Die FOCUS-Ärzteliste und die zugehörigen Krankenhaus-Rankings sind ein etablierter Wegweiser für Patienten, die auf der Suche nach der bestmöglichen medizinischen Versorgung in Deutschland sind. Herausgegeben vom Magazin FOCUS-Gesundheit, bieten diese Listen eine Orientierungshilfe, die auf umfangreichen Recherchen und Datenanalysen basiert. Sie zielen darauf ab, Patienten bei der Wahl des passenden Arztes und Krankenhauses zu unterstützen, indem sie Expertise, Erfahrung und Reputation von Medizinern und Kliniken bewerten.
Methodik der FOCUS-Recherche
Die Rangliste der TOP nationalen Krankenhäuser wird von der Zeitschrift Focus Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Recherche-Institut FactField erstellt. Die Erstellung der FOCUS-Ärzteliste und der Krankenhaus-Rankings ist ein mehrstufiger Prozess, der auf einer umfassenden Datenerhebung und -analyse beruht. FactField, ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut, führt im Auftrag von FOCUS-Gesundheit die Datenerhebung durch. Dazu werden Daten aus über 50 verschiedenen Quellen analysiert. Zu den wichtigsten Elementen der Methodik gehören:
- Befragung von Ärzten: Niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Chefärzte der relevanten Fachkliniken werden befragt, von welchen Kollegen oder welcher Kollegin sie sich selbst oder Angehörige behandeln lassen würden. Dies dient als Peer-Review-Verfahren, um die Reputation und das Fachwissen der Ärzte zu bewerten. 41.000 Mediziner erhalten einen ausführlichen Fragebogen zur Selbstauskunft, beispielsweise zu ihren medizinischen Qualifikationen und ihrem Behandlungsangebot. Auch ihr Engagement in Wissenschaft, Lehre und Forschung wird abgefragt.
- Analyse von Qualitätsberichten und wissenschaftlichen Publikationen: Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser und die wissenschaftlichen Publikationen der Ärzte werden analysiert, um die Qualität der medizinischen Versorgung und das Engagement in Forschung und Lehre zu bewerten.
- Patientenzufriedenheit: Die Patientenzufriedenheit wird durch Umfragen und andere Feedback-Mechanismen erfasst und in die Bewertung einbezogen.
- Ausstattung und Infrastruktur: Die Ausstattung und Infrastruktur der Kliniken werden bewertet, um die Qualität der medizinischen Versorgung zu beurteilen.
- Daten von Krankenkassen und anderen Institutionen: Informationen von Krankenkassen und anderen Institutionen werden berücksichtigt, um ein umfassendes Bild der medizinischen Versorgung zu erhalten.
- Berücksichtigung verschiedener Kriterien: Analysiert werden Fallzahlen, Behandlungserfolg bei OPs, Komplikationsquoten, technische Ausstattung, Anzahl betreuender Ärzte, Qualifikation der Pfleger, Beteiligung an Qualitätsinitiativen sowie Patientenzufriedenheit und Hygienestandard.
Insgesamt 1,1 Millionen Datenpunkte hat das Rechercheinstitut FactField so erhoben. Das Team aus Research Analysten, Data Scientists und IT-Spezialisten hat zudem 2,3 Millionen wissenschaftliche Publikationen nach Arbeiten der entsprechenden Mediziner durchforstet. Am Ende der Recherche werden die Daten nach Fachgebieten und Indikationen sortiert und nach einem differenzierten System ausgewertet.
Inhalt und Struktur der FOCUS-Listen
Die FOCUS-Gesundheit veröffentlicht jährlich verschiedene Listen, darunter die "Große Klinikliste" und die "Ärzteliste". Die "Große Klinikliste" listet die Top-Krankenhäuser in Deutschland auf, während die "Ärzteliste" die Top-Mediziner in verschiedenen Fachgebieten auszeichnet. Die FOCUS Ärzteliste 2022 listet 4.162 Mediziner*innen für 122 Fachbereiche in Deutschland auf. Unter den Top-Medizinern Deutschlands befinden sich herausragende Spezialistinnen und Spezialisten für 126 Fachbereiche.
