Die neurologische Versorgung umfasst die Diagnose, Behandlung und Prävention von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskulatur. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene neurologische Erkrankungen, Diagnoseverfahren und Therapieangebote, die in modernen neurologischen Praxen und Kliniken zur Verfügung stehen.
Neurologisch-psychiatrische Gemeinschaftspraxen
Neurologisch-psychiatrische Gemeinschaftspraxen bieten eine umfassende Versorgung für Patienten mit neurologischen und seelischen Erkrankungen. Ein freundliches und kompetentes Team, moderne Diagnostik-Verfahren und eine individuell abgestimmte Therapie gehören zum Leistungsumfang. Die Patienten und ihre Angehörigen werden umfassend informiert und aufgeklärt.
Ärzte und Spezialisten
In neurologischen Praxen und Kliniken arbeiten verschiedene Spezialisten Hand in Hand, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Dazu gehören:
Neurologen: Spezialisten für Erkrankungen des Nervensystems.
Psychiater: Spezialisten für die Diagnostik, Therapie und Prävention seelischer Erkrankungen.
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Neuropsychologen: Spezialisten für die Untersuchung und Therapie von kognitiven Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logisches Denken.
Fachärzte und Therapeuten: In Kliniken arbeiten Fachärzte, Psychologen, Therapeuten und speziell ausgebildete Pflegekräfte Hand in Hand.
Beispielsweise arbeiten in einer Gemeinschaftspraxis Dr. Klaus Gerlach, Dr. Volker Woiton und Frau Dr. Martina Roempler, Arman Gregor und Dr. Sie werden dabei zukünftig unterstützt von Frau Stella Berei sowie Frau Alissa Haarmeyer und Frau Dr.
Terminvereinbarung und Überweisung
Für die Terminvereinbarung kann man in vielen Fällen einen Online-Service nutzen. Sollten Sie eine Überweisung mit einem Vermittlungscode zur fachärztlichen Vorstellung (Neurologie oder Psychiatrie) erhalten haben, können Sie gern einen Termin vereinbaren.
Wichtige Dokumente zum Termin mitbringen
Zum Termin sollten Patienten wichtige Dokumente mitbringen, um eine umfassende Anamnese und Diagnose zu ermöglichen. Dazu gehören:
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- Neurologische oder psychiatrische Vorbefunde, Arztbriefe oder Röntgenberichte (insbesondere von cCT- oder cMRT-Untersuchungen).
- Ggf. eine Liste der aktuellen Medikamente.
Schwerpunkte neurologischer Erkrankungen
Die Neurologie befasst sich mit einer Vielzahl von Erkrankungen des Nervensystems. Einige der häufigsten und wichtigsten neurologischen Erkrankungen werden im Folgenden näher erläutert.
Schlaganfall
Der Schlaganfall ist eine Gefäßerkrankung des Kopfes, die meist zu plötzlichen neurologischen Ausfällen führt. Es gibt zwei Haupttypen:
- Hirninfarkt: Verengung des Gefäßes durch ein Gerinnsel mit folgender Minderdurchblutung des Hirngewebes.
- Hirnblutung: Einriss des Gefäßes mit Blutung in den Kopf.
Häufige Zeichen sind plötzliche Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sehstörungen oder Sprachstörungen. Ursachen sind Erkrankungen des Herzens (z. B. Vorhofflimmern), Erkrankungen der Gefäße (z. B. Arteriosklerose) oder Gerinnungsstörungen.
Therapie:
Die akute Therapie umfasst die Thrombolyse (Auflösung eines Blutgerinnsels mit Medikamenten) und die mechanische Rekanalisation (Wiederöffnung eines verschlossenen Gefäßes). Zur spezialisierten Behandlung gehört auch das Monitoring auf einer zertifizierten Stroke Unit (Schlaganfall-Station). Dort erfolgt eine umfassende Ursachenabklärung und Behandlungsplanung:
- Medikamentöse Therapie der Schlaganfallursachen (Blutverdünnung, Blutzuckereinstellung, Cholesterinsenkung).
- Operative Therapie der Halsschlagader (Carotis-Operation).
- Endovaskuläre Therapie bei Verengung der Halsschlagader (Carotis-Stenting).
- Endovaskuläre Versorgung der intrakraniellen Gefäße (Stenting).
- Interventionelle Versorgung schlaganfallrelevanter kardiologischer Erkrankungen (z. B. Schirmchenverschluss beim persistierenden Foramen ovale, kurz FPO).
