Eine Ausschabung (Kürettage) ist ein gynäkologischer Eingriff, bei dem Gewebe aus der Gebärmutter entfernt wird. Obwohl es sich um einen Routineeingriff handelt, können bei einigen Frauen nach der Ausschabung Migräneanfälle auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für Migräne nach einer Ausschabung, insbesondere im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre, und bietet Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten und wichtigen Aspekten, die Betroffene beachten sollten.
Was ist eine Ausschabung?
Eine Ausschabung, auch Abrasio uteri oder Kürettage genannt, ist die operative Entfernung der Gebärmutterschleimhaut mit einem löffelartigen Instrument (Kürette) oder durch Absaugung. Der Eingriff wird aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen durchgeführt.
Gründe für eine Ausschabung
- Diagnostische Zwecke: Bei Blutungsstörungen, Verdacht auf Gebärmutterkrebs oder zur Untersuchung von Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut.
- Therapeutische Zwecke: Nach einer Fehlgeburt, bei Schwangerschaftsabbrüchen, zur Entfernung von Plazentaresten nach der Geburt oder bei starken und/oder verlängerten Regelblutungen.
Ursachen für Migräne nach einer Ausschabung
Migräne nach einer Ausschabung kann verschiedene Ursachen haben, die oft miteinander zusammenhängen. Hier sind einige der häufigsten Faktoren:
Hormonelle Veränderungen
- Wechseljahre: Während der Wechseljahre kommt es zu einem sinkenden Östrogen- und Progesteronspiegel, was zu Zyklusstörungen führen kann. Diese hormonellen Schwankungen können Migräne auslösen oder verstärken.
- Zyklusunregelmäßigkeiten: Nach einer Ausschabung kann der Menstruationszyklus durcheinander geraten. Starke oder langanhaltende Blutungen, Zwischenblutungen oder das Ausbleiben der Menstruation können hormonelle Ungleichgewichte verursachen, die Migräne begünstigen.
- Östrogen-Schwankungen: Es ist bekannt, dass Migräne bei vielen Frauen hormonell bedingt ist und entweder um den Eisprung herum oder am Ende des Zyklus auftritt. Dies liegt an den starken Östrogen-Schwankungen, wobei der höchste Wert um den Eisprung und der niedrigste Wert kurz vor der Periode erreicht wird.
Stress und psychische Belastung
Eine Ausschabung kann sowohl körperlich als auch psychisch belastend sein. Stress und Angst können Migräneanfälle auslösen oder verstärken.
Medikamente
- Schmerzmittel: Die Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, kann in einigen Fällen Migräneanfälle auslösen oder verstärken. Obwohl es wenige Beweise dafür gibt, dass Schmerzmittel die Einnistung einer befruchteten Eizelle stören, sind einige Frauen vorsichtiger mit der Einnahme von Schmerzmitteln in der zweiten Zyklushälfte.
- Hormonersatztherapie: In einigen Fällen wird eine Hormonersatztherapie (HRT) zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Diese Therapie kann jedoch auch Migräneanfälle auslösen oder verschlimmern.
Weitere Faktoren
- Narkose: Die Vollnarkose, die bei einer Ausschabung verwendet wird, kann vorübergehende Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen, die möglicherweise Migräne auslösen können.
- Infektionen: In seltenen Fällen kann es nach einer Ausschabung zu Infektionen kommen, die mit Fieber und Schmerzen einhergehen und möglicherweise Migräne auslösen können.
- Gebärmutterhalsschwäche: Im Rahmen einer Gebärmutterausschabung kann das Bindegewebe des Gebärmutterhalses so sehr verletzt werden, dass dieser bei einer darauffolgenden Schwangerschaft das Gewicht des Kindes nicht mehr ausreichend trägt (Gebärmutterhalsschwäche). Dadurch können Frühgeburten ausgelöst oder das Kind während der Geburt geschädigt werden.
Symptome von Migräne
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Typische Symptome sind:
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- Pulsierende, pochende Kopfschmerzen, meist einseitig
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Sehstörungen (Aura) in einigen Fällen
- Müdigkeit und Erschöpfung
Migräne mit Aura
Bei manchen Menschen treten vor oder während der Migräne Kopfschmerzen neurologische Symptome auf, die als Aura bezeichnet werden. Diese können visuelle Störungen (flackernde Lichter, Punkte oder Linien, Sehverlust), sensible Wahrnehmungsstörungen (Kribbeln, Taubheitsgefühl), motorische Störungen oder Wortfindungsstörungen umfassen. Migräneanfälle mit Aura ereignen sich fast immer nur außerhalb der Menstruation.
