Lavendelwirkung auf das Gehirn: Wissenschaftliche Studien und Anwendungen

Seit Jahrhunderten ist Lavendel eine beliebte Heilpflanze, die gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt wird. Insbesondere der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia P. Miller) gilt als gesund und kommt als Heilpflanze zum Einsatz. Seine beruhigende und entspannende Wirkung hilft vor allem, Ängste zu lösen, mit Stress besser umzugehen, Schlafstörungen zu bessern oder innere Unruhe auszugleichen. Der erfolgreiche Einsatz von Lavendel ist mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Was ist eine Angststörung?

Wer unter einer Angststörung leidet, hat nicht nur in bestimmten Situationen Angst. Betroffene fühlen sich die meiste Zeit angespannt, ihr Denken ist von Befürchtungen, Sorgen und katastrophisierenden Gedanken geprägt. Angst bestimmt ihren Alltag. Und da Angst den Körper in Aufruhr versetzt, berichten Betroffene von Herzrasen und Kurzatmigkeit. Weitere typische körperliche Beschwerden können Zittern, Muskelverspannungen, starkes Schwitzen oder Benommenheit sein. Die ständige Alarmbereitschaft des Körpers verbraucht viel Energie. So sind körperliche und geistige Erschöpfung oft Begleiter von Angststörungen.

Aufgrund der Diagnosekriterien unterscheiden wir zwei verschiedene Angststörungen:

  • Die sogenannte subsyndromale Angststörung ist eine häufig auftretende und oft nicht ausreichend behandelte Erkrankung, geschätzt leiden bis zu 10 % der Bevölkerung darunter. Die Betroffenen sind durch Ängstlichkeit und Unruhe in ihrem Alltag sowie Wohlbefinden eingeschränkt, erfüllen aber noch nicht alle diagnostischen Kriterien der generalisierten Angststörung (GAD).
  • Die generalisierte Angststörung wird im Gegensatz zur subsyndromalen häufiger erkannt und kann daher besser behandelt werden. Schätzungen zufolge erhalten etwa 5 % aller Menschen im Laufe ihres Lebens diese Diagnose. Dafür müssen die Ängste mindestens 6 Monate lang andauern, unkontrollierbar sein und den Alltag der Betroffenen stark einschränken.

Wenn bei Dir keine Angststörung diagnostiziert worden ist und Dich aber dennoch ständig angespannt und ängstlich fühlst, dann solltest Du einen Arzt aufsuchen, um diese Beschwerden abklären zu lassen. Denn eine Angststörung ist eine ernste Erkrankung!

Wenn Du über einen Zeitraum von wenigen Wochen Symptome wie Ruhelosigkeit, leichte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Ängstlichkeit an Dir bemerkst, solltest Du ebenfalls dringend mit einem Arzt oder einer Psychotherapeutin darüber sprechen.

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Wenn Du eine Panikattacke erlebst, solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen. Es handelt sich dabei um eine vorübergehende Phase von intensiver Angst mit meist starken und für die Betroffenen beunruhigenden körperlichen Beschwerden wie Herzrasen und Beklemmung. Manchmal können die Symptome auch denen eines Herzinfarktes zum Verwechseln ähneln.

Zur Behandlung beider Angststörungen werden Psychotherapie, Entspannungsverfahren wie autogenes Training und angstlösende Medikamente eingesetzt.

Lavendel: Eine Heilpflanze mit langer Tradition

Immer häufiger sind jedoch auch Arzneien aus Pflanzen Teil des Behandlungskonzeptes bei Angststörungen, insbesondere solche aus Echtem Lavendel (Lavandula angustifolia). Er zählt zur Gattung Lavendel innerhalb der Familie der Lippenblütler.

