Das Canyon Neuron AL 9.0 erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit im Full-Suspension-Bereich und gilt als Canyons erfolgreichste Mountainbike-Serie. Es zeichnet sich durch höchste Zuverlässigkeit und beste Allround-Eigenschaften aus. Mit seinem perfekt abgestimmten Fahrwerk gelingt dem Neuron AL 9.0 der Spagat zwischen ausgedehnten Alpencross-Abenteuern und Trail-Touren. Aber auch für Marathon-Einsätze ist es bestens geeignet.
Die Vielseitigkeit des Canyon Neuron AL 9.0
Das Canyon Neuron AL 9.0 meistert auch steilste Anstiege leichtfüßig und schnell und überzeugt bergab mit bestem Handling. Die Erfahrungen mit dem Bike haben viele Fahrer von dem Neuron überzeugt. Die neue Generation an Mountainbikes in Verbindung mit den 27,5″ Reifen sind total effizient und absolut Strecken tauglich.
Das Canyon Neuron AL 9.0 lässt sich flink und agil in die Kurven fahren, ohne dabei unsicher zu werden - hier fliegt man nur so über den Trail und hat zudem noch eine super Klettereigenschaft.
Der Wandel im Trailbike-Segment
Moderne Trailbikes müssen vor allem eins können: Abfahren wie ein Mini-Enduro. Mit welchen Gewichtsproblemen solche Bikes mit 120-130 Millimeter Federweg teils kämpfen, wurde in Tests kritisiert. Mit sportlichen Tourenfullys - wie die Bike-Gattung vor zwei Jahren noch hieß - haben viele der aktuellen Trailbikes nichts mehr zu tun. Die Philosophie dahinter: Der Uphill ist notwendiges Übel, es zählt alleine der Spaß bergab.
Canyon sieht diesen Wandel mit Argwohn und verzichtet bei der Vorstellung der neuesten Neuron CF-Generation bewusst darauf, es der hippen Trailbike-Kategorie unterzuordnen. Denn das soll die Evolution des legendären Nerve auch nicht sein. „Das Neuron CF widerspricht dem Trend aktueller Trailbikes, sich im Federwegsbereich um 130 Millimeter immer mehr auf stark versierte, Speed-hungrige Piloten zu fokussieren“, sagt Canyon-Produktmanager Michael Staab.
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Das Canyon Neuron CF als Nachfolger des Nerve CF
Das Neuron CF ist der Nachfolger der Nerve CF, das zu den erfolgreichsten Mountainbike-Fullys der Koblenzer zählte. Seit 2017 läuft das Touren-Fully im Canyon-Programm übrigens unter dem Namen Neuron.
Die Fakten zum Canyon Neuron CF
- Vollcarbon-Rahmen mit 2660 Gramm (Rahmengröße M)
- 130 mm Federweg
- Fünf Rahmengrößen: XS und S in 27,5 Zoll, M-XL in 29 Zoll
- Sieben Modelle für 2700-5600 Euro
- Komplettgewicht ohne Pedale: 12,1 kg bis 13,2 kg
- Zwei Damen-Modelle (identischer Rahmen) für 2700 bzw. 3100 Euro
- Nur ein Modell (Neuron CF 9.0) mit Zweifach-Antrieb
- Kleiner Klettergang (30er Blatt bei 1x12, 36/26 bei 2x11)
- 29-Zoll-Federgabel (Fox 34) bei allen Modellen
- 30 mm breite Felgen bzw. Kombi aus 25 mm hinten & 30 mm vorne
Stattdessen soll es sportliche Tourenbiker glücklich machen, für die eine MTB-Tour aus mehr besteht als Adrenalin-sprudelnder Singletrail-Ritte. Die Basis des Viergelenkers bildet der Carbon-Rahmen (2660 Gramm), der sich beim Design nahtlos in die Formensprache des Race-Fullys Lux und des All Mountains Spectral eingliedert. Der Dämpfer sitzt - anders als bei den beiden Alu-Modellen des Neuron (siehe Test in BIKE 12/18) - über einer faserverstärkten Kunststoffanlenkung horizontal unter dem Oberrohr. Ab Rahmengröße M passt so eine große Trinkflasche ins Rahmendreieck.
