Kurkuma, ein Gewürz, das vor allem in der indischen Küche Verwendung findet, wird seit langem für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile angepriesen. Insbesondere der Inhaltsstoff Curcumin hat aufgrund seiner entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften viel Aufmerksamkeit erregt. Studien untersuchen zunehmend den Zusammenhang zwischen Kurkuma und Nervenschmerzen, um herauszufinden, ob das Gewürz eine Rolle bei der Linderung dieser Beschwerden spielen kann.
Was ist Kurkuma und Curcumin?
Kurkuma (Curcuma longa) ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Der Wurzelstock der Pflanze wird getrocknet und zu einem Pulver gemahlen, das als Gewürz verwendet wird. Kurkuma ist ein wichtiger Bestandteil von Currymischungen und verleiht diesen ihre charakteristische gelbe Farbe. Der Hauptwirkstoff in Kurkuma ist Curcumin, ein Polyphenol mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.
Entzündungen und Nervenschmerzen
Entzündungen spielen eine Rolle bei vielen Arten von Nervenschmerzen. Bei Migräne beispielsweise sind entzündliche Prozesse an Nerven und Nervenzellen beteiligt. Der Tumornekrosefaktor (TNF), ein Signalstoff des Immunsystems, kann die Reizbarkeit von Nervenzellen und die Aktivierung von Schmerzrezeptoren erhöhen. Dies führt zu Nervenentzündungen und Kopfschmerzen.
Curcumin als entzündungshemmende Substanz
Curcumin kann die körpereigene Produktion von TNF hemmen und somit entzündungshemmend wirken. Studien haben gezeigt, dass Curcumin bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke und des Darms wirksam sein kann. Es gilt auch als nervenzellschützend (neuroprotektiv).
Studien zu Curcumin und Nervenschmerzen
Einige Studien haben die Wirkung von Curcumin auf Nervenschmerzen untersucht. Eine Studie der Tehran University of Medical Sciences im Iran untersuchte die entzündungslindernden Effekte von Curcumin und Omega-3-Fettsäuren auf die Häufigkeit von Migräneattacken. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Kombination von Omega-3-Fettsäuren und Curcumin die Herstellung von TNF im Körper deutlich senkte und die Attackenhäufigkeit reduzierte.
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Eine weitere Studie der University of California untersuchte, ob eine Nahrungsergänzung mit Curcumin bei Menschen mit altersbedingter Vergesslichkeit das Erinnerungsvermögen verbessern könnte. Die Ergebnisse zeigten signifikante Verbesserungen der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit in der Curcumin-Gruppe. Darüber hinaus konnte im PET-Scan ein deutlicher Abbau der Ablagerungen im Gehirn erkannt werden.
Weitere potenzielle Vorteile von Curcumin
Neben seiner entzündungshemmenden Wirkung hat Curcumin weitere potenzielle Vorteile für die Gesundheit:
- Antioxidative Wirkung: Curcumin kann Zellen vor Schäden durch freie Radikale schützen.
- Gedächtnis und Konzentration: Curcumin kann die Merkfähigkeit und Erinnerung verbessern.
- Altersbedingte Vergesslichkeit: Curcumin kann Proteine, die im Gehirn Ablagerungen bilden können, aus dem Körperkreislauf abtransportieren.
- Blutfett- und Blutzuckerwerte: Curcumin kann das HDL-Cholesterin erhöhen und das LDL-Cholesterin senken. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich die Blutzuckerwerte verbessern können.
- Verdauungsprobleme: Curcumin kann die Gallensaftbildung anregen und so bei Völlegefühl und Blähungen Linderung verschaffen.
Wie man Kurkuma einnimmt
Curcumin wird vom Körper schlecht aufgenommen. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Kombination mit schwarzem Pfeffer: Piperin, ein Inhaltsstoff des schwarzen Pfeffers, kann die Aufnahme von Curcumin verbessern.
- Einnahme mit Fett: Curcumin ist fettlöslich und wird daher besser aufgenommen, wenn es zusammen mit Fett eingenommen wird.
- Mizellares Curcumin: Diese Form von Curcumin ist in Fetttröpfchen eingebettet, was die Aufnahme verbessert.
Es gibt Kurkuma als Gewürzpulver, Tee und in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Dosierung von Kurkuma ist nicht ganz einfach, da Curcumin nur ein Bestandteil des Gewürzes ist. Folgt man verschiedenen Nahrungs- und Gesundheitsseiten, sollten aber theoretisch 1-3 Teelöffel Gewürzpulver am Tag in der Nahrung gut untergebracht werden können und ungefähr einer niedrigen, aber wirksamen Menge von Curcumin entsprechen. Diese Menge sollte auch gut verträglich sein und kann daher zum Testen durchaus sinnvoll sein.
Vorsichtsmaßnahmen
Nicht jeder sollte Kurkuma einnehmen. Menschen mit Gallensteinen oder einer bekannten Allergie gegen Curcumin sollten darauf verzichten. Schwangere und Stillende können Kurkuma in kleinen Mengen als Gewürz verwenden und ansonsten meiden. Auch für Kinder wird die Einnahme nicht empfohlen.
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Curcumin kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen, zum Beispiel mit bestimmten Krebsmitteln. Daher ist es wichtig, vor der Einnahme von Curcumin-Präparaten mit dem Arzt zu sprechen.
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