Lähmung durch Stress: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Stress kann sich auf vielfältige Weise auf unseren Körper auswirken, und in manchen Fällen kann er sogar zu Lähmungen führen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Lähmungen im Zusammenhang mit Stress, die Symptome, die auftreten können, und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.

Psychogene Lähmung: Wenn die Psyche den Körper lähmt

Eine psychogene Lähmung, auch bekannt als dissoziative Bewegungsstörung, ist eine Form der Lähmung, bei der keine organische Ursache gefunden werden kann. Stattdessen wird sie durch psychische Faktoren wie Stress, traumatische Erlebnisse oder ungelöste Konflikte ausgelöst.

Dissoziative Störung (Konversionsstörung)

Die dissoziative Störung, auch Konversionsstörung genannt, ist eine psychische Erkrankung, bei der körperliche Beschwerden auftreten, ohne dass eine krankhafte organische Ursache vorliegt. Diese Beschwerden sind Ausdruck eines psychischen Konflikts, der auf körperliche Erscheinungen verschoben wird, um eine Scheinlösung zu erreichen.

Symptome:

  • Psychisch bedingte Lähmungen
  • "Anfälle" verschiedenster Art
  • Zittern
  • Empfindungsstörungen
  • Schmerzzustände
  • Gedächtnislücken
  • Blind- oder Taubheit

Ursachen und Mechanismen:

Dissoziative Störungen treten häufig als Folge traumatisierender Erfahrungen auf und stellen eine pathologische Form der Erlebnisverarbeitung dar. Unangenehme Erfahrungen werden abgespalten (dissoziiert), und der Betroffene erlebt stattdessen körperliche Symptome, die oft einen symbolischen Charakter haben. Beispielsweise kann eine Lähmung der Beine bedeuten, dass "es nicht mehr weitergeht", oder eine Blindheit, dass der Patient von der Welt nichts mehr sehen möchte.

Diagnose und Behandlung:

Ein Arzt wird feststellen, dass die Erscheinungen nicht zu einer der bekannten Organerkrankungen passen. Beispielsweise gehen "epileptische Anfälle" regelmäßig ohne Verletzungen (z. B. Zungenbiss) einher. Die Symptome werden vor "Publikum" in der Regel stärker, bei fehlender Beachtung durch die Umwelt nehmen sie ab.

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Die Behandlung umfasst tiefenpsychologisch orientierte Verfahren oder Verhaltenstherapie, wobei eine gute, tragfähige Beziehung zwischen Therapeut und Patient entscheidend ist. Eine möglichst frühzeitige Behandlung ist wichtig, um Folgeschäden (körperlich und sozial) zu vermeiden.

Funktionelle neurologische Störungen

Funktionelle neurologische Störungen (FNS) sind gekennzeichnet durch neurologische Symptome, die nicht durch eine strukturelle Schädigung des Nervensystems erklärt werden können. Zu diesen Symptomen gehören Schwäche, Lähmungen, Zittern, Bewegungsstörungen, Empfindungsstörungen und nicht-epileptische Anfälle. Stress und psychische Belastungen können eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von FNS spielen.

Diagnose und Behandlung:

Die Diagnose von FNS basiert auf dem charakteristischen klinischen Erscheinungsbild und dem Ausschluss anderer neurologischer Erkrankungen. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus Physiotherapie, Ergotherapie und Psychotherapie.

Stress als indirekte Ursache von Lähmungen

Stress kann auch indirekt zu Lähmungen führen, indem er bestimmte Erkrankungen auslöst oder verschlimmert, die Lähmungen verursachen können.

Polyneuropathie

Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die die peripheren Nerven betrifft und zu Kribbeln, Taubheit, Schmerzen und Schwäche in den Extremitäten führen kann. In einigen Fällen kann Stress eine Ursache oder ein verstärkender Faktor für Polyneuropathie sein.

