Der Kristall Gehirn in der Griechischen Mythologie: Eine Reise zwischen Antike und Zukunftstechnologie

Die griechische Mythologie, ein unerschöpflicher Quell von Erzählungen über Götter, Nymphen und Helden, spiegelt die Versuche der Menschen wider, das Unergründliche der Natur zu verstehen. Diese Geschichten sind nicht nur Unterhaltung, sondern auch Ausdruck eines tiefen Naturgefühls und des Bedürfnisses nach einem friedlichen Nebeneinander von Mensch und Natur. In der modernen Kunst findet diese Auseinandersetzung mit der Natur und dem Göttlichen eine neue Interpretation, die traditionelle Motive mit zeitgenössischen technologischen Bestrebungen verbindet.

Kallisto und die Sternbilder: Ein Mythos am Firmament

Eine der vielen faszinierenden Geschichten der griechischen Mythologie ist die von Zeus und der Nymphe Kallisto. Zeus begehrte Kallisto, die zum Gefolge der Jagdgöttin Artemis gehörte und zur Keuschheit verpflichtet war. Zeus näherte sich ihr in der Gestalt von Artemis, und Kallisto erkannte den Betrug zu spät. Sie wurde schwanger, von Artemis verstoßen und von Hera, der eifersüchtigen Gattin des Zeus, in eine Bärin verwandelt. Eines Tages traf sie auf ihren Sohn Arcas, der ein mutiger Jäger geworden war. Als er die vermeintliche Bestie töten wollte, griff Zeus ein und versetzte beide als Sternbilder an den Himmel. Wir kennen sie als Großen und Kleinen Bären.

Diese Erzählung findet überraschenderweise in Mythen anderer Völker der Welt Anklang. Die in Sibirien lebenden Tschuktschen deuten das Sternbild Orion als Jäger, der ein Rentier verfolgt, während in der ob-ugrischen Tradition ein Jäger einen Elch verfolgt, der durch den Großen Bären repräsentiert wird. Auch Völker in Afrika und Amerika kennen eine solche "Kosmische Jagd". Bei den Irokesen jagen und verwunden drei Jäger einen Bären, dessen Blut die Blätter des Herbstwaldes färbt. Das Tier erklimmt einen Berg und springt von dort an den Himmel, woraufhin Bär und Jäger zum Sternbild des Großen Bären verschmelzen.

Eva Gentner und die Kartierung des Himmels der Technologie

Die Künstlerin Eva Gentner, deren Werke im Rahmen des STRABAG Artaward präsentiert wurden, kartiert den Himmel neu - nicht mit mythologischen Figuren, sondern mit Symbolen zeitgenössischer technologischer Bestrebungen. Ihr Projekt entstand während eines sechsmonatigen Stipendiums in Paris im Lockdown. Isoliert in ihrem Zimmer, bewegte sie sich vor allem im digitalen Raum und wurde mit den Satellitenkonstellationen von SpaceX konfrontiert. Die schiere Anzahl an künstlichen Himmelskörpern, die bald unseren Nachthimmel prägen werden, erschütterte sie zutiefst und führte zu der Frage: Was passiert, wenn der Himmel so dicht mit menschengemachten Objekten gefüllt ist, dass er seine ursprüngliche Magie verliert?

Genthers Recherchen führten sie zu der Erkenntnis, dass die Sternbilder der Nordhalbkugel meist nach Figuren der griechischen Mythologie benannt sind, während jene der Südhalbkugel Begriffe aus dem Zeitalter der europäischen Expansion tragen - nicht Götternamen, sondern Bezeichnungen für technologische Instrumente wie den „Chemischen Ofen“ oder den „Zirkel“. Dieses historische Muster bildete das konzeptionelle Fundament für ihr eigenes Werk: eine Reihe neuer Sternbilder, die nach den technologischen Grenzbereichen unserer Zeit benannt sind - Begriffe wie „Supercomputer“, „Gehirn-Computer-Schnittstelle“ oder „Lithium“.