Der Name ist abgeleitet von „Lavare“, dem lateinischen Begriff für „waschen“ - da man Lavendel gern als Badezusatz verwendete. Es gibt über 30 verschiedene Lavendel-Arten. Die meisten Arten werden in den Regionen, wo sie wild vorkommen, volksmedizinisch und als Gewürz genutzt. Wenn Sie die prachtvollen Lavendelfelder in der Provence vor Augen haben, dann handelt es sich hierbei inzwischen fast nur noch um Lavandin (Lavandula × intermedia), eine Kreuzung (natürliche Hybride) aus Echtem und Breitblättrigem Lavendel. Warum in der Heilkunde der Echte Lavendel bei weitem den größten Stellenwert hat, ist schnell erklärt.

Signatur des Lavendels

Der Lavendel besitzt viele kleine Blätter. Eine geringe Blattgröße bietet Vorteile für Pflanzen: Sie verlieren weniger Wasser durch Verdunstung und bieten auch weniger Angriffsfläche für Wind und Witterung.

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Ein schönes Symbol für uns: Wenn der Sturm der Emotion Angst in uns tobt, wäre es schön, ihm wenig Angriffsfläche zu bieten, sodass er uns zwar berührt, aber nicht innerlich komplett durcheinanderwirbelt.

Als ein möglicher Verweis auf die beruhigende Wirkung des Lavendels gilt die violette Farbe seiner Blüten: Violett zählt zu den beruhigenden Farben.

Wie wirkt Lavendel genau?

Die Blüten des Echten Lavendels enthalten ätherisches Öl, das sich aus verschiedenen Inhaltsstoffen zusammensetzt. Die Wirkung auf Körper und Psyche ist vielfältig.

So beeinflusst Lavendel die Psyche

Lavendel beruhigt: Studien geben Hinweise darauf, dass Lavendel einen angstlösenden und antidepressiven Effekt hat. Es sind die ätherischen Öle, die dämpfend auf das zentrale Nervensystem wirken können. Er kann die Wundheilung fördern und das Immunsystem anregen und gilt als antiviral und antibakteriell.

In der Volksmedizin gilt Lavendel bereits seit dem 16. Jahrhundert als Heilpflanze. Traditionell wird er vor allem bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden, wie Blähungen, oder bei Krämpfen eingesetzt. Zudem wird er bei Wunden, etwa Verbrühungen verwendet, um die Heilung zu fördern. Lavendelöl gilt darüber hinaus als natürliches Hausmittel, um Insekten wie etwa Stechmücken abzuwehren.

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Die wissenschaftliche Erklärung

Gegen Ängste ist das ätherische Öl des Lavendels mit seinen Hauptkomponenten Linalylacetat und Linalool wirksam. Letzteres wirkt an sogenannten Kalzium-Kanälen der Nervenzellen im Gehirn. Linalool reduziert den Einstrom von Kalzium in diese Nervenzellen, wodurch wiederum ihre Erregbarkeit sinkt [1]. Dadurch sondern sie weniger Botenstoffe wie Glutamat oder Noradrenalin ab, die bei Ängsten für Erregung und Anspannung sorgen [2].

Forschern zufolge sind die Wirkungen einer Lavendel-Aromatherapie vordergründig auf den Stoff Linalool zurückzuführen (13). Es wird vermutet, dass Linalool mit Rezeptoren wie GABA-A interagiert. Über diese wirken auch beruhigende, angstlösende Medikamente aus der Klasse der Benzodiazepine (z. B. Diazepam).

Erfolge in klinischen Studien

Lavendel zählt zu den wenigen Pflanzen, bei denen eine solide klinische Forschung vorliegt. Das heißt: Die Pflanze wurde in verschiedenen aussagekräftigen, placebokontrollierten Studien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet. Bezüglich der Wirkung bei Ängsten sind die bisherigen klinischen Studien bereits in Metaanalysen ausgewertet worden. Metaanalysen bewerten und vergleichen klinische Studienergebnisse. Eine Metaanalyse schrieb dem Lavendelöl positive Wirkungen bei der subsyndromalen Angststörungen zu [3]. Eine weitere Metaanalyse untersuchte die Wirkung von Lavendelöl bei der generalisierten Angststörung. Auch hier zeigte sich eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit [4].

