Neurologie im Heidekreis: Versorgung und Entwicklungen im Überblick

Die neurologische Versorgung im Heidekreis ist ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitsnetzwerkes und wird durch verschiedene Einrichtungen und Fachkräfte sichergestellt. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation, Entwicklungen und Angebote im Bereich der Neurologie im Heidekreis, insbesondere unter Berücksichtigung des Heidekreis-Klinikums und der neu gegründeten Neuro-Praxis in Walsrode.

Das Heidekreis-Klinikum: Ein Eckpfeiler der regionalen Gesundheitsversorgung

Das Heidekreis-Klinikum gGmbH mit seinen Standorten in Soltau und Walsrode ist mit 399 Betten und über 1.200 Mitarbeiter:innen ein zentraler Bestandteil des Gesundheitsnetzwerkes Heidekreis. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg bietet es neben der Grund- und Regelversorgung auch die Behandlung von Erkrankungen aus dem Bereich der Schwerpunktversorgung.

Ausbau der Neurologie im Heidekreis-Klinikum

Das Heidekreis-Klinikum hat in den letzten Jahren den Bereich der Neurologie kontinuierlich ausgebaut. Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums, betonte die zunehmende Bedeutung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, Demenz, Epilepsie und Schlaganfall aufgrund der steigenden Altersentwicklung der Bevölkerung. Daher plant das Klinikum, die Sektion Neurologie weiter auszubauen, um eine vollständige neurophysiologische Diagnostik anbieten zu können.

Stroke Unit am Krankenhaus Soltau

Seit 2012 gibt es auf der internistischen Intensivstation am Krankenhaus Soltau eine Stroke Unit zur Behandlung von Schlaganfällen. Diese Einheit ist mit einem interdisziplinären und spezialisierten Behandlungsteam besetzt und gewährleistet in Zusammenarbeit mit der Neurologie und Neuroradiologie der AKH Celle und des Klinikums Braunschweig eine telemedizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten, einschließlich der Lysetherapie. Jedes Jahr gibt es in Deutschland mit über 270.000 Betroffenen eine große Anzahl an zu behandelnden Schlaganfällen.

Veränderungen und Verlagerungen im Heidekreis-Klinikum

Im Zuge der Konzentration von Fachabteilungen am Standort Walsrode werden auch die Stroke Unit und die Neurologie voraussichtlich zum 01. April 2025 nach Walsrode verlagert. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die erforderlichen Standards des Krankenhausversorgungsgesetztes (KHVVG) einzuhalten und das große Spektrum der medizinisch-stationären Versorgung im Heidekreis weiterhin anbieten zu können. Durch die Zusammenlegung sollen Doppelstrukturen reduziert und eine sichere Dienstplanung für die Mitarbeitenden geschaffen werden.

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Die Neuro-Praxis im Medicum Walsrode: Ambulante neurologische Versorgung

Neben dem Heidekreis-Klinikum spielt die ambulante neurologische Versorgung eine wichtige Rolle im Heidekreis. Seit dem 06.02.2023 bietet die Neuro-Praxis im Medicum Walsrode unter der Leitung von Jan R. Hanssen, Facharzt für Nervenheilkunde, ein umfassendes Angebot an neurologischen Leistungen an.

Praxisgemeinschaft und Räumlichkeiten

Die Neuro-Praxis bildet eine Praxisgemeinschaft mit dem gleichzeitig neu gegründeten Hausarztzentrum im Medicum und teilt sich mit diesem die Räumlichkeiten in der 1. Etage des hinteren Gebäudeteils in der Moorstraße 78/80 in Walsrode. Das Medicum ist ein modernes Ärzte- und Gesundheitshaus, in dem sich neben mehreren Arztpraxen u.a. auch eine physiotherapeutische Praxis befindet. Die Neuro-Praxis wie das Hausarztzentrum sind barrierefrei und über einen Fahrstuhl erreichbar. Hinter dem Gebäude befinden sich gemeinsame Patientenparkplätze, die mit „Hausarztzentrum / Neuro-Praxis“ gekennzeichnet sind.

Schwerpunkte und Angebote der Neuro-Praxis

Die Neuro-Praxis im Medicum Walsrode hat einen neurologischen Schwerpunkt. Zu dem Fachbereich gehört die diagnostische Einordnung und die Therapie von neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel Gedächtnisstörungen o. organische Psychosyndrome, Schmerzsyndrome, Bewegungsstörungen, entzündliche o. Erkrankungen aus diesem Gebiet sind u.a. Demenz-Prozess, Karpaltunnelsyndrom / Polyneuropathie, Bandscheibenvorfall, Migräne und andere Kopfschmerzerkrankungen, Erschöpfungs-Syndrom (Fatigue) bei neurologischer Grunderkrankung, Parkinson-Erkrankung und andere Erkrankungen mit Zittern o. Störung der Beweglichkeit, Restless-Legs-Syndrom, Multiple Sklerose / Myasthenia gravis / Myositis (Muskelentzündung), Epilepsie oder Schlaganfall.

