Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Pflegekräften in der Neurologie

Die Neurologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. Dazu gehören das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und die Muskeln. Pflegekräfte, die in der Neurologie arbeiten, spielen eine entscheidende Rolle bei der Versorgung von Patienten mit einer Vielzahl von neurologischen Erkrankungen.

Vielfältige Aufgabenbereiche in der neurologischen Pflege

Pflegekräfte in der Neurologie übernehmen ein breites Spektrum an Aufgaben, die sowohl die medizinische Versorgung als auch die Unterstützung der Patienten im Alltag umfassen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Versorgung von Schlaganfallpatienten: Die Betreuung von Patienten nach einem Schlaganfall ist ein zentraler Bestandteil der neurologischen Pflege. Hierbei geht es darum, die Patienten bei der Rehabilitation zu unterstützen, Komplikationen zu vermeiden und die bestmögliche Lebensqualität wiederherzustellen. Im St. Josef-Hospital wurde bereits 1996 eine Schlaganfall-Spezialstation (sog. Stroke Unit) errichtet. Diese Station ist eine der ersten und größten bundesweit und wird regelmäßig als überregionale Stroke Unit zertifiziert. In Kooperation mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie besteht direkt vor Ort eine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der mechanischen Thrombektomie.
  • Betreuung von MS-Patienten: Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Pflegekräfte in der Neurologie sind speziell geschult, um MS-Patienten in allen Phasen der Erkrankung zu betreuen. Dies umfasst die Verabreichung von Medikamenten, die Unterstützung bei der Bewältigung von Symptomen und die Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen. Wir widmen uns als ausgewiesenes MS-Zentrum um alle Formen der MS und NMO-Spektrums­erkrankung. Wir bieten unseren Patienten innovative und moderne Therapien angepasst an den individuellen Verlauf der Erkrankung unter Berücksichtigung der Patientenwünsche. Zudem sind wir in der therapierelevanten translationalen Forschung tätig. Aktuell geht es um Ursachen neuroimmunologischer Erkrankungen wie vor allem Einflüsse aus der Umwelt mit dem Fokus auf die Ernährung und den Darm (Mikrobiom und Metabolismus). Erkenntnisse der Forschung werden bei MS-Patienten angewendet.
  • Behandlung von Bewegungsstörungen: Zu den Bewegungsstörungen gehören Erkrankungen wie Parkinson, Dystonie und andere extrapyramidal-motorische Erkrankungen. Pflegekräfte unterstützen die Patienten bei der Bewältigung der motorischen Einschränkungen, der Medikamenteneinnahme und der Anpassung an den Alltag. Die Parkinson-Spezialambulanz richtet sich an Patienten mit der Verdachts- oder bereits gesicherten Diagnose eines Morbus Parkinson oder anderer extrapyramidal-motorischer Erkrankungen (Dystonie, Multisystematrophie u.a.). Unter der Leitung langjährig erfahrener Fachoberärzte wird das gesamte Spektrum der Differentialdiagnostik von Bewegungsstörungen zur Abklärung unklarer Symptome und zur Sicherung der Diagnose angeboten. Bei Patienten in frühen Stadien der Erkrankung werden eine differenzierte Initialbehandlung mit Medikamenten und zusätzliche Therapieverfahren eingeleitet. Für Betroffene im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf wird eine Therapieoptimierung ambulant vorgenommen oder, falls notwendig und gewünscht, eine stationäre Behandlung initiiert.
  • Erkennung kognitiver Defizite: Unsere Neurologie bietet eine Gedächtnissprechstunde an, um frühzeitig klinisch relevante kognitive Defizite zu erkennen. Im Falle einer erforderlichen stationären Abklärung erfolgt diese auf der Station für Neurodegenerative Erkrankungen (Schwerpunkt Parkinson / Bewegungsstörungen und Demenz). Eine eingehende psychometrische Untersuchung wird mit unseren Kollegen der Neuropsychologie umgesetzt. Die klinische Forschung im Bereich Parkinson und Demenz ist im Forschungszentrum für Neurodegeneration unter der Leitung von Prof. Siegfried Muhlack etabliert. Eine Terminierung für die Sprechstunde oder für das klinische Forschungszentrum kann über das Sekretariat, Frau Kaminski, erfolgen.
  • Diagnostik und Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen: Diagnostik und Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen (wie z.B. PD Dr. Christiane Schneider-GoldDr. Botulinumtoxinbehandlungen bei Dystonien (z.B. Dr. PD Dr. Prof. Dr. Dr. Dr. Dr. St.
  • Unterstützung bei der Diagnostik: Pflegekräfte assistieren bei neurologischen Untersuchungen wie EEG, EMG und Liquorpunktionen. Sie bereiten die Patienten auf die Untersuchungen vor, überwachen sie währenddessen und sorgen für eine angemessene Nachsorge.
  • Verabreichung von Medikamenten: Die korrekte Verabreichung von Medikamenten ist in der Neurologie von großer Bedeutung, da viele neurologische Erkrankungen medikamentös behandelt werden. Pflegekräfte sind für die Überwachung der Medikamentenwirkung und die Erkennung von Nebenwirkungen verantwortlich.
  • Durchführung der Pflege: In unserem Krankenhaus pflegen wir die Patienten aktivierend, d.h. die Pflegekräfte begleiten und unterstützen die Patienten nach dem individuellen Pflegebedarf. Unser Bestreben ist es, die Selbständigkeit des Patienten weitestgehend zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Individualität und das Selbstbestimmungsrecht des Patienten haben hierbei einen hohen Stellenwert. Die Durchführung der Pflege geschieht unter Beachtung der individuellen Situation und der spirituellen Bedürfnisse des Patienten. Um den Patienten kennen zu lernen, führen wir ein Aufnahmegespräch (Pflegeanamnese). Hier ermitteln wir den aktuellen Pflegebedarf.
  • Beobachtung und Überwachung des Patientenzustands: Pflegekräfte beobachten kontinuierlich den Zustand der Patienten und dokumentieren Veränderungen. Sie erkennen frühzeitig Komplikationen und leiten entsprechende Maßnahmen ein.
  • Beratung und Schulung von Patienten und Angehörigen: Pflegekräfte informieren Patienten und ihre Angehörigen über die Erkrankung, die Behandlungsmöglichkeiten und die notwendigen Maßnahmen zur Selbsthilfe. Sie unterstützen sie bei der Krankheitsbewältigung und helfen ihnen, mit den Einschränkungen im Alltag umzugehen. Schleiersehen, Verschwommenheit oder doppelt sehen: Es gibt viele Sehstörungen, die Ursachen sind unterschiedlich. Dahinter kann eine neurologische Erkrankung wie Multiple Sklerose (MS) stecken. Um diesen Zusammenhang zu untersuchen, hat unsere Neurologie unter der Leitung von PD Dr. Anke Salmen und Dr. Jeremias Motte eine neue Studie eingeleitet. Mit Hilfe einer VR-Brille („Virtual Reality“) werden Augenbewegungen automatisiert untersucht und gemessen.
  • Zusammenarbeit im interdisziplinären Team: Die neurologische Pflege erfordert eine enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen wie Ärzten, Therapeuten und Sozialarbeitern. Pflegekräfte bringen ihre Expertise in das Team ein und tragen so zu einer umfassenden Patientenversorgung bei. Ihre medizinische Versorgung wird neben fachärztlicher Kompetenz durch ein breites Team von Therapeuten gewährleistet.
  • Spezial-Sprechstunde: Therapieresistente neuroimmunologische Erkrankungen Mehr InfosDiese Spezial-Sprechstunde bietet eine spezialisierte Beratung und Versorgung für PatientInnen mit therapie-refraktären und aggressiven Krankheitsverläufen neuroimmunologischer Erkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, Neuromyelitis optica Spektrumerkrankung, Myasthenie, chronisch-inflammatorische Neuropathien oder stiff-person Syndrom.

