Die Auseinandersetzung mit persönlichen Herausforderungen und Problemen ist oft ein einsamer Kampf. Besonders Männer tun sich häufig schwer, über ihre Gefühle und Schwierigkeiten zu sprechen. Das Duisburger Netzwerk "Männer ohne Nerven" bietet hier eine wichtige Anlaufstelle und Plattform für Austausch und gegenseitige Unterstützung. Im Kern dieses Netzwerks stehen Selbsthilfegruppen, die eine wirkungsvolle Möglichkeit darstellen, das eigene Leben positiv zu verändern und mit Belastungen besser umzugehen.
Was ist eine Selbsthilfegruppe?
Eine Selbsthilfegruppe ist ein Zusammenschluss von Menschen, die von der gleichen Krankheit betroffen sind oder das gleiche "Problem" haben und gemeinsam nach Lösungen suchen. Sie sprechen offen über ihre Schwierigkeiten im Alltag, lernen voneinander und geben sich gegenseitig Mut. Dieser Austausch hilft den Teilnehmern, ihr Leben positiv zu verändern und besser mit ihrer Situation umzugehen. Selbsthilfe bedeutet, besser klarzukommen - mit der Krankheit und mit dem Leben. Selbsthilfegruppen sind offen für alle, unabhängig von Geschlecht oder Zugehörigkeit, und verzichten auf Suchtmittel.
Zehn Gründe für den Besuch einer Selbsthilfegruppe
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat in einer Broschüre zehn gute Gründe für den Besuch einer Selbsthilfegruppe zusammengefasst. Diese Gründe, die auch die Ansichten der Gruppenmitglieder des Duisburger Netzwerks widerspiegeln, sollen im Folgenden näher erläutert werden:
1. Gemeinsam Probleme lösen: In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Durch den Austausch von Erfahrungen und Strategien können die Teilnehmer voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.
2. Auffangen in Krisensituationen: Selbsthilfegruppen bieten Halt, besonders in kritischen Momenten. Sie helfen, gefährliche Zeiten zu überbrücken und Rückfälle zu vermeiden. Auch nach einem Rückfall sind die Teilnehmer willkommen und finden in der Gruppe Verbündete, die Mut und Hoffnung geben. Studien belegen, dass 85 Prozent der Teilnehmer von Selbsthilfegruppen nicht rückfällig werden.
Lesen Sie auch: Gehirn, Manner und Patriarchat: Eine Kritik
3. Nicht allein sein: In einer Selbsthilfegruppe sind die Teilnehmer nicht allein mit ihren Problemen. Gleichbetroffene sind Gleichgesinnte, die genau wissen, was einem zu schaffen macht. Dieses Verständnis entlastet und gibt Rückhalt. Oftmals ziehen sich Freunde und Familie zurück, sodass sich Betroffene alleingelassen fühlen. In der Gruppe finden sie wieder Anschluss und merken, dass sie nicht isoliert sind.
4. Expertenwissen teilen: Selbsthilfegruppen bringen Experten zusammen - Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sie kennen die Nöte, Ängste und Enttäuschungen, die mit der jeweiligen Problematik einhergehen. Durch den Austausch von Erfahrungen und Wissen können die Teilnehmer voneinander lernen und neue Perspektiven gewinnen.
5. Das Leben selbst in die Hand nehmen: Selbsthilfe bedeutet, aktiv zu werden und das Leben selbst in die Hand zu nehmen. In einer Selbsthilfegruppe lernen die Teilnehmer Menschen kennen, die ähnliche Probleme bewältigt haben und an denen sie sich orientieren können. Dies gibt Zuversicht und den Mut, es ebenfalls zu schaffen. Die Gruppe stärkt das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, um den Alltag besser zu bewältigen.
6. Gute Aussichten für die Zukunft: Selbsthilfegruppen helfen, besser mit Konflikten umzugehen und neue Fähigkeiten zu entdecken. Im geschützten Rahmen der Gruppe können die Teilnehmer neue Methoden erproben, um die Schwierigkeiten des Alltags zu bewältigen. Sie lernen, Krisen frühzeitig zu erkennen und wachsam zu bleiben.
