Gehirn Merken: Apps, Techniken und Strategien für ein besseres Gedächtnis

Die Vorstellung, das eigene Gedächtnis in kurzer Zeit signifikant zu verbessern, mag an ein unrealistisches Versprechen erinnern. Doch hinter dieser Idee verbergen sich bewährte neurowissenschaftliche Erkenntnisse und psychologische Techniken, die bei konsequenter Anwendung tatsächlich erstaunliche Ergebnisse liefern können. Es geht dabei nicht um Zauberei, sondern um ein gezieltes Training des Gehirns, das auf den fundamentalen Prinzipien des Lernens und der Erinnerung basiert. Dieser Artikel beleuchtet die Mechanismen, die unserem Gedächtnis zugrunde liegen, und stellt eine systematische Anleitung vor, wie jeder seine Merkfähigkeit optimieren kann, indem er die Arbeitsweise seines Gehirns versteht und gezielt beeinflusst.

Einführung in die Mechanismen des Gedächtnisses

Das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis

Unser Gedächtnis ist kein einheitlicher Speicher, sondern ein komplexes System, das sich grob in zwei Hauptkomponenten unterteilen lässt: das Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis. Man kann sich das Kurzzeitgedächtnis wie den Arbeitsspeicher (RAM) eines Computers vorstellen. Es hält eine begrenzte Menge an Informationen für eine kurze Zeitspanne, typischerweise einige Sekunden bis Minuten, aktiv. Hier landen alle neuen Sinneseindrücke. Nur die Informationen, die als wichtig erachtet und aktiv verarbeitet werden, haben die Chance, in den nächsten Speicher überführt zu werden.

Das Langzeitgedächtnis hingegen ist vergleichbar mit der Festplatte. Es hat eine praktisch unbegrenzte Kapazität und kann Informationen über Jahre oder sogar ein ganzes Leben speichern. Der Prozess, durch den Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übertragen werden, wird als Konsolidierung bezeichnet und ist entscheidend für dauerhaftes Lernen.

Die Rolle von Neuronen und Synapsen

Auf mikroskopischer Ebene basiert unser Gedächtnis auf der Kommunikation zwischen Milliarden von Nervenzellen, den Neuronen. Jedes Mal, wenn wir etwas lernen, wird ein spezifisches Netzwerk von Neuronen aktiviert. Die Verbindungsstellen zwischen diesen Neuronen, die Synapsen, werden durch diesen Prozess gestärkt. Dieses Phänomen, bekannt als synaptische Plastizität, ist die physische Grundlage des Lernens. Der berühmte Leitsatz der Neurobiologie lautet: „Neurons that fire together, wire together“ (Neuronen, die zusammen feuern, vernetzen sich). Wiederholtes Abrufen einer Information festigt diese neuronalen Pfade und macht die Erinnerung stärker und leichter zugänglich. Das Gehirn ist also kein starres Organ, sondern formt sich kontinuierlich durch unsere Erfahrungen um.

Emotionen als Gedächtnisverstärker

Haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie sich an Ihren ersten Kuss oder einen schockierenden Moment lebhafter erinnern als daran, was Sie letzte Woche zu Mittag gegessen haben? Die Antwort liegt in der engen Verbindung zwischen Gedächtnis und Emotionen. Ereignisse, die starke Gefühle wie Freude, Angst oder Überraschung auslösen, werden vom Gehirn als besonders relevant eingestuft. Die Amygdala, das emotionale Zentrum des Gehirns, arbeitet eng mit dem Hippocampus zusammen, einer für die Gedächtnisbildung entscheidenden Struktur. Bei emotionaler Erregung signalisiert die Amygdala dem Hippocampus, diese Erinnerung besonders gut zu speichern. Dieses Wissen kann man sich zunutze machen, indem man versucht, Lerninhalte mit positiven Emotionen oder persönlichen Assoziationen zu verknüpfen, um ihre Verankerung im Gedächtnis zu fördern.

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Ein grundlegendes Verständnis dieser Mechanismen ist der erste Schritt. Doch um Informationen überhaupt erst in den Speicherprozess einzuspeisen, bedarf es einer ungestörten und fokussierten Aufnahme, was uns direkt zur entscheidenden Rolle der Konzentration führt.

