Die Parkinson-Demenz ist eine Demenz-Erkrankung, die bei Menschen mit Parkinson-Syndrom auftritt. Nicht alle Parkinson-Betroffenen entwickeln auch eine Demenz, aber das Risiko ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht. Im Durchschnitt tritt die Parkinson-Demenz etwa zehn Jahre nach Beginn der Parkinson-Krankheit auf und verläuft fortschreitend über mehrere Jahre. Es ist wichtig zu beachten, dass die Geschwindigkeit, mit der sich die Erkrankung entwickelt, individuell sehr unterschiedlich sein kann.
Was ist Parkinson-Demenz?
Mediziner definieren Parkinson-Demenz als eine Demenz-Erkrankung, die bei Menschen mit Parkinson-Syndrom auftritt und bestimmte Kriterien erfüllt. Dazu gehört, dass die Demenz schleichend beginnt und langsam fortschreitet. Darüber hinaus müssen mindestens zwei sogenannte kognitive Funktionen beeinträchtigt sein, wie z. B. Aufmerksamkeit, Sprache oder Gedächtnis.
Die Beeinträchtigungen müssen so stark sein, dass sie das tägliche Leben einschränken, unabhängig von den motorischen Beschwerden, die mit dem Parkinson-Syndrom einhergehen. Die Parkinson-Demenz ist eine Form der sogenannten Lewy-Körperchen-Demenz. Lewy-Körperchen lagern sich vermehrt im Gehirn ab und verursachen die dementiellen Symptome. Daher haben Menschen mit einem Parkinson-Syndrom ein erhöhtes Risiko, auch an Demenz zu erkranken.
Häufigkeit der Parkinson-Demenz
Nicht alle Menschen mit Parkinson entwickeln eine Demenz. Allerdings ist das Risiko etwa sechsmal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Experten schätzen, dass etwa 40 bis 80 Prozent der Betroffenen im Laufe ihrer Erkrankung eine Parkinson-Demenz entwickeln.
Symptome der Parkinson-Demenz
Die Parkinson-Demenz äußert sich durch verschiedene Störungen der kognitiven Funktionen:
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- Beeinträchtigte Aufmerksamkeit: Aufgaben, die eine hohe Aufmerksamkeit erfordern, sind für die Betroffenen schwer zu erfüllen. Menschen mit Parkinson-Demenz haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und Aufgaben zielgerichtet zu erledigen.
- Schwierigkeiten beim Planen und Ausführen von Tätigkeiten: Es fällt schwer, Aufgaben vorausschauend zu planen und umzusetzen.
- Verlangsamtes Denken
- Beeinträchtigungen bei der räumlichen Orientierung und Wahrnehmung
- Schwierigkeiten, kürzliche Ereignisse oder neu erlernte Inhalte abzurufen: Auch das Lang- und Kurzzeitgedächtnis kann bei Menschen mit Parkinson-Demenz nachlassen.
- Manchmal Schwierigkeiten, Worte zu finden und Probleme, komplizierte Sätze zu bilden
Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit, bei der vor allem das Kurz- und Langzeit-Gedächtnis gestört sind, betrifft die Parkinson-Demenz vor allem die Aufmerksamkeit und die Geschwindigkeit von Denkprozessen. Auch die Lernfähigkeit selbst bleibt erhalten, allerdings sind erlernte Inhalte nur mit Verzögerung abrufbar.
Neben den kognitiven Beeinträchtigungen kommt es bei Menschen mit Parkinson-Demenz auch zu Änderungen des Verhaltens. Betroffene wirken oft apathisch, sie verlieren ihre Spontaneität und Motivation. Auch Veränderungen der Persönlichkeit und Stimmungsschwankungen mit Ängsten und depressiven Symptomen treten auf. Einige Menschen mit Parkinson-Demenz leiden an Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Im Rahmen von Parkinson sind Persönlichkeitsveränderungen und Stimmungsextreme sowohl für Parkinson-Betroffene als auch für Angehörige häufig bedrohlich. Sind die Veränderungen stark ausgeprägt, können sie sogar als emotional belastender wahrgenommen werden als rein körperliche Symptome.