In Sachen Lagertechnik und Rahmenschutz legt Canyon die Messlatte mit dem Neuron CF extrem hoch. Abschraubbare Kunststoffdeckel schützen jedes der Hinterbaulager. Um die höheren Kräfte der Antriebsseite besser wegzustecken und so langfristig ohne Service auszukommen, sitzen am Hauptdrehpunkt antriebsseitig zwei Lagerschalen, auf der anderen nur eine. Schraubt man den rechten Deckel ab, kommt eine Umwerferaufnahme für Zweifach-Kurbeln zum Vorschein. Wer eine Einfach-Schaltung fährt, kann hier eine Kettenführung montieren. Wie beim Spectral laufen die Züge unter einer Kunststoff-Abdeckung unterm Unterrohr, die gleichzeitig als Rahmenschutz dient. Die Kettenstrebe schützen ein smarter, umlaufender Kunststoff-Aufbau sowie ein Chainsuck-Blech. Am Oberrohr kommt der von den Canyon-29ern bekannte, außenliegende Lenkanschlagsbegrenzer zum Einsatz.
Bei der Geometrie folgen die Koblenzer dem aktuellen Trend „länger und flacher“, jedoch deutlich gemäßigter als die Konkurrenz. Immer mit der Prämisse: der Tourencharakter und die Ausgewogenheit stehen an erster Stelle.
Der Drehpunkt nahe der Hinterradachse wurde für eine bessere Kinematik - wie beim Spectral - über der Achse platziert. Hinter der Staubkappe an der Hauptschwinge des Viergelenkers verbergen sich zwei Lager, auf der anderen Seite nur eins. Die Verdoppelung soll die Kräfte der belasteteren Antriebsseite besser aufnehmen. Zusätzlich lässt sich hier ein Umwerfer oder eine Kettenführung montieren (Low Direct Mount). Außerdem geht Canyon beim Neuron CF zurück zu geschraubten BSA-Innenlagern.
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Die Anlenkung wird aus faserverstärktem Kunststoff gefertigt, was der Langlebigkeit der Lager zu Gute kommen soll. Zusätzlich schützen Staubkappen die Hauptlager am Hinterbau vor Schmutz und Nässe. Quixle nennt Canyon seine Hinterradachse mit ausziehbarem Hebel. Der Radausbau geht schnell und spart das Inbus-Schlüsselsuchen. Sinnvolles Mehrgewicht: Wie beim Spectral und Lux schützt der außen liegende Lenkanschlagsbegrenzer das Oberrohr. Im Sturzfall bricht der doppelt verschraubte Anschlag auf dem Oberrohr und kann ersetzt werden. Die Züge verschwinden am oberen Ende des Unterrohrs im Kunststoff-Kanal. Der lässt sich zum Service leicht abschrauben und bietet dem Carbon-Rahmen zusätzlichen Schutz vor aufgewirbelten Steinen.
Ab Rahmengröße M passt in den Neuron CF-Rahmen locker eine große Trinkflasche. Das Handling erleichtern Flaschenhalter mit seitlicher Entnahme. Die 29er kommen alle mit 760 mm breitem Lenker und 60-mm-Vorbau. Bei den Rahmengrößen XS und S misst der Lenker 740 mm, bei den Frauen-Modellen stecken zudem kürzere Vorbauten auf dem Gabelschaft. Der Plastik-Kabelkanal ist weit unters Tretlager gezogen und schützt so auf vor Aufsetzern. Der Leitungsausgang unter der Kettenstrebe bewahrt den Rahmen vor Schlägen durch die springende Kette. Längerer Reach, flacherer Lenkwinkel und kürzere Kettenstreben - aber alles nicht so progressiv wie die Konkurrenz.
