Die Schwangerschaft ist eine Zeit großer Veränderungen im Körper einer Frau. Viele Frauen erleben in dieser Zeit verschiedene Beschwerden, darunter auch Krämpfe im Unterleib. Besonders in den frühen Stadien der Schwangerschaft, wie in der 6. SSW, können diese Krämpfe zu Unsicherheit und Besorgnis führen. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Ursachen von Krämpfen in der Frühschwangerschaft zu verstehen, Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden aufzuzeigen und zu erklären, wann es notwendig ist, einen Arzt aufzusuchen.
Einführung: Krämpfe in der Frühschwangerschaft - ein häufiges Phänomen
Leichte, ziehende oder krampfartige Schmerzen im Unterbauch sind während der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches, besonders im ersten und zweiten Trimester. Der Körper stellt sich auf das heranwachsende Leben ein, und dabei kann es immer wieder zu spürbaren Veränderungen kommen. Viele werdende Mütter machen ähnliche Erfahrungen. Die meisten erfahrenen Gynäkologen bestellen einen gar nicht vor der achten Woche ein, wenn man mit einem positiven Test anruft. Erstens, weil so früh noch quasi nichts zu sehen ist, und das somit für den Arzt Zeitverschwendung und für Dich ggf. verunsichernd ist. Und zweitens, so hart das ist, weil es auch nichts gibt, was man tun könnte.
Ursachen von Krämpfen in der 6. SSW
Krämpfe und Unterleibsschmerzen während der Schwangerschaft sind in den meisten Fällen normal. Ein Baby im Bauch zu haben, belastet stark Ihre Muskeln, Bänder, Venen und Ihre Organe. Daher ist es nicht überraschend, dass Sie manchmal Unterleibsschmerzen haben oder sich unwohl in der Bauchgegend fühlen.
- Dehnungsschmerz der Mutterbänder: Schon früh in der Schwangerschaft - oft ab der 5. oder 6. Schwangerschaftswoche - beginnt sich die Gebärmutter auszudehnen, um Platz für das wachsende Baby zu schaffen. Dabei werden auch die Mutterbänder stärker beansprucht: Sie halten die Gebärmutter und müssen sich mit strecken. Das kann sich wie ziehende oder stechende Unterleibsschmerzen oder ein Druck in der Leistengegend bemerkbar machen - oft bei schnellen Bewegungen, beim Niesen oder wenn man sich im Bett umdreht. Auch wenn es kurz verunsichert: Solche Beschwerden sind normal und ein Zeichen dafür, dass sich der Körper gut auf die Schwangerschaft vorbereitet. Es ist ähnlich wie bei einem Luftballon: Am Anfang ist es am allerschwersten, ihn aufzublasen, später geht es leichter.
- Wachstum der Gebärmutter: Die Gebärmutter beginnt von Anfang an zu wachsen. Und weil sie von einer dicken, zähen Muskelschicht umgeben ist (die später die Presswehen auslöst), tut diese frühe Dehnung weh.
- Verdauungsprobleme und Blähungen: In der Schwangerschaft verändert sich auch die Verdauung. Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass sich Muskeln entspannen, auch im Verdauungstrakt. Dadurch kann es zu Blähungen, Verstopfung oder Sodbrennen kommen. Der Bauch fühlt sich dann manchmal hart, gespannt oder aufgebläht an. Auch bestimmte Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder zu wenig Ballaststoffe können diese Beschwerden verstärken.
Was Sie gegen Krämpfe tun können
Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie diese an sich harmlosen Bauchkrämpfe lindern können:
- Wärme: Um deine Schmerzen zu lindern, kann Wärme helfen. Auch ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein angewärmtes Getreidekissen können die Schmerzen lindern.
- Ruhe: Setzen Sie sich hin, wenn Sie Schmerzen bekommen. Oder legen Sie sich hin, am besten auf die Seite, die weniger schmerzt, und lagern Sie die Füße hoch. Eine kleine Ruhepause ist während eines Krampfes meist die beste Idee. Versuchen Sie, sich trotzdem zu entspannen.