Frühsymptome und Begleiterkrankungen
Vor der Diagnose beherrschen oft unspezifische Frühsymptome den Patienten. Viele Patienten haben lange schon vor Ausbruch der Erkrankung eine Schlafstörung, die man als REM-Schlafverhaltensstörung bezeichnet, ein Ausleben von Träumen im Schlaf, oder eine Riechstörung. Es kann auch zu seelischen Veränderungen, Konzentrationsproblemen kommen.
Eine klassische Parkinson-Erkrankung sollte sich nicht schnell verschlechtern. Das wäre sehr, sehr ungewöhnlich. Entweder haben wir hier keine echte Parkinson-Krankheit, keine klassische Parkinson-Krankheit vor uns, sondern eine sogenannte atypische Parkinson-Krankheit. Leider haben 10 Prozent der Menschen mit einer Parkinson-Symptomatik keine klassische Parkinson-Krankheit, sondern so einen atypischen Parkinson, der leider ein schlechteres Ansprechen auf die Parkinson-Medikamente und ein rascheres Voranschreiten zeigt. Und die andere Möglichkeit bei raschen Veränderungen ist immer die Möglichkeit einer Begleiterkrankung. Die Begleiterkrankung kann sein ein Schlaganfall, eine Zuckerkrankheit, aber kann auch sein, dass einfach der Patient, vor allem, wenn das ältere Menschen sind, zu wenig trinkt und einfach ausgetrocknet ist oder mangelernährt ist oder einen Vitaminmangel hat.
Diagnose der Parkinson-Demenz
Bei Verdacht auf eine Demenz wie die Parkinson-Demenz führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch. Zuerst erfragt er die Krankengeschichte (Anamnese) im Gespräch mit dem Betroffenen und den Angehörigen. Dabei lässt er sich zum Beispiel die Symptome genau schildern, also etwa Probleme mit der Konzentration. Außerdem fragt der Arzt, seit wann diese Symptome bestehen, ob andere Erkrankungen vorliegen und welche Medikamente der Betroffene einnimmt.
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Nach dem Anamnese-Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Außerdem entnimmt der Arzt eine Blutprobe für eine Laboranalyse. Mit sogenannten kognitiven Kurztests prüft der Arzt, ob der Betroffene tatsächlich an einer Parkinson-Demenz (oder sonstigen Demenz) leidet. Allerdings sind diese Tests bei leichter Demenz wenig aussagekräftig. Dann ist gegebenenfalls eine vertiefende neuropsychologische Untersuchung nötig.
Bei Demenz-Verdacht wird oft das Gehirn bildlich dargestellt - mittels Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie). Bei dementen Menschen erkennt man auf den Aufnahmen, dass das Hirngewebe geschrumpft ist (Atrophie). In unklaren Fällen von Demenz folgen weitere Untersuchungen. Um die geistigen Fähigkeiten zu überprüfen, gibt es spezielle Gedächtnistests. Ein Test, der extra für Menschen mit Parkinson entwickelt wurde, heißt PANDA-Test (Parkinson Neuropsychometric Dementia Assessment). Damit werden zum Beispiel die Aufmerksamkeit, das Erinnerungsvermögen oder die Wortfindung getestet. Wenn der Verdacht auf eine Demenz besteht, können weitere Tests wie eine MRT-Untersuchung zeigen, ob Teile des Gehirns geschrumpft sind. Die bildgebenden Verfahren spielen eine große Rolle in der Diagnostik am Beginn. Wenn wir einen Menschen sehen, der typische oder weniger typische Parkinson-Symptome entwickelt, werden wir immer eine sogenannte strukturelle Bildgebung machen. Das ist eine Magnetresonanztomografie des Gehirns idealerweise, oder, wenn dagegen Gründe sprechen. Jetzt gibt es im späteren Krankheitsverlauf zwei gute Gründe, nochmal eine Bildgebung zu machen. Das eine wäre: Der Patient spricht nicht so gut an auf die Parkinson-Medikamente, wie wir uns das erhofft haben. Dann ist eine wahrscheinliche Möglichkeit, dass das eine atypische Parkinson-Krankheit ist. Für die Diagnose dieser Erkrankung kann andererseits wieder die Magnetresonanztomographie sehr, sehr hilfreich sein.