Die Monografien von ESCOP, Kommission E und HMPC befürworten den Einsatz von Lavendel bei Erregungszuständen, Schlafstörungen und Unruhe. Angststörungen sind in den Monografien noch nicht eingeführt. Die Anwendung von Lavendel bei Angststörungen erfolgt daher aufgrund der positiven Ergebnisse in Studien und der bisherigen guten praktischen Erfahrung.

Lavendel als „Besen des Gehirns“

Im Orient wird der Lavendel nicht grundlos als "Besen des Gehirns" bezeichnet (5). In der traditionellen Heilkunde Indiens und Tibets wird die Heilpflanze schon lange zur Behandlung psychiatrischer Störungen verwendet. In einer Übersichtsarbeit von 2021 etwa zeigte sich nach einer Analyse von 342 Studien, dass der Lavendel bei Patienten mit depressiven Symptomen wirksam ist (4). Auch bei Angststörungen und innerer Unruhe könnte der Lavendel hilfreich sein. Das hat u. a. eine Studie im Jahr 2014 mit 539 Patienten gezeigt, die für 10 Wochen täglich entweder 160 oder 80 mg des ätherischen Öls in Kapselform (Lasea®) oder 20 mg Paroxetin (Antidepressivum) bzw. Placebo erhielten. Den stärksten Effekt zeigte die höhere Lasea-Dosis.

Wie kann ich Lavendel anwenden?

Lavendel findet in unterschiedlicher Form Verwendung. Sie können die Heilpflanze sowohl äußerlich als Einreibung oder Badezusatz als auch innerlich, etwa als Tee, nutzen:

  • Bei Stress als Badezusatz: 20 bis 100 Gramm getrocknete Lavendelblüten oder ein bis drei Gramm Lavendelöl in ein Vollbad geben.
  • Bei Schlafstörungen als Tee: 1,5 Gramm Lavendelblüten pro Tasse mit abgekochtem, leicht abgekühltem Wasser (etwa 80 Grad Celsius) aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Erwachsene und Jugendliche sollten nicht mehr als drei Tassen pro Tag trinken. Für die optimale Dosierung den Hausarzt oder die Hausärztin ansprechen.
  • Zur Beruhigung einnehmen: ein bis vier Tropfen Lavendelöl in Wasser einnehmen. Für Erwachsene mehrmals täglich geeignet.
  • Gegen Mücken als Repellent: Lavendelöl unverdünnt oder mit Alkohol (Mischverhältnis 1:1) auf die Haut auftragen.
  • Zur Schmerzlinderung einreiben: Lavendelöl entweder pur oder als fünfprozentige Mischung zum Beispiel mit einem Basisöl wie Mandelöl auf der Haut verteilen.
  • Lavendelöl: Das ätherische Öl wirkt entspannend und schlaffördernd. Wird es in der Duftlampe verdampft, hilft es bei Stress, Schlafstörungen oder Angstgefühlen. Auch für eine Aromaöl-Massage oder ein wohltuendes Bad kann man es verdünnt gut verwenden.
  • Lavendelkapseln: Pflanzliche Präparate mit Öl aus speziell gezüchteten Arznei-Lavendelblüten lassen Sie wieder zur Ruhe kommen. Nimmt man sie in Form von Kapseln ein, hilft das Öl bei Ängsten, Schlafproblemen, Überforderung und posttraumatischen Störungen. Nach und nach lassen Anspannung, Unruhe und Angstgefühle nach - und auch der Schlaf verbessert sich. Die Weichkapseln machen tagsüber nicht müde und auch nicht abhängig.
  • Lavendelwickel: Für eine entspannende Massage oder einen Brustwickel erhalten Sie bei uns in Ihrer Apotheke ein fertiges zehnprozentiges Lavendelöl. Es kann direkt auf die Haut eingerieben oder für einen Wickel verwendet werden. Dazu ein postkartengroßes Baumwolltuch mit etwa 10 Tropfen Öl beträufeln, in fettabweisendes Butterbrotpapier einschlagen und zwischen zwei Wärmflaschen anwärmen. Den Wickel mit der Ölseite auf den Brustkorb legen, mit einem weiteren Tuch befestigen und wirken lassen, bis die Wärme nachlässt.
  • Lavendelblütentee: Arzneitee mit Lavendelblüten beruhigt den Körper und Geist von innen. Schlafen Sie schlecht? Dann trinken Sie vor dem Zubettgehen eine Tasse frischen Lavendelblütentee.
  • Lavendelkissen: Duftkissen mit Lavendel riechen nicht nur angenehm, sie haben auch eine wohltuende, entspannende und schlaffördernde Wirkung.
  • Lavendelsäckchen: Ein Lavendelsäckchen im Kleiderschrank hält nicht nur lästige Motten fern - es sorgt auch für einen angenehmen Duft. Sie haben Lavendel im eigenen Garten? Dann schneiden Sie zum Trocknen die Blütenstände samt Stiel ab und bündeln sie. Anschließend hängen Sie den Lavendel kopfüber an einem trockenen und dunklen Ort auf. Dort darf kein Sonnenlicht eindringen. Achten Sie auch darauf, dass die aufgehängten Bündel etwas Abstand zueinander haben. Nach etwa einer Woche sind die Blüten getrocknet.
  • Entspannung für die Haut: Lavendelhaltiges Pflegeöl, zum Beispiel auf Basis von Mandelöl, löst Verspannungen. Zudem hält es die Haut weich und geschmeidig. Genießen Sie beim Einmassieren den frischen Duft!

