Neurologisches Behandlungsspektrum im Krankenhaus Links der Weser

Mit steigender Lebenserwartung nimmt auch die Häufigkeit neurologischer Erkrankungen zu. Jährlich werden über eine Million Menschen aufgrund von Schlaganfällen, Epilepsien, Hirnhautentzündungen, Multipler Sklerose, Parkinson, Schädel-Hirn-Traumata, Migräne oder anderen neurologischen Leiden in Krankenhäusern behandelt. Das Klinikum Links der Weser bietet ein breites neurologisches Behandlungsspektrum, um diesen vielfältigen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Umfassende neurologische Versorgung

Die Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie im Klinikum Links der Weser versorgt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen. Neben der Akutversorgung von Schlaganfällen auf der Stroke Unit werden auch Patienten mit Multipler Sklerose, Morbus Parkinson, Kopfschmerzen, Epilepsien und vielen anderen neurologischen Krankheitsbildern behandelt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Eine Besonderheit des Klinikums Links der Weser ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen. Dies ermöglicht eine umfassende und koordinierte Versorgung der Patienten. Zu den Kooperationspartnern gehören:

  • Gefäßchirurgie
  • Anästhesiologie
  • Geriatrie
  • Innere Medizin
  • Interventionelle Neuroradiologie
  • Neurochirurgie
  • Weitere Fachkliniken im Klinikum Bremen-Mitte

Diese enge Zusammenarbeit gewährleistet, dass Patienten mit komplexen neurologischen Erkrankungen eine optimale Behandlung erhalten, die alle relevanten Aspekte berücksichtigt.

Notfallversorgung

Das Klinikum Links der Weser ist Teil des Bremer Notfallversorgungssystems und bietet eine 24-Stunden-Notfallversorgung für neurologische Notfälle. Die Notaufnahmen sind unter folgenden Nummern erreichbar:

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  • Klinikum Bremen-Mitte: (0421) 497-77840
  • Notfallambulanz in der Kinderklinik: (0421) 497-71005 (Empfang)
  • Klinikum Bremen-Nord: (0421) 6606-1443
  • Notfallambulanz in der Kinderklinik: (0421) 6606-1371
  • Klinikum Bremen-Ost: (0421) 408-1291
  • Klinikum Links der Weser

Im Notfall ist es wichtig, schnell zu handeln und die Notaufnahme aufzusuchen. Außerhalb der Notfallzeiten stehen der Giftnotruf Niedersachsen/Bremen (0551 19240) und der Ärztliche Bereitschaftsdienst (116117) zur Verfügung.

Schwerpunkte im Behandlungsspektrum

Das Klinikum Links der Weser bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für neurologische Erkrankungen. Zu den Schwerpunkten gehören:

Schlaganfallversorgung

Die Stroke Unit im Klinikum Bremen-Mitte, die seit 2004 besteht und nach dem Umzug in den Neubau Teil der Station Glocke ist, verfügt über 12 Behandlungsplätze im Monitorbereich für die akute Schlaganfallbehandlung. Zusätzlich stehen 20 normalstationäre Betten auf der Station Glocke für die weitere Versorgung von Schlaganfallpatienten und Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen zur Verfügung. Patienten mit intensivmedizinischem neurologischen Behandlungsbedarf werden interdisziplinär auf den Intensivstationen betreut.

Die zertifizierte Stroke Unit dient der bestmöglichen Behandlung von zerebrovaskulären Erkrankungen nach internationalem Standard. Sie wurde von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Deutschen Schlaganfallhilfe rezertifiziert, was unter anderem eine besonders schnelle Betreuung belegt.

Jährlich werden im Klinikum Bremen-Mitte mehr als 2000 akute Schlaganfallpatienten behandelt. Die Akutbehandlung umfasst beispielsweise die systemische Thrombolyse oder bei großen Gefäßverschlüssen die neurointerventionellen rekanalisierenden Verfahren (Thrombektomie), die rund um die Uhr vorgehalten werden. Die Schlaganfalldiagnostik erfolgt mit modernen MRT-Scannern.