Gedächtnisambulanzen
Gedächtnisambulanzen oder Gedächtnissprechstunden sind Abteilungen in Krankenhäusern, die auf kognitive Störungen spezialisiert sind. Dort klären ärztliche Teams die Ursache für Gedächtnis- oder Sprachprobleme ab.
Behandlung der Parkinson-Demenz
Die Parkinson-Demenz ist nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen.
Medikamentöse Behandlung
Zunächst ist es manchmal notwendig, die Medikamente anzupassen, die gegen die Parkinson-Krankheit eingenommen werden. Manche Präparate verstärken nämlich eine Demenz. Sie sollten deshalb gegen andere ersetzt werden, die das nicht tun. Die medikamentöse Behandlung von Parkinson zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen und damit die motorischen Defizite abzumildern. Dazu kommen Medikamente zum Einsatz, die den Dopaminmangel wieder ausgleichen, wie zum Beispiel Levodopa (in Kombination mit einem Decarboxylasehemmer).
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Es gibt auch Medikamente, die gezielt die Symptome der Parkinson-Demenz lindern. Dazu zählen vor allem Präparate mit dem Wirkstoff Rivastigmin. Das ist ein sogenannter Acetylcholinesterase-Hemmer:
Die Acetylcholinesterase ist ein Enzym, das im Gehirn den Nerven-Botenstoff (Neurotransmitter) Acetylcholin abbaut. Wie bei der Alzheimer-Demenz besteht auch bei der Parkinson-Demenz ein Mangel an Acetylcholin. Rivastigmin behebt diesen Mangel, indem es das Enzym hemmt, das normalerweise Acetylcholin abbaut. So bleiben Hirnleistungen wie Denken, Lernen und Erinnern länger erhalten. Zudem kommen die Betroffenen in ihrem Alltagsleben wieder besser zurecht. Rivastigmin ist das einzige zugelassene Antidementivum, das auch zur Behandlung der Parkinson-Demenz zugelassen ist. Der Wirkstoff Rivastigmin gehört zur Wirkstoffgruppe der Cholinesteraseinhibitoren und wird angewendet zur Behandlung der Alzheimer-Demenz sowie der Demenz bei Patienten mit Parkinson. Rivastigmin ist ein Cholinesteraseinhibitor, genauer ein Hemmer der Acetyl- sowie Butyrylcholinesterase, der eine kovalente Bindung mit deinen Targetenzymen eingeht. Rivastigmin Acino 9,5 mg/24 Stunden transderm.
Vorsicht ist jedoch bei Antipsychotika geboten! Antipsychotika (Neuroleptika) sind Medikamente gegen psychotische Symptome, zum Beispiel Halluzinationen, wie sie auch bei der Parkinson-Demenz vorkommen. Daher werden sie bei bestimmten Demenzformen angewendet. Bei der Parkinson-Demenz sind die meisten Antipsychotika (klassische und viele atypische Antipsychotika) allerdings tabu. Der Grund ist, dass die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen haben. Vor allem verschlechtern solche Wirkstoffe die Beweglichkeit und Wachheit (Vigilanz) beim Parkinson-Syndrom unter Umständen stark. Grundsätzlich alle Parkinson-Medikamente und auch viele andere Medikamente können bei Parkinson-Patienten eine Psychose verursachen, die behandelt werden muss.
Rivastigmin: Details zu Anwendung und Nebenwirkungen
Rivastigmin wird rasch und vollständig resorbiert und erreicht maximale Plasmakonzentrationen nach etwa einer Stunde. Die absolute Bioverfügbarkeit nach einer Dosis von 3 mg beträgt etwa 36 ± 13 Prozent. Die Proteinbindung von Rivastigmin liegt bei etwa 40 Prozent. Rivastigmin wird, hauptsächlich über eine durch Cholinesterase vermittelte Hydrolyse, rasch und weitgehend zu seinem decarbamylierten Metaboliten abgebaut mit einer Halbwertszeit im Plasma von etwa einer Stunde. Im Urin wird kein unverändertes Rivastigmin gefunden. Die Metaboliten werden hauptsächlich renal eliminiert. Nach Gabe von 14C-Rivastigmin erfolgt die renale Elimination rasch und fast vollständig (> 90 Prozent) innerhalb von 24 Stunden. Weniger als 1 Prozent der verabreichten Dosis wird mit den Fäzes ausgeschieden.