Die Listen sind nach Fachgebieten und Regionen unterteilt, so dass Patienten gezielt nach den für sie relevanten Informationen suchen können. Die Platzierung im Ranking richtet sich nach der Anzahl seiner empfohlenen Fachkliniken und danach, wie viele Top-Mediziner im Krankenhaus tätig sind. In die Recherche fließen die Daten von allen 1.629 öffentlichen Krankenhäusern in Deutschland und den ihnen angeschlossenen 14.383 Fachkliniken ein. Bewertet werden die Qualität der medizinischen Versorgung, die Patientenzufriedenheit sowie die Ausstattung und Infrastruktur der Kliniken. Zudem werden Daten aus Umfragen unter Ärzten und Patienten sowie Informationen von Krankenkassen und anderen Institutionen berücksichtigt.
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Beispiele für ausgezeichnete Kliniken und Ärzte
Die FOCUS-Listen nennen regelmäßig eine Vielzahl von Kliniken und Ärzten, die für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet werden. Einige Beispiele aus verschiedenen Regionen und Fachgebieten sind:
- Klinikum Ernst von Bergmann (Potsdam): Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam wurde in der Klinikliste als eines der Top-Krankenhäuser in Deutschland ausgezeichnet. In der Liste der „Top 100 Krankenhäuser“ belegt das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam einen Platz unter den TOP 50 Kliniken in Deutschland. Die Platzierung im Ranking richtet sich nach der Anzahl seiner empfohlenen Fachkliniken und danach, wie viele Top-Mediziner im Krankenhaus tätig sind.
- Universitätsklinikum Jena (UKJ): Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist mit 42 Empfehlungen in der aktuellen Ärzteliste des Magazins „FOCUS Gesundheit“ vertreten und erhält damit im thüringenweiten Vergleich die meisten Weiterempfehlungen. Die Jenaer Experten gehören nun auch in den Kategorien Beingefäße, Endokrinologie & Stoffwechsel, Gastrointestinale Endoskopie, Gefäßchirurgie, Psychosomatik, Refraktive Chirurgie & Katarakt sowie Rekonstruktive Chirurgie zu den führenden Medizinern in ganz Deutschland.
- Universitätsklinikum Münster (UKM): Mit insgesamt 38 Fachdisziplinen ist das UKM (Universitätsklinikum Münster) in der „Klinik-Liste“ des Magazins Focus für hervorragende medizinische Leistungen aufgeführt. Im bundesweiten Vergleich der 100 TOP-Kliniken rangiert das UKM demzufolge auf Platz 15, im NRW-Vergleich auf Platz drei der ausgezeichneten Krankenhäuser.
- Asklepios Kliniken Schildautal (Seesen): Die Asklepios Kliniken Schildautal sind vom Nachrichtenmagazin „Focus“ in seiner aktuellen Liste als Top-Kliniken aufgeführt. Die Kliniken Schildautal wurden konkret für ihre Leistungen in dem Bereich „TOP-Rehaklinik - Neurologie“ ausgezeichnet. Das Zentrum für Neurologie in Seesen umfasst als größte Abteilung für Neurologie Deutschlands alle Aspekte der Neurologie, von der Akut-Neurologie mit allen therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten, über die neurologische Frührehabilitation inklusive Intensivmedizin bis zur neurologischen Reha. Es zählt zu den besten Reha-Kliniken Deutschlands.
- Kliniken Köln: Für die Übersicht der besten von mehr als 4.100 gelisteten Fachärzt*innen in Deutschland haben sich 17 Ärztinnen und Ärzte der Kliniken Köln in 33 medizinischen Fachrichtungen qualifiziert.