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Da es im Rahmen von Schlaganfällen oft zu Schluck- und/oder Sprachstörungen kommt, ist eine intensive logopädische Betreuung im Rahmen von Dysphagiemanagement von essentieller Bedeutung. Auch der physio- und ergotherapeutische Bereich wird großgeschrieben.

Nach einem Schlaganfall ist eine frühe Mobilisation und intensive Betreuung der Patienten von immenser Wichtigkeit, um langfristig das Outcome zu verbessern. Im Anschluss an die Behandlung auf der Stroke Unit wird eine spezialisierte und qualifizierte Rehabilitationsmaßnahme eingeleitet. Hier arbeitet das Klinikum eng mit Einrichtungen für neurologische Frührehabilitation und mit der stationären und teilstationären sowie ambulanten Rehabilitation zusammen. Dies wird im Wesentlichen von den Kollegen des Sozialdienstes organisiert, die neben den rehabilitativen Einrichtungen auch Kurzzeitpflegeplätze und die häusliche Versorgung z.B. durch einen Pflegedienst organisieren. Auch die Organisation von Hilfsmitteln für die Häuslichkeit gehört dazu.

Bei einem ischämischen Schlaganfall kommt es zu einer Durchblutungsstörung im Gehirn, wodurch das betreffende Gehirnareal nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden kann und Hirnzellen absterben. Bei Schlaganfällen können u.a. das flüssige Sprechen, die Sprache an sich, das Schlucken oder die Motorik betroffen sein. Wenn die PatientInnen in den ersten 4,5 Stunden nach Symptombeginn ins Krankenhaus kommen, kann man, nach Ausschluss von Gegenanzeigen, in einigen Fällen, eine Auflösungstherapie über die Vene machen. Bei großen Gefäßverschlüssen des Gehirns kann eine kathetergestützte Entfernung des Gerinnsels erfolgen (Thrombektomie), auch wenn 4,5 h schon überschritten sind.

Wenn die Symptome eines Schlaganfalls innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden und man den Schlaganfall im MRT oder CT nicht sehen kann, dann spricht man von einer TIA (transitorisch ischämischen Attacke). Schlaganfälle und TIAs werden häufig ausgelöst durch ungesunde Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Adipositas, zu hoher Blutdruck und zu hohe Blutfette. Daher sind ein gesunder Lebensstil und die Anpassung/ Einstellung der Risikofaktoren von immenser Bedeutung für das Verhindern von Schlaganfällen oder das Leben danach. Daher bietet das Klinikum Diabetes- und Ernährungsberatung an.

Sollte der Schlaganfall durch eine relevante Verengung der Halsgefäße ausgelöst worden sein, wird eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße und inneren Hirngefäße durchgeführt. In Fällen, in denen die Verengungen und Gefäßverkalkungen hochgradig sind, können die PatientInnen entweder durch die Gefäßchirurgie oder durch die Neuroradiologie eine Behandlung erfahren. Das geht entweder operativ oder minimalinvasiv mit einem Stent.

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Bei gewissen Patientengruppen wird ein Schlaganfall durch Herzrhythmusstörungen, das sogenannte Vorhofflimmern, ausgelöst, bei anderen Patienten durch ein „Loch“ in der Herzvorderwand. Dank der engen Korrespondenz mit der Kardiologie des Hauses, werden gut funktionierende kardiologische Zusatzdiagnostik (Langzeit- EKG, Schluckechos etc.) angeboten. Die Abklärung bei frischen Schlaganfällen oder TIAs läuft stationär, meist nach einer gewissen Beobachtungszeit auf der Stroke Unit mit Monitorüberwachung.

Auch im Falle von Durchblutungsstörungen am Auge oder im Rückenmark, können im Klinikum Bremen Mitte Behandlungen und Diagnostik in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Augenheilkunde und Neurochirurgie angeboten werden. Sollte bei Patientin eine andere Schlaganfallsursache vorliegen, kann umfangreiche Blut- und auch Nervenwasserdiagnostik erfolgen.

