Die Wahl der richtigen Verhütungsmethode ist ein wichtiger Aspekt der Frauengesundheit. Es gibt zahlreiche Optionen, von hormonellen Methoden wie Pillen, Pflastern und Spiralen bis hin zu nicht-hormonellen Alternativen wie Kondomen, Diaphragmen und natürlichen Methoden. Bei der Entscheidung spielen viele Faktoren eine Rolle, darunter die persönliche Gesundheit, Lebensstil und individuelle Präferenzen. Für Frauen, die unter Migräne leiden, kann die Wahl der Verhütungsmethode jedoch besonders komplex sein.
Verhütungsoptionen im Überblick
Eine Vielzahl von Verhütungsmethoden steht zur Verfügung, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen.
- Hormonelle Verhütungsmittel: Dazu gehören Pillen, Pflaster, Vaginalringe, Implantate, Dreimonatsspritzen und Hormonspiralen. Diese Methoden unterdrücken den Eisprung oder verhindern die Einnistung einer befruchteten Eizelle.
- Nicht-hormonelle Verhütungsmittel: Hierzu zählen Kondome, Diaphragmen, Kupferspiralen und natürliche Methoden wie die Kalender- oder Temperaturmethode. Diese Methoden verzichten auf Hormone und wirken entweder durch Barrierewirkung oder durch Beeinflussung der Spermienbeweglichkeit oder Einnistung.
- Chirurgische Sterilisation: Eine dauerhafte Methode zur Verhinderung von Schwangerschaften.
Die Kupferspirale als hormonfreie Alternative
Die Kupferspirale ist eine beliebte nicht-hormonelle Verhütungsmethode. Sie besteht aus einem kleinen Kunststoffträger, der mit Kupfer beschichtet ist und in die Gebärmutter eingesetzt wird. Die Kupferspirale gibt kontinuierlich geringe Mengen Kupferionen ab, die die Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigen und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stören. Dadurch wird eine Befruchtung und Einnistung verhindert.
Vorteile der Kupferspirale
- Hormonfrei: Die Kupferspirale beeinflusst den Hormonhaushalt nicht, wodurch Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Kopfschmerzen oder ein erhöhtes Thromboserisiko vermieden werden können.
- Hohe Effektivität: Die Kupferspirale bietet einen langfristigen und zuverlässigen Schutz vor Schwangerschaften. Der Pearl-Index liegt zwischen 0,2 und 2.
- Lange Liegezeit: Die optimale Wirksamkeit beträgt 5 Jahre, einige Modelle sogar 10 Jahre.
- Kein Anwenderfehler: Im Gegensatz zur Pille gibt es keinen Anwenderfehler, da die Spirale dauerhaft in der Gebärmutter platziert ist.
- Geeignet nach Schwangerschaft und während Stillzeit: Die Kupferspirale kann bereits sechs Wochen nach einer Geburt eingesetzt werden und ist auch während der Stillzeit bedenkenlos anwendbar.
Nachteile und mögliche Nebenwirkungen der Kupferspirale
- Verstärkte Regelblutungen: In den ersten 3 bis 6 Monaten nach dem Einsetzen kann es zu verstärkten und verlängerten Regelblutungen sowie Zwischenblutungen kommen.
- Schmerzhafte Regelblutungen: Die Rate an schmerzhaften Regelblutungen kann erhöht sein.
- Erhöhtes Entzündungsrisiko: Bei Frauen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern kann das Risiko für Entzündungen an Gebärmutter und Eileitern etwas höher sein.
- Nicht geeignet bei bestimmten Vorerkrankungen: Die Kupferspirale ist nicht geeignet für Frauen mit Blutgerinnungsstörungen, starken Regelschmerzen, erhöhter Infektanfälligkeit, Störungen des Kupferhaushaltes (Wilson-Krankheit) oder organischen Veränderungen der Gebärmutter.
- Ausstoßungsrisiko: In etwa 5 % der Fälle kann es zu einem Verrutschen oder spontanen Ausstoßen der Spirale kommen.
Migräne und hormonelle Verhütungsmittel
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen auszeichnet. Diese Kopfschmerzen treten oft einseitig auf und können von Übelkeit, Erbrechen und einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen begleitet werden. Ein besonderes Merkmal der Migräne ist die sogenannte Aura, die bei etwa einem Drittel der Betroffenen auftritt. Eine Aura ist eine vorübergehende, neurologische Störung, die meist vor dem eigentlichen Kopfschmerz auftritt und in Form von visuellen Phänomenen wie Flimmern, Lichtblitzen oder Gesichtsfeldausfällen auftreten kann. Manchmal äußert sich die Aura auch durch Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Sprachstörungen.
Frauen, die unter Migräne leiden, insbesondere unter Migräne mit Aura, sollten bei der Wahl ihrer Verhütungsmethode besonders vorsichtig sein. Hormonelle Verhütungsmittel, insbesondere kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK), die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, können das Risiko für Migräneanfälle erhöhen und die Symptome verschlimmern.