Neurologie im Fokus der Ärztelisten
Die Neurologie nimmt in den FOCUS-Ärztelisten einen wichtigen Stellenwert ein. Dies spiegelt die Bedeutung der neurologischen Versorgung für die Bevölkerung wider. Erkrankungen des Nervensystems, wie z.B. Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfall und Epilepsie, sind weit verbreitet und erfordern eine hochspezialisierte Behandlung.
Einige Beispiele für neurologische Kliniken und Ärzte, die in den FOCUS-Listen ausgezeichnet wurden, sind:
- Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie (Universitätsklinikum Münster): Die Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) wird für ihre Expertise in den Bereichen Multiple Sklerose, Parkinson und Schlaganfall empfohlen.
- Zentrum für Neurologie (Asklepios Kliniken Schildautal): Das Zentrum für Neurologie der Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen wurde als "TOP-Rehaklinik" im Bereich Neurologie ausgezeichnet.
- Neurologische Klinik des Klinikums Darmstadt: Die neurologische Klinik des Klinikums Darmstadt versorgt alle Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen auf einer großen Normalstation, überregional zertifizierten Stroke-Unit, neurologisch geleiteter Intensivstation und Ermächtigungsambulanz.
Bedeutung sozialer Kompetenzen im Arzt-Patienten-Verhältnis
Neben der fachlichen Expertise spielen soziale Kompetenzen eine entscheidende Rolle für ein erfolgreiches Arzt-Patienten-Verhältnis. FOCUS-Gesundheit betont, dass sowohl Ärzte als auch Patienten bestimmte Softskills mitbringen sollten, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.
Soziale Kompetenzen für Patienten:
- Selbstvertrauen: Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber dem Arzt sind wichtig für eine korrekte Diagnose und Therapie.
- Kritikfähigkeit: Konstruktive Kritik annehmen und Verbesserungsvorschläge umsetzen.
- Verantwortungsbewusstsein: Eigenverantwortung für die Gesundheit übernehmen, z.B. durch Einnahme von Medikamenten und Einhaltung von Lebensstiländerungen.
- Medienkompetenz: Seriöse Gesundheitsinformationen von unseriösen Quellen unterscheiden.
- Selbstmanagement: Arztgespräche gut vorbereiten und Therapieempfehlungen umsetzen.
- Geduld: Verständnis zeigen, wenn die Heilung länger dauert oder etwas nicht nach Plan verläuft.
Soziale Kompetenzen für Ärzte:
- Kommunikation: Komplexe medizinische Zusammenhänge verständlich erklären und aufmerksam zuhören.
- Empathie: Sich in die Situation des Patienten hineinversetzen und Verständnis zeigen.
- Zeitmanagement: Effizient arbeiten, um sich ausreichend Zeit für die Patienten zu nehmen.
- Teamfähigkeit: Interdisziplinär mit anderen Fachkräften zusammenarbeiten.
- Resilienz: Mentale Widerstandskraft entwickeln, um Burnout vorzubeugen.
- Selbstreflexion: Regelmäßig weiterbilden, Fehlerkultur pflegen und ethische Prinzipien beachten.
Kritik und Einschränkungen
Obwohl die FOCUS-Ärztelisten und Krankenhaus-Rankings eine wertvolle Orientierungshilfe darstellen, ist es wichtig, einige Kritikpunkte und Einschränkungen zu berücksichtigen:
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- Subjektivität: Die Bewertung basiert teilweise auf subjektiven Einschätzungen von Ärzten und Patienten.
- Fokus auf Reputation: Die Reputation spielt eine große Rolle, was dazu führen kann, dass weniger bekannte, aber möglicherweise ebenso kompetente Ärzte und Kliniken unterbewertet werden.
- Momentaufnahme: Die Listen bilden eine Momentaufnahme der medizinischen Versorgung ab und können sich im Laufe der Zeit ändern.
- Regionale Unterschiede: Die Listen berücksichtigen möglicherweise nicht ausreichend die regionalen Unterschiede in der medizinischen Versorgung.
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