Vorsicht bei der Anwendung

Egal ob bei Dir eine diagnostizierte Angststörung vorliegt oder nicht: Die nachfolgenden Anwendungsempfehlungen sind keine Empfehlungen zur Selbstbehandlung! Eine Behandlung mit Lavendel darf nur nach Rücksprache mit Deinem behandelnden Arzt und dessen ausdrücklicher Zustimmung erfolgen. Erzähl ihm von den Möglichkeiten des Lavendels, wende ihn aber nicht ohne seine Zustimmung an!

Am wirksamsten bei Ängsten ist das reine ätherische Öl der Pflanze. Für die innerliche Einnahme sind entsprechende Arzneimittel in den Apotheken erhältlich. Bei diesen Arzneimitteln ist der Lavendelextrakt standardisiert, das heißt die Hauptwirkstoffe sind in einer festgelegten Konzentration enthalten. Die innerliche Einnahme von Lavendel-haltigen Arzneimitteln finde ich die beste Option bei Angststörungen.

Auch die äußerliche Anwendung des Lavendelöls ist sinnvoll. Für die äußerliche Anwendung ist die Inhalation zu empfehlen. Schon allein der Geruch des Lavendelöls kann nämlich beruhigen und Ängste lösen.

Damit Du den Duft immer bei Dir hast, sind im Handel erhältliche Riechsticks für ätherische Öle eine gute Option. Einen Riechstick befüllst Du mit 3 Tropfen des ätherischen Lavendel-Öls. Immer wenn Du Dich unruhig fühlst, kannst Du den Duft des Lavendels mithilfe des Reichsticks einatmen. Er kann neu befüllt werden, sobald das Aroma verflogen ist.

Für die abendliche Entspannung ist ein Kissenspray mit Lavendel und Blutorange eine interessante Option.

Hinweis: Lavendel kann weder innerlich noch äußerlich angewendet eine schulmedizinische oder psychologische Behandlung der Angststörungen ersetzen. Er ist reine Ergänzung.