Techniken zur Verbesserung der Konzentration

Die Pomodoro-Technik

In einer Welt voller digitaler Ablenkungen ist die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, zu einer Superkraft geworden. Eine der effektivsten Methoden, um den Fokus zu bündeln, ist die Pomodoro-Technik. Sie basiert auf der Idee, dass die Arbeit in kurzen, intensiven Intervallen, unterbrochen von regelmäßigen Pausen, die geistige Ermüdung reduziert und die Konzentration aufrechterhält. Die Umsetzung ist denkbar einfach und folgt einem klaren Schema:

  1. Wählen Sie eine zu erledigende Aufgabe.
  2. Stellen Sie einen Timer auf 25 Minuten.
  3. Arbeiten Sie ausschließlich an dieser Aufgabe, bis der Timer klingelt.
  4. Machen Sie eine kurze Pause von 5 Minuten.
  5. Nach vier solchen Intervallen (genannt „Pomodori“) legen Sie eine längere Pause von 15-30 Minuten ein.

Diese strukturierte Vorgehensweise trainiert das Gehirn, sich für einen überschaubaren Zeitraum voll zu engagieren, und macht große Aufgaben weniger einschüchternd.

Minimierung von Ablenkungen

Die beste Technik nützt wenig, wenn die Umgebung voller Störquellen ist. Die bewusste Gestaltung eines ablenkungsarmen Arbeitsbereichs ist daher unerlässlich. Das bedeutet konkret: das Smartphone in einen anderen Raum legen oder in den Flugmodus schalten, unnötige Tabs im Browser schließen und Kollegen oder Familienmitgliedern mitteilen, dass man für eine bestimmte Zeit nicht gestört werden möchte. Der Versuch, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun - das sogenannte Multitasking - ist ein Mythos der Produktivität. Tatsächlich zwingt es das Gehirn zu schnellen, aber ineffizienten Kontextwechseln, was die Fehlerquote erhöht und die Gedächtnisbildung massiv beeinträchtigt. Der Unterschied in der Effizienz ist frappierend.

AnsatzEffektivität der InformationsverarbeitungFehlerquoteStresslevel
Monotasking (Single-Tasking)HochNiedrigNiedrig
MultitaskingNiedrigHochHoch

Achtsamkeit und Meditation

Konzentration ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Achtsamkeitsübungen und Meditation sind hierfür exzellente Werkzeuge. Schon wenige Minuten tägliches Training, bei dem man sich beispielsweise auf den eigenen Atem konzentriert und abschweifende Gedanken sanft zurückführt, können die Aufmerksamkeitssteuerung nachweislich verbessern. Studien zeigen, dass regelmäßige Meditationspraxis die Dichte der grauen Substanz in Gehirnbereichen erhöht, die für Lernen, Gedächtnis und emotionale Regulation zuständig sind. Es geht nicht darum, keine Gedanken zu haben, sondern darum, zu bemerken, wann der Geist wandert, und ihn bewusst wieder auf das Wesentliche zu lenken.

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Sobald die Fähigkeit zur Konzentration gestärkt ist und Informationen klar aufgenommen werden können, stellt sich die nächste Frage: Wie sorgen wir dafür, dass dieses Wissen nicht nach kurzer Zeit wieder verschwindet? Die Antwort liegt in einer intelligenten Methode der Wiederholung.

Nutzung der verteilten Wiederholung

Das Prinzip der Vergessenskurve

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus ein fundamentales Prinzip des Gedächtnisses: die Vergessenskurve. Sie beschreibt, wie neu gelernte Informationen mit der Zeit exponentiell aus dem Gedächtnis schwinden, wenn sie nicht aktiv wiederholt werden. Bereits nach einem Tag kann ein Großteil des Gelernten wieder vergessen sein. Der Schlüssel zur Bekämpfung dieses natürlichen Vergessensprozesses ist die Wiederholung. Allerdings ist nicht jede Art der Wiederholung gleich wirksam. Geballtes Pauken kurz vor einer Prüfung mag kurzfristig helfen, führt aber selten zu nachhaltigem Wissen.