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Stress als Ursache von Polyneuropathie:

Dauernde Stressbelastungen können zu Schlafproblemen, Nervosität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, erhöhtem Infektanfälligkeit und Diabetes führen. Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache einer Polyneuropathie, und Stress kann die Symptome von Diabetes und Polyneuropathie verstärken. Stress kann auch die Entstehung einer Gürtelrose begünstigen, die in einigen Fällen eine Polyneuropathie auslösen oder begünstigen kann.

Autonome Polyneuropathie:

Eine autonome Polyneuropathie kann verschiedene Organe wie Herz und Kreislauf, Magen-Darm-Trakt, Nieren und Blase oder Augen beeinträchtigen. Stress kann das Entstehen von Ursachen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder erhöhtem Blutdruck begünstigen oder diese verstärken. Er kann auch selbst eine Ursache einer autonomen Polyneuropathie sein.

Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu einer Vielzahl von neurologischen Symptomen führen kann, darunter Schwäche, Lähmungen, Koordinationsstörungen und Empfindungsstörungen. Stress kann die Symptome von MS verschlimmern und Schübe auslösen.

Schlaganfall

Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird, was zu Hirnschäden und neurologischen Ausfällen wie Lähmungen führen kann. Stress ist ein Risikofaktor für Schlaganfall, da er den Blutdruck erhöhen und die Blutgerinnung fördern kann.

Weitere Ursachen von Lähmungen

Neben Stress gibt es viele andere Ursachen für Lähmungen, darunter:

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  • Schädigung des Gehirns: Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen, bakterielle oder virale Gehirnentzündungen, Tumoren
  • Genetische Erkrankungen: Angeborene Lähmungen
  • Verletzungen bei der Geburt: Erbschen Lähmung
  • Rückenmarkschädigung: Querschnittlähmung, Spinalkanalstenose
  • Neurologische Erkrankungen: Epilepsie, ALS
  • Infektionen: Guillain-Barré-Syndrom
  • Vergiftungen: Alkoholmissbrauch

Symptome von Lähmungen

Die Symptome von Lähmungen können je nach Ursache und Ausmaß der Nervenschädigung variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schwäche oder Kraftlosigkeit in den Muskeln
  • Verlust der Muskelkontrolle
  • Steifheit oder Spastik
  • Taubheit oder Kribbeln
  • Schmerzen
  • Koordinationsstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Gesichtslähmung

Diagnose von Lähmungen

Die Diagnose von Lähmungen umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie CT oder MRT. In einigen Fällen können auch Bluttests, Nervenleitgeschwindigkeitsstudien oder Muskelbiopsien erforderlich sein.

Behandlung von Lähmungen

Die Behandlung von Lähmungen hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Nervenschädigung ab. Zu den möglichen Behandlungen gehören:

  • Physiotherapie: Um die Muskelkraft und Beweglichkeit zu verbessern
  • Ergotherapie: Um die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern
  • Logopädie: Um Sprachstörungen zu behandeln
  • Medikamente: Um Schmerzen, Spastik oder andere Symptome zu lindern
  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursache der Lähmung zu beheben
  • Psychotherapie: Um psychische Faktoren zu behandeln, die zur Lähmung beitragen können

Umgang mit Lähmungen im Alltag

Lähmungen können die Selbstständigkeit im Alltag erheblich beeinträchtigen. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, um mit den Herausforderungen umzugehen. Dazu gehören:

  • Hilfsmittel: Rollstühle, Gehhilfen, Orthesen und andere Hilfsmittel können die Mobilität und Selbstständigkeit verbessern.
  • Anpassungen im Wohnraum: Rampen, Treppenlifte und andere Anpassungen können den Wohnraum barrierefreier gestalten.
  • Unterstützung durch Angehörige und Freunde: Die Unterstützung durch Angehörige und Freunde kann sehr wertvoll sein.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein.
  • Psychologische Unterstützung: Eine psychologische Unterstützung kann helfen, mit den emotionalen Herausforderungen der Lähmung umzugehen.

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