7. Unkomplizierte Hilfe ohne Bürokratie: Selbsthilfegruppen bieten unkomplizierte Hilfe ohne Anträge oder Voraussetzungen. Neulinge sind jederzeit willkommen, und die Teilnahme ist kostenlos. Die Gruppen treffen sich aus eigener Initiative, meist wöchentlich oder alle zwei Wochen.
Lesen Sie auch: Parkinson-Früherkennung: Ein Leitfaden für Männer
8. Selbsthilfe ist überall: Selbsthilfegruppen gibt es überall, sowohl in Großstädten als auch in ländlichen Gebieten. Sie sind zeitlich und räumlich gut erreichbar, ohne festgelegte Öffnungszeiten oder Wartezeiten. Ein Anruf genügt, um den Termin des nächsten Gruppentreffens zu erfahren.
9. Vertraulichkeit wird großgeschrieben: Alle Gespräche in der Selbsthilfegruppe sind streng vertraulich. Was immer ein Teilnehmer von sich erzählt, bleibt in der Gruppe. Diese Vertraulichkeit schafft einen sicheren Raum für offene und ehrliche Gespräche.
10. Unterstützung für Angehörige: Selbsthilfe ist nicht nur für Betroffene, sondern auch für Angehörige da. Sie finden hier Rat und Unterstützung im Umgang mit der schwierigen Situation. Regelmäßige Gespräche mit Menschen, die in der gleichen Lage sind, bauen auf und geben Rückhalt. Angehörige erhalten praktische Alltagstipps und Wissen, das ihr Selbstvertrauen stärkt und ihnen hilft, ihren eigenen Weg zu finden.
Das Duisburger Netzwerk "Männer ohne Nerven"
Das Duisburger Netzwerk "Männer ohne Nerven" versteht sich als eine solche unterstützende Gemeinschaft. Es bietet Männern einen geschützten Raum, in dem sie offen über ihre Probleme sprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen können. Die Gruppenmitglieder profitieren von den Erfahrungen anderer, erhalten Mut und Hoffnung und entwickeln neue Perspektiven für ihr Leben.
Weitere Netzwerke und Initiativen in der Region
Neben dem Duisburger Netzwerk gibt es in der Region weitere Initiativen und Netzwerke, die sich der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen widmen. Ein Beispiel ist das Neurovaskuläre Netz Ruhr-Südwest (NVNR-SW), ein Zusammenschluss von sieben Kliniken im westlichen Ruhrgebiet und dem angrenzenden Rheinland. Ziel dieses Verbundes ist eine zeitnahe und verbesserte interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der hirnversorgenden Blutgefäße, wie beispielsweise Schlaganfall, Aneurysmen und Gefäßmissbildungen.
Lesen Sie auch: Anatomie des Gehirns: Unterschiede
Das NVNR-SW wurde im Jahr 2019 gegründet und im November 2020 als Neurovaskuläres Zentrum zertifiziert. Es verfügt über eine Schwerpunktstation für Schlaganfälle mit zehn Überwachungsbetten, auf denen Patienten rund um die Uhr bestmöglich therapiert werden. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über die Grenzen Castrop-Rauxels hinaus und erfasst Datteln, Waltrop und die westlichen Teile Dortmunds.
Bildung und Weiterbildung für Fachkräfte
Um eine hochwertige Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, sind gut ausgebildete Fachkräfte unerlässlich. Das IFF Institut bietet ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Führungskräfte im Gesundheitswesen und anderen Branchen.
Das Angebot umfasst unter anderem Aufstiegsfortbildungen zum Industriemeister, Kurse zur Entwicklung von Kernkompetenzen und Seminare zu verschiedenen Fachthemen. Das IFF Institut arbeitet eng mit Universitäten und Handelskammern zusammen, um stets aktuelle Bildungsinhalte auf hohem Niveau anbieten zu können.
#