Die wirksame Dosis beträgt 3 bis 6 mg zweimal täglich. Patienten sollten die individuell höchste, noch gut verträgliche Dosis für eine optimale Therapie erhalten. Die empfohlene Höchstdosis liegt bei 6 mg zweimal täglich. Das Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen nehmen üblicher Weise mit höheren Dosen zu. Wenn die Behandlung länger als drei Tage unterbrochen wurde, sollte sie mit einer Dosis von zweimal täglich 1,5 mg wieder aufgenommen werden, um möglicherweise auftretende Nebenwirkungen (z. B. Erhaltungsdosis: Nach zweiwöchiger Behandlung, kann die Dosis, wenn sie gut vertragen wurde, auf 3 mg zweimal täglich erhöht werden. Weitere Dosiserhöhungen auf 4,5 und 6 mg zweimal täglich sollten erst nach weiterer zweiwöchiger Behandlung der vorherigen Dosis vorgenommen werden. Erhaltungsdosis: Nach vierwöchiger Behandlungsdauer und wenn die Dosis gut vertragen wurde, kann eine Dosiserhöhung auf 9,5 mg/ 24 Stunden vorgenommen werden.
Wechselwirkungen: Anticholinergika (z. B. Betablocker (einschließlich Atenolol) und andere Bradykardie-auslösende Arzneimittel (z. B. Torsade de Pointes-induzierende Arzneimittel wie Antipsychotika z. B.
Schwangerschaft und Stillzeit: Es liegen keine klinischen Daten über mit Rivastigimin exponierte Schwangere vor. Rivastigmin wird bei Tieren in die Muttermilch ausgeschieden.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen: Die Alzheimer-Demenz kann allmählich zu einer Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen. Darüber hinaus kann Rivastigmin, insbesondere zu Beginn der Behandlung oder bei Dosiserhöhung, Schwindel und Somnolenz hervorrufen.
Nebenwirkungen: Mit steigender Dosis von Rivastigmin können Nebenwirkungen zunehmen. Hautreaktionen: An der Stelle, wo das Rivastigmin-Pflaster aufgetragen wird, können Hautreaktionen auftreten. Dosistitration: Nach einer Dosiserhöhung können Nebenwirkungen wie Bluthochdruck und Halluzinationen oder eine Verschlechterung von Parkinson-Symptomen auftreten. Gastrointestinale Störungen: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können dosisabhängig sein und treten oft zu Beginn der Therapie oder bei Dosissteigerungen auf. Gewichtsverlust: Patienten mit Alzheimer können an Gewicht verlieren, was mit der Einnahme von Cholinesterasehemmern in Verbindung gebracht wird. Schweres Erbrechen: Bei schwerem Erbrechen kann eine Dosisanpassung notwendig sein.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Neben Medikamenten sind auch nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Parkinson-Demenz (und anderen Demenzen) sehr wichtig. Empfehlenswert sind zum Beispiel Krankengymnastik, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung. Zur Linderung der motorischen Symptome der Parkinson-Erkrankung wird möglichst viel körperliche Aktivität empfohlen. Regelmäßige Bewegung kann die Verschlechterung der Krankheit verlangsamen.
Gedächtnistraining („Gehirnjogging“) bietet sich bei leichten Formen von Parkinson-Demenz an, solange sich die Betroffenen mit Freude und ohne Frustration daran beteiligen. Auch künstlerisch-expressive Therapieformen wie Malen, Musik und Tanz wirken sich unter Umständen positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Betroffenen aus.
Bei Parkinson-Demenz ist es auch wichtig, die Wohnräume bedürfnisgerecht zu gestalten. Dazu gehört, mögliche Gefahren- und Verletzungsquellen zu beseitigen.
Weitere Medikamente bei Parkinson
Umfangreiche Forschung hat eine große Bandbreite an Medikamenten gegen Parkinson ermöglicht, die die Beschwerden der Krankheit lindern können. Eine korrekte Parkinson Medikation ermöglicht den Betroffenen ein weitgehend normales Leben zu führen, womit die Krankheit einen Schritt weit ihren Schrecken verloren hat.