Blutungen des Gehirns werden meist durch einen zu hohen Blutdruck ausgelöst und werden ebenfalls auf der Stroke Unit überwacht und behandelt, wenn keine operative Versorgung nötig ist. Im Falle eines Sturzes mit anschließender Blutung (subdurale Hämatome) werden die Patientin von den Kollegen der Unfall- und Neurochirurgie betreut und ggf. eine Operation zur Entlastung des Gehirngewebes durchgeführt. Bei chronischen Subduralhämatomen kann die A.

Bei den SVT kommt es zu einer Gerinnselbildung in den Hirnvenen, die zu starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Blutungen, Schlaganfällen oder epileptischen Anfällen führen kann. An diesem Standort werden PatientInnen entweder auf der Stroke Unit oder auf der Intensivstation überwacht. Die Therapie erfolgt mit starken Blutverdünnern, im Einzelfall auch mit einer mechanischen minimalinvasiven Gerinnselentfernung (Thrombektomie). Im Ernstfall kann auch eine operative Eröffnung der Schädeldecke nötig sein.

Multiple Sklerose (MS)

Das Klinikum Links der Weser bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose (MS) an. Die MS ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vor allem junge Erwachsene betrifft. Sie entsteht, weil das Immunsystem Strukturen in Gehirn und Rückenmark fälschlicherweise als körperfremd betrachtet und angreift. Damit gehört die Multiple Sklerose zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen.

Die Multiple Sklerose ist klinisch mannigfaltig. Es können neben Sehstörungen, Gefühlsstörungen und Gleichgewichtsprobleme ebenso Lähmungen auftreten. Zur Diagnostik dieser Erkrankung werden neben der neurologischen Anamnese und Untersuchung auch paraklinische Untersuchungsverfahren wie MRT, evozierte Potentiale und die Untersuchung des Nervenwassers mittels einer Lumbalpunktion angeboten. Selbstverständlich ist hierbei die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Augenheilkunde, da Sehstörungen im Rahmen einer Sehnervenentzündung ein häufiges Symptom sind.

Im Zuge dessen werden auch stationäre Kortisonstoßtherapien und in besonderen Fällen auch „Blutwäschen“ angeboten. Die Anwendung von Immuntherapien bei Multiple Sklerose ist ein Behandlungsschwerpunkt.

Eine Multiple Sklerose lässt sich bislang nicht heilen, aber gut behandeln. In den letzten Jahren sind dabei massive Fortschritte gemacht worden und die Entwicklung hält an. Neben der Behandlung akuter Symptome ist es besonders wichtig Schübe zu verhindern, den Eintritt einer möglichen Behinderung zu verzögern oder deren Fortschreiten zu stoppen. Dies gelingt durch den Einsatz sogenannter Immuntherapien. Dabei erfordert die Auswahl der für den jeweiligen Patienten am besten geeigneten Behandlung besondere Erfahrung und Expertise.

Epilepsie

Bei einer Epilepsie kommt es zu elektrischen Entladungen des Gehirns, die zu ganz unterschiedlichen Symptomen wie Zuckungen einer Extremität, anfallsartigen Missempfindungen, Bewusstseinsstörungen und Stürzen, manchmal aber auch nur zu Abwesenheitszuständen führen können. Wenn PatientInnen mit der Verdachtsdiagnose eines epileptischen Anfalls zu uns kommen, erfahren sie kompetente neurologische Untersuchungen, apparative Diagnostik wie MRT und EEG, aber auch spezialisierte EEG- Verfahren wie das Schlafentzugs- EEG.

Wenn es im Rahmen von Gehirntumoren zu epileptischen Anfällen kommt, werden diese behandelt. Oft werden Tumore des Gehirns entdeckt und dann von der Neurochirurgie, Onkologie und Strahlentherapie weiterbehandelt.

