Einführung
Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen stellen eine wachsende Herausforderung für Betroffene, ihre Familien und die Gesellschaft dar. Im Norden Deutschlands haben sich verschiedene Alzheimer Gesellschaften etabliert, die sich der Unterstützung und Beratung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen widmen. Diese Organisationen bieten ein breites Spektrum an Hilfestellungen, von Informationen und Beratung bis hin zu konkreten Betreuungsangeboten und Selbsthilfegruppen. Sie fördern die Teilhabe am Leben für Menschen mit Demenz und setzen sich für ein gesellschaftliches Umdenken ein.
Die Alzheimer-Krankheit und ihre Auswirkungen
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz, einer fortschreitenden Hirnleistungsschwäche. Sie führt zu einem allmählichen Verlust der geistig-seelischen Kräfte, der sich in Gedächtnisproblemen, Schwierigkeiten beim logischen Denken und sprachlichen Ausdruck sowie Orientierungsschwierigkeiten äußert. Der Verlust von praktischen Fähigkeiten erschwert die Bewältigung des Alltags.
Die Zahl der Menschen mit Demenz wächst stetig. Über 70 % der Erkrankten werden von ihren Familienangehörigen im privaten Bereich betreut und gepflegt. Die Betreuung eines Menschen mit Demenz im fortgeschrittenen Stadium bedeutet eine immense Belastung für die pflegenden Angehörigen, oft rund um die Uhr.
Aufgaben und Ziele der Alzheimer Gesellschaften
Die Alzheimer Gesellschaften im Norden Deutschlands haben es sich zur Aufgabe gemacht, demenziell veränderte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen zu beraten und zu begleiten. Sie unterstützen alle Menschen, die sich der Betreuung und Pflege von demenziell veränderten Menschen widmen. Zu ihren zentralen Zielen gehören:
- Unterstützung der Betroffenen bei der Krankheitsbewältigung: Die Gesellschaften bieten Informationen über die Krankheit, ihre Symptome und den Umgang damit. Sie helfen den Betroffenen, ihre Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.
- Unterstützung der An- und Zugehörigen bei der Selbsthilfetätigkeit: Die Alzheimer Gesellschaften bieten Angehörigen die Möglichkeit, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.
- Vermittlung aktueller Informationen über Angebote rund um das Thema Demenz: Die Gesellschaften informieren über Betreuungsangebote, Pflegeleistungen, finanzielle Hilfen und andere Unterstützungsangebote in der Region.
- Förderung der Teilhabe am Leben für Menschen mit Demenz: Die Gesellschaften setzen sich dafür ein, dass Menschen mit Demenz weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und nicht ausgegrenzt werden.
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Demenz: Die Gesellschaften informieren die Öffentlichkeit über die Krankheit, ihre Auswirkungen und den Umgang mit Betroffenen. Sie setzen sich für ein gesellschaftliches Umdenken ein, das von Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung geprägt ist.
Angebote der Alzheimer Gesellschaften im Überblick
Die Alzheimer Gesellschaften im Norden Deutschlands bieten ein vielfältiges Spektrum an Angeboten für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Dazu gehören unter anderem:
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- Beratung und Information: Die Gesellschaften bieten persönliche Beratungsgespräche, telefonische Beratung und Informationsveranstaltungen zu allen Fragen rund um das Thema Demenz an.
- Selbsthilfegruppen: In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene und Angehörige austauschen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen.
- Betreuungsgruppen: In Betreuungsgruppen werden Menschen mit Demenz stundenweise betreut, um Angehörige zu entlasten.
- Schulungen und Fortbildungen: Die Gesellschaften bieten Schulungen und Fortbildungen für Angehörige, Pflegekräfte und andere Interessierte an, um ihnen das nötige Wissen und die Kompetenzen für den Umgang mit Menschen mit Demenz zu vermitteln.
- Freizeitangebote: Die Gesellschaften organisieren Freizeitangebote für Menschen mit Demenz, wie z.B. Ausflüge, Kaffeetrinken oder gemeinsames Singen, um ihre Lebensqualität zu verbessern und ihre soziale Teilhabe zu fördern.
- Demenzkompass: Eine Datenbank über lokale und regionale Angebote.
- Fahrdienste: Ein ehrenamtliches Fahrerteam bietet Ausfahrten für Betroffene an.
Beispiele für Alzheimer Gesellschaften im Norden Deutschlands
Alzheimer Gesellschaft Lübeck und Umgebung Selbsthilfe Demenz e.V.
Die Alzheimer Gesellschaft Lübeck und Umgebung Selbsthilfe Demenz e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, demenziell veränderte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen zu beraten und zu begleiten. Sie unterstützt alle Menschen, die sich der Betreuung und Pflege von demenziell veränderten Menschen widmen. Die Gesellschaft veröffentlicht regelmäßig die Informationszeitung "Unsere Nachrichten" mit aktuellen Neuigkeiten aus dem Vereinsleben und dem Alltag in ihren Einrichtungen.
Alzheimer Gesellschaft Flensburg und Umgebung e.V.
Die Alzheimer Gesellschaft Flensburg und Umgebung e.V. bietet Informationen, Beratung und konkrete Hilfestellungen für Betroffene, An- und Zugehörige, Chefs oder ArbeitskollegInnenen, LehrerInnen und ErzieherInnen und Dienstleister. Sie entwickelt und fördert Hilfen für von der Alzheimer-Krankheit oder anderen Demenzerkrankungen betroffene Menschen. Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer ist Schirmherr der Gesellschaft.
Alzheimer Gesellschaft Aurich-Ostfriesland e.V.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Alzheimer Gesellschaft Aurich-Ostfriesland e.V. unterstützen und moderieren Gruppennachmittage für Betroffene und Angehörige. Sie geben ihre Erfahrungen im Umgang mit Demenzerkrankten weiter und unterstützen Angehörige von Betroffenen.
Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements
Die Arbeit der Alzheimer Gesellschaften wird maßgeblich von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Sie engagieren sich in der Beratung, Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Ihr Engagement ist von unschätzbarem Wert und trägt dazu bei, dass die Gesellschaften ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen können.
Herausforderungen und Perspektiven
Trotz der wertvollen Arbeit der Alzheimer Gesellschaften gibt es noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören unter anderem:
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- Der steigende Bedarf an Unterstützung und Betreuung: Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den kommenden Jahren weiter steigen, was zu einem erhöhten Bedarf an Unterstützung und Betreuung führen wird.
- Die unzureichende Finanzierung der Angebote: Die Finanzierung der Angebote der Alzheimer Gesellschaften ist oft unsicher und unzureichend.
- Die mangelnde Sensibilisierung der Öffentlichkeit: Viele Menschen wissen noch immer zu wenig über Demenz und den Umgang mit Betroffenen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist es wichtig, dass die Gesellschaften weiterhin ihre Arbeit ausbauen und professionalisieren. Zudem ist es notwendig, die Finanzierung der Angebote zu sichern und die Öffentlichkeit noch stärker für das Thema Demenz zu sensibilisieren. Nur so kann es gelingen, ein besseres Leben mit Demenz für Betroffene und ihre Angehörigen zu ermöglichen.
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