Umgang mit nervigen Besserwissern: Strategien für einen entspannten Alltag

Sicherlich kennen Sie auch Menschen, die es einem nicht leicht machen, die einen nach einer Begegnung seufzend zurücklassen. Ob es der pubertierende Sohn, der cholerische Chef, der nörgelnde Kollege oder die allwissende Schwiegermutter ist - anstrengende Menschen gibt es viele. Ihnen aus dem Weg zu gehen ist oft keine Option. Wie aber können Sie mit solchen Menschen umgehen, ohne selbst zu kurz zu kommen? Dieser Artikel gibt Ihnen Strategien an die Hand, um mit Egozentrikern, Cholerikern und Drama-Queens gelassener umzugehen.

Selbstfürsorge und Beziehungsgestaltung

Selbstfürsorge bedeutet auch, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu schützen und für sich selbst einzustehen. Dazu gehört, die eigenen Grenzen zu wahren und auch mal "Nein" zu sagen, wenn der Kollege wieder Arbeit aufdrücken möchte.

Mitgefühl entwickeln

Mitgefühl hilft, sich in den anderen hineinzuversetzen. Erinnern Sie sich daran, dass auch Sie mal einen schlechten Tag haben. Wenn Sie einen Energieräuber im Umfeld haben, versuchen Sie, einen Satz zu formulieren, der Ihre Impulse des Gegenangriffs oder der Empörung abmildert. Fragen Sie sich ehrlich, was hinter dem Verhalten des anderen steckt. Vielleicht ist er nicht in der Lage, seine unbefriedigten Bedürfnisse zu erkennen und Schritte zur Erfüllung einzuleiten. Wenn Sie das versteckte Bedürfnis identifizieren, können Sie gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Auch wenn es nicht immer möglich ist, ein klärendes Gespräch auf der Bedürfnisebene zu führen, sind Sie besser auf das Verhalten des anderen vorbereitet, wenn Sie seine Sichtweise verstehen.

Nicht alles persönlich nehmen

Wir neigen dazu, das Verhalten anderer persönlich zu nehmen. Wenn der Chef Sie anmotzt oder der Sohn Sie ankeift, hat das oft weniger mit Ihnen als mit der "inneren Verfassung" des anderen zu tun. Sein Verhalten sagt mehr über ihn selbst aus als über Sie. Dieser Gedanke kann helfen, sich abzugrenzen. Sagen Sie sich: "Es hat nichts mit mir zu tun."

Bei sich bleiben

Wenn ein Verhalten heftige Gefühle auslöst, ist es wichtig, bei sich zu bleiben. Sie entscheiden, was Sie wie intensiv an sich heranlassen. Bleiben Sie ruhig, atmen Sie tief durch und beziehen Sie klar Position. Kennen Sie Ihre Grenzen und zeigen Sie dem anderen deutlich das Stoppschild, wenn diese überschritten werden. Ein gesundes Selbstbewusstsein macht Sie weniger ausgeliefert. Entwickeln Sie ein "inneres Standing", das Sie unabhängig vom Verhalten anderer macht.

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"Ich bin OK - du bist OK"

Vermeiden Sie es, andere klein zu machen und abzuwerten. Alle Strategien zielen darauf ab, eine Haltung einzunehmen, die sich am besten mit "Ich bin OK - du bist OK" beschreiben lässt. Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist keine gute Strategie. Lassen Sie sich nicht auf Kämpfe und Streitereien ein. Setzen Sie lieber auf Harmonie und Ruhe.

Kommunikationstools

Vermeiden Sie provozierende Körpersprache und kultivieren Sie innere Gelassenheit.

Das Problem mit Besserwisserei

"Man trifft sie überall, niemand arbeitet gerne mit ihnen zusammen, und mit der Zeit bringen sie jeden auf die Palme: Besserwisser. Kein Thema, in dem sie sich nicht hervorragend auszukennen glauben. Kaum etwas bleibt unkommentiert. Keine Meinung, der sie nicht ihren Senf hinzugeben. Grundsätzlich ist es schön, wenn jemand sein Wissen mit anderen teilt, doch der Besserwisser strapaziert mit seinem Verhalten die Nerven seiner Mitmenschen. Wie geht man damit richtig um, und was steckt dahinter, wenn jemand ständig nörgelt oder alles besser zu wissen glaubt?"

