Die St. Lukas Klinik in Solingen steht vor einschneidenden Veränderungen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Entwicklungen rund um die Klinik, die bevorstehende Schließung, den Umzug der Neurologie ins Klinikum Solingen und die damit verbundenen Bewertungen und Zukunftsperspektiven.
Schließung der St. Lukas Klinik und Umzug der Neurologie
Die St. Lukas Klinik in Ohligs wird voraussichtlich Ende 2023 ihre Pforten schließen. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für die medizinische Versorgung in Solingen und Umgebung. Besonders betroffen ist die Neurologie, deren komplettes Team, bestehend aus 90 Personen, darunter 26 Ärztinnen und Ärzte sowie über 60 Pflegekräfte, ab dem 1. Januar ins Klinikum an der Gotenstraße wechselt. Dies betrifft auch die Stroke Unit, eine Spezialabteilung für die Behandlung von Schlaganfällen.
Die Kplus Gruppe, Träger der St. Lukas Klinik, hat aufgrund dieses personellen Aderlasses ihren Antrag für die Schlaganfallversorgung für Solingen und den südlichen Kreis Mettmann zurückgezogen. Ursprünglich war geplant, die komplette Neurologie von der Lukas Klinik nach Hilden zu verlegen, diese Pläne wurden jedoch verworfen.
Vorwürfe und Gegendarstellungen
Die Entwicklungen rund um die St. Lukas Klinik sind von Spannungen und Vorwürfen begleitet. Kai Siekkötter, Geschäftsführer der Kplus Gruppe, wirft dem Klinikum vor, das komplette Team der Neurologie abgeworben zu haben. Er bezeichnet dies als einen Schlag in die Magengrube.
Das Klinikum Solingen weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Prof. Dr. Martin Eversmeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Städtischen Klinikums, betont, dass es kein aktives Abwerben von Seiten der Geschäftsführung gegeben habe. Die Teams hätten zusammenbleiben wollen und sich daher geschlossen beim Klinikum beworben.
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Eversmeyer argumentiert, dass Hilden ohne den geplanten Ausbau weder apparativ noch räumlich in der Lage gewesen wäre, eine Neurologie und die Schlaganfallversorgung abzubilden. Daher sei es nachvollziehbar, dass sich Kplus-Mitarbeitende nach einer adäquaten Beschäftigung umsehen.
Auswirkungen auf die Schlaganfallversorgung
Die Abwanderung der Lukas-Neurologie ins städtische Haus an der Gotenstraße hat direkte Auswirkungen auf den Kreis Mettmann. Während die Schlaganfallversorgung in Solingen ab dem 1. Januar vom Klinikum übernommen wird, ist die Versorgung im südlichen Teil des Kreises Mettmann ab Neujahr ungewiss. Kai Siekkötter bedauert dies und bezeichnet es als einen rabenschwarzen Tag für den Kreis Mettmann.
Das Städtische Klinikum Solingen hat einen vorbereitenden Kooperationsvertrag mit dem Evangelischen Krankenhaus Mettmann abgeschlossen. Wenn das Land Nordrhein-Westfalen es wünscht, würde das Klinikum ab dem 1. Januar das Evangelische Krankenhaus in Mettmann unterstützen, dort zeitnah eine Stroke Unit aufzubauen.
Bewertungen der St. Lukas Klinik
Die Bewertungen der St. Lukas Klinik sind gemischt. Einige Patienten loben die Kompetenz der Ärzte und des Pflegepersonals, insbesondere auf der Stroke Unit. Andere bemängeln lange Wartezeiten, mangelnde Hygiene und eine unzureichende Kommunikation zwischen den Fachabteilungen.
Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen in der Notfallambulanz, insbesondere die Behandlung durch Dr. Christian Jens Wagner wird hervorgehoben. Andere kritisieren die Zustände auf den Stationen, wie beispielsweise unsaubere Zimmer, fehlende Toiletten und unfreundliches Personal.
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Es gibt auch Berichte über Fehler bei der Behandlung, wie beispielsweise eine falsche Diagnose in der Notaufnahme oder eine Lungenentzündung nach einer Magenspiegelung. Diese Vorfälle werfen Fragen nach der Qualitätssicherung in der Klinik auf.
Zukunftsperspektiven der Kplus Gruppe
Durch die Abwanderung der Neurologie verändert sich die Strategie der Kplus Gruppe. Während Hilden ein erweitertes stationäres Angebot erhalten soll, sollen in Haan die Bereiche der ambulanten Operationen, der therapeutischen und der pflegerischen Angebote ausgebaut werden. An den Konzepten wird nun gearbeitet.
Die Kplus Gruppe befindet sich seit dem 1. September in einem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung, das voraussichtlich bis Februar abgeschlossen werden soll. Die Mitarbeiter des Unternehmens erhalten ab sofort wieder ihre Gehälter von der Kplus Gruppe und nicht mehr von der Agentur für Arbeit.
Es ist noch unklar, welche Auswirkungen die Entwicklung auf die Investorensuche hat. Im Rahmen des gerichtlichen Sanierungsverfahrens laufen unter anderem Verhandlungen mit den Alexianern.
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