- Magnesium: Ansonsten kannst du dir auch Magnesium besorgen und das nehmen, das lindert die Schmerzen ein bisschen, wenn es von den Mutterbändern kommen sollte. 200mg einmal pro Tag haben mir schon bestens geholfen.
- Entspannung: Alles was auch ein bisschen entspannt. Manchmal können auch Sex und ein Orgasmus Bauchkrämpfe und sogar leichte Rückenschmerzen auslösen. Eine behutsame Rückenmassage nach dem Höhepunkt kann manchmal auch Wunder wirken!
- Ernährung: Was vielen werdenden Mamas hilft: kleine, gut verträgliche Mahlzeiten, sanfte Bewegung oder einfach mal eine Tasse Tee und ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft. Schon kleine Dinge können viel bewirken. Wenn die Bauchschmerzen von Blähungen oder Verstopfung ausgehen, sollten Sie ausreichend trinken, ballaststoffreich essen und kleinere, aber dafür häufigere Mahlzeiten zu sich nehmen.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Bauchkrämpfe in der Schwangerschaft sind zwar meist harmlos. Abgesehen von den oben genannten Ursachen kommen aber auch noch andere Möglichkeiten in Betracht. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall Ihrem Gynäkologen/Ihrer Gynäkologin oder Ihrer Hebamme von den Schmerzen berichten. Arzt und Hebamme können beurteilen, ob Sie nur unter normalen Schwangerschaftsbeschwerden leiden oder ob noch etwas anderes dahinter steckt. Auf jeden Fall sollten Sie um Hilfe bitten, wenn die Krämpfe nach mehreren Minuten der Entspannung nicht nachlassen oder einhergehen mit:
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- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Unnormalem Ausfluss
- Blutungen
- Schmerzen im Unterleib
- Übelkeit
- Fieber
- Schüttelfrost
Normalerweise sind Unterleibskrämpfe im ersten Trimester kein Grund zur Besorgnis. Nur manchmal, wenn Sie auch noch andere Symptome haben, sollten Sie sicherheitshalber medizinischen Rat suchen, denn leider können Bauchkrämpfe auch auf echte Probleme hindeuten. Dazu gehören:
- Frühe Fehlgeburt: Leider kommen in den ersten Wochen Fehlgeburten recht häufig vor. Der Grund ist meistens, dass sich das Baby nicht richtig entwickelt. Folgende Symptome könnten sie ankündigen: Unterleibskrämpfe mit Blutungen und Schmerzen im Zentrum des unteren Bauches.
- Eileiterschwangerschaft: Dabei handelt es sich um eine Schwangerschaft, die sich außerhalb des Uterus, meistens im Eileiter, entwickelt. Bedauerlicherweise kann diese Schwangerschaft nicht überleben. Es ist eine schwere Komplikation, die sofort behandelt werden muss. Glücklicherweise sind Eileiterschwangerschaften sehr selten, nur eine von hundert ist davon betroffen. Schmerzhafte Krämpfe mit unangenehmer Bauchdeckenspannung, die normalerweise auf einer Seite beginnen und sich von dort über den ganzen Bauch ausbreiten, zusammen mit Blutungen. Das Blut ist dunkel und flüssig.
Wichtiger Hinweis: Ziehende oder stechende Schmerzen sind aber einfach eines der häufigsten Frühsymptome der Schwangerschaft, es darf richtig fies wehtun, das ist ganz normal. Sie haben einfach gar keine Bedeutung.
Weitere Beschwerden in der Schwangerschaft und was dagegen hilft
Neben den Krämpfen können auch andere Beschwerden in der Schwangerschaft auftreten, wie zum Beispiel:
- Wadenkrämpfe: Viele schwangere Frauen leiden unter Wadenkrämpfen. Oder sie klagen darüber, dass ihre Beine zucken, kribbeln und ziehen. Dann spricht man vom Restless-Legs-Syndrom. Diese Beschwerden sind sehr unangenehm und können zu quälenden Schlafstörungen führen. Du kannst dir mit einigen einfachen Maßnahmen helfen, zum Beispiel mit Wechselduschen oder Dehnungsübungen.
