Demenzbehandlung im St. Nikolaus-Hospital Kalkar: Ein umfassender Ansatz

Psychische Erkrankungen, einschließlich Demenz, stellen eine wachsende Herausforderung für die Gesellschaft dar. Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar hat sich auf die Versorgung psychiatrischer Patienten spezialisiert und bietet ein umfassendes Angebot für Menschen mit Demenz und anderen psychischen Erkrankungen.

Spezialisierung auf Psychiatrische Erkrankungen

Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar gehört zum katholischen Krankenhausverbund im Kreis Kleve und hat sich seit vielen Jahren auf die Behandlung psychiatrischer Patienten ausgerichtet. Der Bedarf an Behandlungsmöglichkeiten für psychiatrische Patienten, einschließlich stationärer Unterbringung, ist groß. Chefarzt Dr. Stefan Spittler betont, dass seine Abteilung "sehr gut besetzt" ist, was in der heutigen Zeit hervorzuheben ist. Obwohl er sich einen weiteren Oberarzt wünscht, ist er mit dem vorhandenen Team zufrieden. Dr. Spittler selbst ist ein erfahrener Arzt, der eigentlich schon 2022 in den Ruhestand gehen wollte, aber vom Klever Klinikum reaktiviert wurde.

Umfassendes Behandlungsangebot

Die psychiatrische, psychotherapeutische und psychosomatische Fachabteilung in Kalkar bietet psychisch kranken Menschen und Menschen in Lebenskrisen Diagnostik, Behandlung und Beratung auf wissenschaftlicher Basis. Ziel ist es, den Betroffenen in schwierigen Lebensphasen Unterstützung zu bieten, sie umfassend zu beraten und ihnen zu helfen, ihren Platz in ihrem familiären, zwischenmenschlichen, beruflichen und sozialen Umfeld wiederzufinden.

Das Behandlungsangebot umfasst:

  • Stationäre Behandlung: Mit 74 Betten werden jährlich rund 1.100 Patienten im vollstationären Bereich betreut.
  • Ambulante Behandlung: Für Patienten, die keine stationäre Aufnahme benötigen.
  • Krisenintervention: Für Menschen in akuten psychischen Krisen.

Das multiprofessionelle Team unter fachärztlicher Leitung legt großen Wert auf einen warmherzigen, vertrauensvollen und respektvollen Umgang miteinander, da dies ein wesentliches Element der seelischen Genesung ist.

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Behandlungsschwerpunkte

Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar behandelt ein breites Spektrum an psychischen Erkrankungen, darunter:

  • Depressionen
  • Lebenskrisen
  • Angsterkrankungen
  • Psychosen
  • Demenzielle Erkrankungen
  • Zwänge
  • Suchterkrankungen

Diagnostik und Therapie

Zur Diagnostik werden verschiedene Methoden eingesetzt:

  • Einzelgespräche
  • Psychologische Testung
  • Körperliche Untersuchung, Labor, ggf. Röntgen, MRT

Die Therapie umfasst:

  • Einzel- und Gruppengespräche
  • Psychosoziale Angebote (Sozialarbeit)
  • Körperorientierende Verfahren ("Bewegen und Wahrnehmen"), konzentrative Bewegungstherapie
  • Bewegungsangebote (Walking- und Jogging-Gruppe, Sitzgymnastik, Qi-Gong, Bewegung mit Musik, Gartengruppe)
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training)
  • Psychoedukative Gruppen (Sucht, Depression), Ergo- und Kunsttherapie
  • Gedächtnis- und Konzentrationstraining
  • Medikamentöse Therapie
  • Wachtherapie (bei Depressionen)
  • Lichttherapie (bei Depressionen)

Wichtiger Hinweis: Es werden keine Kinder und Jugendlichen behandelt, ebenso wenig psychisch kranke Straftäter.

Psychiatrische Tagesklinik

Die psychiatrische Tagesklinik bietet ein Therapieprogramm für Patienten mit Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Zwangserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Anpassungs- und posttraumatischen Belastungsstörungen. Hier bleibt die soziale Einbindung der Patienten erhalten, ebenso wie einige Herausforderungen des Alltags.

