Das Zusammenspiel von Auge und Gehirn ermöglicht uns das Sehen. Die im Auge erzeugten Reize werden im Gehirn verarbeitet, während das Gehirn die Augen steuert, um das Gewünschte oder Notwendige zu sehen. Störungen in diesen Verbindungen können zu Sehschärfeminderungen, Gesichtsfeldausfällen, Doppelbildwahrnehmung oder Veränderungen der Pupille führen. Kontaktlinsen sind eine beliebte Option zur Sehkorrektur, doch es ist wichtig, die möglichen Risiken und Auswirkungen des Tragens von Kontaktlinsen zu verstehen. Eine mögliche Komplikation, die auftreten kann, ist die Vaskularisation am Auge, durch Sauerstoffmangel. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Präventionsmaßnahmen der Vaskularisation durch Kontaktlinsen und stellt alternative Sehkorrekturmethoden vor.
Vaskularisation am Auge: Definition und Ursachen
Vaskularisation bedeutet das Wachstum neuer Blutgefäße in Geweben, wo sie normalerweise nicht vorhanden sein sollten. Eine Vaskularisation am Auge ist ein krankhaftes Wachstum von Blutgefäßen in bestimmten Bereichen des Auges, insbesondere in der Hornhaut. Normalerweise ist die Hornhaut von Natur aus avaskulär, das heißt, sie enthält keine Blutgefäße. Wenn jedoch eine Vaskularisation auftritt, entwickeln sich kleine Blutgefäße in den Randbereichen der Hornhaut.
Die Vaskularisation am Auge kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Zu den häufigsten Faktoren, die zur krankhaften Wucherung von Blutgefäßen in der Hornhaut führen können, gehören:
- Verletzungen oder Entzündungen: Traumatische Verletzungen des Auges oder Entzündungen können zu einer Vaskularisation führen. Die Freisetzung von entzündlichen Mediatoren oder die Störung der normalen Hornhautstruktur kann die Bildung neuer Blutgefäße stimulieren.
- Infektionen: Schwere Infektionen im Auge, wie zum Beispiel Hornhautgeschwüre, können ebenfalls zur Bildung neuer Blutgefäße führen.
- Medikamente oder Augentropfen: Bestimmte Medikamente oder Augentropfen, insbesondere langfristig eingesetzte Steroide, können das Wachstum von Blutgefäßen in der Hornhaut fördern.
- Sauerstoffmangel durch Kontaktlinsen: Der unangemessene Gebrauch von Kontaktlinsen kann eine der häufigsten Ursachen für die Vaskularisation der Hornhaut sein. Eine schlechte Passform, übermäßige Tragezeit, unsachgemäße Pflege der Kontaktlinsen oder das Tragen von Kontaktlinsen über Nacht können den Sauerstofffluss zur Hornhaut beeinträchtigen und zu einer Vaskularisation führen. Wenn die Hornhaut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, versucht der Körper, diesen Mangel auszugleichen, indem er neue Blutgefäße wachsen lässt.
Symptome und Anzeichen einer Vaskularisation am Auge
Die Vaskularisation am Auge kann verschiedene Symptome und Anzeichen verursachen. Zu den häufigsten Symptomen, die auf einen Sauerstoffmangel der Hornhaut hinweisen können, gehören:
- Rötung: Die Rötung des Auges tritt aufgrund des erhöhten Blutflusses durch die neu gebildeten Blutgefäße in der Hornhaut auf.
- Verschwommenes Sehen: Eine Vaskularisation der Hornhaut kann die Klarheit der Sicht beeinträchtigen und zu verschwommenem oder unscharfem Sehen führen. Dies kann besonders ausgeprägt sein, wenn die neuen, krankhaften Blutgefäße das zentrale Sehfeld betreffen.
- Lichtempfindlichkeit: Personen mit einer Vaskularisation am Auge können empfindlich auf helles Licht reagieren. Dies kann zu Beschwerden und Blendung führen, insbesondere bei hellem Tageslicht oder grellem Kunstlicht.
- Trockenheit und Reizung: Die Vaskularisation kann die Tränenproduktion beeinflussen und zu Trockenheit und Reizung der Augen führen. Dies kann sich durch ein Fremdkörpergefühl, Juckreiz oder Brennen äußern.
- Veränderungen der Hornhautstruktur: In einigen Fällen kann eine ausgeprägte Vaskularisation zu Veränderungen in der Hornhautstruktur führen, einschließlich Narbenbildung oder Verdickung der Hornhaut. Dies kann sich auf die Sehkraft auswirken und zu unregelmäßiger Astigmatismus führen.
Behandlungsmöglichkeiten der Vaskularisation am Auge
Die Behandlung der Vaskularisation am Auge hängt von der Ursache, dem Ausmaß der Vaskularisation und den individuellen Umständen ab. Als Behandlungsmöglichkeiten kommen in Betracht:
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- Überprüfung und Anpassung der Kontaktlinsen: Wenn die Vaskularisation aufgrund des Tragens von Kontaktlinsen auftritt, kann eine Überprüfung und Anpassung der Kontaktlinsen erforderlich sein. Der Augenarzt kann die Passform der Linsen überprüfen und gegebenenfalls zu anderen Arten von Kontaktlinsen oder zu einem anderen Trageschema raten, um den Sauerstofffluss zur Hornhaut zu verbessern.