- Levodopa (L-Dopa): Im Gehirn wird L-Dopa zu Dopamin umgewandelt. L-Dopa ist das am stärksten wirksame Medikament gegen Parkinson und wird häufig mit anderen Medikamenten kombiniert. Alle heute im Handel befindlichen Dopa-Präparate enthalten einen Begleitstoff (Benserazid oder Carbidopa) der bewirkt, dass L-Dopa nicht bereits im Blut, sondern erst im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird. Manche Dopa-Präparate enthalten noch einen zweiten Begleitstoff (Entacapon, s.u.) der ebenfalls die Aufnahme von L-Dopa im Gehirnunterstützt. Die Wirkung von L-Dopa ist bei einigen Betroffenen bereits nach Einnahme der ersten Dosis erkennbar, in anderen Fällen kann es aber auch mehrere Wochen dauern, bis die Wirkung eintritt. Die für eine auszureichende Wirkung benötigte Dosis muss individuell durch schrittweise Anpassung bestimmt werden.
- Dopaminagonisten: Im Gegensatz zu L-Dopa werden Dopaminagonisten nicht im Körper umgewandelt, sondern wirken als Dopamin-ähnliche Substanzen direkt an den Empfängerstellen („Dopamin-Rezeptoren“) im Gehirn. Die Wirksamkeit dieses Parkinson Medikaments ist meist nicht ganz so stark wie die von L-Dopa. Gegenüber L-Dopa haben Dopaminagonisten jedoch den Vorteil, dass sie bei langjähriger Einnahme seltener zu Wirkungsschwankungen und Unruhebewegungen führen. Nach den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Neurologie sollen Dopaminagonisten bei Patienten unter siebzig Jahren ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen vor einer L-Dopa-Therapie eingesetzt werden.
- COMT-Hemmer: Die sogenannte COMT ist ein Enzym, das den Abbau von L-Dopa beschleunigt. Damit dies nicht schon im Blutkreislauf geschieht, werden COMT-Hemmer gemeinsam mit L-Dopa verabreicht. Hierdurch wird erreicht, dass größere Mengen von dem als Tablette eingenommenen L-Dopa tatsächlich ins Gehirn gelangen und sich die Wirkdauer einer einzelnen Tablette verlängert. Im Handel sind zwei COMT-Hemmer verfügbar, wobei Entacapon am gebräuchlichsten ist und entweder allein oder als Kombinationstablette mit L-Dopa verabreicht wird. Eine mögliche Nebenwirkung dieses Parkinson Medikaments ist eine Urinfärbung, die harmlos ist.
- MAO-B-Hemmer: Diese Präparate hemmen im Gehirn den Abbau von Dopamin, der durch das Enzym „MAO-B“ erfolgt. Hierdurch wird erreicht, dass das von den Nervenzellen ausgeschüttete Dopamin länger zur Verfügung steht. Im Handel sind zwei verschiedene Präparate (Selegilin und Rasagilin), die sowohl allein als auch in Kombination mit anderen Medikamenten verabreicht werden können.
- Amantadin: Amantadin wirkt anders als andere Parkinson Medikamente nicht auf das Dopaminsystem, sondern auf den Botenstoff Glutamat, der ebenfalls bei der Entstehung der Parkinson-Symptomatik eine Rolle spielt. Eine Besonderheit von Amantadin ist, dass es auch wirksam gegen medikamentös bedingte Überschussbewegungen („Hyperkinesen“) sein kann, die unter langfristiger Einnahme von L-Dopa auftreten können. Zu den Nebenwirkungen dieses Parkinson Medikaments zählen unter anderem Hautveränderungen, Ödeme und Alpträume.
- Anticholinergika: Die sogenannten Anticholinergika sind die ältesten in Gebrauch befindlichen Parkinson-Medikamente. Anticholinergika wirken nicht über den Botenstoff Dopamin, sondern durch Blockaden des Botenstoffs Acetylcholin. Anticholinergika werden gelegentlich zur Behandlung von Tremor (Zittern) eingesetzt, wenn L-Dopa oder Dopaminagonisten hierfür nicht ausreichend wirksam sind.