29-Zoll-Federgabeln in allen Größen
Wichtig war dem Ingenieurs-Team um Vicenz Thoma, dass sich die Neuron-Modelle über alle Rahmengrößen hinweg möglichst identisch fahren. Eine Erkenntnis bei der Entwicklung war: Die Relation aus Lenkerbreite zum Nachlauf des Bikes (engl. „Trail“) ist ein entscheidender Indikator für das Fahrgefühl und das Einlenkverhalten. Trotz unterschiedlicher Laufradgrößen (27,5 Zoll bei XS/S und 29 Zoll bei M-XL) kommt das Neuron jedoch immer mit der Fox 34 als 29-Zoll-Version mit 51 Millimetern Offset. Da die kleineren Rahmen mit einem schmaleren Lenker ausgeliefert werden (740 statt 760 mm), muss für das identische Fahrgefühl auch der Nachlauf angepasst werden. Das geschieht über den Lenkwinkel, der bei den 27,5ern mit 67,0 Grad um 0,5 Grad flacher ist. Die Vorbaulänge bleibt übrigens über alle Rahmengrößen hinweg bei 60 Millimetern.
Um das Fahrverhalten über alle Rahmengrößen mit den 29-Zoll-Gabeln möglichst identisch hinzubekommen, wird beim 27,5er der Lenkwinkel um 0,5 Grad abgeflacht und ein etwas schmalerer Lenker verbaut (740 mm statt 760 mm).
Interview mit Michael Staab: „Ich sehe den aktuellen Trailbike-Trend kritisch.“
BIKE: 130 mm Federweg, eine flachere und längere Geometrie und abfahrtsorientiertere Komponenten. Warum nennt ihr das Neuron CF trotzdem nur ungern ein Trailbike?
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Michael Staab: Ein ist schon ein Trailbike, aber die Trailbike-Kategorie wird immer abfahrtsorientierter und wir sehen da durchaus Raum für eine andere Ausrichtung eines Trailbikes. Zu aller erst ist das Neuron CF ein Mountainbike, es erfüllt die klassische Definition des Mountainbikens. Also Touren fahren, berghoch und bergab. Natürlich auch mit Spaß bei der Abfahrt, deswegen macht es schon Sinn, dass die Räder ein wenig länger und flacher werden. Aber wir sehen den Trend, dass es nur noch in die Richtung ‘länger, flacher, abfahrtsorientierter‘ geht, kritisch und finden, dass diese Entwicklung an den Bedürfnissen vieler Kunden draußen vorbeigeht.
Unser Hauptkritikpunkt ist das Mehrgewicht, das dieser Trend mit sich bringt.
Wie versucht ihr beim Neuron, das Gewicht niedrig zu halten? Es gibt auch Gewicht, das sinnvoll angelegt ist. Zum Beispiel eine absenkbare Sattelstütze, die keiner mehr missen möchte. Oder den Komfort und Grip von etwas breiteren Reifen. Die Balance zu finden, ist nicht ganz so einfach. Ich habe versucht, an Komponenten Gewicht zu sparen, wo es Sinn macht. Bei den günstigeren Modellen mit Alu-Laufrädern hat man vorne breitere Felgen als hinten. Und dann war von Anfang an klar, dass das neue Neuron einen Carbon-Rahmen kriegt, um damit Gewicht zu sparen. Dazu kommen kleine Details wie bei den Reifen: vorne mit leichterer Karkasse, hinten die robustere für besseren Pannenschutz. Aber alles unter der Prämisse, dass das Bike tourentauglich bleibt.