Spezialisierungen innerhalb der neurologischen Pflege

Innerhalb der neurologischen Pflege gibt es verschiedene Spezialisierungen, die es Pflegekräften ermöglichen, sich auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren. Dazu gehören:

  • Stroke Unit: Pflegekräfte auf einer Stroke Unit sind spezialisiert auf die Versorgung von Patienten mit akutem Schlaganfall. Sie arbeiten eng mit Ärzten und Therapeuten zusammen, um die Patienten schnellstmöglich zu stabilisieren und mit der Rehabilitation zu beginnen.
  • MS-Zentrum: In MS-Zentren werden Patienten mit Multipler Sklerose umfassend betreut. Pflegekräfte in diesen Zentren verfügen über spezielle Kenntnisse im Bereich der MS-Therapie und der Begleitung von MS-Patienten im Alltag.
  • Parkinson-Zentrum: Parkinson-Zentren bieten eine spezialisierte Versorgung für Patienten mit Parkinson-Erkrankung. Pflegekräfte unterstützen die Patienten bei der Medikamenteneinnahme, der Physiotherapie und der Bewältigung der motorischen Einschränkungen.
  • Neurologische Intensivstation: Auf neurologischen Intensivstationen werden Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen wie Hirnblutungen, Meningitis oder Enzephalitis behandelt. Pflegekräfte sind hier für die Überwachung der Vitalfunktionen, die Beatmung und die Durchführung spezieller Pflegemaßnahmen verantwortlich.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Pflegekräfte, die in der Neurologie arbeiten, haben vielfältige Möglichkeiten, sich fort- und weiterzubilden. Dazu gehören:

  • Fachweiterbildung Neurologie: Diese Weiterbildung vermittelt spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der neurologischen Pflege.
  • Zusatzqualifikationen: Es gibt zahlreiche Zusatzqualifikationen, die für Pflegekräfte in der Neurologie relevant sind, z.B. Kinästhetik, Bobath-Konzept oder Basale Stimulation.
  • Studium: Pflegekräfte mit Abitur oder Fachhochschulreife können ein Pflegestudium absolvieren und sich so für Leitungsaufgaben oder spezielle Tätigkeitsbereiche qualifizieren. Aktive Unterstützung Ihrer persönlichen und fachlichen Fort- und Weiterbildung, im klinikeigenen Bildungsinstitut sowie bei externen Anbietern (u.a.

