Prof. Dr. Mark Obermann ist ein anerkannter Facharzt für Neurologie mit den Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin, Schmerztherapie und Geriatrie. Seit Januar 2021 leitet er die Klinik für Neurologie am St. Ansgar Krankenhaus in Höxter und hat diese seitdem kontinuierlich ausgebaut. Seit Anfang 2022 ist er zudem Ärztlicher Leiter im Standortgremium. Im Juli 2025 übernahm er zusätzlich die Position des Ärztlichen Direktors für alle vier Krankenhausstandorte der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE).
Werdegang und Expertise
Prof. Dr. Obermann absolvierte sein Medizinstudium in Köln und seine Facharztausbildung an der Uniklinik Essen. Dort war er anschließend als Oberarzt tätig, bevor er 2015 als Chefarzt an die Asklepios Kliniken in Seesen wechselte. Seine Expertise umfasst ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen, wobei er besondere Schwerpunkte auf die Behandlung von Schlaganfällen, Multipler Sklerose, Parkinson-Erkrankung, Schwindel- und Demenzerkrankungen sowie die Versorgung älterer Menschen legt.
Schwerpunkte in der Neurologie
Die Klinik für Neurologie am St. Ansgar Krankenhaus unter der Leitung von Prof. Dr. Obermann hat sich auf die Behandlung verschiedener neurologischer Erkrankungen spezialisiert. Zu den wichtigsten Schwerpunkten zählen:
Schlaganfallversorgung
Ein zentraler Schwerpunkt der Klinik ist die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten. Die Neurologie am St. Ansgar Krankenhaus ist seit 2017 von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft als Stroke Unit zertifiziert. Dies bedeutet, dass die Klinik auf die lebensrettenden Maßnahmen in den ersten 24 bis 72 Stunden nach einem Schlaganfall spezialisiert ist.
"Time is brain": Bei der Versorgung eines Schlaganfalls zählt jede Minute. Auf der Stroke Unit werden die Patienten in der Regel 24-72 Stunden überwacht. Dabei erfolgt eine kontinuierliche Ableitung bzw. Anschließend erfolgt eine Frührehabilitation und Frühmobilisation durch ein gut eingespieltes therapeutisches Team, bestehend aus Pflege, Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden.
Lesen Sie auch: Neurologe in Bochum Weitmar finden
Die Klinik verfügt über moderne Geräte zur schnellen Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen. Dazu gehören kontrastmittelunterstützte Computertomographie und Ultraschalluntersuchungen zur Darstellung der hirnversorgenden Arterien. Bei kleineren Gefäßverschlüssen wird eine medikamentöse Gerinnsel auflösende Behandlung (Lysetherapie) durchgeführt. Bei größeren Gefäßverschlüssen kommt die Thrombektomie zum Einsatz, ein Katheterverfahren zur Wiedereröffnung des Gefäßes.
Die enge Kooperation mit der Kardiologischen Klinik ermöglicht die schnelle Ursachenabklärung des Schlaganfalls, die für die langfristige Verhinderung von Rezidiven, die sogenannte Sekundärprävention, von entscheidender Bedeutung ist. Nach der Akutbehandlung erfolgt zumeist die Verlegung der Patienten in stationäre oder ambulante Rehabilitationseinrichtungen.
Neurologische Frührehabilitation (NFR)
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Neurologische Frührehabilitation (NFR). In der NFR werden alle Erkrankungen des Gehirns, des Nervensystems und der Muskulatur behandelt. Zu dem Team gehören neben dem ärztlichen Dienst und der Pflege auch erfahrene Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen.
Die Behandlung in der NFR ist eine ideale Ergänzung zur Regelversorgung und verbessert die Betreuung der Schlaganfall-Patienten erheblich. Während die Betroffenen nach dem Schlaganfall früher zum Teil in Senioren- oder andere Pflegeeinrichtungen verlegt werden mussten, haben sie heute immer häufiger die Chance, ihren Alltag selbstständig meistern zu können.
Multiple Sklerose (MS)
Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Sie betrifft vornehmlich jüngere Menschen unter 30 Jahren und verläuft in den ersten Jahren zumeist schubweise. Sie führt nicht selten im späteren Leben zu bleibenden Behinderungen. Wichtig ist die frühzeitige Diagnose, denn je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Langzeitergebnisse der Patienten.
Lesen Sie auch: Knopfler und die Musik: Eine gesunde Balance?
Nach Diagnosestellung erfolgt zumeist die Schubbehandlung. Die Erkrankung bedeutet in der Regel einen gewaltigen Umbruch im Leben der Patienten. Nicht zuletzt deshalb ist es den Ärzten der Neurologie sehr wichtig, die Patienten ausführlich und einfühlsam über die Erkrankung zu informieren und über realistische Chancen medikamentöser Behandlungsmaßnahmen zur Schubprophylaxe zu beraten. Die Weiterbehandlung erfolgt dann zumeist beim niedergelassenen Neurologen ambulant oder in einer spezialisierten Ambulanz für MS-Patienten.
