Krampfanfall nach Windpockenimpfung: Ursachen und Hintergründe

Impfungen gehören zu den wichtigsten medizinischen Maßnahmen, um schwere Erkrankungen und Folgeschäden zu verhindern. Dennoch besteht häufig Unklarheit, ob eine Impfung angezeigt ist oder nicht. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Krampfanfällen nach einer Windpockenimpfung und gibt einen umfassenden Überblick über wichtige Aspekte rund um das Thema Impfen.

Impfungen: Ein Überblick

Impfungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der individuellen und gesellschaftlichen Gesundheit und zählen zu den größten Erfolgsgeschichten der modernen Medizin. Sie haben wesentlich zu einer Verlängerung einer gesunden Lebenserwartung beigetragen, indem sie unsägliches Leid durch wirkungsvolle Prävention verhindern. Es ist wichtig zu wissen, welche Erkrankungen gegen eine Impfung sprechen und wann einer Impfung nichts im Wege steht.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Auch wenn die endgültige Entscheidung für eine Impfung bei der Ärztin oder dem Arzt liegt, ist es wichtig, echte Kontraindikationen von vermeintlichen zu unterscheiden. Ein leichter Infekt ohne Fieber (Temperatur < 38 °C) ist keine Kontraindikation für eine Impfung. Selbst Fieberkrämpfe in der Anamnese sprechen nicht dagegen; im Einzelfall wird die Ärztin oder der Arzt jedoch eine fiebersenkende Prophylaxe erwägen.

Impfen trotz Vorerkrankungen oder besonderer Umstände

Auch bei bestimmten anderen (Vor)Erkrankungen können Betroffene geimpft werden, wie z. B. immungeschwächte Personen (jedoch keine Lebendimpfstoffe). Auf nicht empfohlene oder nicht dringend angezeigte Impfungen sollte während einer Schwangerschaft verzichtet werden. Dennoch können Schwangere geimpft werden, allerdings nicht mit Lebendimpfstoffen (u. a. gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen). Einige Totimpfstoffe können problemlos ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel verabreicht werden. Stillende Mütter können ebenfalls geimpft werden, aber nicht gegen Gelbfieber. Eine Impfung kann im Allgemeinen trotz Einnahme oder Anwendung von z. B. lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten wie Cortisonsalben erfolgen. Bei Lebendimpfstoffen sollte ein Abstand von 14 Tagen eingehalten werden.

Impfempfehlungen für Säuglinge und Frühgeborene

Säuglinge können die Standardimpfungen z. B. gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Hepatitis B, Poliomyelitis (Kinderlähmung) und Haemophilus influenzae Typ b (DTaP-IPV-Hib-HepB) gemäß der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) bereits im Alter von 2 Monaten erhalten, die Impfung gegen Rotaviren sogar ab einem Alter von 6 Wochen. Auch Frühgeborene (vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren) können - unabhängig von ihrem Reifealter und dem aktuellen Gewicht - entsprechend dem empfohlenen Impfalter geimpft werden. Ihnen wird im Alter von 3 Monaten eine zusätzliche Impfdosis verabreicht, sodass sie im Vergleich zu reifgeborenen Säuglingen anstelle von 3 insgesamt 4 Impfstoffdosen der DTaP-IPV-Hib-HepB-Impfung erhalten. Gleiches gilt auch für die Pneumokokken-Impfung. Säuglinge, die voll- oder teilgestillt werden, können ebenso geimpft werden wie solche, die Muttermilchersatzprodukte oder andere Babynahrung erhalten. Gleiches gilt für Säuglinge mit Neugeborenen-Gelbsucht.