Liegt eine Epilepsie vor, können regelmäßig eingenommene Medikamente die epileptischen Anfälle meist gut unterdrücken. Epilepsien lassen sich zudem gut mittels einer geregelten Lebensführung und Medikamenten in den Griff bekommen, sodass die Betroffenen meist ein ganz normales Leben führen und ihrem Beruf nachgehen können.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind sehr häufig, treten in vielen verschiedenen Formen belastend sind sie vor allem, wenn sie häufig und heftig sind. Grund dafür können verschiedene Auslöser sein.

Man unterscheidet die primären Kopfschmerzarten, bei denen es keine Hinweise auf eine schwerwiegende organische Ursache gibt, von den sekundären Kopfschmerzen. Diese stehen in Zusammenhang mit organischen Ursachen.Kopfschmerzen können daher Ausdruck von ernsthaften neurologischen Erkrankungen wir eine Hirnhautentzündung, Sinusvenenthrombose oder Tumoren sein.

Bewegungsstörungen

Störungen der Bewegung sind häufige Erkrankungen in der Neurologie. Es gibt Bewegungsstörungen die mit zu viel oder auch zu wenig Bewegung einhergehen. neurodegenerative Erkrankungen wie M. Parkinson-Syndrome sind definiert durch das Vorliegen einer Bewegungsarmut und mindestens eines zusätzlichen Kardinalsymptoms Rigor (Muskelsteifigkeit), Ruhetremor (Zittern der Hände), posturale Instabilität (Fallneigung). Nicht-motorische Begleitsymptome können Schmerzen, Geruchsstörung, Störungen von Blutdruck, Blasen- und Darmfunktion, sexuellen Funktionen, psychische Symptome (Depression), Schlafstörungen oder Gedächtnisstörungen sein.

Die Sprache wird leiser, das Gesicht verliert an Mimik, das Schlucken wird seltener. Die Handschrift verändert sich. Zur genauen Einordnung von Gedächtnisstörungen bedarf es neben einer neurologischen Untersuchung, Bildgebung und Nervenwasserentnahme eine dezidierte neuropsychologische Testung, die wir an unserem Standort leider nicht anbieten können. Die elektive Abklärung eines dementiellen Syndroms wird daher am Standort KBM nicht standardmäßig angeboten. Im stationären Alltag bei uns gehören dementielle Syndrome und Gedächtnisstörungen natürlich dazu und können auch behandelt werden, wenn sie bei unseren Patienten auftreten.

Weitere neurologische Erkrankungen

Neben den genannten Schwerpunkten behandelt das Klinikum Links der Weser auch eine Vielzahl weiterer neurologischer Erkrankungen, darunter:

  • Myasthenia gravis (MG): Eine autoimmune Erkrankung, bei der Antikörper die wichtigen Übertragungsrezeptoren zwischen Nerven und Muskulatur zerstören.
  • Motoneuronerkrankungen: Erkrankungen des motorischen Systems, die zu Muskelschwäche, Schluck- und Sprachstörungen und Atemlähmungen führen können. Die bekannteste Motoneuronerkrankung ist die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
  • Neuroinfektiologische Erkrankungen: Akute Infektionen des Nervensystems wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Hirnentzündung (Enzephalitis).
  • Schwindel (Vertigo): Das Empfinden eines Drehens oder Schwankens, das Gefühl, sich nicht sicher im Raum bewegen zu können, oder auch das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit.
  • Lähmung des Gesichtsnerven (N. facialis): Eine häufige Erkrankung, die zwar in den meisten Fällen nicht gefährlich ist, aber die Betroffenen einschränken kann.
  • Polyneuropathien (PNP): Eine relativ häufige Erkrankung, besonders bei Menschen mit Diabetes mellitus.

Diagnostische Möglichkeiten

Zur umfassenden Diagnostik neurologischer Erkrankungen stehen im Klinikum Links der Weser modernste Verfahren zur Verfügung:

  • MRT (Magnetresonanztomographie)
  • CT (Computertomographie) mit Angiographie
  • Elektromyographie (EMG) und Neurographie (ENG)
  • Evozierte Potentiale
  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • Neurosonologie (Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße)
  • Riechtest
  • Liquordiagnostik/Lumbalpunktion

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