Dosierung von Lavendel

Arzneilich verwendet werden ausschließlich die vom Stängel abgestreiften, getrockneten Blüten des Echten Lavendels (Lavandulae flos). Der Tee besteht ausschließlich aus den Blüten. Das ätherische Öl wird durch Dampf gewonnen, der durch die Blüten der Pflanze geleitet und anschließend kondensiert wird (Wasserdampfdestillation). Die innerliche Einnahme von ätherischen Ölen ist grundsätzlich heikel, da die Gefahr einer Überdosierung gegeben ist. Für eine Aromatherapie benötigt man ätherische Öle, die entweder standardisiert oder zumindest zu 100 Prozent naturrein sind, also keinerlei Zusatzstoffe enthalten. Bei einer Tinktur handelt es sich um einen alkoholischen Auszug aus Blüten. In der Monographie der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist eine Tinktur aufgeführt. Das Verhältnis von Pflanzensubstanz und Extraktionsmittel beträgt hier 1:5, das Extraktionsmittel ist Ethanol 50 bis 60 Prozent. Die Blüten können auch verwendet werden, um ein kleines Kissen zu befüllen. Der aromatische Tee wird am besten nach dem Essen, also ca. Für Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen wird eine Tagesdosis von 3 bis 6 g der Blüten empfohlen. 1 bis 2 g der Blüten werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen. Der Tee zieht zugedeckt 4 Minuten.

Wird das ätherische Öl oral eingenommen, liegt die empfohlene Tagesdosis zwischen 20 und 80 mg (8). Dies entspricht 1 bis 4 Tropfen. Das Öl darf allerdings niemals unverdünnt eingenommen werden. Man gibt die Tropfen auf 1 TL eines Öls, das man gut einnehmen kann, das man also geschmacklich mag, z. B. ein Mandelöl, ein mildes Rapsöl, ein high-oleic Sonnenblumenöl o. Man kann die Tropfen auch in etwas Joghurt geben. Die Dosierung von Fertigarzneimitteln wie z. B. Weichkapseln erfolgt laut Packungsbeilage. Bei einer Aromatherapie liegt die Dosierung bei 2 bis 4 Tropfen des ätherischen Öls pro 2 bis 3 Tassen Wasser. Eine Massage mit Lavendelöl führt zur Entspannung und allgemeinem Wohlbefinden. Bei einer Massagetherapie werden 1 bis 4 Tropfen des Öls pro Esslöffel Basis-/Trägeröl (z. B. Mandelöl) gegeben. Bei einem Badezusatz liegt die Dosierung bei 1 bis 3 ml ätherischem Öl pro Vollbad, das nur einmal täglich für 10 bis 20 Minuten durchgeführt werden sollte. Wichtig ist, einen Emulgator (z. B. Mandelmilch oder Meersalz) hinzuzufügen, da sich Öl und Wasser sonst nicht mischen. Lavendeltee und das ätherische Öl werden bei denselben Beschwerden empfohlen. Doch inwiefern unterscheiden sie sich? Ätherisches Lavendelöl wird durch Destillation gewonnen. Das ätherische Öl hat eine stärkere Wirkung als der Tee. Es hat aber den Nachteil, dass es bei falscher Anwendung bzw. zu hoher Dosierung Nebenwirkungen wie z. B. Daher ist es sehr wichtig, dass die empfohlene Dosierung nicht überschritten wird.

Welche Nebenwirkungen hat Lavendel?

Lavendel kann unerwünschte Wirkungen haben. Wenn Sie Vorerkrankungen haben oder Lavendel bei Kindern einsetzen wollen, sollten Sie das vorab ärztlich abklären. Folgendes ist zu beachten:

Für Lavendelöl gilt: Lavendelöl ist für Säuglinge und Kleinkinder unter vier Jahren nicht empfohlen. Eine Anwendung, vor allem im Gesicht, kann einen sogenannten Stimmritzenkrampf auslösen und im schlimmsten Fall zu einem Atemstillstand führen. Auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten kein Lavendelöl einnehmen, auch hier fehlen eindeutige Erkenntnisse zur Sicherheit. Bei empfindlichen Personen können durch das Lavendelöl Hautreizungen, allergische Reaktionen oder - bei innerlicher Anwendung - Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Auf ein Vollbad mit Lavendel sollten Personen mit folgenden Erkrankungen verzichten:

  • offene Wunden
  • großflächige Hautentzündungen
  • Fieber
  • Kreislaufbeschwerden
  • Herzinsuffizienz

Auch für die allgemeine Anwendung von Lavendelblüten gibt es Einschränkungen.