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Umgang mit Impfreaktionen und Kontraindikationen

Treten bei einer Impfung leichte Impfreaktionen auf, besteht dennoch keine absolute Kontraindikation hinsichtlich einer erneuten Impfung mit dem gleichen Impfstoff. Nach wiederholter Gabe von Totimpfstoffen kann es in Ausnahmefällen zu Nebenwirkungen wie einer ausgeprägten lokalen Unverträglichkeitsreaktion mit schmerzhafter Schwellung und Rötung der betroffenen Gliedmaße kommen („Arthus-Phänomen“). Insbesondere nach sehr häufigen Tetanus- und/oder Diphtherietoxoid-(Td-)Impfungen und daher hohen vorbestehenden Serum-Antikörperkonzentrationen tritt diese selbstlimitierende Reaktion auf. Sind aufgrund einer vorangegangenen Impfung bereits viele Antikörper vorhanden, kann dennoch geimpft werden. Es geht in der Regel kein erhöhtes Risiko von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen aus. Aus diesem Grund können z. B. Ebenso ist eine fehlende Impfempfehlung der STIKO kein Grund, nicht zulassungsgemäß zu impfen. Kontraindikationen sind medizinische Ausschlusskriterien für eine Impfung mit einem bestimmten Impfstoff oder zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei schweren akuten Erkrankungen sollte vor einer Impfung erst die Genesung abgewartet werden. Ausgenommen hiervon sind postexpositionelle Impfungen z. B. Eine schwere Allergie gegen Bestandteile eines Impfstoffs ist eine Kontraindikation für eine Impfung. Hierfür kommen vor allem Neomycin und Streptomycin in Betracht, seltener auch Hühnereiweiß. Wer nach oraler Aufnahme von Hühnereiweiß mit anaphylaktischen Symptomen reagiert, sollte nicht mit Impfstoffen geimpft werden, die Hühnereiweiß enthalten, wie z. B. Gelbfieber- und Influenza-Impfstoff. Inzwischen sind viele Impfstoffe bereits ohne Allergene (z. B. Grundsätzlich kontraindiziert sind Lebendimpfstoffe bei angeborener, erworbener oder medikamentös induzierter Immunsuppression. Ob eine Impfung mit einem Lebensimpfstoff dennoch indiziert sein kann, ist nach sorgfältiger Risiko-Nutzenabwägung einzelfallabhängig.

Krampfanfälle nach Windpockenimpfung: Mögliche Ursachen

Krampfanfälle nach einer Windpockenimpfung sind ein seltenes, aber mögliches Ereignis. Es ist wichtig, zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen zu unterscheiden.

Impfreaktion vs. Impfkomplikation

Wenn nach einer Impfung die Temperatur steigt, Kopf- und Gliederschmerzen oder Unwohlsein auftauchen, entsteht oftmals Unsicherheit. Reaktionen auf Impfungen werden manchmal als Krankheitssymptome wahrgenommen. Leichtes Fieber für einige Tage nach einer Impfung ist keine schwere Nebenwirkung, sondern eher ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem anfängt zu arbeiten. Für Ärzte ist es im Rahmen der Impfaufklärung wichtig, auf den Unterschied zwischen normalen Impfreaktionen und wirklichen Komplikationen hinzuweisen. Besonders angebracht ist dies bei der Influenza-Impfung, bei der die Impfreaktionen der Grund dafür sind, dass die Grippe-Impfung fälschlicherweise für das Auftreten grippeähnlicher Erkrankungen im Zusammenhang mit der Impfung verantwortlich gemacht wird. Die Impfcompliance lässt dementsprechend zu wünschen übrig.

Kategorien von Impfwirkungen

Die Benennung der Kategorien verschiedener Impfwirkungen ist in der Literatur uneinheitlich. Die Kategorien, die dem Wortgebrauch der Ständigen Impfkommission (STIKO) entsprechen, umfassen:

  1. Lokal- und Allgemeinreaktionen: Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab. Typische lokale Beschwerden nach einer Impfung sind laut STIKO Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle. Auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich. Sie unterliegen, wenn sie das übliche Ausmaß nicht überschreiten, keiner Meldepflicht.
    • für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötungen, Schwellungen oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle
    • Fieber unter 39,5 °C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe und Schwellungen regionärer Lymphknoten
    • im Sinne einer „Impfkrankheit“ zu deutende Symptome. Diese können typischerweise nach dem Verabreichen von Impfstoffen auftauchen, die auf der Basis abgeschwächter Lebendviren hergestellt werden. Dazu gehören die Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sowie Varizellen. Die Symptome (Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, Masern- oder Windpocken-ähnliche Hautausschläge) treten 1 bis 3 Wochen nach der Impfung auf.
  2. Komplikationen: Impfkomplikationen sind über das Maß hinausgehende Beschwerden, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung beobachtet werden. Ein ursächlicher Zusammenhang sollte als gesichert oder überwiegend wahrscheinlich gelten. Als Beispiele seien Fieberkrämpfe bei Kleinkindern nach verschiedenen Impfungen und allergische Reaktionen oder Neuritiden nach einer Tetanus-Impfung genannt.
  3. Krankheiten/Krankheitserscheinungen im ungeklärten ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung: Dabei handelt es sich um Einzelfallberichte oder begrenzte Studienergebnisse, in denen über Symptome im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung berichtet wurde und bei denen es sich um ein zufälliges Zusammentreffen von Impfung und selbstständigen Krankheitserscheinungen handeln könnte. Beispiel: Krampfanfall nach Influenza-Impfung.
  4. Hypothesen und unbewiesene Behauptungen: Ein bekanntes Beispiel ist der behauptete Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus. Es gab dazu eine Veröffentlichung im Lancet, die nachweislich gefälscht war.

Fieberkrämpfe

Fieberkrämpfe sind eine mögliche Komplikation nach Impfungen, insbesondere bei Kleinkindern. Sie treten im Zusammenhang mit dem durch die Impfung ausgelösten Fieber auf. In den meisten Fällen sind Fieberkrämpfe harmlos und haben keine langfristigen Auswirkungen. Dennoch sollten sie ärztlich abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen.

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Genetische Prädisposition

In einigen Fällen kann eine genetische Prädisposition eine Rolle spielen. Mit verbesserter Diagnostik wurde bei Menschen mit einem „Impfschaden“ später eine genetische Veränderung gefunden, welche die Epilepsie erklärt.

Individuelle Nutzen- und Risikoabwägung

Dennoch ist jede Impfung eine individuelle Nutzen- und Risikoabwägung für jeden Patienten und sollte mit einem Facharzt besprochen werden. Dieser kann Sie auch individuell beraten, welche Impfungen für Ihr Kind sinnvoll sind und wie z. B.