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Stationen im Überblick

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik betreibt vier Stationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Station 1: Behandlung von Depressionen, chronischen (funktionellen) Schmerzen und Abhängigkeiten von legalen Drogen (Alkohol und Tabletten). Offene Station.
  • Station 2: Offene allgemein-psychiatrische Station mit gruppenorientiertem Therapieprogramm.
  • Station 3: Allgemein-psychiatrische Station mit einem geschützten Bereich für Patienten mit schizophrenen und affektiven Psychosen, dekompensierten neurotischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Erkrankungen, die einer geschützten Unterbringung bedürfen. Krisenintervention und Wiederherstellung von Alltagskompetenz stehen im Vordergrund.
  • Station 4: Demenzstation für Menschen mit dementiellen Erkrankungen, unabhängig von ihrem Alter. Ziel ist es, die Patienten vor häufigem Milieuwechsel zu schützen und freiheitsentziehende Maßnahmen zu verringern. Therapeutische Gruppenangebote umfassen Spaziergänge, Bewegungsangebote, Gedächtnistraining, Malen, Basteln, Spielen, Vorlesen, Rätseln, Erzählen und Singen.

Qualitätsmanagement und Patientenzufriedenheit

Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar legt großen Wert auf Qualitätsmanagement. In einer aktuellen Umfrage gaben 97 Prozent der Patienten an, mit ihrem Aufenthalt in der Klinik zufrieden zu sein und sie weiterempfehlen zu würden.

Spezielle Versorgung von Demenzpatienten

Ein besonderer Fokus liegt auf der Versorgung von Demenzpatienten. Angesichts der steigenden Zahl älterer Patienten mit kognitiven Einschränkungen ist es wichtig, auf ihre speziellen Bedürfnisse einzugehen. Demenzpatienten, die aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden, haben oft Schwierigkeiten, sich in der Klinik zurechtzufinden. Dies kann zu herausforderndem Verhalten und Komplikationen wie Fehlernährung, Stürzen und Delir führen.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, gibt es spezielle Demenzstationen und -konzepte, die auf die Bedürfnisse dieser Patientengruppe zugeschnitten sind. Ziel ist es, Stressoren zu reduzieren, Orientierung und Struktur zu vermitteln und eine Verschlechterung der demenzspezifischen Symptomatik zu vermeiden.

Das Konzept "Station Silvia"

Ein Beispiel für eine solche spezielle Versorgungseinheit ist die "Station Silvia" im Malteser Krankenhaus St. Hildegardis. Dieses Konzept beinhaltet unter anderem ein Demenz-Screening aller Patienten über 75 Jahre bei stationärer Aufnahme, ein klares Farbkonzept, integrative und segregierte Stationen und eine Basiskompetenz Demenz bei allen Mitarbeitern.

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Die Aufnahmekriterien für Station Silvia sind:

  • Akute Erkrankungen, die eine stationäre Aufnahme erforderlich machen
  • Demenz als Begleiterkrankung
  • Fähigkeit, vom angebotenen Therapiekonzept zu profitieren
  • Mindestens rollstuhlmobil

Ausschlusskriterien sind:

  • Isolationsbedürftiger Infekt
  • Umstände, die eine länger als drei Tage bestehende Immobilität zur Folge haben
  • Notwendigkeit der Intensivüberwachung
  • Schweres Delir oder Psychose

Evaluation von "Station Silvia"

Die "Station Silvia" wird seit 2014 in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Pflegeforschung (DIP) und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PHTV) evaluiert. Ziel ist es, zu zeigen, dass sich die Patienten aufgrund des Versorgungspaketes in ihrer Kognition, Mobilität und Funktionalität nicht verschlechtern, Komplikationen vermieden werden und Negativereignisse seltener auftreten.

Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass sich Alltagsfähigkeit und Mobilität der Patienten auf Station Silvia während des stationären Aufenthaltes signifikant verbessern. Körpernahe Fixierungen waren nicht erforderlich, und Verhaltensauffälligkeiten traten seltener auf.

Fazit

Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar bietet ein umfassendes und differenziertes Angebot für die Behandlung psychischer Erkrankungen, einschließlich Demenz. Durch die Spezialisierung auf psychiatrische Erkrankungen, das multiprofessionelle Team und die verschiedenen Therapieangebote können die Bedürfnisse der Patienten optimal erfüllt werden. Konzepte wie "Station Silvia" zeigen, dass eine spezielle Versorgung von Demenzpatienten im Akutkrankenhaus zu einer Verbesserung ihrer Alltagsfähigkeit und Mobilität führen kann.

Die Bedeutung der Angehörigen

Bei der Behandlung von Demenzerkrankungen ist die Einbeziehung und Beratung der Angehörigen von großer Bedeutung, da sie oft eine sehr große Belastung tragen müssen. Das St. Nikolaus-Hospital Kalkar berücksichtigt dies in seinem Konzept und bietet den Angehörigen Unterstützung und Beratung an.

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