Männer und Frauen sind gleichberechtigt, doch die Unterschiede im Verhalten und Erleben sind unverkennbar. Louann Brizendine, eine erfahrene Neuropsychiaterin, beleuchtet in ihrem Buch "Das männliche Gehirn" die neurobiologischen und hormonellen Grundlagen des männlichen Verhaltens. Das Buch bietet eine umfassende Betrachtung des Mannes in verschiedenen Lebensphasen und erklärt, warum Männer so sind, wie sie sind.
Die Anatomie des männlichen Gehirns
Brizendine erklärt, dass bestimmte Bereiche im männlichen Gehirn anders ausgeprägt sind als bei Frauen. So ist beispielsweise das Zentrum für Sexualität im männlichen Gehirn doppelt so groß wie bei Frauen. Dies erklärt, warum Männer häufiger an Sex denken. Auch der Gehirnbereich für Mitgefühl wird bei Männern nur kurz aktiv, bevor der analytische Teil des Gehirns erwacht. Dies führt dazu, dass Männer oft nach Lösungen suchen, anstatt zuzuhören.
Hormone und ihr Einfluss
Das Hormonsystem spielt eine entscheidende Rolle im männlichen Verhalten. Testosteron beeinflusst die Wahrnehmung von Gesichtern und kann dazu führen, dass Männer neutrale Gesichter als unfreundlich oder aggressiv wahrnehmen. Oxytocin, das während des Sex ausgeschüttet wird, macht Frauen gesprächig, während es Männer müde macht.
Evolutionäre Wurzeln des Verhaltens
Brizendine argumentiert, dass viele männliche Verhaltensweisen in unserer evolutionären Vergangenheit wurzeln. Männer sind Jäger und wollen das begehrteste Weibchen erlegen. Sie nutzen Technik und Statussymbole, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen und Frauen zu beeindrucken.
Das Buch als Ratgeber für Frauen und Männer
"Das männliche Gehirn" ist nicht nur für Frauen gedacht, die Männer besser verstehen wollen, sondern auch für Männer, die sich selbst besser verstehen möchten. Das Buch hilft, die Hintergründe männlicher Verhaltensweisen zu durchschauen und das Zusammenleben in Partnerschaft und Familie angenehmer zu gestalten.
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Themen des Buches
Warum liebt er sein iPhone so sehr?
Männer sind Jäger und wollen das begehrteste Weibchen erlegen. Mit Technik-Schnickschnack wie iPhone und Alufelgen wollen sie die Konkurrenz hinter sich lassen und die Frau beeindrucken.
Warum denkt er immer nur an Sex?
Im Gehirn des Menschen gibt es ein Zentrum für Sexualität. Bei Männern ist es zwei Mal so groß wie bei Frauen.
Warum schläft er nach dem Sex ein?
Schuld ist das Hormon Oxytocin, das während dem Sex ausgeschüttet wird. Frauen macht es gesprächig, Männer sehr, sehr müde.
Warum hört er mir nicht zu?
Der Gehirnbereich für Mitgefühl wird bei Männern nur kurz aktiv. Danach erwacht der analytische Teil. Er kann nicht anders, als nach einer Lösung zu suchen. Zuhören würde ihn jetzt überfordern.
Kann er wirklich zwischen Sex und Liebe trennen?
Sexuelle Abhängigkeit und Verlieben aktivieren das Gehirn auf ähnliche Weise. Einfach nur Sex, ohne Gefühle? So kalt ist er gar nicht.
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Die Vielschichtigkeit des Mannes
Entgegen vieler Vorurteile stellt Brizendine heraus, dass Männer weit komplexer reguliert werden, als die meisten Leute glauben. Sie schildert chronologisch jede Epoche seines Lebens, vom kleinen Jungen bis zum gütigen Großvater. Vor allem Punkte, die immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten führen, erklärt die Autorin als natürliche Folge der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Gehirn.
Wissenschaftliche Fundierung
Das Werk ist eine interessante Kombination aus Sachbuch und Hobbylektüre. Anhand von Erlebnissen ihrer Patienten und eigenen Erfahrungen als Mutter und Ehefrau stellt Brizendine die Eigenschaften des starken Geschlechts dar und führt sie auf neurobiologische und hormonelle Ursachen zurück. Wem die kurze und verständliche Beschreibung innerhalb der einzelnen Kapitel nicht reicht, der findet in den mehr als 400 Endnoten die Kernaussagen der Studien, die als Quellen dienten. Deren Aufzählung erfordert immerhin 69 Seiten Literaturverzeichnis!
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