Tiefe Hirnstimulation
Die Tiefe Hirnstimulation ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem ein Chirurg / eine Chirurgin einen oder zwei Drähte (bezeichnet als Elektroden) in das Gehirn einsetzt. Diese Elektroden sind mit einem Gerät verbunden, das in Größe und Form einem Herzschrittmacher ähnelt. Dieser sog. Die Stimulation kann beim Regeln der falschen Signalgebung im Gehirn helfen und einige Symptome der Bewegungsstörung verbessern.
Umgang mit Persönlichkeitsveränderungen
Im Rahmen von Parkinson ist eine Persönlichkeitsveränderung und Stimmungsextreme sowohl für Parkinson-Betroffene als auch für Angehörige häufig bedrohlich. Sind die Veränderungen stark ausgeprägt, können sie sogar als emotional belastender wahrgenommen werden als rein körperliche Symptome. Fallen Ihnen als Betroffene:r oder Angehörige:r eine Wesensveränderung bei Parkinson auf, so ist wichtig, dass Sie den behandelnden Arzt bzw. die Ärztin darüber informieren. Besonders bei psychotischen Veränderungen müssen möglicherweise die Medikamente gewechselt werden. Auch bei anderen Persönlichkeitsveränderungen kann eine Anpassung der Parkinson-Therapie die Stimmungslage verbessern. Gefährdet sich der oder die Betroffene selbst oder andere, so kann eine stationäre Behandlung zwingend notwendig sein.
Betroffene und Angehörige können bereits zu einem frühen Zeitpunkt offen miteinander besprechen, welche Persönlichkeitsveränderung auf sie zukommen kann. Dies kann auch in Anwesenheit des Hausarztes oder der Hausärztin erfolgen. Gemeinsam kann eine Art Notfallplan erarbeitet werden, was zu tun ist, wenn eine manifeste Depression oder eine Psychose auftreten. Auch eine Patientenverfügung für den Fall einer späteren Demenz ist meist sinnvoll. Es kann helfen, wenn Betroffene und Angehörige offen miteinander über belastende Persönlichkeitsveränderungen sprechen. Ist dies nicht möglich, so kann getrennt mit Freunden oder Verwandten darüber gesprochen werden. Häufig bietet dies bereits Entlastung.
Tablettenteilung bei Parkinson-Medikamenten
Ein Teil der Parkinson Therapie ist die eigenverantwortliche Einnahme von Parkinson Medikamenten. Knapp zehn Prozent aller Tabletten haben keine Bruchkerbe, so dass eine genaue Teilung schwierig ist. Bei vier Prozent der Tabletten ist das Teilen sogar gefährlich für den Patienten. Dabei stehen für mehr als die Hälfte der Tabletten ohne Bruchkerbe geeignete Alternativen zur Verfügung, die oft sogar günstiger sind als solche „Problem-Tabletten“. Die Heidelberger Wissenschaftler haben 905 ambulante Patienten, die mindestens drei Medikamente benötigen, zu ihrer Einnahme von Arzneimitteln und dem Thema Tablettenteilung befragt. Die Patienten nahmen insgesamt 3.200 verschiedene Arzneimittel ein.
„Tabletten mit Überzug sollten in der Regel nicht geteilt werden, das Tablettenteilen kann aus mehreren Gründen heikel sein“, erklärt Professor Dr. Walter E. Haefeli von der Uni-Klinik Heidelberg. Bei vielen Tabletten wird der Wirkstoff vor dem sauren Magensaft mit einem magensaftresistenten Überzug geschützt. Werden diese Tabletten geteilt, wird der Wirkstoff bereits im Magen freigesetzt, dabei zerstört und das Medikament wird unwirksam. Bei Tabletten mit einem sogenannten Retard-Überzug, der die Freisetzung des Wirkstoffes verlängert, kann die Wirkung des Medikamentes verkürzt werden, das Risiko für Nebenwirkungen steigt. Besonders zu beachten ist, dass selbst vermeintlich leicht teilbare Tabletten mit einer Kerbe nicht immer geteilt werden können, da es sich in manchen Fällen nur um eine irreführende „Schmuckkerbe“ handelt.