Jeder hat ein Quäntchen Besserwisser-DNA in den Genen. Es ist normal, unterschiedliches Wissen zu haben. Wissen zu teilen ist gut, aber die Frage ist, wie es vermittelt wird. Kommt es ungefragt oder überheblich? Hat man das Gefühl, belehrt zu werden oder für dumm gehalten zu werden?

Oft geht es dem Besserwisser nicht um die Sache, sondern um die Selbstdarstellung. Beiträge anderer werden genutzt, um eigene Gedanken zu präsentieren. Das stoppt Gespräche, da die Einwürfe nicht auf Dialog ausgelegt sind.

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Besserwisser verfügen oft über einen großen Wissensschatz. Die Besserwisserei nervt, wenn der Wissensvorsprung falsch eingesetzt wird. Eine besserwisserische Erklärung fühlt sich wie ein Angriff oder eine Demütigung an. Gedanken wie "Hält der mich für dumm?" lassen uns innerlich eskalieren. Die negative Spannung führt zu Gegenangriffen oder Fluchtversuchen, was nicht zielführend ist.

Kleine Charakterkunde des Besserwissers

Ein Besserwisser ist ein Perfektionist und Nörgler, der gerne und andauernd andere korrigiert. Er erklärt allen die Welt, hat ein Grundbedürfnis, Recht zu haben und mit Wissen zu punkten. Einen Irrtum zuzugeben ist unmöglich. Er ist nicht offen für andere Meinungen und gibt anderen das Gefühl, dumm zu sein.

Die Gründe liegen in der Kindheit

Das Bedürfnis, mit Wissen zu glänzen, liegt in der kindlichen Prägung. Die Botschaft "Wir haben dich lieb, wenn du etwas besser weißt" wurde verinnerlicht. Der Besserwisser glaubt, Anerkennung zu bekommen, wenn er sein Wissen einbringt, merkt aber nicht, dass das Gegenteil passiert.

Die Überzeugung, nur mit Wissen anerkannt zu werden, kann mit geringem Selbstwertgefühl einhergehen. Unsicherheit wird überspielt, indem andere abgewertet, auf Fehler hingewiesen oder ständig verbessert werden.

Narzissten nutzen ihr Wissen, um sich aufzuspielen und ihr Ego zu schmeicheln. Es geht um Selbstdarstellung und Gier nach Aufmerksamkeit.

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Tipps für einen souveränen Umgang mit Besserwissern

  1. Nicht persönlich nehmen! Dem Besserwisser fehlt ein anderes Handlungsrepertoire, um Wertschätzung zu befriedigen. Bewusstsein hilft, Abstand zur Empörung zu bekommen. Die Besserwisserei hat nichts mit Ihnen zu tun, sondern ist nur sein Verhalten.

  2. Ignorieren Sie die Kommentare. Bieten Sie keine Angriffsfläche oder Plattform, um sich aufzuspielen. Ignorieren Sie die Einwände und liefern Sie keinen Anlass zu Diskussion. Führen Sie eine Strichliste, wenn der Besserwisser stört, und fahren Sie dann fort.

  3. (Dauer)nörgelnde Besserwisser: Nehmen Sie das Genörgel nicht persönlich, sondern zur Kenntnis und fahren Sie mit dem Tagesgeschäft fort.

  4. Freundlich-bestimmt sein: Beschreiben Sie sachlich, was Sie beobachten und welche Wirkung das Verhalten hat. Lassen Sie sich nicht auf Rechtfertigungen ein, sondern bleiben Sie beim Thema Verhalten. Erklären Sie, dass Sie an Austausch interessiert sind, aber auf diese Art der "Unterstützung" verzichten möchten. Fragen Sie, wie er sich fühlen würde, wenn er ständig korrigiert würde.

  5. Fordern Sie sein Wissen heraus: Hinterfragen Sie die Aussagen des Besserwissers bis ins Detail, ohne hämisch zu sein.

  6. Gute Vorbereitung: Besserwisser erwischen ihr Gegenüber oft in einem Moment der Unsicherheit. Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Je detaillierter Sie sich auskennen und je mehr Fakten Sie kennen, desto eher behalten Sie die Oberhand. Stellen Sie sich die Situation mit allen Facetten vor und üben Sie Schlagfertigkeit.

  7. Klar die eigene Rolle wahrnehmen: Moderieren Sie ein Meeting, erteilen Sie ihm als Letzten das Wort. Haken Sie nach, inwieweit seine Vorschläge mit denen der Vorredner konform gehen.

