Die neurologische Versorgung in der Region erfährt eine deutliche Stärkung. Das Asklepios Klinikum Schwalmstadt hat sein medizinisches Leistungsspektrum durch den Aufbau einer eigenen neurologischen Hauptabteilung erweitert. Dieser Schritt bedeutet eine wohnortnahe und hochqualifizierte Versorgung für die Menschen in der Region. Das Klinikum versteht sich als Gesundheitsdienstleister für das Fachgebiet Neurologie in der Region.
Neurologische Hauptabteilung in Schwalmstadt: Ein Meilenstein für die Region
Das Asklepios Klinikum Schwalmstadt setzt mit dem Aufbau der neuen Abteilung ein starkes Zeichen für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Standorts und für eine moderne Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau. „Uns ist es ein Anliegen, die medizinische Versorgung in der Region gezielt zu stärken“, erklärt Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch.
Ärztliches Leitungsteam
Dr. Daniel Strunk, der bereits für die erfolgreiche Etablierung der Stroke Unit verantwortlich war, übernimmt als Chefarzt die Leitung der neuen neurologischen Abteilung. „Gemeinsam blicken wir nicht ohne Stolz auf das bisher Erreichte zurück“, resümiert Dr. Strunk, der die Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen, der Geschäftsführung sowie Kooperationspartnern an der Universitätsklinik Marburg gestaltet hat. Zum ärztlichen Leitungsteam der neuen Abteilung gehören neben Dr. Strunk auch Dr. Mohammad Abousdirra als leitender Oberarzt sowie Dr. Jan-David Laakmann als Oberarzt.
- Dr. Mohammad Abousdirra war viele Jahre als Oberarzt in der neurologischen Klinik am Klinikum Kassel tätig - mit Schwerpunkten in der Schlaganfallmedizin und Intensivneurologie.
- Dr. Jan-David Laakmann kommt von der Universitätsklinik Marburg und ergänzt das Team mit fundierter Expertise über die gesamte Bandbreite der Neurologie.
Leistungsspektrum der neuen Abteilung
Die neue Abteilung wird künftig das gesamte Spektrum der Neurologie abdecken. Dazu zählen die Behandlung von Schlaganfällen in der Akutphase und die Verhinderung weiterer Schlaganfälle, entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Bewegungsstörungen wie Parkinson-Syndrome, Epilepsien, Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Erkrankungen des peripheren Nervensystems sowie demenzielle und andere kognitive Störungen.
Dafür bringt Dr. Strunk eine umfassende Expertise aus früheren Tätigkeiten an den Universitätskliniken in Münster und Marburg sowie dem renommierten Alfried Krupp Krankenhaus in Essen mit. Seine wissenschaftliche Arbeit, insbesondere im Bereich von Schlaganfällen bei jungen Menschen, findet auch akademisch Anerkennung: Aktuell steht Dr. Strunk kurz vor dem Abschluss seiner Habilitation.
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„Wir freuen uns sehr, den Menschen in unserer Region ab sofort eine moderne, umfassende und patientennahe neurologische Versorgung anbieten zu können“, so Dr. Strunk. „Dazu gehört auch, dass wir motivierte und kompetente Fachkräfte aus allen Berufsgruppen suchen, die mit uns diesen Weg gehen möchten.“
Die neurologische Versorgung im Detail
Die neurologische Abteilung bietet eine umfassende Versorgung des gesamten Spektrums neurologischer Erkrankungen - wohnortnah, individuell und leitliniengerecht. Die Patient:innen profitieren von moderner Diagnostik, innovativen Therapien und einer engen Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Marburg, insbesondere der Abteilungen für Neurologie, Neuroradiologie und Neurochirurgie.
Schlaganfall
Eine plötzlich auftretende Lämung einer Körperhälfte, aber auch Sprachstörungen, plötzliche Sehstörungen, ein schiefer Mundwinkel und Schwindel können Anzeichen eines Schlaganfalls sein. "Time is brain" - nach Schätzungen gehen bei einem Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes 1-2 Millionen Gehirnzellen pro Minute verloren.
Mit der lokalen Stroke-Unit am Klinikum Schwalmstadt ist das Klinikum Anlaufstelle für akute Schlaganfallpatienten im Schwalm-Eder-Kreis. Bei Ankunft in der Schlaganfallstation wird sofort über die weitere Diagnostik entschieden. Innerhalb der ersten Stunden nach Beginn des Schlaganfalls kann häufig versucht werden, ein Gefäß mit Medikamenten, in bestimmten Fällen auch mechanisch wieder zu eröffnen.
Multiple Sklerose (MS)
Bei Multipler Sklerose (MS) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die meist im jungen Erwachsenenalter beginnt und mit unterschiedlichsten neurologischen Symptomen einhergehen kann. Die Krankheit kann zwar bislang nicht geheilt werden, doch es kann sehr viel dafür getan werden, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und erheblich zu verlangsamen. Dabei wird aus einer wachsenden Anzahl immer effektiver und zielgerichteter wirkender Medikamente geschöpft. Selbstverständlich werden die Patienten über die gesamte Krankheitsdauer hinweg begleitet, beginnend mit der Diagnose und der Abgrenzung gegenüber Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen und Befunden.
