Markus Krebs und Markus Maria Profitlich: Humor und Krankheit im Rampenlicht

Die deutsche Comedy-Szene ist vielfältig und bunt, und ihre Protagonisten gehen oft sehr unterschiedlich mit den Herausforderungen des Lebens um. Zwei Namen, die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen, sind Markus Krebs und Markus Maria Profitlich. Beide sind bekannte Comedians, doch während Markus Krebs für seinen Ruhrpott-Humor und seine lockere Art bekannt ist, hat Markus Maria Profitlich in den letzten Jahren vor allem durch seinen offenen Umgang mit seiner Parkinson-Erkrankung Aufmerksamkeit erregt.

Markus Maria Profitlich: Leben mit Parkinson

Markus Maria Profitlich, bekannt durch TV-Shows wie "Die Wochenshow" und "Mensch Markus", machte seine Parkinson-Erkrankung öffentlich. Er erhielt die Diagnose vor einigen Monaten, hat aber seine positive Einstellung zum Leben nicht verloren. "Ich bin in meiner Arbeit nicht eingeschränkt. Was mir besonders wichtig ist: Ich habe weiterhin große Lust, auf der Bühne, vor der Kamera und vor dem Mikrofon zu stehen", so der 58-Jährige. Er kann genauso spielen wie immer. Parkinson ist eine Krankheit des Nervensystems. Typische Symptome sind ein Zittern (Tremor) sowie eine Versteifung der Muskeln, eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe oder Störungen in Gang und Haltung.

Profitlich ist nicht der erste Prominente, der an Parkinson erkrankt ist. Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer ging mit seiner Erkrankung an die Öffentlichkeit. Auch US-Schauspieler Michael J. Fox lebt seit 1991 mit der Krankheit. Boxer Muhammad Ali litt ebenfalls daran.

Profitlich geht offen mit seiner Krankheit um und will keine Energie damit verschwenden, die Erkrankung zu verbergen. Er bereitet ein neues Soloprogramm vor und freut sich über jeden Auftritt, weil er spürt, dass das seine beste Medizin ist. Seine Frau Ingrid Einfeldt steht ihm zur Seite und unterstützt ihn. Sie sagt, es sei wichtig, im Gespräch zu bleiben, auch wenn es einem schlecht geht. Gemeinsam haben sie der Parkinson-Erkrankung den Kampf angesagt: "Wir lassen nicht zu, dass die Krankheit die Herrschaft übernimmt."

Profitlich engagiert sich in der Deutschen Parkinson Vereinigung und bei PingPongParkinson. Er hat auch eine App namens "Profi's Motivation" herausgebracht, um andere Parkinson-Patienten zu motivieren, sich zu bewegen. Die App enthält logopädische und feinmotorische Übungen sowie Tanzeinlagen. Profitlich tanzt auch gerne mit seiner Frau und macht Boxen.

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Er thematisiert seine Krankheit offen auf der Bühne und in einem Buch. Er hat sich Hilfe bei Therapeuten geholt und mit anderen Patienten gesprochen, die teilweise seit zehn bis 30 Jahren Parkinson haben. Das hat ihm sehr geholfen. Heute kennt er viele Vorbilder in der Parkinson-Community.

Profitlich sagt, er sei durch die Krankheit nicht sehr eingeschränkt. Mikado spielen geht nicht mehr so gut und das Aufbauen von Champagnerglas-Pyramiden auch nicht. Als Scharfschütze oder Bombenentschärfer sieht er ebenfalls keine Perspektive mehr. Aber seinen Beruf kann er weiter ausüben.

Er sagt, sein Glaube helfe ihm dabei, zu vergeben und loszulassen. Er habe auch mal die Frage gestellt: "Warum ich?" Aber Gott zeige ihm dadurch, was er alles mit ihm durchstehen kann.

Markus Krebs: Der Mann mit der Ruhrpott-Mütze

Markus Krebs hingegen ist bekannt für seinen trockenen Ruhrpott-Humor. Wenn der Comedian mit der Ruhrpott-Wollmütze und der Sonnenbrille auf seinem Hocker Platz nimmt, sind zwei Stunden lachen und Schenkelklopfen garantiert. Er war schon 39 Jahre alt, als der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann überhaupt zum ersten Mal auf der Bühne stand.

Krebs füllt spielend die größten Hallen. Er ist ständig unterwegs und nutzt die Möglichkeit, Open-Air aufzutreten. Er hat mit diesem Podcast die Möglichkeit, auch Leute aus anderen Genres kennen zu lernen. Er hat Markus Maria Profitlich getroffen oder auch Tom Gerhardt und Frank Rosin. Das waren richtig tolle Gespräche. Das ist für ihn eine große Chance, Kollegen und andere Persönlichkeiten kennen zu lernen. Und eine große Fresse habe ich ja eh.

