Neurologische Klinik Nordkirchen: Umfassende Versorgung und Expertise

Die Neurologische Klinik Nordkirchen bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster legt die Klinik großen Wert auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und auf die Ausbildung junger Ärzt:innen. Die Klinik ist für die primäre Akutversorgung des gesamten Kreises Coesfeld zuständig, wobei das Einzugsgebiet aufgrund des differenzierten Angebotes deutlich darüber hinausreicht. Im Jahr 2023 wurden über 3.500 Patient:innen stationär betreut.

Schwerpunkte und Spezialisierungen

Die Klinik hat sich auf die Diagnostik und Therapie verschiedener neurologischer Krankheitsbilder spezialisiert. Zu den Schwerpunkten zählen:

  • Schlaganfall
  • Parkinson-Krankheit
  • Multiple Sklerose
  • Epilepsie
  • Rückenmarkserkrankungen
  • Polyneuropathie
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel

Neben der allgemeinen neurologischen Versorgung bietet die Klinik spezielle Sprechstunden für Privatversicherte sowie für Patient:innen mit Parkinson und Multipler Sklerose an. Die Ambulanzen erfreuen sich einer überregionalen Akzeptanz. In Zusammenarbeit mit Neurologen aus Nordwestdeutschland wird zudem eine ambulante videobasierte Parkinsoneinstellung angeboten.

Die Klinik ist Mitglied des Kompetenznetzes Parkinson, des Parkinsonnetzes Münsterland Plus (PNM+) und von der Deutschen MS Gesellschaft als Schwerpunktzentrum anerkannt. Die hohe Qualität in der Behandlung von Schlaganfallpatient:innen wird durch die in 2022 erneut erfolgreich zertifizierte Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft bescheinigt.

Diagnostische Verfahren

Die Neurologische Klinik Nordkirchen verfügt über eine modern ausgestattete Neurophysiologische Klinik, eine hauseigene Radiologische Klinik und ein Institut für Labor- und Liquordiagnostik. Dies ermöglicht eine schnelle und umfassende Diagnose und Therapie. Zum diagnostischen Angebot zählen unter anderem:

Lesen Sie auch: Umfassende neurologische Betreuung in Bitterfeld-Wolfen

  • Elektroenzephalographie (EEG): Messung der Hirnströme, einschließlich Langzeit-EEG und Video-EEG zur Analyse epileptischer Anfälle.
  • Elektroneurographie (ENG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Diagnose von Nervenschädigungen, z.B. bei Polyneuropathien.
  • Evozierte Potentiale (EVP): Messung der Hirnaktivität als Reaktion auf bestimmte Reize, z.B. zur Diagnose von Multipler Sklerose.
  • Elektromyographie (EMG): Messung der Muskelaktivität zur Diagnose von Muskelerkrankungen.
  • Doppler-/Duplexsonographie: Untersuchung der hirnversorgenden Arterien zur Erkennung von Verengungen oder Verschlüssen.
  • Liquordiagnostik: Untersuchung des Nervenwassers zur Diagnose von Entzündungen oder anderen Erkrankungen des Nervensystems.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bildgebung des Gehirns und Rückenmarks zur Darstellung von strukturellen Veränderungen, z.B. bei Schlaganfall, Multipler Sklerose oder Tumoren.
  • Computertomographie (CT): Bildgebung des Schädels zur schnellen Beurteilung von akuten Erkrankungen wie Schlaganfall oder Blutungen.
  • Schluckdiagnostik (FEES): Differenzierte Schluckuntersuchung mittels Endoskopie zur Erkennung von Schluckstörungen.

Eine hohe Untersuchungsqualität wird durch vorliegende DGKN-Fortbildungszertifikate für sämtliche neurophysiologische Untersuchungen erreicht.