Tetanus-Impfung: Ein wichtiger Schutz

Das Bakterium (Clostridium tetani), welches Tetanus (Wundstarrkrampf) verursacht, ist weltweit im Erdreich verbreitet. Es kann aber auch im Darminhalt und den Ausscheidungen von Pferden gefunden werden, seltener bei Rindern und anderen Tieren. Bereits eine kleine Bagatellverletzung genügt, damit der Erreger in den Körper eindringen und eine Infektion verursachen kann. Übertragung über Verletzungen der Haut z.B. In Deutschland ist laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Tetanusinzidenz aufgrund hoher Impfquoten sowie verbesserter Lebensbedingungen sehr niedrig. In den letzten Jahren wurden vereinzelte Fälle v.a. Insbesondere nach tiefen, verschmutzten Verletzungen, bei Quetschwunden oder Verbrennungen sowie bei Biss-, Stich- und Schusswunden sollte der Tetanus-Impfschutz überprüft werden. Erste Symptome können bereits einen Tag nach dem Kontakt mit dem Erreger auftreten, meist erfolgt der Ausbruch der Tetanus-Erkrankung aber innerhalb von 3 Tagen bis 3 Wochen. Dabei kann es zu einem Spannungsgefühl an der Wunde kommen, manchmal begleitet von Schwitzen, Unruhe und Kopfschmerzen. Weitere Krankheitszeichen sind durch das Tetanus-Toxin bedingte neurologische Störungen, die durch einen erhöhten Muskeltonus und Krämpfe gekennzeichnet sind. Besonders charakteristisch dabei ist der Gesichtsausdruck eines Tetanus-Erkrankten, der einem fixierten Lächeln (Risus sardonicus) gleicht. Muskelkrämpfe können plötzlich auftreten, sehr schmerzhaft sein und ganze Muskelgruppen umfassen. Durch Spasmen können z.B. Brüche im Bereich der Wirbelsäule entstehen, wobei die betroffene Person bei Bewusstsein bleibt. Bei dieser generalisierten Form des Tetanus sterben auch bei guter medizinischer Versorgung 10 - 20 % der Erkrankten v.a. in Folge von Ateminsuffizienz oder Komplikationen im Herz-Kreislauf-System. Liegt z.B. Bei Neugeborenen (neonatale Form) kann es durch mangelnde Hygiene im Rahmen der Geburt und durch den fehlenden Nestschutz bei zuvor nicht geimpften Müttern zu einer Tetanusinfektion kommen. Der Neugeborenen-Tetanus tritt in den ersten beiden Lebenswochen auf und verläuft meist tödlich. Im Jahr 2017 sind nach Angaben der WHO weltweit noch ca. 30.800 Neugeborene v.a. in armen Ländern und Regionen ohne reguläre med. Versorgung gestorben. Im Vergleich zur Situation vor ca. 30 Jahren sind die Sterbezahlen an Neugeborenen-Tetanus dank intensiver Impf- und Hygieneprogramme deutlich zurückgegangen: im Jahr 1988 waren daran noch ca. Bei Verdacht auf eine Tetanus-Erkrankung muss schnellstmöglich humanes Tetanus-Immunglobulin (HTIG) gegeben werden, um die zur Neutralisierung von noch nicht gebundenem Toxin zu erreichen. Bereits an Neuronen gebundenes Tetanus-Toxin kann nicht mehr entfernt werden. Außerdem sollte umgehend eine gründliche chirurgische Wundversorgung erfolgen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegen Tetanus immunisiert sein. Auf keinen Fall sollte man das Risiko eingehen, erst bei einem Unfall zu impfen. Gerade bei sog. Die STIKO empfiehlt neu ein reduziertes Impfschema für reifgeborene Kinder mit 3 Impfungen im 1. Lebensjahr (Grundimmunisierung, 2+1-Schema):

  • 1. Impfung im Alter von 8 Wochen
  • 2. Impfung im Alter von 4 Monaten
  • 3. Impfung im Alter von 11 Monaten (zwischen der 2. und 3.

Die Tetanus-Impfung erfolgt im Säuglingsalter i.d.R. Der Tetanus-Impfstoff ist ein gut verträglicher Totimpfstoff, der als Kombinationsimpfstoff mit Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis) als 3-fach-Impfung oder mit weiteren indizierten Antigenen (z.B. 6-fach- oder 5-fach-Impfung) erhältlich ist. Als Zeichen einer Reaktion des Immunsystems können Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. In den ersten 3 Tagen nach der Impfung kann die Körpertemperatur ansteigen. Auch kann es in diesem Zeitraum zu Frösteln, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden kommen. Sehr selten sind dagegen allergische Reaktionen oder Erkrankungen des Nervensystems mit Lähmungen, Gefühlsstörungen, Erschöpfungszuständen, Übererregbarkeit oder gar fortschreitenden Ausfällen.

MMR-V Impfung: Aktuelle Empfehlungen

Die STIKO empfiehlt zurzeit, bei der ersten (!) MMR und Varizellenimpfung nicht den MMRV Kombinationsimpfstoff (= 1 Injektion) sondern MMr + V (= 2 Injektionen) zu geben. Grund ist das vermutlich erhöhte Risiko für einen Fieberkrampf (ca. 1 auf 2000 statt 1 auf 5000 Impfungen) bei der 1. Bei der 2. Dosis gibt es das kaum noch, weil die 2. Dosis auch bei viel weniger der Geimpften Fieber verursacht als die 1.