Fachinformationen für Ärzte und Beipackzettel für Patienten gehen auf die Teilungsmöglichkeit von Tabletten nur unzureichend ein. Es ist für Patienten und Ärzte häufig nicht zu sehen, ob die Tabletten zum Teilen geeignet sind. „Dies ist problematisch, da die Teilung von Tabletten in vielen Fällen erforderlich ist“, so Professor Haefeli, „denn nur dadurch könne die Dosis individuell angepasst werden. Gerade für ältere Menschen mit oft eingeschränkter Fingerfertigkeit oder Sehschwäche ist es besonders schwierig, Tabletten fachgerecht zu teilen. So berichtete jeder sechste Patient der Heidelberger Untersuchung über Probleme beim Teilen von Tabletten. Nur 20 Prozent dieser Patienten, dies hat die Umfrage ebenfalls ergeben, benutzen einen Tablettenteiler. Die meisten verwenden ein Küchenmesser, das keine exakte Teilung erlaubt.
Der Heidelberger Pharmakologe Professor Haefeli empfiehlt deshalb den Ärzten, die Teilung von Tabletten nur zu verschreiben, wenn sie sicher sind, dass dies zulässig ist und von den Patienten auch fachgemäß bewältigt werden kann. So ist zum Beispiel der Begriff „teilen“ oder „teilbar“ keineswegs mit dem Begriff „zerkleinern“ oder „zerkleinerbar“ gleichzusetzen. Denn letzteres bedeutet, dass das Medikament nach ärztlicher Verordnung wirklich zerkleinert werden kann (also die Summe aller Wirkstoffe erhalten bleibt, während beim Teilen nur ein Teil oder mehrere gleich große Teile des Wirkstoffes zur Verfügung stehen). Dabei sollte man das Zerkleinern von Tabletten nicht mit einem Löffel oder Messer vornehmen, da beim Benutzen solcher Gerätschaften leicht einmal Teile der Tablette abspringen und verloren gehen. Ist „teilen“ oder „teilbar“ möglich, gibt es zwei Möglichkeiten des Teilens: Entweder hat das Medikament ein oder mehrere Bruchkerben, an denen geteilt werden kann, oder es sollte ein Tablettenteiler benutzt werden.
Leben mit Parkinson-Demenz: Wichtige Aspekte
- Off-Phasen erkennen und behandeln: Im Laufe der Zeit verkürzt sich die Wirkdauer der Parkinson-Medikamente. Und mit dieser verkürzten Wirkdauer wird vor der jeweilig nächsten Medikamenteneinnahme eine Verschlechterung der Symptomatik auffällig: Der Patient entwickelt sogenannte Off-Phasen. Apomorphin ist ein ausgezeichnetes Medikament für plötzliche Off-Zustände. Apomorphin ist ein sogenannter Dopamin-Agonist. Er bindet an denselben Bindungsstellen im Gehirn wie Dopa. Das Medikament wird hier nur unter die Haut, subkutan, verabreicht, und die Wirkung setzt viel rascher ein, üblicherweise innerhalb von 10 Minuten. Also auch der Apomorphin-Test ist etwas, was man für die präoperative Abklärung verwenden kann.
- Bewegung und Sport: Bewegung ist ganz was Entscheidendes. Man weiß, dass Patienten, Menschen, die immer sehr aktiv Sport betrieben haben, die haben schon von vornherein ein niedrigeres Parkinson-Risiko. Und wenn sie an Parkinson erkranken, haben sie eine langsamere motorische Verschlechterung. Und auch wenn man während der Parkinson-Krankheit noch sehr viel Sport und Bewegung macht, hat das auch einen sehr, sehr günstigen Einfluss auf die Symptome.
- Unterstützung durch Angehörige: Angehörige können hierbei unterstützen. Der Partner kann ganz, ganz wesentliche anamnestische Informationen mitliefern. Das zweite ist auch: Bereits im Frühstadium gibt es manchmal seelische Veränderungen, Konzentrationsprobleme, über die ein Partner manchmal ganz wesentliche zusätzliche Auskunft geben kann. Auch motorische Veränderungen fallen ja den Patienten manchmal gar nicht so auf.
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