Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert. Er tritt auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird, entweder durch ein blockiertes Gefäß (Hirninfarkt) oder durch eine Blutung im Gehirn. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und notwendigen Maßnahmen bei einem Schlaganfall.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall tritt auf, wenn Teile des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. In den meisten Fällen (80-85%) ist ein verschlossenes Gefäß die Ursache, was zu einem Hirninfarkt führt. In anderen Fällen (10-15%) blutet ein geplatztes Blutgefäß ins Hirngewebe oder in den Liquorraum ein.
Weltweit ist der Schlaganfall die zweithäufigste Todesursache. Fast die Hälfte der Betroffenen stirbt innerhalb von fünf Jahren nach dem Ereignis, und jeder Fünfte erleidet einen weiteren Schlaganfall. Kurz nach dem Schlaganfall können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, wie erhöhter Hirndruck, Blutgerinnsel in der Lunge, Herzrhythmusstörungen und Herzversagen. Viele Menschen bleiben nach einem Schlaganfall behindert, und ein Drittel entwickelt Depressionen, die den Regenerationsprozess beeinträchtigen können.
Ursachen und Risikofaktoren
Verschiedene Faktoren können das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck und Vorhofflimmern sind bedeutende Risikofaktoren.
- Diabetes mellitus: Diabetes kann die Blutgefäße schädigen und das Schlaganfallrisiko erhöhen.
- Adipositas: Übergewicht kann zu anderen Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes beitragen.
- Alkoholkonsum und Rauchen: Beide Faktoren können die Blutgefäße schädigen und das Risiko erhöhen.
- Alter und Geschlecht: Männer und ältere Menschen sind häufiger betroffen als Frauen und jüngere Menschen.
Symptome eines Schlaganfalls
Die Symptome eines Schlaganfalls treten meist plötzlich auf. Es ist wichtig, sie schnell zu erkennen, um sofort handeln zu können. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
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- Plötzliche Schwäche, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen: Oft sind Arm, Hand und/oder Bein betroffen, meist nur auf einer Körperseite. Es kann sich anfühlen, als sei der Arm oder der Fuß eingeschlafen.
- Sprachstörungen: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, abgehackte Sätze, Nuscheln oder undeutliches Sprechen können auftreten. Auch Verständnisstörungen sind möglich.
- Gesichtsfeldausfall: Dinge auf einer Seite des Raumes werden nicht mehr wahrgenommen, das Gesichtsfeld ist eingeschränkt. Es kann auch zu plötzlichem Sehverlust auf einem Auge oder zu Doppelbildern kommen.
- Schwindel und Gangunsicherheit: Probleme, das Gleichgewicht zu halten, Drehschwindel oder Schwankschwindel können auftreten.
- Starke Kopfschmerzen: Plötzliche, ungewohnt heftige Kopfschmerzen können auf eine Einblutung in das Gehirn hindeuten.
- Herabhängender Mundwinkel: Ein charakteristisches Zeichen ist ein herunterhängender Mundwinkel auf einer Seite des Gesichts.
- Aphasie: Eine Sprachstörung, die sich durch verwaschene oder undeutliche Sprache äußert.
- Hemihypästhesie oder Dysästhesie: Ein Pelzigkeits- oder Taubheitsgefühl in einer Gesichtshälfte, dem Arm, dem Bein oder der gesamten Körperhälfte.
- Hemiparese: Eine inkomplette oder komplette Lähmung einer Körperhälfte.
- Amaurosis fugax: Eine vorübergehende Sehstörung auf einem Auge, die sich als Schleier- oder Nebelsehen äußert.
- Hemianopsie: Eine Gesichtsfeldeinschränkung, bei der Gegenstände am Rande des Gesichtsfeldes nicht oder nur undeutlich wahrgenommen werden.
Die FAST-Methode zur Erkennung eines Schlaganfalls
Die FAST-Methode ist ein einfacher Test, um einen Schlaganfall zu erkennen:
- F (Face): Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab?
- A (Arms): Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Kann sie einen Arm nicht halten oder dreht er sich?
- S (Speech): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Kann sie die Worte korrekt und deutlich wiederholen?
- T (Time): Wenn eine dieser Reaktionen auffällig ist, wählen Sie sofort den Notruf 112.
Was tun bei Verdacht auf Schlaganfall?
Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall ist es wichtig, sofort den Notruf 112 zu wählen. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen, dauerhafte Folgen zu vermeiden.
Beim Absetzen des Notrufs sollten Sie folgende Informationen bereithalten:
- Wann sind die Symptome aufgetreten?
- Welche Anzeichen sind aufgetreten und wie haben sie sich entwickelt?
