Magnetarmbänder und Kupferarmbänder erfreuen sich großer Beliebtheit, insbesondere bei Personen, die unter Migräne, rheumatoider Arthritis oder anderen Beschwerden leiden. Jährlich werden für mehr als eine Milliarde Euro Kupfer- oder Magnetarmbänder verkauft. Die Versprechungen reichen von Schmerzlinderung und Entzündungshemmung bis hin zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens. Doch wie sieht es mit der tatsächlichen Wirksamkeit dieser Armbänder aus? Bieten sie eine wissenschaftlich fundierte Lösung oder handelt es sich eher um einen Placebo-Effekt? Dieser Artikel beleuchtet die Thematik umfassend, indem er sowohl die historische Entwicklung als auch aktuelle Studienergebnisse berücksichtigt.
Historischer Hintergrund und Popularität
Die Magnettherapie hat eine lange Tradition, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht, als Anton Mesmer mit seinen "Wunderheilungen" Aufsehen erregte. Die Kupfertherapie erlangte um 1830 an Bedeutung, als Kupfer als essenzielles Spurenelement identifiziert wurde. In den 1970er Jahren erlebten die Armbänder durch die New-Age-Bewegung eine Renaissance und erfreuen sich seither großer Beliebtheit, vor allem bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, da diese Erkrankung häufig die Gelenke im Hand- und Fingerbereich betrifft.
Aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit bei Arthritis
Trotz der weit verbreiteten Anwendung und der positiven Erfahrungsberichte gibt es nur wenige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit von Magnet- und Kupferarmbändern. Eine randomisierte, doppelblinde Studie von Stewart Richmond von der University of York untersuchte die Wirkung von Magnet- und Kupferarmbändern bei 70 Patienten mit rheumatoider Arthritis. Die Patienten trugen nacheinander vier verschiedene Armbänder über jeweils fünf Wochen, unterbrochen von einer einwöchigen Pause:
- Ein stark magnetisiertes Armband (ca. 2.200 Gauss)
- Ein schwach magnetisiertes Armband (ca. 300 Gauss)
- Ein demagnetisiertes Armband (Placebo)
- Ein Kupferarmband
Weder die Patienten noch die behandelnden Ärzte wussten, welches Armband gerade getragen wurde. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass es keine signifikanten Unterschiede in der analgetischen Wirkung zwischen den verschiedenen Armbändern gab. Auch Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein und die Plasmaviskosität zeigten keine Reaktion auf die Armbänder. Die Anzahl der geschwollenen Gelenke und die Ergebnisse des McGill Pain Questionnaire deuteten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Armbänder die Beschwerden der Patienten linderten.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Die Studie ergab, dass die Armbänder im Allgemeinen sicher sind, da sie durchschnittlich über 16 Stunden am Tag getragen wurden. Allerdings traten bei sieben Patienten Hautirritationen beim Tragen des Kupferarmbands auf. Ein Patient klagte über Kopfschmerzen, und ein anderer bemerkte einen unangenehmen metallischen Geschmack im Mund.
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Magnetarmbänder und Migräne
Abgesehen von der Anwendung bei Arthritis werden Magnetarmbänder auch zur Behandlung von Migräne beworben. Eine besonders belastende Form ist die Migräne mit Aura, bei der Patienten vor den eigentlichen Kopfschmerzen visuelle Störungen wie Lichtblitze oder Flimmern wahrnehmen.
Eine US-amerikanische Studie untersuchte die sogenannte Transkranielle Magnetstimulation (TMS) zur Behandlung von Migräne mit Aura. Dabei wird eine Magnetspule am Hinterkopf des Patienten angelegt, um ein Magnetfeld zu erzeugen, das die Erregbarkeit der Hirnrinde reduzieren soll. Die Ergebnisse zeigten, dass 39 Prozent der Patienten, die mit dem echten Gerät behandelt wurden, eine Linderung ihrer Schmerzen berichteten, verglichen mit 22 Prozent in der Placebo-Gruppe. Die Schmerzbekämpfung funktionierte umso besser, je früher die Magnetspulen vor einer beginnenden Attacke zum Einsatz kamen.
Elektrosmog und Schutzprodukte
Im Zusammenhang mit Magnetfeldern taucht häufig der Begriff "Elektrosmog" auf. Einige Menschen führen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen auf elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder zurück. Diverse Hersteller bieten Produkte an, die vor diesen vermeintlichen Wirkungen schützen sollen.
Aus Sicht des Strahlenschutzes sind solche Produkte jedoch unnötig. Es gibt zwei Arten von Produkten:
- Produkte ohne wissenschaftlich nachweisbare Wirkung: Dazu gehören Anhänger, Ketten, Armbänder, Mineralien und Chipkarten, die elektromagnetische Felder "harmonisieren" oder "energetisieren" sollen. Diese Begriffe haben keine wissenschaftliche Grundlage, und die Produkte bestehen meist aus Materialien, die keinen Einfluss auf elektromagnetische Felder haben.