Therapeutische Angebote

Neben einer umfassenden Diagnostik bietet die Neurologische Klinik Nordkirchen ein breites Spektrum an therapeutischen Möglichkeiten. Diese umfassen:

  • Medikamentöse Therapie: Behandlung neurologischer Erkrankungen mit Medikamenten, z.B. zur Anfallskontrolle bei Epilepsie, zur Immunmodulation bei Multipler Sklerose oder zur Dopamin-Substitution bei Parkinson.
  • Akutbehandlung des Schlaganfalls: Auf der Stroke Unit werden Patient:innen mit Schlaganfall notfallmäßig versorgt. Ziel ist es, das Blutgerinnsel durch eine Lyse aufzulösen oder es mechanisch mittels Katheter zu entfernen (Thrombektomie).
  • Tiefe Hirnstimulation: Eine operative Therapieoption für Patient:innen mit Parkinson, bei der Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert werden, um die Symptome zu lindern.
  • Immuntherapie bei Multipler Sklerose: Behandlung mit injizierbaren oder oral verfügbaren Medikamenten, um das Immunsystem zu modulieren und die Entzündung im Nervensystem zu reduzieren. In der MS-Ambulanz werden auch stärker wirksame Substanzen, wie z.B. Antikörpertherapien, eingesetzt.
  • Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie: Unterstützende Therapien zur Verbesserung der motorischen, sensorischen und kognitiven Fähigkeiten.
  • Neuropsychologische Therapie: Behandlung von kognitiven, emotionalen oder verhaltensbezogenen Beeinträchtigungen nach einer erworbenen Hirnschädigung.
  • Schmerztherapie: Behandlung von chronischen Schmerzen in Zusammenarbeit mit dem interdisziplinären Schmerzzentrum.

Das multiprofessionelle Team

Neben den neurologischen Fachärzt:innen steht den Patient:innen ein multiprofessionelles Team zur Seite, bestehend aus:

  • Neuropsycholog:innen
  • Ergotherapeut:innen
  • Physiotherapeut:innen
  • Logopäd:innen
  • speziell geschulten Pflegekräften (MS-Nurse und Parkinson-Nurse)

Dieses Team arbeitet eng zusammen, um eine umfassende und individuelle Betreuung der Patient:innen zu gewährleisten.

Spezielle Erkrankungen und Behandlungskonzepte im Detail

Schlaganfall

Der Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns, die durch einen Hirnarterienverschluss (85%) oder eine Hirnblutung (15%) entstehen kann. Dies führt zu einer Sauerstoff- und Nährstoffunterversorgung des betroffenen Hirnareals und zum Absterben von Nervenzellen.

Lesen Sie auch: Neurologische Versorgung im Hedwig Krankenhaus

Häufige Symptome:

  • Lähmung oder Empfindungsstörung von Arm, Bein oder einer Körperhälfte
  • Sehstörungen (z. B. Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle)
  • Schwindel und Gangunsicherheit
  • Bewusstseinsstörung
  • Sprech- oder Sprachstörung
  • Schluckstörung
  • Koordinationsstörung

Diagnostik:

  • Computertomographie des Schädels
  • EKG
  • Blutgasanalyse
  • Überwachung von Herzrhythmus, Blutdruck und Atmung
  • Ultraschall der hirnversorgenden Arterien
  • ggf. Telemetrie auch auf der peripheren Station
  • ggf. Implantation eines Event-Rekorders
  • ggf. Blutdruckmessung der Beine
  • ggf. Magnetresonanztomographie des Schädels
  • ggf. Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
  • ggf. videounterstützte endoskopische Schluckuntersuchung

Therapie:

Die Akutbehandlung erfolgt auf der Stroke Unit. Es wird versucht, das Gerinnsel durch eine Lyse aufzulösen oder es mechanisch mittels Katheter zu entfernen (Thrombektomie). Gleichzeitig gilt es, rasch Ursachen für den Schlaganfall zu erkennen und Komplikationen zu behandeln.

Prävention:

  • Bluthochdruck behandeln
  • Zuckerkrankheit behandeln
  • Erhöhte Blutfettwerte senken
  • Herzrhythmusstörungen behandeln
  • Einengung der hirnversorgenden Arterien behandeln
  • Übergewicht und Bewegungsmangel vermeiden
  • Rauchen aufgeben

Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland. Sie wird durch einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn ausgelöst.