Parkinson-Komplexbehandlung
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vor allem, aber nicht ausschließlich ältere Menschen betrifft. Sie wird durch einen Mangel an Dopamin verursacht, einem Neurotransmitter, der für die Steuerung von Bewegungen verantwortlich ist. Die Symptome der Parkinson-Krankheit umfassen Tremor (Zittern), Steifheit der Muskulatur, langsame Bewegungen und Probleme mit der Balance.
Die Klinik bietet eine sogenannte Komplex-Behandlung für Parkinson-Patienten an. Für jeden Patienten wird ein individueller Therapieplan entwickelt, der sowohl aus diagnostischen und medikamentösen Elementen sowie Physio-, Ergotherapie und Logopädie besteht. Die Dauer des stationären Aufenthaltes liegt bei 16 Tagen. Das Ziel der Parkinson-Komplex-Behandlung ist es, die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern und zu erhalten sowie die Lebensqualität zu verbessern.
Schwindel- und Demenzerkrankungen
Auch die Behandlung von Schwindel- und Demenzerkrankungen gehört zu den Schwerpunkten der Klinik. Zur diagnostischen Einordnung des Schwindels ist die genaue Schilderung der Symptome durch den Patienten selbst und die klinisch neurologische Untersuchung sehr wichtig. Ergänzend werden moderne bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Arterien sowie Kernspintomographie mit Gefäßdarstellung durchgeführt.
Bei Demenzerkrankungen legt das Team großen Wert auf eine umfassende, die Vorgeschichte des Patienten berücksichtigende Behandlung und besonders auch auf eine verständnisvolle, beratende Angehörigenbegleitung. Ergänzt durch bildgebende Untersuchungsmethoden und Labordiagnostik wird auf Basis des klinischen Befundes und Angaben der Angehörigen die Diagnose unter Berücksichtigung der verschiedenen Demenzformen gestellt.
Lesen Sie auch: Aufbau der Medulla Oblongata
Weitere Schwerpunkte
Neben den genannten Schwerpunkten behandelt die Klinik auch Epilepsien und erstmalige epileptische Anfälle. Dabei spielt die genaue Beschreibung des Anfallsablaufes für die diagnostische Einordnung eine ganz entscheidende Rolle. Ergänzend werden EEG und Kernspintomografie des Gehirns eingesetzt mit dem Ziel, die Ursachen abzuklären und eine differenzierte medikamentöse Behandlung einzuleiten. In der Abklärung von Nerven- und Muskelerkrankungen sind Elektroneurografie und Elektromyografie wichtige Untersuchungsmethoden. Die Neurologische Klinik verfügt hier über modernste Geräte, die von erfahrenen Fachärzten mit hoher Expertise genutzt werden.
Engagement für die regionale Gesundheitsversorgung
Prof. Dr. Obermann engagiert sich aktiv für die Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Region Höxter. Er betont die Bedeutung der Prävention und Früherkennung von neurologischen Erkrankungen. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Herzenssache Lebenszeit“ beteiligt sich die Klinik für Neurologie am St. Ansgar Krankenhaus regelmäßig an Aufklärungsaktionen, um die Bevölkerung über Risikofaktoren und Symptome von Schlaganfällen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu informieren.
Gesundheitsrisiken erkennen, Symptome richtig deuten und im Ernstfall schnell handeln - Aufklärung kann Leben retten. Prof. Dr. Obermann und sein Team stehen interessierten Besuchern für Fragen rund um das Thema Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Verfügung. Vor Ort besteht die Möglichkeit, das persönliche Risiko für Erkrankungen wie Diabetes oder Schlaganfall einschätzen zu lassen. Neben Beratungsgesprächen werden auch kostenlose Messungen - etwa von Blutdruck, Blutzucker oder ein Ultraschall der Halsgefäße - angeboten.
Ärztlicher Direktor der KHWE
Seit Juli 2025 trägt Prof. Dr. Obermann als Ärztlicher Direktor die Gesamtverantwortung für alle vier Krankenhausstandorte der KHWE. In dieser Funktion setzt er sich für die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche ein und fördert die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung innerhalb des Krankenhausverbundes.
KHWE-Geschäftsführer Christian Jostes betonte: „Mit Herrn Prof. Dr. Obermann haben wir einen erfahrenen Mediziner für das Amt des Ärztlichen Direktors gewonnen, der die Abläufe innerhalb unseres Verbundes bestens kennt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in unseren Krankenhäusern mit großem Engagement fördert."
Versorgung älterer Menschen
Ein weiterer Schwerpunkt von Prof. Dr. Obermann liegt auf der Versorgung älterer Menschen. Seit dem vergangenen Jahr leitet er die neue Akutgeriatrie am St. Ansgar Krankenhaus, die als zweite geriatrische Station im Verbund die wohnortnahe Versorgung von älteren, mehrfach erkrankten Patienten im Kreis Höxter sichert. „Mit der geriatrischen Versorgung tragen wir aktiv dazu bei, älteren Menschen nach einem Schlaganfall, einer Operation oder einem Sturz wieder ein selbstständiges Leben zu ermöglichen“, erklärt Prof. Dr. Obermann.
tags: #mark #obermann #neurologie