Epilepsie
Die Epilepsie entsteht durch eine Störung der elektrischen Übertragung der Nervenzellen und führt zu anfallsartigen Störungen in Form von Zuckungen, Bewusstseinsstörungen, Fehlhandlungen oder Ohnmachtsanfällen. Die Ursache kann angeboren (genetische Epilepsie) oder erworben sein (z. B. durch Schlaganfälle oder Hirntumore).
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Diagnostik:
Für die Versorgung des akuten epileptischen Anfalls sowie der Betreuung von chronischen epileptischen Erkrankungen steht neben einer Intermediate Care Station die Normalstation mit der Möglichkeit der umfassenden EEG-Diagnostik zur Verfügung. Eine Elektroenzephalografie (EEG) misst die elektrische Aktivität des Gehirns. Die Diagnostik umfasst das Ruhe-EEG, das Provokations-EEG, das Schlafentzugs-EEG sowie das 24-Stunden-EEG.
Multiple Sklerose
Multiple Sklerose ist eine zumeist chronische Autoimmunerkrankung. Es kommt zu Entzündungsherden im Bereich des Kopfes oder des Rückenmarks, die neurologische Ausfälle verursachen können. Häufige Beschwerden sind Sehstörungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen, Lähmungen, ausgeprägte chronische Müdigkeit, Schwindel oder Schmerzsyndrome.
Hirnhautentzündung (Meningitis) und Gehirnentzündung (Enzephalitis)
Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) können sehr gefährlich werden. Zumeist handelt es sich um erregerbedingte Erkrankungen, die durch Viren oder Bakterien verursacht sind. Die häufigsten Beschwerden sind Krankheitsgefühl, Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Koma.
Parkinson-Erkrankung
Die Parkinson-Erkrankung ist eine von vielen möglichen Bewegungsstörungen, die zumeist durch veränderte Neurotransmittersysteme langsam entsteht und zu fortschreitenden Bewegungsstörungen führt, mit Muskelsteifigkeit, Zittern, Bewegungsarmut und Standunsicherheit. Die Zuordnung der Parkinsonerkrankung erfolgt durch genaue klinische Beobachtung und ggf. ergänzende elektrophysiologische Untersuchungen. Es stehen sämtliche medikamentöse Therapieangebote zur Verfügung.
Demenz
Jede Art von Störung der geistigen Leistungsfähigkeit im Bereich des Erinnerns oder im Bereich der Handlungsplanung sind einschneidende Lebenserlebnisse und bedürfen einer sofortigen Abklärung. Neben kleinen und harmlosen Ursachen der Gedächtnis- und Denkstörungen (wie z. B. durch Medikamente oder Stimmungsschwankungen) gehört die eigentliche Demenz zu einer der häufigsten Erkrankungen in der alternden Gesellschaft. Neben der Demenz vom Alzheimertyp ist die gefäßbedingte Demenz (vaskuläre Demenz) sehr häufig. Darüber hinaus finden sich zumeist Mischformen aus den beiden erstgenannten Demenzformen.
Diagnostik und Therapie:
Eine genaue Abklärung der tatsächlichen Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit, wie auch eine Beschreibung der Ursachen und eine mögliche Therapie sind notwendig, um eine bestmögliche Versorgung und bei Bedarf auch Anbindung an demenzspezifische Handlungsangebote zu ermöglichen. Neben der genauen neuropsychologischen Testung erfolgen auf neurologischer Seite die exakte Bildgebung, die Untersuchung des Nervenwassers und andere neurologische Untersuchungen zur Klassifizierung der demenziellen Syndrome.
Myasthenia Gravis
Die Myasthenia gravis ist eine der häufigsten neuromuskulären Erkrankungen. Hier handelt es sich um eine gestörte Übertragung der Nervenimpulse auf den Muskel durch Autoimmunprozesse. Beschwerden sind Doppelbilder, Sprachstörungen und Muskellähmungen. Diese Erkrankung kann viele verschiedene Ursachen haben und ist prinzipiell gut behandelbar.
Polyneuropathie
Durch eine Schädigung der langen Nervenbahnen kommt es zu Gefühlsstörungen und Kraftstörungen zumeist im Bereich der Beine oder auch im Bereich der Arme, die chronisch fortschreitend ist, gelegentlich auch schubförmig verlaufen kann. Hier ist eine genaue Nervenuntersuchung notwendig, um Ursache und Ausmaß der Schädigung zu beschreiben. Häufige Ursachen sind z. B. Diabetes mellitus, übermäßiger Alkoholkonsum und sonstige medikamentöse oder chemische Ursachen. Wenngleich in vielen Fällen nur eine symptomatische Therapie möglich ist, müssen behandelbare Fälle (z. B. Vitaminmangel) erkannt werden.