- Abschirmprodukte: Dazu gehören Bekleidung, Bettwäsche, Abschirmmatten, Baldachine, Vorhänge und Farben aus Materialien wie Metallfäden. Diese Produkte können unter Umständen einen messbaren Abschirmeffekt gegen äußere Felder erzeugen (Faraday-Käfig). Im ungünstigsten Fall können sie jedoch zu einer stärkeren Belastung durch elektromagnetische Felder führen, da Mobiltelefone bei schlechtem Empfang stärker senden, um die Verbindung aufrechtzuerhalten.
Magnet- und Silikonschmuck von inSPORTline
Die tschechische Marke inSPORTline bietet Magnetschmuck aus verschiedenen Materialien wie Silikon, medizinischem Stahl, Titan oder Wolfram an. Diese Produkte kombinieren Design, Ästhetik und Magnetstärke und sollen durch die Wirkung von Neodym-Magneten, Infrarotstrahlung, negativen Ionen und Germanium heilende Wirkungen haben.
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- Magnetarmbänder: Sie wirken im Handgelenkbereich, beeinflussen den Blutkreislauf, verbessern den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem. Sie haben analgetische Wirkungen, lindern Gelenk- und Muskelschmerzen, reduzieren Schwellungen und beschleunigen die Heilung.
- Magnet Colliers: Sie sind wirksam bei chronischen Schmerzen der Halswirbelsäule und Schultern, verursachen durch falsche Belastung, Verletzung oder Stress. Sie reduzieren die Anfälligkeit für Erkältungen und Infektionen der Atemwege, Allergien oder Asthma.
Die Produkte von inSPORTline sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich:
- Magnet-Armband/Collier mit Silikonband: Silikon und medizinischer Stahl sind gesundheitlich unbedenklich, hypoallergen und geeignet zum täglichen Tragen. Neodym-Magnete wirken positiv auf das natürliche Energiefeld des Menschen, stärken das Immunsystem, beschleunigen die Heilung und wirken auf den Blutkreislauf.
- Magnet-Armband/Collier aus medizinischem Stahl 316L, Titan oder Wolfram: Diese Materialien sind widerstandsfähig, präzise verarbeitet und wirken elegant. Neodym-Magnete befinden sich an der Unterseite der Stahlglieder und wirken von allen Seiten auf den Körper.
Weitere Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen
Neben Magneten enthalten einige Magnetschmucke weitere Inhaltsstoffe, denen positive Wirkungen zugeschrieben werden:
- Neodym-Magnete: Sie stärken das Immunsystem, helfen Heilungsprozesse zu beschleunigen, Schwellungen zu reduzieren und Schmerzzustände zu lindern. Sie fördern die Durchblutung und Sauerstoffversorgung mit Blut.
- Infrarotstrahlung: Sie hat antibakterielle Wirkung, stärkt das Immunsystem und fördert den Stoffwechsel.
- Negative Ionen: Sie unterstützen den Blutkreislauf und verbessern den Stoffwechsel. Sie aktivieren die Blutzellen, unterstützen die somatische Zellaktivität und stärken das Immunsystem.
- Germanium: Es stärkt das Immunsystem und bereichert den Organismus mit Sauerstoff (Zellregeneration), der vor freien Radikalen schützt. Es entfernt Giftstoffe aus dem Körper, hat starke analgetische und antirheumatische Wirkungen.
- Turmalin: Ein Silikat, Borosilikat von Aluminium, Eisen, Magnesium, Kalzium und Mineralelementen.
- Biokeramik: Zeichnet sich durch außergewöhnliche Härte, Kratzfestigkeit und hohen Glanz aus. Sie wird aus Legierung von Aluminium, Siliciumcarbid, Yttrium und Zirkonium hergestellt.
- Wolfram (Tungsten): Ein sehr hartes Metall, kratzfest und langlebig.
- Titan: Ein spezifisches Metall, das hohe Härte hat und beständig gegen mechanische Schäden, physikalische Einflüsse, hohe Temperaturen und Chemikalien ist.
- 316L medizinischer Stahl: Eine einzigartige Legierung für die Schmuckherstellung. Die Oberfläche kann matt oder glänzend sein.
- Silikon: Sehr fest, robust und mit geringem Gewicht.
- Rhodium-Beschichtung: Eine galvanische Beschichtung vom Schmuck mit Rhodium, einem sehr harten Metall, das sehr gut gegen chemische und mechanische Schäden beständig ist.
- Zirkon: Einer der strahlenden Edelsteine mit hoher Lichtbrechung und intensivem Glanz.
- Bergkristall: Symbolisiert Reinheit, nimmt negative Energie auf, neutralisiert geopathogene Zonen und fördert die Psyche.
Auswahl und Pflege von Magnetschmuck
Bei der Auswahl von Magnetschmuck sollte man einige Grundparameter beachten, wie den Typ, das Material, die Anzahl und Stärke der Magnete. Akute Erkrankungen können durch das Tragen der Magnete dauerhaft für mehrere Stunden verbessert werden, während chronische Gelenkbeschwerden eher durch unterbrochenes Tragen für einige Monate und Jahre gelindert werden können.
Für die Pflege der Materialien benötigt man keine Reinigungspasten oder Chemikalien. Für eventuelle grobe Verunreinigungen kann man eine Badbürste, Seife und Wasser verwenden.
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