Spaced Repetition Systems (SRS)

Hier kommt die verteilte Wiederholung (Spaced Repetition) ins Spiel. Diese Methode basiert darauf, Informationen in immer größer werdenden zeitlichen Abständen zu wiederholen. Jede erfolgreiche Wiederholung festigt die Gedächtnisspur und erlaubt es, den nächsten Wiederholungszeitpunkt weiter in die Zukunft zu verschieben. Man wiederholt also genau dann, wenn man kurz davor ist, die Information zu vergessen. Glücklicherweise muss man diese optimalen Zeitpunkte nicht selbst berechnen. Digitale Werkzeuge, sogenannte Spaced Repetition Systems (SRS) wie Anki oder Quizlet, übernehmen diese Aufgabe. Sie nutzen Algorithmen, um dem Nutzer Lernkarten zum perfekten Zeitpunkt vorzulegen und so den Lernprozess extrem zu optimieren.

Erstellung effektiver Lernkarten

Die Wirksamkeit von SRS hängt stark von der Qualität der Lernkarten ab. Schlecht gestaltete Karten können den Lernfortschritt sogar behindern. Für die Erstellung effektiver Karten sollten einige Grundregeln beachtet werden:

  • Atomisieren: Pro Karte sollte nur eine einzige Information abgefragt werden. Statt „Nenne die Eigenschaften und die Hauptstadt von Japan“ sollte man zwei Karten erstellen: eine für die Hauptstadt und eine für eine spezifische Eigenschaft.
  • Frage und Antwort: Formulieren Sie eine klare Frage auf der Vorderseite und eine prägnante Antwort auf der Rückseite. Dies fördert das aktive Abrufen (Active Recall).
  • Bilder nutzen: Visuelle Reize werden vom Gehirn besser verarbeitet und gespeichert. Fügen Sie, wo immer möglich, relevante Bilder oder Grafiken hinzu.
  • Eigene Worte verwenden: Formulieren Sie die Inhalte in Ihren eigenen Worten. Das zwingt zur Auseinandersetzung mit dem Stoff und schafft eine tiefere Verständnisebene.

Während konzentriertes Lernen und intelligente Wiederholung die Säulen des Gedächtnistrainings sind, wird eine oft unterschätzte Komponente leicht übersehen: die Pausen, die zwischen den Lerneinheiten liegen.

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Bedeutung regelmäßiger Pausen

Die Rolle von Pausen bei der Gedächtniskonsolidierung

Es mag kontraintuitiv klingen, aber das Gehirn lernt nicht nur während der aktiven Beschäftigung mit dem Stoff, sondern auch - und vielleicht sogar vor allem - in den Pausen danach. In diesen Ruhephasen findet der entscheidende Prozess der Gedächtniskonsolidierung statt. Das Gehirn sortiert, verarbeitet und verknüpft die neu aufgenommenen Informationen mit bereits vorhandenem Wissen und beginnt, sie vom fragilen Kurzzeit- ins stabile Langzeitgedächtnis zu übertragen. Ohne ausreichende Pausen wird dieser Prozess gestört, und das Gelernte kann sich nicht richtig verfestigen. Die ultimative und wichtigste Pause für das Gedächtnis ist der Schlaf, in dem diese Konsolidierungsprozesse auf Hochtouren laufen.

Aktive vs. passive Pausen

Nicht jede Pause ist gleich erholsam. Man spricht hier von passiven Pausen. Weitaus effektiver sind aktive Pausen, die einen echten Kontrast zur Lernaktivität darstellen. Ein kurzer Spaziergang, leichte Dehnübungen oder einfach nur für ein paar Minuten aus dem Fenster zu schauen, kann Wunder wirken. Die Pomodoro-Technik schlägt ein festes Verhältnis von 25 Minuten Arbeit zu 5 Minuten Pause vor. Generell gilt die Regel: Je länger und intensiver eine Lerneinheit war, desto länger sollte die anschließende Pause sein. Nach etwa 90 Minuten konzentrierter Arbeit erreicht die geistige Leistungsfähigkeit oft einen Tiefpunkt. Spätestens dann ist eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten notwendig, um die kognitiven Batterien wieder aufzuladen und die Aufnahmefähigkeit für die nächste Lerneinheit wiederherzustellen.

Neben der richtigen Balance aus Anspannung und Entspannung kann das Gehirn auch durch gezielte Übungen direkt stimuliert und herausgefordert werden, um seine Leistungsfähigkeit weiter zu steigern.

