Chinesische Medizin Likör: Einblick in Tradition, Anwendung und moderne Perspektiven

Die chinesische Medizin blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Ein wichtiger Bestandteil dieser Tradition sind Medizinalweine und Liköre, die aus Kräutern und Alkohol hergestellt werden. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Likören in der chinesischen Medizin, von traditionellen Anwendungen bis hin zu modernen Interpretationen und Herausforderungen.

Ginseng: Eine Wurzel von Königen

Der Ginseng nimmt in der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle ein. Bereits 40 v. Chr. wurde er erstmals erwähnt. Die Ginsengwurzel, im Chinesischen "rénshēn" (Menschen-Wurzel) genannt, gilt in Asien als Symbol für Gesundheit und langes Leben. In früheren Zeiten war ihre Verwendung Königen und Kaisern vorbehalten. Im 17. Jahrhundert gelangte die Ginsengwurzel nach Europa, nachdem sie zuvor von arabischen Seeleuten nach Spanien gebracht und wieder vergessen wurde.

Baijiu: Chinas flüssiges Kulturerbe

Baijiu, oft als "Reisschnaps" übersetzt, ist die meistgetrunkene Spirituose der Welt, mit geschätzten 13 Milliarden Litern pro Jahr, die fast ausschließlich in China konsumiert werden. Baijiu ist mehr als nur ein Getränk; es ist ein Spiegelbild der chinesischen Kultur und Geschichte.

Vielfalt und Herstellung

Die Herstellung von Baijiu ist vielfältig. Obwohl oft als Reisschnaps bezeichnet, wird nur ein Teil aus Reis gebrannt. Über 10.000 Destillerien in China verwenden unterschiedliche Zutaten wie Mais, Weizen oder Klebreis. Die Mehrheit wird aus roter Sorghumhirse gewonnen.

Geschmack und Kultur

Der Geschmack von Baijiu ist einzigartig und wird oft als Herausforderung für westliche Gaumen beschrieben. Traditionell wurde Baijiu nicht in Bars getrunken, sondern bei Essen und Banketten, wobei das Ziel oft war, den Gast möglichst schnell betrunken zu machen ("quanjiu" - Überreden zum Trinken).

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Moderne Herausforderungen und Chancen

Baijiu steht vor einer kleinen Revolution. Junge Leute und Frauen bevorzugen zunehmend andere alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Whiskey. Chinesische Hersteller versuchen, das Image von Baijiu zu verändern und ihn international zu vermarkten. In Peking gibt es die erste Baijiu-Bar, die von Hipstern besucht und von internationalen Medien beachtet wird.

Alkohol in der chinesischen Medizin

Alkohol und die chinesische Kultur sind eng miteinander verbunden. Im Ahnenkult verband Wein die Fürsten mit den Vorfahren. Der Tang-Poet Du Fu schrieb: "Nur der Wein erleuchtet das Herz, nur das Gedicht beruhigt die zerrissene Seele."

Thermische Wirkung und Anwendungsbereiche

Die chinesische Medizin betrachtet Alkohol nicht nur als Genussmittel, sondern auch unter dem Aspekt seiner Wirkung auf den Körper. Alkohol bewegt das Blut und das Qi, die Lebensenergie. Die thermische Wirkung reicht von kühlend bis erhitzend:

  • Hochprozentiges: Stark erhitzend.
  • Roter Wein und Reiswein: Wärmend.
  • Bier: Kann das Yin des Herzens aufbauen, wirkt beruhigend.
  • Süßer Alkohol (Liköre): Verursacht Feuchte-Hitze.

Langfristige Auswirkungen

Unabhängig von der thermischen Wirkung haben alkoholische Getränke langfristig eine schädigende Wirkung auf das Blut, das Yin und die Körpersäfte. Ein übermäßiger Konsum kann zu Austrocknung und Überhitzung des Körpers führen.

Alkohol bei Leber-Qi-Stagnation

Die Leber hat in der TCM die Aufgabe, den ungehinderten Fluss von Qi und Blut zu gewährleisten. Alkohol kann kurzfristig helfen, diesen Fluss anzuregen und Blockaden zu lösen. Langfristig sollte man jedoch die Ursachen der Stagnation angehen und psychische und emotionale Aspekte berücksichtigen.

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Traditionelle Medizinalweine und Liköre

In der chinesischen Medizin werden seit langem Medizinalweine zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Diese bestehen aus Schnäpsen oder Likören, denen Kräuter zugesetzt werden.

Dieda Jiu: Tinktur für äußere Anwendung

"Dieda Jiu" ist eine Tinktur, die äußerlich bei Prellungen, Zerrungen und Überanstrengung eingesetzt wird. Es gibt verschiedene Rezepturen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Die Kräuter werden in einem lichtgeschützten Gefäß mit Doppelkorn oder Wodka angesetzt. Nach drei Monaten kann die Medizin verwendet werden, indem die verletzte Stelle mehrmals täglich damit eingerieben wird.

Medizinalwein mit Goji-Beeren

Goji-Beeren (Bocksdornfrüchte) werden in der chinesischen Medizin als Stärkungsmittel eingesetzt. Ein Medizinalwein aus Goji-Beeren verbindet die wärmenden Eigenschaften des Alkohols mit den Yin-stärkenden Eigenschaften der Beeren. Er stärkt das Yin von Lunge, Leber und Nieren, das Leberblut und verbessert die Sehfähigkeit. Zur Herstellung werden 200g Goji-Beeren auf eine Flasche Reiswein gegeben. Nach zwei Wochen kann der Wein in kleinen Mengen getrunken werden.

San Qi: Blutstillendes Mittel

San qi (Radix Notoginseng oder Pseudoginseng) ist ein Mittel zur Blutstillung und ein Hauptbestandteil des Patentrezeptes "Yunnan Baiyao". Es wird innerlich und äußerlich bei Blutungen und Blutstasen angewendet.

Weitere Kräuter und ihre Anwendung

Neben den bereits genannten Kräutern gibt es eine Vielzahl weiterer Pflanzen, die in der chinesischen Medizin eine wichtige Rolle spielen.

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Grüner Tee

Grüner Tee ist nicht nur ein Getränk, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Kultur. Er wird nicht fermentiert, wodurch die frischen, grünen Farbstoffe und Aromen erhalten bleiben. In der TCM wird grüner Tee zur Förderung der Gesundheit und zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt.

Birne mit Mandeln

Bei trockenem Husten kann eine gekochte Birne mit Mandeln helfen.

Kräutergranulat bei Nahrungsstau

Bei Verdauungsbeschwerden nach reichhaltigem Essen kann ein Kräutergranulat helfen, den Nahrungsstau zu beheben.

Moutai: Mehr als nur Schnaps

Moutai, ein berühmter chinesischer Schnaps aus der Provinz Guizhou, wird oft als "chinesische Medizin" bezeichnet. Er wird aus roter Hirse (Sorghum) und Weizen gebrannt und hat eine lange Geschichte, die bis in vorchristliche Zeiten zurückreicht.

Augenübungen in der chinesischen Medizin

In der chinesischen Medizin gelten die Augen als das Fenster der Seele. Augenübungen können die Sehkraft verbessern und Faltenbildung reduzieren.

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