In geringerem Umfang werden auch rein psychiatrische Krankheitsbilder diagnostisch eingeordnet und behandelt, z.B. Depression und andere vorrangig die Stimmung oder den Antrieb betreffende Erkrankungen sowie Konzentrations- / Gedächtnisstörungen oder Psychosen jeweils ohne hirnorganische Ursache. Die Behandlung erfolgt u.a.

Diagnostische Leistungen der Neuro-Praxis

Die Neuro-Praxis bietet ein breites Spektrum an diagnostischen Leistungen an, darunter:

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  • Klinisch-neurologische Untersuchung: Grundlegende Untersuchung zur Beurteilung der neurologischen Funktionen (u.a. Motorik, Koordination, Sensibilität und Reflexe), in Zusammenschau mit der Erhebung der medizinischen Vorgeschichte Grundlage für die Einleitung ggf. weiterführender Diagnostik (z.B.
  • Erhebung des psychischen Befundes: Klinische Beurteilung des aktuellen psychischen Befundes unter Berücksichtigung der Angaben des Patienten (Gedächtnisfunktion / Konzentrationsfähigkeit, Stimmung, Antrieb, Denken, Wahrnehmung u.a. Parameter), ebenfalls zusammen mit der Erkrankungsgeschichte Grundlage für die Einleitung ggf.
  • Neurophysiologische Diagnostik: EEG (Messung der elektrischen Hirnaktivität), Neurographie (Messung der Nervenfunktion), EMG (Messung der elektrischen Muskelaktivität), Evozierte Potentiale (zur Untersuchung der Sehnerven / Hörnerven u. d.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Die Neuro-Praxis bietet auch die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) an. Dabei werden bestimmte Regionen des Gehirns durch Magnetimpulse stimuliert, die Impulsserien führen zu einer anhaltenden Anregung der dortigen Nervenzellaktivität - umgekehrt kann auch eine Überaktivität andernorts vermindert werden. Die ambulante Durchführung ist für gesetzlich versicherte Patienten derzeit noch eine IGeL-Leistung (Selbstzahlerleistung). Private Krankenversicherungen übernehmen nach vorheriger Genehmigung zunehmend häufiger die Kosten. Zur Durchführung der Behandlung sind tägliche Vorstellungen in der Praxis von Montag bis Freitag über mehrere Wochen und einmal wöchentlich ein Arztgespräch vorgesehen.

Terminvereinbarung und Erreichbarkeit

Die Neuro-Praxis bietet keine Terminvereinbarung zur Erstvorstellung mit mehr als 6 Monaten Wartezeit an. Bei dringlichen neurologischen oder psychiatrischen Problemen wird empfohlen, Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten, falls in mehreren Arztpraxen oder Medizinischen Versorgungszentren kein ausreichend schneller Facharzttermin gefunden werden konnte. Die Praxis ist telefonisch unter 05161 972 9080 erreichbar.

Psychiatrische Versorgung im Heidekreis

Neben der neurologischen Versorgung ist auch die psychiatrische Versorgung ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Heidekreis. Das Heidekreis-Klinikum bietet sowohl stationäre als auch ambulante psychiatrische Leistungen an.

Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Die Zusammenlegung der PIA des Standorts Soltau mit der PIA am Standort Walsrode ist für das 2. Quartal 2025 geplant. Gut zu wissen: Die Psychiatrische Institutsambulanz in Soltau wird verlagert, jedoch bleibt die Tagesklinik vor Ort bestehen. Es besteht eine Unterversorgung im ambulanten, niedergelassenen Bereich Psychiatrie; Wartezeiten auf ambulante Psychotherapie betragen oft bis zu einem Jahr oder länger bei Praxen in Niederlassung.

MEDICLIN Klinikum Soltau: Rehabilitation und Geriatrie

Das MEDICLIN Klinikum Soltau liegt am Rande des Naturparks Lüneburger Heide und bietet neurologische und orthopädische Reha, Akutbehandlung sowie geriatrische und psychosomatische Reha an. Schwerpunkte der Arbeit liegen in der Behandlung von Patienten mit schlaganfallbedingten Behinderungen, akuten und chronischen internistischen Erkrankungen sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates. Darüber hinaus können kognitive Einschränkungen im Rahmen der Demenzdiagnostik abgeklärt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

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Geriatrische Abteilung im Heidekreis-Klinikum Soltau

Die geriatrische Abteilung im Heidekreis-Klinikum Soltau wurde Ende 2010 gegründet und aufgrund des wachsenden Bedarfs stetig erweitert. Ziel der geriatrischen Behandlung ist es, die Folgen des Verlustes der Selbstständigkeit wie z. B. Depression, Immobilität und soziale Vereinsamung so gering wie möglich zu halten. Nach Erhebung des geriatrischen Assessments wird für den Patienten ein individueller Therapieplan erstellt. Durch die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung im geriatrischen Team (Behandlungsdauer ca.

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