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Epilepsie und Impfung

Eine Epilepsie ist keine grundsätzliche Kontraindikation für Impfungen. Leider kommt es in den letzten Jahren zunehmend wieder zu schweren Infektionskrankheiten wie z. B. Masern, die ein hohes Risiko an Folgeerkrankungen mit sich bringen. Daher ist Impfen um so wichtiger geworden, da es keinen sicheren Schutz durch eine gut geimpfte Umgebungsbevölkerung mehr gibt. Insbesondere für Kinder mit Epilepsie sind Impfungen wichtig. Häufig werden Impfungen aus Angst vor einer Anfallsauslösung durch die Impfung selbst oder dabei auftretendes Fieber vermieden. Immer wieder kursieren Gerüchte über Epilepsien als Folge von Impfschäden. Impfschäden waren zum Glück früher schon selten und sind durch eine zunehmende Verbesserung der Impfstoffe noch viel seltener geworden. Die meisten dieser vermeintlichen Impfschäden sind keine. Sehr häufig wurde mit verbesserter Diagnostik bei Menschen mit einem „Impfschaden“ später eine genetische Veränderung gefunden welche die Epilepsie erklärt.

Herz-Kreislauf-Symptome nach Impfungen

Herz-Kreislaufsymptome nach einer Impfung sind eher häufig. Impfungen haben unbestreitbar positive Wirkungen auf Ihre Gesundheit, weil sie wissenschaftlich nachgewiesen schwere Erkrankungen und Folgeschäden verhindern. Allerdings können auch Nebenwirkungen auftreten. Durch die Corona-Pandemie ist eine hohe absolute Zahl an Impfungen erfolgt.

Diagnostik von Kreislaufstörungen

Bei der Diagnostik besonders hilfreich ist die nicht-invasive Kreislaufmessung mit dem Finapres®-System. Sie erlaubt eine Bestimmung von Herzfrequenz, Blutdruck, Blutfluss und arteriellem Blutgefäßwiderstand von Herzschlag zu Herzschlag. Bereits in Rückenlage ist meistens der Blutfluss erhöht und der Blutgefäßwiderstand erniedrigt. Innerhalb der ersten 60 Sekunden nach dem Aufstehen, der sogenannten Frühorthostase sinkt der systemarterielle Mitteldruck (circa (2x diastolischer Blutdruck + systolischer Blutdruck) /3) auf Werte von um 60 mmHg oder darunter ab. Die Herzfrequenz steigt deutlich an. In den Minuten 2 bis 5 nach dem Aufstehen ist der Blutfluss auf Werte von deutlich oberhalb von 135% des unteren Grenzwertes (2,2 Liter pro Minute pro m2 Körperoberfläche) gesteigert. Entsprechen sind Blutgefäßwiderstand und Blutdruck eher niedrig. Die Herzfrequenz steigt im Vergleich zu den Werten in Rückenlage deutlich um mehr als 20 bpm an.

Häufigkeit und Ursachen von Kreislaufstörungen

Kreislaufstörungen nach Impfungen sind mit circa 4% als eher als häufig einzustufen. Meistens dauern die Symptome und objektive Veränderungen nur 1-2 Tage. Dieser Verlauf ist sehr selten und erinnert an die Kreislaufveränderungen bei Menschen mit Myalgischer Enzephalitis/Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS). Im Fall des akuten Stadiums von Kreislaufreaktionen auf eine Impfung sind die Ursachen klar, denn es handelt sich um eine typische Kreislaufreaktion auf eine akute Entzündung. Hier können Störungen der neuronalen Steuerung, der Muskulatur der Arterien der Mikrozirkulation oder der Blutgefäßinnenhaut (Endothel) vorliegen. Das Risiko für eine Nebenwirkungen des Herz-Kreislaufsystems durch eine Impfung ist bei bestimmten Menschen erhöht. In sehr, sehr seltenen Fällen kann nach einer Impfung eine Myokarditis, das heißt eine Herzmuskelentzündung vorkommen, die sich auf den Kreislauf auswirkt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Herz-Kreislaufsymptome mehr als 2 Wochen nach einer auftreten oder fortbestehen, dann sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Wichtig ist in solchen Fällen auch eine Untersuchung bei einem Kardiologen oder einer Kardiologin.

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