Bauchschmerzen, insbesondere Krämpfe oberhalb des Bauchnabels, können vielfältige Ursachen haben. Diese Symptome, die oft als Schmerzen im Oberbauch oder Magenschmerzen wahrgenommen werden, können sowohl harmlos als auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Akute Bauchschmerzen sind oft ein Hinweis auf eine Magen-Darm-Erkrankung, häufig verursacht durch Infektionen mit Viren oder Bakterien. Es ist wichtig, die Ursachen zu identifizieren und angemessen zu behandeln.
Ursachen von Bauchschmerzen im Oberbauch
Die Ursachen für Schmerzen im Bauchraum sind vielfältig und oft unspezifisch. Bauchschmerzen an einer bestimmten Stelle können jedoch auf bestimmte Erkrankungen und betroffene Organe hinweisen. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, ist es wichtig zu lokalisieren, von welcher Stelle die Bauchschmerzen ausgehen.
Häufige Ursachen
- Infektionen: Infektionen mit Viren wie dem Norovirus oder Bakterien wie Salmonellen sind häufige Auslöser akuter Bauchschmerzen.
- Verdauungsstörungen: Blähungen, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung können ebenfalls Bauchschmerzen verursachen. Die Menge an Gas im Darm hängt von der Anzahl und Art der Bakterien ab. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann zu vermehrter Gasbildung führen.
- Funktionelle Dyspepsie: Bei vielen Betroffenen lassen sich trotz sorgfältiger Untersuchungen keine Auffälligkeiten im Magen-Darm-Trakt oder an anderen Organen finden. In diesen Fällen handelt es sich um eine sogenannte funktionelle Dyspepsie.
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Oberbauchbeschwerden mit Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen können auch auf einer Magenschleimhautentzündung beruhen, die häufig durch eine Infektion mit Helicobacter pylori, Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) oder Alkoholmissbrauch verursacht wird.
- Magengeschwür: Typisch sind Oberbauchbeschwerden, die nach Nahrungsaufnahme stärker oder schwächer werden. Häufig treten auch nächtliche Schmerzen auf.
- Gastroösophageale Refluxkrankheit: Typische Symptome sind Sodbrennen, (brennende) Schmerzen hinter dem Brustbein bzw. in der Magengegend, saures Aufstoßen sowie Husten.
- Gallensteine: Typisch sind mehrere Stunden andauernde kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können. Oft besteht zudem Übelkeit, gelegentlich Erbrechen.
Seltenere Ursachen
- Krebserkrankungen: In seltenen Fällen kann eine Krebserkrankung im Magen (Magenkarzinom) oder in der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom) Beschwerden im Oberbauch verursachen.
- Herzerkrankungen: Schmerzen im Bereich des Oberbauchs können auch Folge von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels sein (Angina pectoris bei koronarer Herzkrankheit).
- Zwerchfellbruch (Hiatushernie): Hierbei verlagern sich Anteile des Magens durch die Lücke im Zwerchfell nach oben, durch die normalerweise nur die Speiseröhre nach unten zieht.
- Bauchaortenaneurysma: Eine krankhafte Aussackung der Hauptschlagader (Aorta) im Bauchbereich kann Schmerzen mittig oder über den gesamten Bauchraum hinweg auslösen.
Symptome und Begleiterscheinungen
Vielfach werden Bauchschmerzen von weiteren Symptomen begleitet, die mehr oder weniger stark in Erscheinung treten.
- Blähungen: Wenn Blähungen zu stark werden, kann eine Verdauungsstörung vorliegen und für Bauchschmerzen sorgen.
- Durchfall: Wird der Stuhl wässrig, sind oft Infektionen wie durch das Norovirus verantwortlich.
- Übelkeit und Erbrechen: Treten Bauchschmerzen mit Erbrechen und Übelkeit auf, liegt die Ursache meist im Magen-Darm-Bereich.
- Verstopfung: Verstopfung lässt sich oft gut behandeln. Ursachen können körperlich wie auch psychisch oder ernährungsbedingt sein.
- Harter Bauch: Ein sehr harter Bauch (harte Bauchdecke) kann das Symptom einer ernsten Erkrankung sein, wie beispielsweise eine Bauchfellentzündung oder ein Herzinfarkt.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es gibt Fälle, in denen Bauchschmerzen zum Notfall werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Bauchschmerzen plötzlich und heftig in Erscheinung treten. Hier kann sich auch der Allgemeinzustand binnen Minuten verschlechtern. Es ist deshalb wichtig, schnell zu handeln.