  8. Nehmen Sie es mit Humor! Danken Sie dem Besserwisser für seinen Einwand und machen Sie ohne darauf einzugehen weiter. Lassen Sie sich nicht Ihre Laune verderben.

  9. Besser nicht: Lassen Sie den anderen nicht auflaufen, auch wenn Sie es besser wissen. Das wird ihn nur kränken.

Weitere Strategien

  • Strategie 1: Wenn du wie Buddha reagieren (bzw. nicht reagieren) möchtest: Bei lapidarer Rechthaberei, die dich nicht weiter persönlich trifft. Größe zu zeigen, das bedeutet für mich, die Gelassenheit zu haben, dass man nicht um jeden Preis aus einer Diskussion als Sieger herausgehen will. Ganz getreu dem Motto „Der Klügere gibt nach!“. Auch wenn du ganz sicher weißt, dass du auf jeden Fall Recht hast - belass es doch einfach dabei. Nimm die Aussage deines Kollegen nicht so ernst und vor allem nicht persönlich. Und dann sag dir so etwas wie: „Ja, es ist gut, wie es ist. Keiner ist perfekt. Ich nicht und … auch nicht. Lass dem Besserwisser einfach seine Meinung, lächel in dich hinein und mach mit dem weiter, was du vorher gemacht hast. Nachteil: Du musst deinen Ärger herunterschlucken, falls du denn welchen empfindest. Und dann besteht die Möglichkeit, dass du irgendwann platzt.
  • Strategie 2: Wenn du wie Marshall B. Rosenberg: Marshall B. Rosenberg ist bekannt als Begründer des Konzepts der Gewaltfreien Kommunikation. Bei dieser Grundhaltung steht eine wertschätzende Beziehung im Vordergrund.
  • Strategie 3: Frage dich, ob er vielleicht Recht hat: Du musst Interesse daran haben, die Wahrheit herauszufinden. Du musst dich einmal von deiner ganz persönlichen Wahrheit freimachen. Ja, es gibt Menschen, die immer meinen, alles besser wissen zu müssen. Und manchmal sind sie damit klar im Unrecht. Aber manchmal haben sie auch Recht! Und wenn sie tatsächlich Recht haben, dann wäre es doch schade, ihnen nicht zu glauben, oder?
  • Strategie 4: Beweise dein Wissen: Du musst wirklich Ahnung haben - und das auch durch fundiertes Wissen beweisen können. Wenn es um ein Thema geht, von dem du viel Ahnung hast, dann überzeug doch ruhig damit. Teilweise ist das unangenehm, weil man nicht als Besserwisser dastehen möchte, manchmal ist es aber auch einfach angebracht, jemanden über die „Wahrheit“ zu informieren.
  • Strategie 5: Nerv ihn mit übertriebener Zustimmung: Manchmal hat man ja das Gefühl, dass Besserwisser etwas einfach behaupten möchten, um damit zu provozieren. Wenn du dich aber nicht provozieren lässt, dann verlieren sie ganz schnell den Spaß. Und wenn du selbst keine Gegenposition lieferst, dann gibt es auch keinen Anlass für stundenlange Diskussionen. Was richtig nerven kann, und den Besserwisser in seinen Ausführungen enorm verunsichert, ist, wenn du einfach, während der Besserwisser noch über sein Thema referiert, ständig nickst und ihn mit vielen wohlplatzierten Formulierungen, wie z. B.: „Ach was, das ist ja ein Ding“, „Nee, tatsächlich?!“, „Boah, Mensch, du weißt aber wirklich eine Menge“ - unterbrichst. Und das mit einer zuckersüßen Stimme.
  • Strategie 6: Schlag eine Wette vor: Schlag eine Wette um das umkämpfte Thema vor. Das zeigt, wie ernst es dir um dein Recht ist. Der Wetteinsatz ist gering: Sagen wir mal, du wettest um 1,- €, dass das Goldene Dreieck eine Region im Grenzgebiet von Laos, Burma und Thailand ist. Dann wird dein Kollege die Wette annehmen und du musst dann die Wahrheit herausfinden: z.B. Der Wetteinsatz ist hoch, aber auf jeden Fall noch realistisch: Wenn du mit Joachim um 50,- € wettest, wird er selbst ins Zweifeln kommen.