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Krebs sagt, sein erster Auftritt war reiner Zufall. Sein Bruder hat den „Niederrheinischen Comedy-Preis“ in der Dinslakener Kult-Kneipe „Ulcus“ veranstaltet. Und er stand an der Kasse. Dann ist ein Bewerber ausgefallen, nämlich der Moses W. aus Essen. Sein Bruder hat dann gesagt: ‚Markus, spring doch ein und erzähl ein paar Witzkes.‘ Er habe das dann auch wirklich gemacht und zu seiner eigenen Überraschung das ganze Ding sogar gewonnen. Und da habe er sich gesagt, wenn den Leuten das gefällt, dann bleibe ich dabei. Als er dann zwei Jahre später den RTL-„Comedy-Grand-Prix“ gewonnen habe, ging die Post richtig ab. Seitdem bin ich pausenlos unterwegs.

Krebs sagt, die Witze kommen eigentlich immer ganz zum Schluß als ‚Top five‘ oder ‚Top ten‘. Er ist ein guter Zuhörer und dreht sich die Sprüche und Redewendung, die ihm zu Ohren kommen so, wie er das haben will. Er ist ein bisschen Panne und er denkt auch so. Oftmals verdreht er den Sinn eines Satzes oder Begriffs einfach nur. Ein Beispiel: Aus einer 14 Tage-Reise für 2 Personen macht er einfach eine 2-Tage-Reise für 14 Personen. Und schon lachen die Leute. Das habe ich früher in der Schule schon gemacht.

Krebs sagt, manchmal schreibe ich ein ganzes Programm innerhalb von zwei Tagen und fülle damit dann 90 Minuten. Es kommt immer darauf an, welchen Flow er gerade hat. Er schaut beispielsweise in seinen Garten und überlegt sich, was könnte jetzt in diesem Garten passieren. Dann fallen ihm vielleicht 15 Sätze ein und einer davon ist ein Knaller. Das schöne an seinem Job ist, dass man nicht mehr mit Sorgen und schlechten Gedanken einschläft. Man kann sich alles schön reden. Über Corona macht er keine Witze, weil daran Leute sterben. Keine Botschaft, keine Religion, keine Politik.

Krebs thematisiert in seinen Programmen sämtliche menschliche Schwächen, sowie körperliche und geistige Gebrechen. Er stellt sich selbst aber nicht als Hero dar und schont sich nicht. Ich schaue nicht von oben herab, schon allein, weil ich so aussehe wie ich aussehe. Er ist nun einmal kein Brad Pitt, sondern eher ein Prickel Pitt. Er habe überhaupt keinen Grund, arrogant zu sein. Er trage sein Bäuchlein vor sich her. Früher hat man immer gesagt: Ein Arbeitsloser braucht ein Dach über dem Kopf. Und es kommt auch vor, dass ihm auf der Bühne Versprecher unterlaufen. Das nehme ich ganz locker. Er schreibt sie sich sogar auf und erzähle sie beim nächsten Auftritt auf der Bühne. Er habe einmal aus Versehen gesagt: ‚Meine Frau wartet hinten mit laufendem Motor und mein Auto steht auf der anderen Seite‘. So etwas finde ich einfach lustig.

Krebs sagt, in seinen Programmen gibt es keine Politik und auch keine Religion. Da findet man sowieso keinen Konsenz. Er ist auch kein Mitglied irgendeiner Partei. Bei der SPD finde ich das gut, bei der CDU dies und bei der FDP jenes. Er ist da neutral wie die Schweiz. Über Religion macht man sich einfach nicht lustig. Jeder muss für sich seinen Glauben finden und seine persönliche Überzeugungen haben.

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Krebs sagt, er ist immer authentisch. Im Leben und auch auf der Bühne. Mein Bühnen-Outfit ist durch puren Zufall entstanden. Er hatte als Kind Mumps. Und diese Infektionskrankheit ist ihm auf die Augen geschlagen. Er hatte einen sehr starken Strabismus. Auf deutsch: Er habe mit dem rechten Auge geschielt. Und bei seinem ersten Auftritt in Dinslaken habe mir gesagt: So gehe ich nicht auf die Bühne, sonst denkt die rechte Seite noch, ich rede nur mit denen. Deshalb habe ich seine Sonnenbrille aufgesetzt. Und da es November und kalt war, hatte er eine Wollmütze mit dem Aufdruck ‚Ruhrpott‘ dabei. Die habe ich aufgesetzt. Obwohl er gar nicht bewusst nervös war, hat sein rechtes Knie gezittert. Deshalb habe er sich auf einen Barhocker gesetzt. So wie er es heute oft tue. Also alles reiner Zufall.

Krebs war bei seinem ersten Auftritt schon 39 Jahre alt. Und mit 41 Jahren habe ich den Comedy-Grand-Prix gewonnern. Mich macht keiner mehr verrückt. Er habe schon einiges gesehen und viel erlebt. Anders, als wenn jemand mit gerade einmal 20 Jahren DSDS gewinnt und dann von irgendeinem Manager gesagt bekommen: ‚Du bist jetzt ein Star, Du musst keine Lehre mehr machen.“ Und dann haben sie vielleicht einen Hit und sind nach14 Tagen schon wieder weg vom Fenster. Das ist gefährlich. Er mache sein Ding und wenn er selbst keinen Erfolg mehr auf der Bühne habe, kann er immer noch für andere Kollegen Sketche schreiben. Und außerdem habe ich noch andere Möglichkeiten. Das funktioniert aber nur, wenn schon etwas in seinem Leben erlebt hast.