Übungen zur kognitiven Stimulation

Mnemotechniken für den Alltag

Mnemotechniken sind Gedächtnisstützen oder „Eselsbrücken“, die seit der Antike verwendet werden, um sich komplexe Informationen leichter zu merken. Sie funktionieren, indem sie abstrakte Daten in bildhafte, assoziative oder strukturierte Formate umwandeln, die für unser Gehirn leichter zu handhaben sind. Eine der bekanntesten Techniken ist die Loci-Methode (Gedächtnispalast), bei der man die zu merkenden Informationen gedanklich an markanten Punkten einer bekannten Route (z.B. dem Weg durch die eigene Wohnung) ablegt. Um sich später zu erinnern, geht man die Route im Geiste ab und „sammelt“ die Informationen wieder ein. Andere nützliche Techniken sind Akronyme (Wortbildung aus Anfangsbuchstaben) oder das Chunking, bei dem lange Zahlenreihen wie Telefonnummern in kleinere, handhabbare Blöcke unterteilt werden.

Gehirntraining durch neue Herausforderungen

Das Gehirn profitiert enorm von Neuheit und Komplexität. Routinetätigkeiten, auch wenn sie geistig anspruchsvoll sind, führen irgendwann zu einer Automatisierung, die weniger kognitive Ressourcen beansprucht. Um die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu knüpfen, aktiv zu fördern, sind neue Herausforderungen ideal. Das Erlernen einer neuen Sprache, eines Musikinstruments oder einer komplexen motorischen Fähigkeit wie Jonglieren sind exzellente Beispiele für ein ganzheitliches Gehirntraining. Es zwingt verschiedene Hirnareale zur Zusammenarbeit und schafft neue neuronale Netzwerke, was die allgemeine kognitive Flexibilität und Leistungsfähigkeit verbessert.

Die Bedeutung von Schlaf und Ernährung

Die kognitive Leistungsfähigkeit ist untrennbar mit der körperlichen Gesundheit verbunden. Zwei Faktoren sind hierbei von überragender Bedeutung: Schlaf und Ernährung. Während des Schlafs, insbesondere im Tiefschlaf, werden Erinnerungen gefestigt und Unwichtiges wird aussortiert. Chronischer Schlafmangel sabotiert jeden Lernversuch. Sieben bis neun Stunden qualitativ hochwertiger Schlaf pro Nacht sind für die meisten Erwachsenen unerlässlich. Ebenso spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Eine ausgewogene Kost, reich an Omega-3-Fettsäuren (in Fisch, Nüssen), Antioxidantien (in Beeren, dunklem Gemüse) und Vitaminen, versorgt das Gehirn mit den notwendigen Bausteinen für eine optimale Funktion.

Um sicherzustellen, dass all diese Anstrengungen auch Früchte tragen, ist es entscheidend, den eigenen Fortschritt systematisch zu beobachten und die Strategie bei Bedarf anzupassen.

Verfolgung und Analyse der Fortschritte

Führen eines Lerntagebuchs

Was nicht gemessen wird, kann nur schwer verbessert werden. Das Führen eines einfachen Lerntagebuchs ist ein wirkungsvolles Instrument zur Selbstreflexion und Motivation. Notieren Sie täglich, was Sie gelernt haben, wie lange Sie sich konzentriert haben (z.B. die Anzahl der Pomodoro-Einheiten) und wie Sie sich dabei gefühlt haben. Machen Sie sich auch Notizen darüber, welche Techniken besonders gut funktioniert haben und wo Schwierigkeiten auftraten. Diese regelmäßige Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernprozess schafft Bewusstsein für die eigenen Stärken und Schwächen und ermöglicht es, die Lernstrategie kontinuierlich zu optimieren.

Nutzung von Apps und Tools

Die Technologie bietet eine Vielzahl von Helfern, um den Lernfortschritt zu quantifizieren. Neben den bereits erwähnten SRS-Apps wie Anki können Fokus-Apps wie Forest oder RescueTime dabei helfen, die tatsächlich konzentriert verbrachte Zeit zu messen und Ablenkungen zu identifizieren. Solche Tools liefern objektive Daten, die das subjektive Empfinden aus dem Lerntagebuch ergänzen. Zu sehen, wie die Kurve der konzentrierten Arbeitszeit über die Tage und Wochen ansteigt, kann ein enormer Motivationsschub sein und das Engagement für den Prozess stärken.