Schwindel
Schwindelbeschwerden sind meist sehr belastend. Die Ursachen des Schwindels sind vielfältig und die Ursachensuche ist zumeist sehr umfangreich. Aus neurologischer Sicht wird die Störung des Gleichgewichtsorganes (peripherer Schwindel) von der gehirnbedingten Störung (zentraler Schwindel) unterschieden. Die Beeinträchtigung und auch die Ernsthaftigkeit des Krankheitsbildes können sehr stark variieren.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Beschwerden der medizinischen Vorstellung. Während ein großer Teil der Kopfschmerzen eher chronisch und harmlos ist (Spannungskopfschmerz oder Migräne), finden sich zu einem geringen Teil jedoch auch ernsthafte und gefährliche Ursachen des Kopfschmerzes (wie eine Hirnblutung oder Meningitis).
Neurovaskuläre Erkrankungen
Neben dem akuten Schlaganfall gibt es viele komplizierte gefäßbedingte Fragestellung wie z. B. Malformationen, Fisteln oder Kavernome des Gehirnes. Im Rahmen des neurovaskulären Zentrums erfolgt eine interdisziplinäre Beurteilung dieser Erkrankungen in Kooperation mit der Neuroradiologie, Gefäßchirurgie und Neurologie, wie auch im Rahmen einer standardisierten Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie.
Diagnostische Verfahren
Moderne neurologische Praxen und Kliniken nutzen eine Vielzahl von diagnostischen Verfahren, um neurologische Erkrankungen zu erkennen und zu klassifizieren. Dazu gehören:
Elektroenzephalografie (EEG): Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns.
Bildgebung: cCT- oder cMRT-Untersuchungen zur Darstellung von Gehirnstrukturen und -Veränderungen.
Neuropsychologische Testung: Untersuchung kognitiver Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logisches Denken.
Nervenuntersuchung: Untersuchung der Nervenbahnen zur Feststellung von Schädigungen.
Untersuchung des Nervenwassers (Liquor): Analyse des Nervenwassers zur Diagnose von Entzündungen oder anderen Erkrankungen des Nervensystems.
Therapieangebote
Die Therapie neurologischer Erkrankungen ist vielfältig und richtet sich nach der jeweiligen Diagnose und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Zu den Therapieangeboten gehören:
Medikamentöse Therapie: Einsatz von Medikamenten zur Behandlung der Ursachen oder Symptome der Erkrankung.
Operative Therapie: Chirurgische Eingriffe zur Behandlung von Gefäßerkrankungen, Tumoren oder anderen neurologischen Problemen.
Endovaskuläre Therapie: Kathetergestützte Verfahren zur Behandlung von Gefäßerkrankungen.
Neuropsychologische Therapie: Training kognitiver Funktionen zur Verbesserung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logischem Denken.
Physiotherapie: Behandlung von Bewegungsstörungen und Lähmungen.
Ergotherapie: Unterstützung beiAlltagsaktivitäten und Verbesserung derHandlungsfähigkeit.
Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
Psychotherapie: Behandlung seelischer Begleitprobleme neurologischer Erkrankungen.
Moderne Therapieansätze
Neben den etablierten Therapieverfahren gibt es auch moderne Therapieansätze, die in der Neurologie eingesetzt werden:
- VR-gestützte Psychotherapie: Einsatz von virtueller Realität zur Behandlung von Angststörungen.
- TPS - Transkranielle Pulsstimulation: Eine neu zugelassene Therapie, die bei leichter und mittelschwerer Alzheimer-Demenz erfolgreich zum Einsatz kommt.
- EKT - Elektrokonvulsionstherapie: Ein seit vielen Jahrzehnten etabliertes Verfahren zur Behandlung von Depressionen und anderen seelischen Erkrankungen. Hierbei wird durch einen kurzen elektrischen Impuls ein epileptischer Anfall ausgelöst.
Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Psychiatrische Kliniken bieten stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlung für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche mit akuten und chronischen psychischen Beschwerden. Die Behandlung erfolgt durch Fachärzte, Psychologen, Therapeuten und speziell ausgebildete Pflegekräfte.
Klinikangebote
Je nach Krankheit und Schwere der Erkrankung können Patienten zwischen verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten wählen:
- Stationär: Rund um die Uhr Betreuung in einer Klinik.
- Ambulant: Versorgung in Ambulanzen zwischen der Entlassung aus der Klinik und der Weiterbehandlung bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten.
- Teilstationär: Tageskliniken für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche.
Wahlleistungen
Um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, bieten Kliniken oft Wahlleistungen an, die den Komfort erhöhen.