Das neue Neuron soll also genauso gut klettern wie es abfährt? Man spürt, dass sich der Spaß solcher Bikes immer mehr über die Abfahrtsqualitäten definiert. Aber in der Realität fahren die meisten Leute vorher den Berg hoch oder machen eine Alpenüberquerung damit. Natürlich hilft ein Rad, das ein wenig abfahrtsorientierter ausgelegt ist, bei den Abfahrten auf einer Transalp. Aber man muss vorher eben auch hochfahren.
Geht der allgemeine Trailbike-Trend in die falsche Richtung? Bikes in dieser Federwegsklasse teilen sich in zwei Lager auf: sportliche Bikes mit Marathon-Genen und welche, die so auf Abfahrt getrimmt sind, dass man keine Touren mehr fahren kann. Auch die aktuelle Entwicklung der Geometrien sehe ich kritisch. Die Räder werden immer länger, zum Ausgleich werden die Sitzrohre immer steiler. Vielfach kommt man zu einer Sitzposition, die auf langen Touren - also 50 Kilometer und mehr - für nicht so austrainierte Fahrer oft nicht mehr so gut fahrbar ist, weil ihnen die Oberkörper-Muskulatur und die Haltekräfte fehlen, um eine so extreme Position über lange Strecken komfortabel fahren zu können. Trotzdem spreche ich diesen Rädern ihre Berechtigung überhaupt nicht ab. Aber es gibt eben auch etwas daneben beziehungsweise dazwischen. Und genau für diesen Kundenkreis haben wir das Neuron entwickelt.
Wer ist also der typische Neuron-Kunde? Ein klassischer Mountainbiker eben, der sportliche Touren fährt und ein ausgewogenes Bike sucht. Den gibt es trotz E-Mountainbike-Boom und Aufkommen von immer aggressiveren Geometrien nach wie vor. Da muss man nur einmal auf eine lokale CTF (Country-Tourenfahrt, Anm. d. Redaktion) gehen. Die Realität ist eben auch, dass die Fahrtechnik-Skills bei vielen nur sehr rudimentär vorhanden sind. Deshalb war es uns wichtig, dass wir mit dem Neuron ein Bike haben, das diesen Fahrern hilft, sich darauf wohlzufühlen. Es soll berechenbar sein. Das machen, was der Fahrer erwartet. Es soll den Fahrer nicht vor Rätsel stellen. Grob gesagt: Der Fahrer soll das Bike fahren, nicht das Rad den Fahrer, wie es bei Bikes mit extremen Geometrien und mangelnder Fahrtechnik öfter der Fall.
Du warst seit dem ersten Nerve dabei. Wie viel Nerve steckt noch im aktuellen Neuron? Schon noch überraschend viel. Die grundlegende Ausrichtung ist immer noch dieselbe. Das Nerve war seit seiner Einführung ein Touren-Fully. In der Realität fahren viele Biker berghoch, um danach bergab fahren zu können. Klar macht das mehr Spaß, wenn das Bike ein bisschen robuster ausgelegt ist und bergab mehr Reserven hat.
Die Neuron CF-Modelle im Überblick
Die Fahrwerke kommen ausnahmslos von Fox, beim Antrieb dominieren Einfach-Antriebe von Sram und Shimano. Nur das Neuron CF 9.0 ist mit einer 2x11-Shimano-XT-Schaltung bestückt. Möglichst kleine Klettergänge sollen auch nicht so trainierten Bikern entgegenkommen und bei langen Alpenanstiegen die Kraftreserven schonen. Hier alle Neuron CF-Modelle im Überblick:
- Der Einstieg in die Neuron-CF-Familie: Das Neuron CF 8.0 kostet 2700 Euro, soll 13,22 kg wiegen und kommt mit 1x12 GX Eagle, Fox 34 Rhythm-Gabel und Canyon-Variostütze.
- Die Damen-Version des Neuron CF 8.0 kostet ebenfalls 2700 Euro, wiegt 13,04 kg und besitzt neben frauenspezifischen Griffen und Damen-Sattel auch einen kürzeren Dämpfer mit angepasster Federkennlinie.