Digitale Helfer für Planung und Gedächtnis

Zeitmanagement-Apps im Vergleich

Für Freelancer, Studenten und alle, die ihren Alltag strukturierter gestalten möchten, gibt es eine Vielzahl von Zeitmanagement-Apps. Drei beliebte Vertreter sind Evernote, Todoist und Remember the Milk.

Evernote

Evernote ist mehr als nur ein Zeitmanagement-Tool. Es ist eine Art "Ich lagere mein Gehirn gelegentlich aus"-App. Das Tool kann Checklisten und Notizen speichern, Anmerkungen oder Fotos ablegen. Der Clou dahinter: Evernote verfügt über eine Zeichenerkennung. Mit dieser Zeitmanagement App können Sie Ihren Google Kalender verknüpfen. Auf diese Weise lassen sich z.B. Tasks und deren Deadlines direkt in den Kalender übertragen. Ebenso können Termine aus dem Kalender übernommen werden. Um einen Überblick zu behalten, bietet Evernote einen sehr umfangreichen Filter. Evernote lässt sich nicht nur in der Smartphone-App, sondern auch auf dem Desktop nutzen.

Todoist

Die Zeitmanagement App Todoist legt den Fokus auf das Erledigen von Aufgaben. Diese Aufgaben lassen sich im Tool eingeben. Es gibt auch eine Sprachfunktion. So lassen sich Aufgaben einsprechen, die dann in die Liste übertragen werden. Todoist unterstützt Sie dabei, stressbefreiter zu arbeiten. Sie legen selbst die Tasks für den Tag oder die Woche fest. Für jeden erledigten Tasks werden Sie beglückwünscht. Übersichtlicher als bei Evernote ist bei Todoist die Startseite. Alle Aufgaben werden hier sortiert nach „heute“ und „demnächst“. Bevor Sie in Todoist eine Aufgabe planen können, müssen Sie ein „Projekt“ anlegen. Aufgaben werden diesen Projekten zugeordnet. Ein großes Plus dieser Zeitmanagement App ist: Sie können in den Einstellungen Ihre Produktivität festlegen. So können Sie z. B. Auch Sie können durch das erreichte „Karma“ motiviert werden. Dieses Zeitmanagement Tool speichert alle erledigten Tasks.

Remember the Milk

Die Zeitmanagement App Remember the Milk ist dazu entwickelt worden, keine Aufgaben mehr zu vergessen. Mit Remember the Milk können Sie nach der Apple-Anmeldung loslegen. Aufgaben werden einfach über das Plus-Symbol angelegt. Für die Eingabe von Aufgaben lässt sich bei Apple auch Siri aktivieren. Das Anlegen einer Aufgabe per Texteingabe ist bei dieser Zeitmanagement App jedoch sehr einfach. Alle Aufgaben können unter ebenfalls individuell anlegbaren Listen abgelegt werden. Darüber hinaus können Sie Tags einfügen, um Aufgaben schneller wiederzufinden.

Alternativen mit Apple Bordmitteln

Wer iOS nutzt, kann die App „Erinnerungen“ von Apple als einfaches und sehr geradliniges Zeitmanagement-Tool verwenden. Mit wenigen Klicks lassen sich Erinnerungen an Tasks oder Deadlines erstellen. Diese werden dann auch mit den einzelnen Geräten (iPhone, Mac, Macbook etc.) synchronisiert.

Handschriftliche Planung vs. Digitale Apps

Eine Studie (Yang et al. 2023) untersuchte Erwachsene, die entweder Papierkalender oder digitale Kalender-Apps zur Alltagsplanung nutzten. Die Studie hat vor allem die Nutzung digitaler Kalender am Handy mit Papierkalendern verglichen. Wenn du einen digitalen Kalender am Handy nutzt und du willst dir mehr als den aktuellen Tag anzeigen, dann siehst du schon aus Platzmangel oft nicht alle Einträge. Das führt laut der Studie dazu, dass die Nutzer häufiger umplanen und weniger effizient mit ihrer Zeit umgehen, weil ihnen der große Überblick fehlt.