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Migräne mit Aura und erhöhtes Schlaganfallrisiko
Epidemiologische Daten zeigen, dass die Einnahme von kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln bei Frauen mit Migräne mit Aura das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, wie Schlaganfälle, erhöhen kann. Dieses erhöhte Risiko entsteht durch die Wirkungen von Östrogen, das die Gerinnungseigenschaften des Blutes verändert und so das Risiko für Thrombosen und damit verbundene Komplikationen steigert. Daher wird Frauen mit Migräne mit Aura in der Regel von der Einnahme kombinierter hormoneller Verhütungsmittel abgeraten.
Alternativen für Frauen mit Migräne
Stattdessen werden hormonfreie Verhütungsmethoden oder Gestagen-Monokontrazeptiva als sicherere Alternativen empfohlen. Diese Methoden beeinflussen die Migräne nicht oder kaum und tragen nicht zu einer Erhöhung des Apoplexrisikos bei.
Kupferspirale und Migräne: Eine sichere Kombination?
Die Kupferspirale stellt eine ausgezeichnete Verhütungsmethode für Frauen dar, die unter Migräne mit oder ohne Aura leiden. Da die Kupferspirale keine Hormone enthält, werden hormonelle Schwankungen, die Migräneanfälle auslösen können, vermieden. Zudem erhöht die Kupferspirale nicht das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
Vorteile der Kupferspirale bei Migräne
- Hormonfrei: Vermeidung hormoneller Schwankungen, die Migräne triggern können.
- Kein erhöhtes Schlaganfallrisiko: Im Gegensatz zu kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln erhöht die Kupferspirale nicht das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
- Langfristige Wirksamkeit: Einmal eingesetzt, bietet die Kupferspirale fünf bis zehn Jahre zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft.
- Hohe Verträglichkeit: Die Kupferspirale ist gut verträglich und verursacht in der Regel keine systemischen Nebenwirkungen, die bei hormonellen Methoden auftreten können.
Weitere wichtige Aspekte bei der Wahl der Verhütungsmethode
Neben der Migräne sollten auch andere Faktoren bei der Wahl der Verhütungsmethode berücksichtigt werden:
- Weitere Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Gerinnungsstörungen können das Risiko für bestimmte Nebenwirkungen erhöhen.
- Individuelle Bedürfnisse und Wünsche: Jede Frau hat unterschiedliche Präferenzen bezüglich der Anwendung, Verträglichkeit und Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode.
- Ärztliche Beratung: Eine ausführliche Beratung durch einen Frauenarzt ist unerlässlich, um die individuell am besten geeignete Verhütungsmethode zu finden.
Die Einlage der Kupferspirale
Vor dem Einlegen der Kupferspirale wird die Patientin ausführlich über Nutzen und Risiken der Anwendung aufgeklärt. Die Einverständniserklärung erfolgt schriftlich. Das Einsetzen erfolgt am besten bei abklingender Regelblutung, da der Gebärmutterhals dann etwas weiter geöffnet ist und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden kann. Vor dem Einlegen wird ein Krebsabstrich durchgeführt, der nicht älter als 6 Monate sein sollte.
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Ablauf der Einlage
- Desinfektion von Scheide und Gebärmutterhals.
- Messung der Gebärmutterlänge mit einer dünnen Sonde.
- Einführung der Kupferspirale in die Gebärmutterhöhle mittels eines dünnen, biegsamen Kunststoffröhrchens.
- Entfaltung der flexiblen Querärmchen, um die Spirale in Position zu bringen.
- Kürzung der Rückholfäden auf die passende Länge.
Mögliche Begleiterscheinungen
Beim Einlegen und in den ersten Tagen danach kann es zu einem schmerzhaften Ziehen im Unterleib kommen. Auf Wunsch kann vor dem Einsetzen ein Schmerzmittel gegeben oder eine örtliche Betäubung vorgenommen werden. Weitere Begleiterscheinungen können Kreislaufstörungen oder verstärkte Blutungen sein. Bei Epileptikerinnen kann die Einlage einen Anfall auslösen.
Kontrolluntersuchungen nach der Einlage
Es wird empfohlen, 2 bis 6 Wochen nach der Einlage eine erste Lagekontrolle mittels Ultraschall durchzuführen. Weitere Kontrollen sind halbjährlich bis jährlich zu empfehlen. Die Patientin kann selbst kontrollieren, ob sich die Spirale noch in der Gebärmutter befindet, indem sie die Rückholfäden ertastet.
Vorsichtsmaßnahmen und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte
- Wenn die Rückholfäden nicht mehr spürbar sind.
- Wenn die Patientin oder ihr Partner das untere Ende der Spirale spüren können.
- Bei Verdacht auf Schwangerschaft.
- Bei Schmerzen im Bauchraum, Fieber oder übelriechendem Ausfluss.
- Bei Schmerzen oder Unbehagen beim Geschlechtsverkehr.
Kosten der Kupferspirale
Die Kosten für das Einlegen einer Kupferspirale werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Nur bei Frauen unter 22 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Materialkosten und das Einsetzen. Die erste Ultraschallkontrolle nach der Einlage wird jedoch von den Krankenkassen getragen.
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