- Neuron CF 9.0: Für 3200 Euro gibt's eine Shimano-XT-Schaltung mit 2x11-Setup, SLX-Bremsen und DT Swiss M1501 Alu-Laufräder. Gewicht: 13,18 kg.
- Neuron CF WMN 9.0: Das hochwertigere Damen-MTB liegt bei 3100 Euro. Dafür gibt's ein Fox 34 Performance-Fahrwerk, einen Sram X01/GX Eagle-Mix und hochwertige DT Swiss-Systemlaufräder. Gewicht: 12,58 kg. Rahmengrößen: XS, S, M, L.
- Die SL-Version des Neuron CF 9.0 für 3700 Euro ab Werk mit 30 mm breiten Reynolds-Carbonlaufrädern, Fox Transfer-Variostütze und 1x12 Sram X01 Eagle-Antrieb. Gewicht laut Canyon: 12,86 kg.
- Die Unlimited-Version des Neuron CF kostet stolze 5600 Euro.
Das Neuron AL 7.0: Viel Bike fürs Geld?
Das Canyon Neuron ist der Topseller im Portfolio des deutschen Direktversenders. Kein Bike wird häufiger gekauft und spricht eine breitere Käuferschaft an. Das Neuron AL 7.0 klingt auf dem Papier mit seiner top Ausstattung zum fairen Preis fast zu gut, um wahr zu sein. Bei Canyon gibt es richtig viel Bike fürs Geld. Mit einem Preis von 2.239 € ist das Neuron AL 7.0 das mit Abstand günstigste Bike im Test. Doch wer jetzt glaubt, hier eine Mogelpackung zu erhalten, den können wir gleich zu Beginn entwarnen. Die Ausstattung ist insgesamt sehr durchdacht und lässt fast keine Wünsche offen. So besitzt das Bike eine Teleskopsattelstütze mit 150 mm Verstellweg, ein FOX Fahrwerk mit 130 mm Federweg und einen 1×12-Antrieb, der auf einen Mix aus NX- und GX-Eagle-Komponenten setzt. Wichtig zu wissen: Aufgrund der Shimano Nabe kann man hier nicht einfach auf eine GX-Kassette upgraden. Bei den Bremsen setzt Canyon auf eine Shimano MT420 mit Vierkolbensattel in Front und 180er-Scheiben. Während die Bremsen mit guter Standfestigkeit punkten, ist die benötigte Handkraft aufgrund des Zweifingerhebels relativ hoch. Canyon begründet die Wahl damit, das Rad zu einem möglichst günstigen Preis anbieten zu wollen - wir hätten lieber an anderer Stelle gespart. Die Continental Mountain King-Reifen sind auf breiten Race Face AR30-Felgen montiert, welche sich um Shimano-Naben rotieren. Am Hinterrad haben sich bei unserem Test-Bike leider, wie schon bei unserem Test in Barcelona, die Speichen auf den ersten Runden gelockert.
Geometrie und Fahrgefühl des Neuron AL 7.0
Das Canyon Neuron setzt auf eine ausgewogene Geometrie, welche nicht durch einzelne, radikale Werte auffällt. Das gesamte Rad wurde so abgestimmt, um nicht nur in vielen verschiedenen Einsatzbereichen zu überzeugen, sondern auch jede Art von Fahrer abzuholen. Der Reach ist mit 453 mm eher kurz, Lenk- und Sitzwinkel sind konservativ gewählt. Am meisten fällt noch das tiefe Tretlager auf, was den Fahrer sehr zentral im Rad positioniert. Das Neuron ist in fünf Größen von XS-XL erhältlich.
