Krämpfe bei Thrombose: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Thrombose ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß bildet. Dieses Gerinnsel kann den Blutfluss behindern oder sogar vollständig blockieren, was zu verschiedenen Komplikationen führen kann. Je nachdem, ob sich das Gerinnsel in einer Arterie (Schlagader) oder einer Vene bildet, spricht man von einer arteriellen oder venösen Thrombose.

Arten der Thrombose

  • Arterielle Thrombose: Hier bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Arterie, die Blut vom Herzen zu den Organen transportiert. Eine arterielle Thrombose kann zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
  • Venöse Thrombose: Hier bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene, die Blut von den Organen und Muskeln zum Herzen zurücktransportiert. Eine tiefe Venenthrombose (TVT) ist eine häufige Form der venösen Thrombose, bei der sich ein Blutgerinnsel in den tiefen Venen der Beine oder des Beckens bildet.

Thrombosen werden je nach betroffenem Gefäß in verschiedene Kategorien unterteilt:

  • Tiefe Venenthrombose (TVT): Diese Thrombose tritt in den tiefen Venen der Beine oder des Beckens auf. Bei einer Thrombose im Oberschenkel kann es zu starken Schwellungen und Schmerzen kommen, die ärztliche Abklärung erfordern. TVTs sind besonders gefährlich, da sich das Gerinnsel lösen und eine Lungenembolie verursachen kann.
  • Oberflächliche Venenthrombose (SVT): Diese Thrombose betrifft die oberflächlichen Venen und wird oft mit Krampfadern in Verbindung gebracht. Obwohl sie weniger gefährlich als TVTs sind, können sie schmerzhaft sein und zu Komplikationen führen.
  • Arterielle Thrombose: Diese tritt in den Arterien auf und kann zu schweren Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Sie ist jedoch weniger häufig als venöse Thrombosen.

Ursachen und Risikofaktoren einer Thrombose

Die Ursachen einer Thrombose sind vielfältig. Generell entstehen Blutgerinnsel im tiefen Venensystem, wenn die Gefäßwand verletzt oder entzündet ist, das Blut nicht gleichmäßig fließen kann oder die Zusammensetzung der Blutbestandteile verändert ist. Rudolf Virchow beschrieb diese drei Faktoren als wesentliche Ursachen für die Entstehung einer Thrombose, bekannt als Virchow-Trias:

  • Verlangsamter Blutfluss: Dies kann durch Bewegungsmangel, langes Sitzen oder Stehen, Bettlägerigkeit oder Immobilisierung verursacht werden.
  • Schädigung der Gefäßwand: Verletzungen, Operationen, Entzündungen oder Ablagerungen in den Gefäßen können die Gefäßwand schädigen und die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen.
  • Veränderte Blutzusammensetzung: Bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder genetische Faktoren können die Blutgerinnung erhöhen und das Thromboserisiko steigern.

Weitere Risikofaktoren für eine Thrombose sind:

  • Bewegungsmangel: Lange Immobilität, beispielsweise durch Bettlägerigkeit oder langes Sitzen (etwa auf Langstreckenflügen), erhöht das Risiko einer Thrombosebildung.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von Thrombosen kann auf eine genetische Prädisposition hinweisen.
  • Hormonelle Einflüsse: Die Einnahme von Hormonpräparaten, wie Antibabypille oder Hormonersatztherapie, kann das Thromboserisiko erhöhen.
  • Erkrankungen und Operationen: Bestimmte Krankheiten wie Krebs oder Operationen können das Thromboserisiko steigern.
  • Alter und Übergewicht: Mit zunehmendem Alter und Übergewicht steigt die Gefahr einer Thrombose.
  • Rauchen
  • Schwangerschaft
  • Krampfadern

Symptome einer Thrombose

Die Symptome einer Thrombose können je nach Art und Lokalisation des Blutgerinnsels variieren. Typische Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) sind:

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  • Schwellung des betroffenen Beins
  • Schmerzempfindlichkeit, oft in der Wade
  • Rötung oder bläuliche Verfärbung der Haut
  • Überwärmung des betroffenen Bereichs
  • Spannungsgefühl im Bein
  • Schmerzen oder Hitzegefühl in einem Bein.
  • Geschwollene Venen vor dem Schienbein, die als „Warnvenen“ gelten können.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Betroffenen die gleichen Symptome verspüren und dass die Symptome auch unspezifisch sein können. In manchen Fällen verläuft eine Thrombose sogar ohne erkennbare Symptome.