- Erstmaliges Auftreten der Beschwerden im Alter über 40 Jahre
- Symptome verstärken sich im Lauf der Zeit
- Nächtliche Beschwerden
- Fieber
- Anhaltendes Erbrechen
- Blutiges Erbrechen (auch schwarzes Blut)
- Schwarzer Stuhl (Hinweis auf Magenblutung)
- Unabsichtliche Gewichtsabnahme
- Schluckbeschwerden
Diagnose
Um die Ursache von Bauchschmerzen zu ermitteln, werden verschiedene Diagnosemethoden eingesetzt:
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- Anamnese: Ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, um die Beschwerden zu erfassen.
- Körperliche Untersuchung: Abtasten des Bauches.
- Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Blutarmut, Entzündungen, Lebererkrankungen u. a. geben. Außerdem wird eine Untersuchung auf Helicobacter pylori empfohlen. Zusätzlich kann ein Test auf Blut im Stuhl durchgeführt werden. Die Farbe des Stuhls liefert ebenfalls Hinweise.
- Bildgebende Untersuchungen: Ultraschalluntersuchung, Endsonografie, Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie), Darmspiegelung (Koloskopie).
- Weitere Untersuchungen: Atemtests zur Diagnose von Kohlenhydratunverträglichkeiten.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Bauchschmerzen richtet sich nach der Ursache. Oft braucht es keine ärztliche Hilfe, beispielsweise wenn zu enge Kleidung oder zu üppiges Essen Ursachen sind. Sind die Bauchschmerzen sehr stark und plötzlich aufgetreten, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen.
Medikamentöse Behandlung
- Krampflösende Medikamente: Unter anderem können krampflösende Medikamente helfen.
- Protonenpumpenhemmer: Diese Substanzen unterbinden die Säurebildung im Magen und können bei Oberbauchschmerzen und Sodbrennen helfen.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Bei Entzündungen können NSAR wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure helfen, Schmerzen, Fieber und Entzündungsvorgänge zu lindern.
- Mittel gegen Blähungen: Arzneimittel mit Simeticon können bei Blähungen helfen.
Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden
- Wärme: Warme Bauchwickel oder Wärmflaschen entspannen die Muskulatur und wirken so lösend bei krampfartigen Schmerzen.
- Tee: Teezubereitungen mit Kamillenblüten oder Süßholzwurzel wirken beruhigend auf die Magenschleimhaut und haben einen entzündungshemmenden Effekt. Auch Tees aus Anis-, Fenchel- und Kümmelsamen können helfen.
- Ernährung: Magenreizende Stoffe vermeiden, langsam essen, mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt essen, Magenschleimhaut schützen durch Nahrungsbreie wie Haferschleim oder über Nacht eingeweichte geschrotete Leinsamen.
- Stressmanagement: Chronischen Stress vermeiden, da Ärger, unguter Stress und schlechte Nachrichten auf den Magen schlagen können.
- Probiotika: Können die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen.
- Homöopathie: Individuell ausgewählte homöopathische Mittel können bei Bauchschmerzen helfen.
- Akupunktur: Kann bei Magen-Darm-Problemen mit Bauchschmerzen hilfreich sein, um Energie-Blockaden im Darm zu lösen.
Was man selbst tun kann
- SOS Tipps bei Bauchschmerzen: Tee aus Anis-, Fenchel- und Kümmelsamen trinken, einen Spaziergang unternehmen, Wärmflasche oder warmes Kirschkernkissen auf den Bauch legen, den Bauch leicht im Uhrzeigersinn massieren, eine kleine Messerspitze Natron (Backpulver) in lauwarmem Wasser auflösen und trinken.
- Ernährungsumstellung: Bei häufig wiederkehrenden Bauchschmerzen und einem empfindlichen Magen und Darm kann eine Umstellung auf eine weniger belastende Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sinnvoll sein.
Spezifische Schmerzarten und ihre Ursachen
Bauchschmerzen können je nach Ursache unterschiedlich empfunden werden:
- Somatischer Schmerz: Wird als "hell", schneidend oder brennend empfunden und lässt sich genau lokalisieren.
- Viszeraler Schmerz: Fühlt sich dumpf an und ist nur schwer zu lokalisieren.
- Kolikartige Schmerzen: Entstehen beispielsweise, wenn sich die glatte Muskulatur von Hohlorganen wie Gallenblase, Harnleiter oder Harnröhre rhythmisch verkrampft.
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