Krebs sagt, sein Programm ist immer gleich, egal ob er es in einer Halle oder im Fersehen präsentiere. Der einzige Unterschied: Wenn er monatelang auf Tournee ist, fallen ihm zwischendurch immer wieder mal neue, gute Gags ein. Diese baue er dann auch in die Show ein. Das macht ihm einen Riesenspass und das brauche er auch. Er freut sich immer total, wenn die Leute so richtig ablachen.

Krebs sagt, er darf ja sagen, was andere nicht sagen dürfen. Das ist das Privileg eines Comedian oder eines Kaberettisten. Er sieht in der ganzen Gender-Diskussion auch keinen Sinn. Es gibt wichtige Themen und das ist kein wichtiges Thema. Die sollen etwas gegen Krankheiten wie Corona erfinden, das ist für mich wichtig. Solange niemand beleidigt wird oder Begriffe als Schimpfworte benutzt werden, ist das völlig uninteressant.

Krebs sagt, es ist wichtig, dass es Mix-Shows wie „Nightwash“ wieder im TV gibt, in denen er auch seine ersten Erfahrungen gesammelt hat. Für die Comedians, die 100 - 150 Leute ziehen, muss es eine Plattform geben. Im Fernsehen existiert aktuell ausser dem „Quatsch Comedy Club“ keine reine Comedy-Sendung mehr. Und der läuft beim Bezahlsender Sky, den nicht jeder empfangen kann.

Krebs hat drei Katzen Spencer, Köpi und Micky. Die dürfen nur nicht ins Wohnzimmer, weil er dort arbeitet und weil Micky gerne mal etwas runterschmeisst. Ansonsten sind sie im ganzen Haus unterwegs. Sie haben sogar ihr eigenes Zimmer oben. Das war eigentlich einmal als Gästezimmer gedacht. Die Katzenn fühlen sich pudelwohl. Er ist zwar viel unterwegs und habe ja auch die Kneipe „Zum Hocker“ aufgemacht. Aber wenn er nicht da bin, kümmern sich Nachbarn liebevoll um sein Katzen-Trio. Das ist alles super organisiert. Spencer, Köpi und Micky sind total entspannt. Er probiere manchmal auch ein Programm vor ihnen aus.

Krebs sagt, Katzen haben einen eigenen Kopf und den habe ich auch. Wenn er irgendwas nicht will, dann mache ich das auch nicht. Er mag zwar auch Hunde. Aber das ist in seinem Beruf zu kompliziert. Sie sind ja auch nicht in jedem Hotel willkommen. Seine Katzen sind völlig pflegeleicht und selbständig. Sie kommen, wenn sie Bock darauf haben, von selbst. Er wohne ja bei ihnen, nicht etwa sie bei mir.

Krebs ist Fan des MSV und war öfter bei Spielen des WSV. Da gab es im Stadion noch die alte Radrennbahn. Da habe er so manchen runterpurzeln sehen, weil er eine Fahne aufhängen wollte. Dann fällt ihm natürlich der Elefant Tuffi ein, der aus der Schwebebahn gehüpft ist. Zur Comedy fand er erst im Alter von 39 Jahren, als er 2008 als absoluter Newcomer in Dinslaken völlig überraschend den „Niederrheinischen Comedy-Preis“ gewann. 2011 siegte Markus Krebs bei der ersten Ausgabe des RTL-Formates „Comedy Grand Prix“. Seine erste Solo-Tour startete er 2012 mit dem Programm „Literatur unter Betäubung“. Sein drittes Soloprogramm „Permanent Panne“ wurde auch vom TV-Sender RTL ausgestrahlt. An der Seite von Dart-Profi Gary Anderson nahm Markus Krebs 2019 an der Promi-Darts-WM teil. Seit 2020 hat Markus Krebs auch seinen eigenen Podcast: „Comedykation“. In seinem Podcast, der u.a.

Krebs engagiert sich sozial und setzt sich u.a. Der Comedian ist engagierter Anhänger des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg.

Im Oktober 2023 musste Markus Krebs einen Auftritt in Duisburg aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Er leidet seit Jahren an Diabetes und hatte auch eine Corona-Infektion. Die Fans zeigten Verständnis und wünschten ihm gute Besserung.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Obwohl Markus Krebs und Markus Maria Profitlich unterschiedliche Stile und Schwerpunkte haben, verbindet sie doch eines: Beide sind authentisch und ehrlich in dem, was sie tun. Markus Krebs nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht die Dinge offen an, während Markus Maria Profitlich seinen Humor nutzt, um mit seiner Krankheit umzugehen und anderen Mut zu machen. Beide sind wichtige Stimmen in der deutschen Comedy-Szene und zeigen, dass Humor und Krankheit kein Widerspruch sein müssen.

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