- Medikamentöse Behandlung: Augentropfen oder Salben können verwendet werden, um das Wachstum der Blutgefäße zu hemmen oder die Entzündung zu reduzieren.
- Laserbehandlung: Bei einer fortgeschrittenen Vaskularisation kann eine Laserbehandlung in Erwägung gezogen werden, um die übermäßig gewachsenen Blutgefäße in der Hornhaut zu verschließen.
- Hornhauttransplantation: In seltenen Fällen, in denen die Vaskularisation stark ausgeprägt ist und die Sehkraft beeinträchtigt, kann eine Hornhauttransplantation erforderlich sein. Dabei wird die betroffene Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ersetzt.
Prävention der Vaskularisation durch Kontaktlinsen
Die Vaskularisation der Hornhaut ist eine mögliche Komplikation, die bei Kontaktlinsenträgern auftreten kann. Es ist wichtig, die richtigen Vorbeugemaßnahmen zu ergreifen und regelmäßige Augenuntersuchungen durchzuführen, um die Gesundheit der Augen zu gewährleisten. Beachten Sie die empfohlenen Tragezeiten, reinigen und pflegen Sie Ihre Kontaktlinsen richtig und achten Sie auf eventuelle Symptome. Bei anhaltenden Problemen oder Symptomen sollten Sie einen Augenarzt konsultieren, um eine angemessene Behandlung zu erhalten.
Alternativen zu Kontaktlinsen
Wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Tragen von Kontaktlinsen haben, könnten eine Laser-Augenkorrektur oder ein Linsenaustausch als Alternativen in Betracht gezogen werden. Dabei ist es ratsam, mit einem erfahrenen Augenarzt zu sprechen, der Sie umfassend über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen informieren kann.
- Laser-Augenkorrektur: Bei der Laser-Augenkorrektur wird die Form der Hornhaut verändert, um die Brechkraft des Auges zu korrigieren. Zuvor beurteilt der Arzt im Rahmen einer umfassenden Diagnostik den Zustand Ihrer Augen, um einzuschätzen, ob Sie ein geeigneter Kandidat für den Eingriff sind. Fortschritte in der Augenlaser-Technologie haben die Augenlaser-Behandlungsmethoden in den Vordergrund der Behandlung von Brechungsfehlern gerückt. Beginnend mit PRK, setzte sich die Augenlaser-Behandlungsmethode mit LASIK fort und dann mit der Einführung des Femtosekundenlasers hat eine bedeutende Entwicklung stattgefunden, und FemtoLASIK wird nun sicher angewendet. Die größte Entwicklung in diesem Bereich in den letzten Jahren war die Implementierung der SMILE-Augenlasermethode. Zuerst Relex SMILE und dann Smile PRO haben die Laser-Augenchirurgie viel erfolgreicher und sicherer gemacht. Es ist tatsächlich erwiesen, dass Augenlasern sicherer ist als das langjährige Tragen von Kontaktlinsen.
- Linsenaustausch: Der Linsenaustausch ist eine chirurgische Option, bei der die natürliche Linse des Auges durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Beim Linsenaustauschverfahren kann eine spezielle Linse verwendet werden, die eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit aufweist, um das Risiko von trockenen Augen zu verringern.
Weitere Ursachen für Sehnervschädigungen
Neben Kontaktlinsen gibt es noch weitere Ursachen für Sehnervschädigungen, wie zum Beispiel:
- Glaukom: Das Glaukom („Grüner Star“) ist eine Erkrankung des Sehnerven, die schleichend beginnt und oftmals unbemerkt bleibt. Die Häufigkeit nimmt ab dem 40. Lebensjahr deutlich zu, bei kurzsichtigen Patienten oder familiärer Belastung auch schon früher. In Deutschland sind fast 1 Million Menschen betroffen. Da die Erkrankung vom Patienten zunächst nicht bemerkt wird und ein eingetretener Schaden des Sehnerven nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, halten Augenärzte eine Vorsorgeuntersuchung in der Regel ab dem 40. Lebensjahr für sinnvoll. Die Glaukomvorsorge beinhaltet die Messung des Augeninnendrucks, der beim Glaukom häufig erhöht ist und dessen Senkung das wesentliche Therapieverfahren darstellt.
- Optikusneuritis: Die Optikusneuritis ist eine Entzündung des Sehnervs, die meist zu einem gestörten Sehvermögen auf einem Auge führt. Die Beschwerden bessern sich üblicherweise im Laufe von Tagen bis Wochen. In einigen Fällen kann eine Sehnervenentzündung jedoch auch als Teil der Erkrankung Multiple Sklerose (MS) auftreten. Die Symptome einer Optikusneuritis entstehen aufgrund einer entzündlichen Schädigung des Sehnervs. Hier sind allerdings nicht Bakterien oder Viren die Ursache der Entzündung, in den meisten Fällen greifen stattdessen die körpereigenen Abwehrzellen im Rahmen einer sog. Autoimmunreaktion das eigene Gewebe an. Eine Sehnervenentzündung kann ein Zeichen der Erkrankung Multiple Sklerose sein. Nicht selten ist es sogar das erste Symptom der Erkrankung. 60 % der Betroffenen mit Sehnervenentzündung leiden nach 40 Jahren an einer Multiplen Sklerose.
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