Bei einer Überdosierung können Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Benommenheit und Krampfanfälle auftreten (14). Beachten Sie bei äußerlichen Anwendungen die vorgeschriebene Verdünnungsweise und tragen Sie das Öl nicht direkt auf die Haut auf. Lavendeltee wird hingegen durch Aufguss der Blüten mit heißem Wasser hergestellt. Die Inhaltsstoffe sind darum nicht in derart konzentrierter Form enthalten wie im Öl. Der Tee wirkt am besten innerlich und die Anwendung ist sicherer. Es sollte sich nicht um ein Duftöl handeln, das synthetische Aromen enthält. In Apotheken gibt es manchmal standardisierte ätherische Öle. Laut Europäischem Arzneibuch müssen standardisierte Lavendelblüten mindestens 1,3 Prozent ätherisches Öl enthalten. Im standardisierten ätherischen Öl muss der Mindestanteil von Linalylacetat bei ca. Die Anwendungsdauer ist zwar nicht begrenzt. Wenn sich die Symptome aber nicht verbessern oder gar verschlimmern, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker konsultieren. Bei der Aromatherapie oder äußerlichen Anwendungen wie einem Bad können Sie eine sofortige beruhigende Wirkung erfahren. In Hinblick auf Weichkapseln (Lasea®) treten spürbare Effekte z. B. Bei der innerlichen Einnahme kann es in seltenen Fällen zu Beschwerden wie Aufstoßen und Übelkeit kommen. Bei äußerlicher Anwendung können eine leichte Dermatitis und einer Erhöhung der Lichtempfindlichkeit (Photosensibilisierung) auftreten. Bei bekannter Unverträglichkeit gegenüber einem enthaltenen Inhaltsstoff sollte man auf die Pflanze und Zubereitungen daraus verzichten. Da die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht erwiesen ist, wird die Verwendung der Heilpflanze nicht empfohlen. Vorsicht ist bei einer gleichzeitigen Anwendung von Lavendel und Antiepileptika sowie Medikamenten geboten, die auf das zentrale Nervensystem (ZNS-Depressiva) wirken. Denn dies kann u. U.

Anbau und Ernte von Lavendel

Ob im Garten oder im Topf: Die mediterrane Pflanze liebt sehr sonnige und warme Standorte. Ansonsten ist der Kleinstrauch anspruchslos. Der Boden sollte mager, sandig-lehmig und leicht kalkhaltig sein. Gegossen werden muss nur wenig, denn die Pflanze ist trockenheitstolerant. Bei schlechten Bedingungen wie schattigem Standort oder zu viel Nässe werden die Abwehrkräfte allerdings geschwächt und die Pflanze wird anfällig für Fraßfeinde. Dazu zählen z. B. Von den ätherischen Ölen können auch andere Pflanzen wie z. B. Rosen profitieren, die in der Nähe wachsen. Es ist wichtig, den Lavendel regelmäßig zu schneiden, da er sonst vergreist und blühfaul wird. Wenn Sie die Pflanze im zeitigen Frühjahr zurückschneiden, verzweigt sie sich an den Schnittstellen und bleibt kompakt und buschig. Entfernt werden allerdings nur die grünen Triebe, idealerweise um ca. Nach der Blüte können erst die verblühten Blütenstiele entfernt werden. Anschließend verjüngt man die Büsche, in dem man die Triebe um ein Drittel zurückschneidet. Die Ernte erfolgt am besten zwischen Mitte Juli und Anfang August, wenn die Blüten beginnen aufzubrechen. Ideal ist ein trockener, sonniger Tag. Schneiden Sie die Stiele ca. Der Echte Lavendel ist winterhart. Andere Arten sind frostempfindlicher und benötigen Winterschutz.

