem Sport Teil des Sportprogramms sein. Nachts kann das Hochlagern und Wärmen der Beine ebenfalls Wadenkrämpfen entgegenwirken. Gerade wenn die Krämpfe und Überbelastung nur ab und zu auftreten, steckt dahinter meistens keine Erkrankung. Des Weiteren könnte auch ein mäßiger bis komplett eingestellter Alkoholkonsum die Vermeidung von Wadenkrämpfen unterstützen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Ausreichend trinken: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, besonders bei sportlicher Betätigung oder Saunabesuchen.
  • Elektrolythaushalt ausgleichen: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Natrium. Bei Bedarf können Sie auch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
  • Regelmäßige Dehnübungen: Dehnen Sie Ihre Wadenmuskulatur regelmäßig, besonders vor und nach dem Sport.
  • Geeignetes Schuhwerk: Tragen Sie bequeme Schuhe mit guter Passform, die Ihre Füße nicht einengen.
  • Vermeiden Sie Überlastung: Steigern Sie die Trainingsintensität langsam und vermeiden Sie Fehlbelastungen.
  • Regelmäßiger Ausdauersport: Betreiben Sie regelmäßig Ausdauersportarten wie Walking, Radfahren oder Schwimmen, um die Durchblutung zu fördern und die Muskulatur zu stärken.
  • Saunieren: Um Krämpfen vorzubeugen, sollte man ausreichend trinken, am besten natürliches Mineralwasser, und den Flüssigkeitsverlust ausgleichen.

Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft treten paraphysiologische Wadenkrämpfe häufig als Begleiterscheinung und dann vor allem nachts auf. Dies ist in der hormonellen Veränderung des Stoffwechsels begründet. Sie führt zu einem erhöhten Nährstoffbedarf. Schwangere sollten beispielsweise gerade in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf den Spiegel des Magnesiums achten. Gegebenenfalls muss es von außen als Nahrungsergänzung zugeführt werden. Der Mineralstoffmangel wird zudem durch verstärktes Schwitzen und zunehmenden Harndrang begünstigt. Zudem benötigt das Baby zusätzliche Nährstoffe für ein gesundes Wachstum. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Schwangere 310 mg Magnesium und 1.000 mg Kalzium pro Tag zu sich nehmen. Dabei sind Vollkornprodukte aber auch Nüsse, Haferflocken und Erbsen wertvolle Lieferanten. Auch der Verzehr von Milch, Fisch oder Fleisch begünstigt die Aufnahme der Nährstoffe. Generell wird den werdenden Müttern empfohlen, lieber bis zu fünf kleinere Mahlzeiten, als drei größere zu essen. Dies kommt dem durch das Baby verkleinerten Magenvolumen zugute. Möglicherweise reicht eine gesunde Ernährung jedoch nicht aus und es ist die Einnahme von zusätzlichen Medikamenten nötig. Treten Sie hierzu in Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Achtung, Medikamente, welche Chininsulfat enthalten, könnten Wehen auslösen. Stattdessen wird hoch dosiertes Magnesium zur Einnahme verschrieben, auch wenn dieses eine schwächere Wirkung als das Chinin hat. Letzteres wird im folgenden Absatz noch einmal thematisiert.

Das steigende Gewicht von Mutter und Kind stellt eine zusätzliche Herausforderung an die Muskeln dar und mitunter kommt es hier zu einer Überlastung. Während der Schwangerschaft verspüren viele Frauen zudem den berüchtigten Heißhunger und nehmen infolgedessen zu. Wassereinlagerungen lassen darüber hinaus schnell die Füße Anschwellen und daher drücken die vorher noch bequemen Schuhe plötzlich. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, sollten Sie möglichst flache Schuhe tragen und sich immer wieder bewegen. Zu diesem Zwecke eignen sich Schwimmen und Radfahren - bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, dann ist für werdende Mütter Radfahren nicht mehr empfehlenswert. Yoga dagegen hilft dabei, die Muskulatur zu dehnen und zu entspannen. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit gibt es inzwischen auch speziell abgestimmte Yoga-Kurse für Schwangere. Achten Sie jedoch auch auf genügend Pausen, um eine Überbelastung durch zu viel Bewegung zu vermeiden. Zudem leiden einige Frauen während der Schwangerschaft unter Durchblutungsstörungen, ausgelöst durch langes Sitzen bzw. wenig Bewegung oder auch Flüssigkeitsmangel. Zu guter Letzt drückt die Gebärmutter während des Wachstums des Babys mitunter auf Nerven, die wiederum die Impulse zu den Muskeln nicht mehr korrekt übertragen können.

Wadenkrämpfe trotz Magnesium?

Magnesium gilt als eines der wichtigsten Mineralstoffe zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen. Ein Magnesiummangel kann sich auch durch häufig auftretende Krämpfe bemerkbar machen. Während heißer Sommertage verlieren wir durch das Schwitzen vermehrt Mineralstoffe. Daher sollten Sie auf eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr von etwa 2 bis 3 Litern pro Tag achten, um den Elektrolythaushalt auszugleichen. Positiver Nebeneffekt: auch Ihr Kreislauf profitiert davon und eine Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems durch Flüssigkeitsmangel wird weniger wahrscheinlich.