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Bei der Suche nach dem richtigen Material für ihre Zeichnungen entdeckte Gentner antike Himmelsatlanten aus dem 17. Jahrhundert, die einst die damals neu entdeckten Sternbilder der Südhalbkugel in Europa bekannt machten. In einem Antiquariat im Norden von Paris fand sie schließlich genau das richtige Material für ihre Zeichnungen, die sich in ihrer Ästhetik an historischen Kupferstichen orientieren.

Die Magische 7: Eine Zahl mit kosmischer Bedeutung

Die Zahl 7 nimmt seit altersher in allen Kulturen eine Sonderstellung ein. Man nimmt an, dass die 7 als so besonders wahrgenommen wurde, weil die Menschen 7 Himmelskörper zählten, die als göttliche Wesen gedeutet wurden: Fünf Planeten, die mit bloßem Auge beobachtet werden konnten, lenkten zusammen mit der Sonne und dem Mond das irdische Geschehen. Außerdem strukturieren die Mondphasen den natürlichen Rhythmus aller Menschen, auch sie werden von der 7 bestimmt, denn sieben mal vier ergibt einen Mondmonat.

7 ist die Summe von 3 und 4. Die 3 steht für das Göttliche und Transzendente (Dreifaltigkeit im Christentum; Zeus, Poseidon und Hades teilen sich die Herrschaft über Götter und Menschen in der griechischen Mythologie; Isis, Osiris und Horus in der ägyptischen Mythologie; Brahma, Vishnu und Shiva in der hinduistischen Mythologie). Die 4 steht für das Irdische (4 Himmelsrichtungen, 4 Winde, 4 Jahreszeiten, 4 Füße der Säugetiere, 4 Reifen am Auto). Wenn man also die göttliche 3 und die irdische 4 addiert, erhält man die magische Zahl 7.

Die Magische 7 findet sich in vielen Bereichen unseres Lebens wieder:

  • In Geschichten: Der Wolf und die 7 Geißlein, Schneewittchen und die 7 Zwerge, Die 7 Raben, Die 7 Schwaben, Die 7 Schwäne, 7e auf einen Streich (Das tapfere Schneiderlein), 7 Brüder (Der kleine Däumling), 7-Meilen-Stiefel (Der kleine Däumling), 7 Reisen von Sindbad dem Seefahrer (1001 Nacht), Siebenschön (von Ludwig Bechstein).
  • In der Natur: 7 Tore zur Welt des Menschen (2 Ohren, 2 Nasenlöcher, 2 Augen und 1 Mund), Sinne des Menschen (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen, Gleichgewichtssinn, Bewegungssinn), Regenbogenfarben (rot, orange, gelb, grün, blau, indigo, violett), Siebenschläfer, Siebengebirge, Siebenpunkt (Marienkäfer), Siebengestirn (Plejaden), 7 Kontinente, 7 Weltmeere, 7 Klimazonen, 7 Vegetationszonen.
  • In der Chemie: Im Periodensystem gibt es 7 Hauptquantenzahlen bei der Elektronenkonfiguration.
  • In der Musik: Unsere Musik hat 7 Töne, die dann in der Oktave wieder zum ersten zurückkehren.
  • In der Kultur: 7 Weltwunder (in der Antike), 7 Tugenden der Samurai, 7 Prinzipien der Huna, Harry Potter endet mit Band 7.

Die Nymphen der griechischen Mythologie: Göttinnen der Natur

Ein wichtiger Bestandteil der griechischen Mythologie sind die Nymphen, die weiblichen Göttinnen und Geister der Natur. Sie sind der "plastisch-religiöse Ausdruck eines innigen Naturgefühls" und verkörpern die enge Beziehung der Menschen der vergangenen Jahrtausende zur Natur. Die Nymphen wurden in den Köpfen der Menschen als bereits erwachsene Göttinnen "geboren" und werden als junge, wunderschöne Frauen gedacht, mannbar und verführerisch. Die Dichter aller Epochen haben sie mit herrlichsten Gedichten verehrt, und die Maler wetteiferten in der Darstellung ihrer Schönheit.