- Was hilft: Sorge dafür, dass du dich ausreichend bewegst. Es ist wichtig, dass deine Beine gut durchblutet sind. Dazu können auch Wechselduschen beitragen. Außerdem solltest du die Beine hochlegen, so oft du kannst. Sorge dafür, dass du ausreichend mit Kalium und mit Magnesium versorgt bist. Vollkornprodukte, Nüsse, Milch, Fisch und Fleisch sind gute Lieferanten für diese Mineralstoffe.
- Rückenschmerzen: Rückenschmerzen nehmen meistens in den letzten Schwangerschaftswochen zu, wenn sich der Körper immer mehr auf die Entbindung vorbereitet und rasant verändert. Bei vielen Schwangeren tut es vor allem am Becken - genauer am Schambein - weh, bei anderen tritt der Schmerz eher seitlich der Wirbelsäule auf.
- Was hilft: Mit unserem Übungsprogramm dehnst du insbesondere die Hüftbeuger, um deine Rückenschmerzen zu lindern. Weil sie sich von deinen Oberschenkeln über die Hüfte ziehen und bis zur Lendenwirbelsäule verlaufen. Sie durchziehen somit ein Teil deines Bauchraums. Flexibilisierst du die dortigen Muskeln, verringert sich der muskuläre Druck an deiner Wirbelsäule.
- Sodbrennen: Viele gehen davon aus, dass eine falsche und besonders säure- und fetthaltige Ernährung an den Beschwerden schuld ist. Das ist allerdings eher dann der Fall, wenn die Symptome in den ersten Wochen der Schwangerschaft auftreten.
- Was hilft: Bei einem Großteil der werdenden Mütter ist diese Zeit von Übelkeit und Erbrechen geprägt. Kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag verteilt. Und langsam essen. Dann merkst du besser, wann es im Magen eng wird und du erst einmal genug gegessen hast.
- Wassereinlagerungen (Ödeme): Spätestens wenn sich die Beine schwer anfühlen, die Füße dick werden und die Knöchel anfangen zu schwellen, sehnen werdende Mütter den Geburtstermin herbei. In der Medizin werden Wassereinlagerungen als Ödeme bezeichnet.
- Was hilft: Wenn du überwiegend sitzt oder für eine lange Zeit stehst, dann nimmst du nicht genügend Bewegungswinkel ein. Vor allem in der fortgeschrittenen Schwangerschaft wird es für viele Frauen immer schwieriger, gemütliche Positionen zu finden. Versuche darum, dich aktiver zu bewegen.
Medikamente in der Schwangerschaft
Bei Schmerzen ist die Versuchung immer groß, sich zu schonen, liegen zu bleiben und Schmerztabletten einzunehmen - ob schwanger oder nicht. Wenn es während deiner Schwangerschaft einmal wirklich nicht ohne Tabletten geht, kann in der Regel auf Paracetamol zurückgegriffen werden. Bei Kombinationspräparaten solltest du achtsam sein und die Wirkstoffe checken. Ibuprofen ist im 1. und 2. Trimester erlaubt, sollte aber im letzten Drittel vermieden werden. Grundsätzlich gilt: Nimm keine Medikamente ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ein!
Bewegung und Sport in der Schwangerschaft
Du möchtest deine Schwangerschaft nicht mit den typischen Beschwerden wie Rücken-, Hüftschmerzen oder Wassereinlagerungen erleben, die Wärmflasche hast du auch satt und du willst selbst aktiv werden? Mit den Liebscher & Bracht Übungen® bieten wir dir eine Möglichkeit, deine Beschwerden auf natürliche Weise zu lindern - ohne Medikamente und OP. Wie wichtig Bewegung schließlich auch in der Schwangerschaft ist, hast du in Kapitel 2 erfahren. Wir geben dir hier je nach Schmerzzustand Dehnübungen und Faszien-Rollmassagen an die Hand, die du auch wunderbar in der Schwangerschaft ausführen kannst.
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