Für Menschen mit ADHS spricht offenbar noch mehr für die analoge Planung bzw. eine analoge Schaltzentrale, zum Beispiel ein Bullet Journal. Das ADHS-Gehirn kann zum einen nur schlecht damit umgehen, wenn sich Termine, Aufgaben, Ideen, Notizen usw. auf 13 Apps und 147 Zettel verteilen. Gleichzeitig sind wir viel leichter ablenkbar und digitale Tools haben in der Regel andere digitale Tools untergehakt, die wir gerade zwar nicht brauchen, aber plötzlich super spannend sind. Es gibt aber offenbar leise Hinweise darauf, dass gerade die Haptik eines analogen Planers zur Effektivität beiträgt.

Die Macht der Handschrift

Audrey L.H. Van der Meer von der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim hat im Januar 2024 eine interessante Studie veröffentlicht: Sie hat Studenten einem EEG-Scan unterzogen, also die Hirnaktivität gemessen, während sie entweder Notizen per Hand machten oder abtippten. Genau diese aktiven Verbindungen brauchen wir, um zu lernen. Sie sind notwendig, damit wir uns Dinge merken und neue Informationen verarbeiten können. Eine mögliche Erklärung: Schreiben braucht einfach mehr Hirnareale für die reine Tätigkeit. Unter diesen komplexen Hirnaktivitäten beim Handschreiben fällt auch auf, dass vor allem die frontalen Hirnregionen sehr aktiv sind. Das ist spannend, denn hier sitzt ein großer Teil unserer exekutiven Funktionen - also alles, was wir brauchen, um zu planen und umzusetzen, uns nicht ablenken zu lassen usw. Auch das Retikuläre Aktivierungssystem (RAS) wird durch das Handschreiben stärker aktiviert.

Gleichzeitig bist du handschriftlich viel langsamer als tippend - das gilt zumindest für die meisten von uns. Was erstmal wie ein Nachteil klingt, ist neurowissenschaftlich aber ein großer Vorteil. Eine relativ alte Studie von Pam A. Mueller und Daniel M. Oppenheimer aus dem Jahr 2014 hat das - ebenfalls an Studenten - getestet. Sie haben festgestellt, dass Studenten, die in den Vorlesungen mittippten, zwar viel schneller waren und oft Wort für Wort mitschreiben konnten, was ihr Professor sagte. Wenn wir tippen, nehmen wir Informationen zwar auch, aber nur oberflächlich. Wer handschriftlich Notizen macht, muss sich erstmal aktiv anhören, was der Professor zu sagen hat, um es dann in eigenen Worten widerzugeben. Übrigens, auch die Reflexion, das Journaling und Tagebuch schreiben ist handschriftlich offenbar effektiver. Schreiben per Hand könne meditativ wirken, erklärt ein Artikel von Psychology Today.

Tipps für schöneres Handschreiben

  • Wechsle die Schriftart: Wenn du bisher Schreibschrift nutzt, versuch mal, wie du mit Druckbuchstaben zurecht kommst und umgekehrt.
  • Wechsle den Stift: Probiere verschiedene Schrifttypen und dann auch verschiedene Strichstärken aus.
  • Wechsle das Papier: Für Füller brauchst du ein schönes satiniertes oder gestrichenes Papier (meine Empfehlung: mindestens 120 g).
  • Verändere die Schriftgröße: Vielleicht willst du im Gegenteil etwas kleiner schreiben, damit dein Schriftbild gleichmäßiger und kontrollierter wird.
  • Schreib langsamer: Wenn du langsamer schreibst, schreibst du mit größerer Wahrscheinlichkeit alle Buchstaben aus.
  • Konzentrier dich auf runde Buchstaben: Versuch diese Buchstaben so klar und schön wie möglich zu schreiben.
  • Konzentrier dich auf die Abstände statt auf die Buchstaben: Konzentriere dich einfach auf die Abstände und versuch diese so gleichmäßig wie möglich zu halten.
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Gehirnjogging Apps: Spielerisch das Gedächtnis trainieren

Gedächtnis- und Logikspiele in Form von Gehirnjogging-Apps für Android helfen, die grauen Zellen in Bewegung zu halten.

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