Symptom Beschreibung

  • Schwellungen Sichtbar am Ort, an dem sich die Thrombose gebildet hat, zum Beispiel am betroffenen Knöchel, Unterschenkel oder Bein
  • Wärmegefühl Die betroffene Extremität fühlt sich „überwärmt“ an
  • Spannungs- oder Schweregefühl Spürbar in der betroffenen Extremität
  • Schmerzen oder Krämpfe treten vor allem bei Belastung auf, also beim Gehen und Laufen und fühlen sich ähnlich wie ein Muskelkater an.

Komplikationen einer Thrombose

Die gefährlichste Komplikation einer tiefen Venenthrombose ist die Lungenembolie. Dabei löst sich ein Teil des Blutgerinnsels und gelangt über die Blutbahn in die Lunge, wo es ein oder mehrere Blutgefäße verstopfen kann. Eine Lungenembolie kann zu Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Weitere mögliche Komplikationen einer Thrombose sind:

  • Postthrombotisches Syndrom (PTS): Hierbei kommt es aufgrund der Schädigung der Venenklappen zu chronischen Beschwerden wie Schwellungen, Schmerzen, Hautveränderungen und Geschwüren am Bein.
  • Phlegmasia coerulea dolens: Eine seltene, aber sehr schwere Form der tiefen Beinvenenthrombose, bei der alle großen Venen eines Beins verschlossen sind. Dies kann zu einer Minderdurchblutung des Beins und zum Absterben von Gewebe führen.

Diagnose einer Thrombose

Bei Verdacht auf eine Thrombose ist eine rasche und präzise Diagnostik entscheidend. Grundlage jeder Diagnose ist eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Dabei werden die Beine inspiziert und verschiedene klinische Tests durchgeführt.

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Die wichtigsten bildgebenden Verfahren zur Diagnose einer Thrombose sind:

  • Farbkodierte Duplexsonographie (oder Kompressionssonographie): Eine Ultraschalluntersuchung, mit der die Venen dargestellt und auf Blutgerinnsel untersucht werden können.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT): Diese Verfahren können ebenfalls Blutgerinnsel in den tiefen Venen aufspüren.

Zusätzlich können Laborwerte wie die D-Dimere bestimmt werden. Erhöhte D-Dimer-Werte können auf eine Thrombose hindeuten, sind aber nicht spezifisch.

Behandlung einer Thrombose

Die Behandlung einer Thrombose zielt darauf ab, das Wachstum des Blutgerinnsels zu stoppen, eine Lungenembolie zu verhindern und Spätfolgen wie das postthrombotische Syndrom zu vermeiden. Die zwei Säulen der Therapie sind:

  • Kompression: Durch Kompressionsverbände oder -strümpfe wird der Blutfluss in den Venen verbessert und Schwellungen reduziert.
  • Blutverdünnung (Antikoagulation): Medikamente wie Heparine oder orale Antikoagulanzien (z. B. Vitamin-K-Antagonisten oder direkte orale Antikoagulanzien) werden eingesetzt, um die Blutgerinnung zu hemmen und das Wachstum des Blutgerinnsels zu verhindern.

In schweren Fällen kann eine Lyse-Therapie mit stark wirksamen blutverdünnenden Medikamenten oder ein gefäßchirurgischer Eingriff (Thrombektomie) erforderlich sein.

Die genaue Ausgestaltung der Therapie wird individuell auf den Patienten abgestimmt und hängt von der Art und Lokalisation der Thrombose, dem individuellen Risikoprofil und Begleiterkrankungen ab.

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Prävention einer Thrombose

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um einer Thrombose vorzubeugen:

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität fördert den Blutfluss und reduziert das Risiko von Blutgerinnseln.
  • Kompressionsstrümpfe: Das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann den Blutfluss in den Beinen verbessern und die Entstehung von Krampfadern verhindern.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gefäßgesundheit und hilft, Übergewicht zu vermeiden.
  • Genügend Flüssigkeit: Ausreichendes Trinken hält das Blut dünnflüssig und beugt der Bildung von Blutgerinnseln vor.
  • Thromboseprophylaxe bei Risikosituationen: Bei längeren Reisen, Operationen oder Bettlägerigkeit sollten vorbeugende Maßnahmen wie Kompressionsstrümpfe und blutverdünnende Medikamente in Erwägung gezogen werden.
  • Reduktion von Risikofaktoren: Vermeiden Sie Rauchen, Übergewicht und hormonelle Einflüsse, die das Thromboserisiko erhöhen können.

Die Verbindung zwischen Krampfadern und Beinvenenthrombosen

Krampfadern (Varizen) sind erweiterte, geschlängelte Venen, die vorwiegend an den Beinen auftreten. Sie entstehen durch eine Schwäche der Venenwände und Venenklappen, was zu einem Rückfluss des Blutes und einer Stauung in den Venen führt. Diese chronische Venenschwäche begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln und erhöht somit das Risiko einer Beinvenenthrombose.

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