Vermeidung ist nicht immer die Lösung

Schwierigen Menschen aus dem Weg zu gehen ist eine gute Taktik für das eigene Wohlbefinden. Allerdings ist das im Alltag nicht immer möglich und sinnvoll. Dennoch: Versuche die komplizierten Kontakte möglichst kurz und selten zu halten.

Kühlen Kopf bewahren

Situationen mit schwierigen Menschen bergen ein hohes Potenzial an emotionalem Sprengstoff. Wir werden wütend, ärgern uns und wollen am liebsten gleich mit allen (verbalen) Waffen zurückschlagen. Das ist aber keine gute Idee. Besser ist es, das nervige Verhalten des Gegenübers zu ignorieren und nicht darauf einzugehen. Wichtig ist, dass du auch in emotional schwierigen Situationen versuchst, einen kühlen Kopf und Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Lass dich nicht dazu verleiten, Dinge zu sagen, die dir im Nachhinein leidtun. So behältst du die Kontrolle über die Situation.

Nicht persönlich nehmen

Nimm Verbalattacken von schwierigen Menschen nie persönlich. Nörglerische, pessimistische und besserwisserische Menschen wollen, dass andere mitleiden oder sich dumm vorkommen. Auch wenn es dir wahrscheinlich schwerfällt, versuche, dich in dein kompliziertes Gegenüber hineinzuversetzen. Wenn du Mitgefühl und Empathie an den Tag legst, hilft das, auch schwieriges Verhalten zu tolerieren - was nicht heißt, dass du es akzeptieren musst. Einem Menschen, der zum Beispiel andauernd jammert, wie schlimm das Leben sei, wie schlecht die Menschen sind und wie schwer er es habe, kannst du antworten: “Ich verstehe, dass für dich alles sehr schwierig erscheint, wenn das und das passiert …".

Ruhig und sachlich bleiben

Um eine verfahrene Gesprächssituation nicht eskalieren zu lassen, ist es wichtig, dass du ruhig und sachlich bleibst. Das hat oberste Priorität. Greife die Person nicht an, mach keine Vorwürfe und beschimpfe sie nicht. Auch deine Gestik und Mimik solltest du versuchen, unter Kontrolle zu bringen. Ein aggressiver oder vorwurfsvoller (Unter-)Ton bringt dich nicht weiter. Auch gehässige Blicke oder eindeutig abwertende Gesten tragen nicht zu einer Lösung des Konflikts bei.

Nach dem Zweck fragen

Um eine bessere Beziehung zu schwierigen Menschen aufzubauen, ist es zielführender, nach dem Zweck für das Verhalten und nicht nach dem Grund zu fragen. Wenn wir verstehen, was der schwierige Mensch mit seinem Verhalten wirklich bewirken will, welche Bedürfnisse er damit befriedigen will und welche emotionalen Ziele er verfolgt, können wir besser darauf eingehen und im Idealfall gemeinsam eine Lösung finden. Das mag nicht leicht und nicht auf Anhieb oder beim ersten Mal umzusetzen sein, und es verlangt uns eine Menge ab.

Grenzen setzen

Stehe zu dir und deinen Positionen und ziehe Grenzen, wo sie nötig sind. Mach dich nicht klein und zeige Stärke, indem du innerlich ruhig und sachlich mit der Situation umgehst.

Eigene Triggerpunkte erkennen

“Er sollte sich wirklich nicht dauernd so in Vordergrund spielen“, “Sie sollte gewissenhafter arbeiten“, “Er sollte mal weniger rumjammern“: Solche “Sollen-Sätze“, die uns in unserem Ärger überfallen, sagen viel mehr über uns aus als über unser Gegenüber. Denn sie sind oft Projektionen, also Eigenschaften, die wir zwar anderen zuschreiben, aber eigentlich unseren eigenen geheimen Wünsche und Bedürfnisse entstammen. Deshalb sollten wir uns immer wieder die Frage stellen, ob gerade die Eigenschaften, die uns an schwierigen Menschen am meisten nerven, nicht vielleicht unsere eigenen Triggerpunkte sind.

Wertschätzende Kommunikation

Oberstes Prinzip bei dieser Art von Kommunikation ist es, dass du der anderen Person signalisierst, dass du sie in ihrer Ansicht und ihren Gefühlen verstehst, jedoch deine eigenen Ziele und Bedürfnisse nicht aufgibst. Es geht nicht darum, wer Recht hat, oder wer gewinnt und wer verliert.

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