Neben Magnesium kann auch die vorbeugende Einnahme des eben erwähnten Chinins helfen, den Elektrolythaushalt zu stabilisieren und das Auftreten von Muskelkrämpfen zu reduzieren. Chinin wird aus der Chinarinde gewonnen und sorgt für eine geringere Übertragungsrate von Impulsen zwischen Nerven und Muskulatur. Zudem hat Chinin eine schmerzstillende Wirkung. Das Chininsulfat ist jedoch rezeptpflichtig und sollte nur in Absprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden.

Achten Sie bei der Einnahme von Magnesium zudem darauf, keine anderen Arzneimittel zum selben Zeitpunkt einzunehmen, da andernfalls unerwünschte Wechselwirkungen auftreten könnten.

Schmerzen nach Wadenkrampf

Schmerzen nach einem Wadenkrampf resultieren aus den weiterhin verhärteten Muskeln. Manchmal dauern sie einige Tage an. Je stärker diese sind und je häufiger sie auftreten, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten eines Muskelfaserrisses als Folge der ständigen Überlastung. Es kann zu Durchblutungsstörungen kommen, da die Blutgefäße ebenfalls stark zusammengedrückt werden.

Verspüren Sie immer wieder Schmerzen nach einem Wadenkrampf in den Muskeln, ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Der symptomatische Cramps des Muskels in den Beinen könnte ein Anzeichen für eine Krankheit sein. Zu den wichtigsten Erkrankungen in diesem Zusammenhang zählen Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion und Nierenschwäche, aber auch verschiedene Muskelerkrankungen wie Parkinson.

Im Rahmen der Untersuchung kann ein Blutbild Aufschluss über die Ursache der krampfartigen Muskelanspannung geben. Zu den untersuchten Blutwerten zählen:

  • Elektrolytwerte
  • Blutzuckerspiegel
  • Nieren - und Leberwerte
  • Schilddrüsenhormone

Wann zum Arzt?

Wadenkrämpfen liegen meist harmlose Ursachen zugrunde. Zum Arzt sollte man allerdings gehen, wenn die schmerzhaften Krämpfe sehr häufig auftreten, wenn sie nachts den Schlaf rauben oder sich tagsüber bemerkbar machen und wenn die Wadenkrämpfe sich trotz Dehnen oder sanfter Massagen nicht auflösen. Kommen weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen hinzu, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose von Wadenkrämpfen

Der behandelnde Arzt wird sich die Beschwerden genau erläutern lassen. Es ist unter anderem relevant, wann sich die Krämpfe zum ersten Mal gezeigt haben, ob sie häufig in bestimmten Situationen auftreten, beispielsweise beim Training oder nur nachts. Auch familiäre Hintergründe werden beleuchtet. So ist es wichtig zu wissen, welche Krankheiten in der Familie vorkommen. Aber auch eine mögliche Schwangerschaft oder Nebenwirkungen von Medikamenten werden als Auslöser der Krämpfe in Betracht gezogen. Eine körperliche Untersuchung schließt sich dem Gespräch an, wobei Nervensystem und Muskelfunktionen besonders genau angesehen werden. Auf Basis dieser Kontrollen kann nun schon entschieden werden, ob gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Facharzt erforderlich ist.

Untersuchungsmethoden

  • Elektromyografie (EMG): Messung der elektrischen Muskelaktivität, um Muskelerkrankungen oder Nervenstörungen zu erkennen.
  • Elektroneurografie (ENG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um Nervenschädigungen festzustellen.
  • Dopplersonografie: Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung der Durchblutung der Beinvenen und zum Ausschluss von Thrombosen.
  • Blutuntersuchung: Analyse der Blutwerte, um Elektrolytmangel, Stoffwechselstörungen oder andere Erkrankungen zu identifizieren.

Behandlung von Wadenkrämpfen

Wadenkrämpfe werden abhängig von ihrer spezifischen Ursache behandelt. Liegt beispielweise eine Störung im Elektrolyt- und Wasserhaushalt vor, dann werden Betroffene in der Regel dazu angehalten, ausreichend zu trinken und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Dabei sollten Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium oder Natrium bevorzugt werden. Bei starkem Durchfall, kann eine Elektrolytlösung für den nötigen Ausgleich sorgen. Leiden Betroffene an einem Magnesiummangel, kann dies durch entsprechende Präparate behoben werden. Kommt es nachts regelmäßig zu schweren Wadenkrämpfen, kann bei Erwachsenen eventuell der Krampflöser Chininsulfat (Chinin) weiterhelfen. Das Mittel sollte nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden und keinesfalls während einer Schwangerschaft oder in Kombination mit anderen Medikamenten. Von der Gabe an Kinder und Jugendliche wird abgeraten. Wurde durch den Arzt eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse diagnostiziert, können Vitamin D oder Kalzium verschrieben werden. Werden die Wadenkrämpfe durch Erkrankungen der Muskulatur ausgelöst, sind meist physiotherapeutische Maßnahmen hilfreich. Ist eine Dystonie für die Krämpfe verantwortlich, können Medikamente wie Botulinum-Toxin oder Benzodiazepine (beruhigend und angstlösend) verordnet werden. Liegt eine Erkrankung des Nervensystems vor, sorgen durchblutungsfördernde Arzneien häufig für eine Besserung. Entstehen die Krämpfe hingegen als Nebenwirkung eines Medikamentes, dann kann möglicherweise ein anderes Präparat gewählt werden.

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