Lavendel als vielseitiger Verbündeter

Echtes, naturreines Lavendelöl (nicht Lavendin) in einer Duftlampe wirke zudem unterstützend bei Meditationsübungen, und nicht zuletzt sorgt bereits der Anblick eines Fotos, auf dem ein Lavendelfeld abgebildet ist, bei manchen für Entspannungsgefühle. „Die Farbe Lila repräsentiert zudem nach der indischen Chakra-Lehre das sogenannte Kronen-Chakra, das über dem Kopf sitzt. Das ist dort, wo nach Vorstellung der Hindu und Buddhisten das Geistige in die Seelen-Ebene übergeht. Man muss natürlich einen gewissen Zugang dafür haben, um das zu erfahren. Fest steht jedenfalls: Lavendel ist in vielerlei Hinsicht unser Verbündeter. Lavendel spricht wirklich alle Sinne an - auch den Geschmackssinn. Als Kräuterexpertin weiß Dr. Ursula Stumpf ebenso über die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten Bescheid. Für ihre einfachen Lavendelrezepte eignet sich übrigens der handelsübliche, winterharte Lavendel, der auch in unseren Breitengraden wächst.

  • Lavendel-Wasser: Morgens drei frisch gepflückte Blütenstände mit dem Kopf zuerst in 100 Milliliter Wasser eintauchen und bis zum Abend stehen lassen.
  • Lavendel-Tee: Zwei bis drei Blütenstände mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen.
  • Lavendel-Honig: Nach Belieben viele Blütenstände mit Honig übergießen, das Glas fest verschrauben und mindesten vier Wochen stehen lassen.
  • Lavendel-Kekse: 150 Gramm Butter und 115 Gramm Zucker schaumig rühren, 1 Ei dazugeben. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen und den Teig löffelweise darauf geben. Im Ofen bei 180 Grad / Stufe 4 in etwa 15 bis 20 Min goldbraun backen. Vor dem Anbieten mit frischen Blüten verzieren.

Wichtig: Lavendel bzw. Lavendelöl niemals direkt bei Babys und Kleinkindern anwenden.

Fazit

Ätherisches Lavendelöl ist die am besten untersuchte phytotherapeutische Option bei Ängsten und Angststörungen. Es ist jedoch kein Ersatz für eine schulmedizinische oder psychologische Behandlung von Angststörungen, kann diese aber gut ergänzen. Aufgrund der guten Studienlage sind Ärzte und Psychotherapeutinnen meist offen für diese Option.

Lavendel ist eine beeindruckende Pflanze. Sie ist die „Arzneipflanze des Jahres 2020“ und hat weit mehr zu bieten als einen hübschen Anblick und einen schönen Duft: Lavandula angustifolia, auch als Echter Lavendel bekannt, hat es in Sachen medizinischer Wirkung ganz schön in sich. Was die Pflanze mit unserer Psyche anstellt und welchen starken chemischen Beruhigungsmitteln sie sogar überlegen sind. Es scheint fast so, als habe die Natur mit Lavendel absichtlich eine Pflanze „erfunden“, die den Menschen ein gutes Gefühl geben soll. Als Arzneimittel taugt sie aber weniger dazu, Wehwehchen zu beseitigen, die Wirkung ihrer Inhaltsstoffe entfalten sich vor allem im Kopf - und zwar ganz ohne Placebo-Effekt, wie zahlreiche Doppelblind-Studien bereits belegen konnten.

Wichtiger Hinweis!

Wie jede Wissenschaft ist die Heilpflanzenkunde ständigen Entwicklungen unterworfen. Soweit in diesem Beitrag medizinische Sachverhalte, Anwendungen und Rezepturen beschrieben werden, handelt es sich naturgemäß um allgemeine Darstellungen, die eine individuelle Beratung, Diagnose und Behandlung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine/einen Apothekerin nicht ersetzen können. Jede/Jeder Nutzende ist für die etwaige Anwendung und vorherige sorgfältige Prüfung von Dosierungen, Applikationen oder sonstigen Angaben selbst verantwortlich. Autoren und Autorinnen und Verlag haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass diese Angaben bei ihrer Veröffentlichung dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Haftung für Schäden oder andere Nachteile ist jedoch ausgeschlossen.

Für die meisten Heilpflanzen fehlen Studien zu Unbedenklichkeit bei der Anwendung in der Schwangerschaft und während der Stillzeit, sowie bei Säuglingen, (Klein-)Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

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