Symptomatik:

  • Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Bradykinese)
  • Zittern (Tremor)
  • Muskelsteifigkeit (Rigor)
  • Haltungsinstabilität
  • Kleinschrittiger, unsicherer Gang
  • Kleiner werdende Schrift
  • Gebückte Körperhaltung
  • Vegetative Symptome (starkes Schwitzen, vermehrter Speichelfluss, Schwindel)
  • Schluck- und Riechstörungen
  • Psychische Begleitsymptome (depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit)
  • Neuropsychologische Auffälligkeiten (Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen)

Therapie:

  • Medikamentöse Therapie zur Ausgleich des Dopaminmangels
  • Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie
  • Tiefe Hirnstimulation
  • Apomorphin subkutan
  • Duodopa-Pumpe
  • Ambulante Videotherapie

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Durch eine Fehlleitung des Immunsystems kommt es zu einer Schädigung und einer anschließenden Vernarbung des Nervengewebes.

Symptomatik:

  • Gefühlsstörungen
  • Lähmungen
  • Sehstörungen
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Erschöpfungssymptome

Diagnostisches Spektrum:

  • Kernspintomographie des zentralen Nervensystems
  • Elektrophysiologie (VEP, MEP, SEP, AEP, EEG)
  • Labor- und Liquordiagnostik

Therapeutisches Spektrum:

  • Intravenöse Kortisontherapie im akuten Schub
  • Plasmaaustauschtherapie
  • Intrathekale Baclofentherapie inclusive Einstellung einer Baclofenpumpe
  • Intrathekale Kortisontherapie
  • Einstellung einer Immuntherapie mit injizierbaren sowie oral verfügbaren Medikamenten
  • Umstellung der Immuntherapie auf stärker wirksame Substanzen, so z.B. Anitkörpertherapien über die MS-Ambulanz
  • Diagnostik und symptomatische Behandlung von Begleitsymptomen
  • Neuropsychologische Diagnostik und Therapie
  • Physiotherapie und Ergotherapie

Schwindel

Schwindel ist ein häufiges Symptom, hinter welchem sich viele verschiedene und oft auch neurologische Erkrankungen verbergen können.

Ursachen:

  • Störungen des Gleichgewichtsorgans (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS), M. Meniere, akute einseitige Vestibulopathie)
  • Erkrankung des Gehirnes (Schlaganfall, Migräne mit Aura)
  • Phobischer Schwindel
  • Kreislaufregulationsstörung

Diagnostik:

  • Körperliche Untersuchung mit speziellen Schwindeltests (Lagerungsmanöver, Kopf-Impuls-Test, ggf. Untersuchung mit Frenzelbrille etc.)
  • MRT-Gerät (zur Darstellung des Gehirns und des Gleichgewichtsnervs)
  • Thermische Vestibularisprüfung
  • Subjektive visuelle Vertikale (SVV)
  • Lagerungsproben mit Videonystagmographie
  • AEP
  • Blinkreflex
  • Schellongtest (Kreislauftest)
  • Doppler-/Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien (Ultraschall der Halsschlagadern)
  • Herz-Kreislauf-Diagnostik (Telemetrie, Herzultraschall)
  • Neuropsychologische Untersuchung

Therapie:

Die Therapie ist abhängig von der Grunderkrankung.

Lesen Sie auch: Schmerztherapie in der Neurochirurgie Meppen

Epilepsie

Mit der Bezeichnung Epilepsie werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, bei denen das Auftreten von spontanen Anfällen vorkommt.

Ursachen:

  • Hirnschädigungen (Kopfverletzung, Schlaganfall)
  • Alkohol und Medikamente
  • In vielen Fällen kann keine Ursache gefunden werden

Symptomatik:

  • Bewusstseinsverlust
  • Sturz
  • Unwillkürliche „Zuckungen“ der Muskeln
  • Mißempfindungen auf der Haut
  • Stereotype „merkwürdige“ wiederkehrende Verhaltensweisen

Diagnostik:

  • EEG (Elektroenzephalogramm), bei Bedarf mit Langzeit-EEG oder Video-Langzeit-EEG
  • Bildgebende Darstellung des Gehirns mittels Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)

Therapie:

  • Medikamente

Akademisches Lehrkrankenhaus

Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster engagiert sich die Neurologische Klinik Nordkirchen in der Ausbildung von Medizinstudent:innen und jungen Ärzt:innen. Dies trägt dazu bei, eine hohe Qualität der medizinischen Versorgung sicherzustellen und den medizinischen Nachwuchs zu fördern.

tags: #krankenhaus #neurologie #nordkirchen