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Kopfschmerzen
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wenn Patienten an primären Kopfschmerzerkrankungen wie Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen leiden, stehen ihnen zahlreiche wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Doch auch sogenannte sekundäre Kopfschmerzen, für die es eine konkrete Ursache gibt, z.B. eine Infektion oder ein Blutgerinnsel, werden in allen Fällen gründlich überprüft und behandelt.
Schwindel
Unter Schwindel versteht man eine unangenehme Beeinträchtigung des räumlichen Orientierungsgefühls oder das Gefühl, dass sich der eigene Körper oder die Umgebung bewegen. Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom, das bei verschiedenen Erkrankungen auftreten kann. Da die Ursachen für Schwindel sehr vielfältig sein können, ist eine genaue Einschätzung der Beschwerden besonders wichtig.
Epilepsie
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu unkontrollierten elektrischen Entladungen in bestimmten Bereichen des Gehirns kommt. Die Auslöser epileptischer Anfälle sind vielfältig: Sie können genetisch bedingt sein oder durch ein Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumoren, Schlaganfälle oder Entzündungen verursacht werden. Es wird festgestellt, wann Symptome als Ausdruck eines epileptischen Anfalls, bzw. einer Epilepsie, zu werten sind, Ursachen werden aufgedeckt und alltagstaugliche Konzepte zur verträglichen und wirksamen Behandlung werden entwickelt.
Parkinson
Parkinson ist eine chronisch fortschreitende neurologische Erkrankung, bei der bestimmte Nervenzellen - welche für den Botenstoff Dopamin zuständig sind - absterben. Geheilt werden kann die Parkinson-Erkrankung bisher nicht - allerdings gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Lebensqualität zu erhalten und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Die neurologische Abteilung unterstützt Patienten bei der Erkennung typischer Symptome einer Bewegungsstörung, wie der Parkinson-Krankheit und leitet die bestmögliche Therapie ein, sei es in Form von Medikamenten und/oder moderner Pumpen- oder Stimulationsverfahren.
Polyneuropathie
Unter Polyneuropathie versteht man eine Erkrankung der Nerven an Armen und Beinen, bei der die Weiterleitung elektrischer Informationen gestört ist. Diese Erkrankung kommt schleichend. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Häufig sind Diabetes mellitus oder chronischer Alkoholkonsum für die Entstehung der Polyneuropathie verantwortlich. Seltener liegen Infektionen, Stoffwechselstörungen, ein Mangel an Vitaminen oder genetische Erkrankungen zugrunde.
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Muskelerkrankungen
Muskelerkrankungen sind eine Gruppe von Krankheiten, die die Muskulatur betreffen und durch Muskelschwäche, Muskelschmerzen oder Muskelschwund gekennzeichnet sind. Es gibt viele verschiedene Arten von Muskelerkrankungen, die durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden können, wie genetische Defekte, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen.
Demenz
In Deutschland sind aktuell ca. 1,8 Millionen Menschen von Demenz betroffen - sie zählt damit zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter.
Universitätsklinikum Marburg: Kompetenzzentrum für neurologische Forschung und Versorgung
Die Neurologie in Marburg zeichnet sich durch einen hohen medizinischen Anspruch, Exzellenz in der Wissenschaft und Leidenschaft in der Lehre und Ausbildung aus. Die Forschungsschwerpunkte reichen von der Grundlagenforschung über die krankheitsorientierte bis hin zur Patienten-orientierten klinischen Forschung mit einer Ausstattung, die den höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Das Universitätsklinikum Marburg ist ein wichtiger Kooperationspartner des Asklepios Klinikums Schwalmstadt.
Struktur der Neurologie in Marburg
- Klinikleitung: Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. Karla Erffmeier
- Oberärztinnen und -ärzte: Dr. med. Ilka Immisch
- Funktionsoberärztinnen und -ärzte: Dr. med. Marc-Philipp Bergmann
- Assistenzärztinnen und -ärzte: Gregor Böttiger, Dr. med. Alexander Calvano, Ju Won Chae, Philipp Guthoff, Lukas Hakel, Clara Jünemann, Dr. rer. nat. Urs Kleinholdermann, Dr. med. Franziska Thieken, Dr. med. Felix Zahnert
- Hertie Senior Forschungs-Professur: Prof. Dr. med. Dr. h.c. med. Sc. Louise Linka
- Psychologin: M. Sc. Simone C.
Weitere Bereiche und Funktionen
- Sekretariat
- Casemanagement
- Kodierfachkräfte
- Webseiten
- Neuropsychologie
- Epilepsie Monitoring Einheit
- Funktionsabteilung Epilepsie
- Beratungsstelle
- Sozialdienst
- Hochschulambulanz
- Tagesklinik
- Telemedzin
- MTA
- Klinische Studien
- Logopädie
- Physiotherapie
- Stations-/Pflegedienstleitung
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