Bedeutung der Forschung in der neurologischen Pflege

Unsere Neurologie ist neben der medizinischen Versorgung der Patienten in ihren Schwerpunkten sehr forschungsaktiv: Multiple Sklerose, Entzündliche Polyneuropathie, M. Parkinson, Chorea Huntington, M. Seit fast 20 Jahren forschen die Neurologen des KKB im Huntington Zentrum NRW. Gemeinsam mit vielen nationalen und internationalen Kooperationspartnern sind wir an etwa 100 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. In unserem klinischen Forschungszentrum werden Studien zum Einsatz neuer Medikamente bei der Huntington-Erkrankung durchgeführt. Seit etwa sechs Jahren betreiben wir eine eigene tierexperimentelle Forschung zur Entwicklung neuer Medikamente. Klinische Forschungsschwerpunkte sind: die Entwicklung von Verlaufparametern (Biomarker) mit einem Schwerpunkt bei der Entwicklung von motorischen Tests (z.B. Tapping), funktioneller Kernspintomographie, ereigniskorrellierte Potentiale und Untersuchungen zur Pathophysiologie (mitochondriale Dysfunktion; Atemtest); modifizierende Gene (Modifier).

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Die Rolle des Praxisanleiters in der Neurologie

Die Praxisanleiter nehmen eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Pflegekräften ein. Sie begleiten die Auszubildenden während ihrer praktischen Einsätze und vermitteln ihnen die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten. Durch die Anleitung wird eine hohe Qualität der Ausbildung sichergestellt. Sie sind ein bestmögliches Bindeglied zwischen Mitarbeitern, Schülern und der Leitungsebene zu sein.

Talentwerk des VfL Bochum 1848 kooperiert mit Krankenhäusern

Die Professionalisierung im Talentwerk des VfL Bochum 1848 schreitet weiter voran. Ab sofort kooperiert die Nachwuchsabteilung mit den beiden Bochumer Krankenhäusern St. Josef-Hospital und St. Elisabeth-Hospital. Einen besonderen Mehrwert für das Talentwerk bietet das Know-How in medizinischen Fragen aller Art, das die Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser aufweisen. Hier kann der VfL-Nachwuchs von dem regelmäßigen Austausch mit Ärzten und anderen Fachkräften profitieren. Einmal jährlich werden außerdem alle Spieler des Talentwerks von der U12 bis zur U19 internistisch-kardiologisch und orthopädisch in den beiden Kooperations-Krankenhäusern untersucht. Zudem bietet die Zusammenarbeit, die in Zukunft noch weiterentwickelt werden soll, für das Talentwerk die Möglichkeit, für verletzte Spieler schnelle Untersuchungstermine erhalten zu können. Alexander Richter, Leiter des Talentwerks, sagt dazu: „Dank der Kooperation mit dem St. Josef- und dem St. Elisabeth-Hospital sind wir in medizinischer Hinsicht absolut top aufgestellt. Die Festanstellung unseres neuen Gesundheitskoordinators Henning Kirfel und die intensive Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern vor Ort sorgen auf medizinischer und physiotherapeutischer Ebene für eine optimale Versorgung unserer Talentwerk-Spieler. Für Prof. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer des Katholischen Klinikums, liegt die ärztliche Vorsorge der VfL-Jugend nahe: „Zwischen unserem Hauptstandort, dem St. Josef-Hospital, und dem Stadion trennt uns gerade mal eine Straße. Bei der internistischen Vorsorge bleibt es nicht. Auch orthopädisch werden die Jugendspieler regelmäßig überwacht. Diese Aufgabe übernimmt Dr. Jan Krapp vom ebenfalls zum KKB gehörenden Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid. Die Untersuchungen finden jedoch nicht in Wattenscheid, sondern ebenfalls im Elisabeth-Hospital statt. Insgesamt sieben Mannschaften mit knapp 150 Spielern werden im Katholischen Klinikum untersucht. Die Untersuchung der Spieler von der U16 bis zur U19 findet im Sommer vor dem Saisonstart statt. Die Spieler der U12 bis zur U15 werden im Laufe der Hinrunde untersucht. Geprüft wird u.a. Luca Schlüter, Koordinator Gesundheit und Physiotherapie im Talentwerk, empfindet die Kooperation als sehr wichtig. „Für uns im Talentwerk ist die Kooperation mit dem Elisabeth-Krankenhaus eine großartige Sache. Die Wege sind kurz und die Kommunikation mit allen Beteiligten ist optimal. Man merkt in dem verlässlichen Umgang, welche Verbundenheit es zum VfL Bochum 1848 gibt.

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