Schon nach wenigen Metern mit dem Neuron AL wird klar, dass es ein Rad ist, mit dem man richtig Strecke machen kann. Das Rad beschleunigt leichtfüßig und effizient. Bergauf ist kaum ein Wippen zu spüren und den Griff zur Plattformdämpfung kann man sich sparen. Um bei steilen Sektionen nicht zu weit über dem Hinterrad zu sitzen, lohnt es sich aber, den Sattel nach vorn zu schieben. In technischen Uphills punktet das Neuron mit guter Kontrolle und hoher Traktion.
Trotz seiner eher konservativen Geometrie ist das Neuron AL bergab ein echter Garant für Fahrspaß. Einen sehr großen Anteil daran hat sicher der sehr gelungene Hinterbau. Das Heck spricht feinfühlig an, hat guten Gegenhalt und eine angenehme Progression. Das führt dazu, dass das Neuron viel Traktion generiert und sich dennoch sehr gut an Kanten in die Luft ziehen lässt. Das Fahrverhalten ist gutmütig und agil. Bei Highspeed in anspruchsvollem Terrain ist das Neuron nicht unsicher, sagt dem Fahrer aber deutlich, etwas auf die Bremse zu treten. Auch ohne Eingewöhnungszeit fühlt man sich auf dem Rad direkt wohl. In Kurven zeigt sich das Neuron als sehr berechenbar, intuitiv und gutmütig. Dank des tiefen Tretlagers steht man sehr gut integriert zwischen den großen Laufrädern und so vermittelt das Neuron auch in steilen Sektionen viel Fahrsicherheit.
Das Canyon Neuron ist einer der besten Allrounder in diesem Test. Es klettert sehr leichtfüßig und bietet einen guten Kompromiss aus dem Vortrieb eines ROSE GROUND CONTROL und dem Komfort eines Trek Fuel EX. Zusammen mit dem YT IZZO befindet sich das Rad hier ganz vorne im Test. Auch in der Abfahrt ist es der Kompromiss, der überzeugt. Das Neuron ist nicht so direkt wie das MERIDA ONE-Twenty, dafür aber auch komfortabler und vielseitiger.
Fazit
Wenn man ein eher limitiertes Budget besitzt und nicht mehr als 2.300 € für ein Bike ausgeben kann oder will, erhält man mit dem Canyon Neuron AL 7.0 ein hervorragendes Trail- und Touren-Bike mit breitem Einsatzbereich. Es punktet mit hohem Komfort, guten Vortrieb und Fahrspaß bergab.
Mountainbikes für Bergsteiger
Rauf und runter - Bikes für alpine Touren müssen vor allem eines sein: vielseitig. Welche Eigenschaften im Einzelnen wichtig sind, hängt dabei auch vom eigenen Fahrstil ab. Es gibt eine Typberatung, um das passende Bike zu finden, und kurze Fragen zu Motivation, Einsatzbereich, Fahrkönnen und Fitness beantworten. Neben dem ALPIN-Mountainbike-Test gibt es u.a. Kaufberatung für Fahrräder.
Kaufberatung für Mountainbikes
Mountainbikes entwickeln sich rasant weiter. Moderne Geometrien, ausgereifte Fahrwerke und leistungsstarke Komponenten machen die aktuellen Modelle so vielseitig wie nie zuvor. Du findest heute für jeden Einsatzbereich das passende Bike, vom leichten Cross Country Racer bis zum robusten Downhill Boliden. Wir zeigen dir die besten Mountainbikes in allen wichtigen Kategorien und verraten dir aus unseren Tests, welche Bikes wirklich halten, was sie versprechen.
Hardtails
Hardtails verzichten auf eine Hinterbaufederung und setzen auf Direktheit und Effizienz. Ohne Dämpfer im Heck verpufft keine Energie in beweglichen Lagern. Das macht diese Bikes leichter, günstiger und wartungsärmer als vollgefederte Modelle. Moderne Hardtails haben sich längst vom reinen Racebike zum vielseitigen Trailbegleiter entwickelt. Aber Vorsicht: Die fehlende Hinterbaufederung verzeiht keine Fahrfehler und fordert saubere Linien. Auf ruppigen Trails wirst du jeden Schlag direkt spüren. Cross Country Hardtails bringen dich mit minimalem Gewicht und direkter Kraftübertragung schnell voran. Diese Bikes wiegen oft unter zehn Kilogramm und eignen sich perfekt für Marathons, Race-Einsätze und lange Touren.