- Welche Medikamente werden eingenommen?
- Sind Herzrhythmusstörungen bekannt?
- Gab es früher bereits ähnliche Beschwerden oder einen Schlaganfall?
Warten Sie nicht ab, ob die Symptome von selbst verschwinden. Kostbare Zeit kann verloren gehen!
Behandlung im Krankenhaus
Im Krankenhaus wird zunächst eine Computertomografie (CT) des Gehirns erstellt, um die Ursache des Schlaganfalls festzustellen (Blutung oder blockiertes Gefäß). Anhand des Befunds wird die Therapie eingeleitet.
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- Medikamentöse Therapie: Innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Symptombeginn kann versucht werden, das verschlossene Gefäß medikamentös wieder zu öffnen.
- Thrombektomie: Alternativ kann die Blockade mit Hilfe eines dünnen Schlauchs (Katheter) entfernt werden.
- Chirurgische Behandlung: Bei einer Hirnblutung kann eine Operation erforderlich sein, um die Blutung zu stoppen.
Transitorische ischämische Attacke (TIA)
Manchmal bessern sich die Symptome eines Schlaganfalls nach einigen Minuten bis Stunden von selbst wieder. In diesem Fall liegt wahrscheinlich eine transitorische ischämische Attacke (TIA) vor. Auch wenn die Symptome verschwinden, ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig, da eine TIA als Frühwarnzeichen für einen Schlaganfall gilt.
Rehabilitation nach einem Schlaganfall
Nach der Akutbehandlung im Krankenhaus beginnt die Rehabilitation, um verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und die Lebensqualität zu verbessern. Die Rehabilitation umfasst verschiedene Maßnahmen:
- Logopädie: Übungen zum Schlucken und Sprechen.
- Physiotherapie: Training geschwächter Muskeln.
- Ergotherapie: Übungen zur Verbesserung der Alltagsfähigkeiten.
Leben mit den Folgen eines Schlaganfalls
Ein Schlaganfall kann erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen haben. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu suchen und Strategien zu entwickeln, um mit den veränderten Lebensumständen umzugehen.
Praktische Hilfen im Alltag
- Anpassung des Wohnraums: Ergotherapeuten können bei der behindertengerechten Gestaltung der Wohnung helfen. Teppiche sollten entfernt werden, um Stolperfallen zu vermeiden.
- Hilfsmittel für die Körperpflege: Ein Badehocker in der Duschkabine erleichtert das Duschen. Schuhe mit Klettverschluss sind praktischer.
- Hilfsmittel für die Nahrungsaufnahme: Spezielle Trinkbecher oder Gumminoppen unter Tellern können helfen.
- Unterstützung im Alltag: Angehörige, Freunde oder der Sozialdienst im Krankenhaus können bei der Planung und Organisation helfen.
Umgang mit Einschränkungen
- Kommunikation: Sprechen Sie viel mit dem Patienten, wie mit einem Erwachsenen. Nehmen Sie ihm nicht jeden Handgriff ab, da Übung wichtig ist, um Fähigkeiten wiederherzustellen.
- Pflege: Seien Sie nachsichtig mit sich selbst und nehmen Sie sich Zeit für sich selbst. Binden Sie andere Angehörige oder Freunde ein, um sich zu entlasten.
- Unterstützung suchen: Schlaganfall-Selbsthilfegruppen bieten Hilfe und Unterstützung. Kirchliche Verbände, Kranken- oder Pflegekassen bieten Kurse für pflegende Laien an.
Umgang mit Schluckstörungen (Dysphagie)
Eine Schluckstörung kann nach einem Schlaganfall auftreten und die Nahrungsaufnahme erschweren. Es ist wichtig, eine ärztliche Abklärung vorzunehmen, um Komplikationen wie Lungenentzündung oder Mangelernährung zu vermeiden.
- Anzeichen einer Schluckstörung: Verlangsamtes Schlucken, Speisereste im Mund, Husten oder Räuspern beim Essen, Aufstoßen, Verschlucken, veränderte Stimme.
- Behandlung: Schlucktherapie, Anpassung der Konsistenz der Nahrung, künstliche Ernährung bei Bedarf, gute Mundhygiene.
Prävention
Die Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls ist besonders wichtig.
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- Behandlung von Risikofaktoren: Insbesondere die Behandlung von Bluthochdruck ist entscheidend.
- Medikamentöse Therapie: Bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen kann eine Antikoagulation das Schlaganfallrisiko reduzieren. Thrombozytenfunktionshemmer können in der Sekundärprophylaxe das Risiko ebenfalls senken.