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Im Laufe der Jahrhunderte haben die Menschen immer wieder versucht, die Nymphen in Gruppen zusammenzufassen, wobei die Unterscheidung der Gruppen in fast allen Fällen problematisch ist. Zu den bekanntesten Gruppen gehören:

  • Naiaden: Süßwassergottheiten, Quellgöttinnen, Nymphen, die in Quellen, Flüssen, Teichen, Seen und Brunnen wohnten.
  • Mainaden/Bassariden: Pflegerinnen des jungen Dionysos bzw. seine exstatischen Begleiterinnen.
  • Hamadryaden: Seelen der Bäume.
  • Okeaniden: Töchter des Meeresgottes Okeanos und der Meeresgöttin Tethis.

Als Göttinnen der Natur standen sie den Göttern sehr nahe, speziell jenen, die selbst einen starken Bezug zur Natur hatten: Hermes, Pan und Apollon. Ihr Lebens- und Wirkungsbereich war die freie Natur in all ihren Erscheinungsformen. Als Göttinnen der Natur waren sie auch für die Fruchtbarkeit der Pflanzen und Tiere zuständig.

Medizinische Symbole: Eine universelle Sprache der Heilung

Neben den mythologischen und künstlerischen Darstellungen gibt es auch eine Reihe von medizinischen Symbolen, die weltweit anerkannt sind und wichtige Informationen über medizinische Versorgung und Werte vermitteln. Zu den bekanntesten gehören:

  • Äskulapstab: Ein Stab, der von einer einzelnen Schlange umschlungen wird. Er repräsentiert den altgriechischen Gott Asklepios, welcher mit Heilung und Medizin assoziiert wurde.
  • Caduceus (Hermesstab): Ein Stab, um den sich zwei Schlangen winden, oft gekrönt von einem Paar Flügel. Er ist das Symbol des Hermes (Merkur), des Götterboten in der griechischen Mythologie.
  • Rotes Kreuz: Ein weltweit anerkanntes Symbol für humanitäre Hilfe und medizinische Unterstützung.
  • Roter Halbmond: Eine Alternative zum Roten Kreuz, die in vielen islamischen Ländern verwendet wird.
  • Stern des Lebens: Ein blauer, sechsstrahliger Stern mit dem Äskulapstab in der Mitte. Er symbolisiert weltweit den Rettungsdienst und seine lebensrettenden Maßnahmen.
  • Roter Kristall: Eine neutrale Alternative zu Rotkreuz und Rothalbmond, die 2005 geschaffen wurde, frei von religiösen, kulturellen oder politischen Konnotationen.
  • Schlange der Pharmazie (Bowl of Hygieia): Das weltweit anerkannte Symbol der Pharmazie. Es besteht aus einer Schlange, die sich um eine Schale oder einen Kelch windet und die Göttin Hygieia repräsentiert.
  • Genfer Konventionszeichen: International anerkannte Schutzsymbole, die durch die Genfer Konventionen festgelegt wurden.

Kryonik: Die Hoffnung auf ewiges Leben im Eis

Im Kontrast zu den antiken Mythen und modernen Kunstinterpretationen steht die Kryonik, eine Strömung, die auf den Fortschrittsglauben setzt und versucht, den Tod durch das Einfrieren von Leichnamen bei -196°C zu überwinden. Die Kryonisten hoffen, dass zukünftige Generationen die Technologie entwickeln werden, um die Todesursache rückgängig zu machen und die eingefrorenen Körper wiederzubeleben.

Obwohl die Kryonik auf wissenschaftlichen Prinzipien basiert, bleibt die Wiederbelebung der eingefrorenen Körper eine Frage des Glaubens. Die Kryoniker bauen darauf, dass die Menschheit sich kulturell und technisch fortentwickelt, dass ihr Körper durch die Kryokonservierung nicht irreparabel beschädigt wird und dass spätere Generationen überhaupt ein Interesse an ihrer Wiederbelebung haben.

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