Cross Country Fullys
Vollgefederte Cross Country Bikes vereinen Rennperformance mit dem Komfort eines Hinterbaudämpfers. Mit rund 100 bis 120 Millimeter Federweg vorne und hinten sind sie die Waffe der Wahl für XC-Rennen und anspruchsvolle Marathons. Der Hinterbau schluckt kleine Unebenheiten und hält die Reifen am Boden.
Trail Bikes
Trail Bikes sind die Alleskönner unter den Mountainbikes. Mit 130 bis 150 Millimeter Federweg meistern sie sowohl Anstiege als auch technische Abfahrten souverän. Trail Bikes sind oft der beste Kompromiss, aber sie sind auch die Kategorie mit der größten Bandbreite. Manche Hersteller interpretieren “Trail” als “leichtes Enduro”, andere als “dickes XC-Fully”. Fahr unbedingt Probe, bevor du kaufst.
All Mountain Bikes
All Mountain Bikes bewegen sich mit 140 bis 160 Millimeter Federweg zwischen Trail Bikes und Enduros. Sie sollen sowohl bei mehrtägigen Touren als auch bei gelegentlichen Bikepark-Besuchen überzeugen. All Mountain Bikes sind die perfekten Begleiter für Tourenbiker, die auf ihren Runden durch die Wälder gern auch mal anspruchsvolle Trails unter die Stollen nehmen oder sogar den gelegentlichen Besuch im Bikepark nicht ausschließen. Aber seitdem Enduro Bikes zu kleinen Mini-Downhillern mutiert sind, wird es immer schwieriger, heimatnahe Trails zu finden, welche dem Potenzial eines modernen Enduros gerecht werden. Außerdem sind Enduros mit 160 mm Federweg und mehr in den letzten Jahren verdammt schwer geworden. Außerdem gibt es bei den All Mountain Bikes viele spannende Modelle unterhalb der 2000-Euro-Grenze. In diesem Punkt heben sich die All Mountains ganz deutlich von den meist teureren Enduros ab.
Das Canyon Neuron im All Mountain Segment
Das Canyon Neuron ist nicht nur ein Klassiker im All Mountain Segment, sondern es weiß auch mit Fakten zu überzeugen. So gibt es vom Neuron spannende Alu-Modelle, die auch unter 3000 € das Thema Gewicht nicht vernachlässigen. Auch die neuste Neuron-Generation bleibt Werten treu, die man seit jeher mit dem Canyon Neuron verbindet: Das Bike stellt geringes Gewicht und vortriebsorientierter Ausstattung die Tourentauglichkeit über alles und ist der perfekte Begleiter für Alpenüberquerungen oder ausgedehnte Touren im Mittelgebirge. Die Abgrenzung zum Canyon Spectral 125 oder dem Spectral CF bleibt damit erhalten.
Welcher Alleskönner kann überzeugen?
In Deutschland hat sich für Bikes mit 120- 130 mm Federweg und viel Vortriebswillen der Begriff "Tourenfully" eingebürgert - effiziente, aber komfortable und sorglose Kilometerfresser, denen kein Weg zu weit ist, keine Hütte zu hoch liegt. Nehmen wir als Paradebeispiel eines der populärsten Bikes der Republik: das Canyon Neuron. Hier trifft ein leichter Rahmen mit sportlich abgestimmten 130 mm Federweg auf flinke Reifen. Der Lenkwinkel steht moderat, fast steil bei 67,5°, die Sitzposition ist durch das lange Oberrohr sportiv.
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