Diagnose und Behandlung
Es ist wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Migräne nach einer Ausschabung abzuklären und eine geeignete Behandlung zu finden.
Diagnostische Maßnahmen
- Anamnese: Der Arzt wird nach der Krankengeschichte, den Symptomen und möglichen Auslösern fragen.
- Körperliche Untersuchung: Eine allgemeine körperliche Untersuchung und eine gynäkologische Untersuchung können durchgeführt werden.
- Hormonuntersuchungen: In einigen Fällen können Hormonspiegel im Blut gemessen werden, um hormonelle Ungleichgewichte festzustellen.
- Ultraschalluntersuchung: Eine Ultraschalluntersuchung kann durchgeführt werden, um Veränderungen der Gebärmutter oder andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Migräne nach einer Ausschabung hängt von der Ursache und der Schwere der Symptome ab. Hier sind einige gängige Behandlungsansätze:
- Schmerzmittel: Bei leichten bis mittelschweren Migräneanfällen können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac in Kombination mit einem Antiemetikum (gegen Übelkeit) helfen.
- Triptane: Bei stärkeren Migräneanfällen können Triptane (z. B. Rizatriptan, Sumatriptan) eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken spezifisch gegen Migräne und können die Kopfschmerzen und Begleitsymptome lindern.
- Hormontherapie: Bei hormonell bedingter Migräne kann eine Hormontherapie in Betracht gezogen werden, um den Hormonspiegel zu stabilisieren. Dies sollte jedoch sorgfältig mit dem Arzt besprochen werden, da Hormontherapien auch Nebenwirkungen haben können.
- Prophylaktische Medikamente: Wenn Migräneanfälle häufig auftreten, können prophylaktische Medikamente wie Betablocker, Kalziumkanalblocker oder Antidepressiva eingesetzt werden, um die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren.
- Nahrungsergänzungsmittel: Einige Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Coenzym Q10 und bestimmte Vitamine können bei der Migräneprävention helfen.
- Alternative Therapien: Entspannungstechniken, Akupunktur und andere alternative Therapien können ebenfalls zur Linderung von Migräne beitragen.
Was Sie selbst tun können
Neben der ärztlichen Behandlung gibt es auch einige Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um Migräneanfälle zu reduzieren:
- Regelmäßiger Lebensstil: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Bewegung.
- Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training, um Stress abzubauen.
- Ernährung: Vermeiden Sie bekannte Auslöser für Migräne wie Alkohol, Koffein, bestimmte Käsesorten und verarbeitete Lebensmittel.
- Ausdauersport: Regelmäßiger Ausdauersport kann helfen, Migräneanfälle zu reduzieren.
- Magnesium: Eine ausreichende Magnesiumversorgung kann ebenfalls hilfreich sein.
Ausschabung in den Wechseljahren
Wann ist eine Ausschabung in den Wechseljahren notwendig?
Während der Wechseljahre kann es aufgrund hormoneller Veränderungen zu Blutungsstörungen kommen. Eine Ausschabung ist indiziert, wenn:
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- Starke oder langanhaltende Blutungen auftreten
- Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten
- Blutungen nach der Menopause auftreten
Blutungen nach der Menopause sind besonders besorgniserregend und sollten immer abgeklärt werden, da sie auf eine wiederaufgenommene Produktion von Sexualhormonen hinweisen können, die in seltenen Fällen durch bösartige Tumore der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinome) verursacht werden.
Ablauf der Ausschabung
Die Ausschabung ist ein Routineeingriff, der meist ambulant durchgeführt wird. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose. Zunächst wird der Intimbereich desinfiziert und ein Spekulum eingeführt, um die Scheide zu weiten. Anschließend wird die Gebärmutterschleimhaut mit einer Kürette oder einem Absauggerät abgetragen. Das Gewebe wird zur Untersuchung ins Labor geschickt.
Nach der Ausschabung
Nach der Ausschabung sollten Sie sich körperlich schonen und auf Hygiene achten. Vermeiden Sie Sport, Sauna und Schwimmen für einige Tage. Leichte Schmerzen und ein bräunlicher Ausfluss sind normal. Bei starken Schmerzen, starken Blutungen, eitrigem Ausfluss oder Fieber sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch
Ein Schwangerschaftsabbruch kann operativ oder medikamentös erfolgen. Der medikamentöse Abbruch ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche möglich und erfolgt durch die Einnahme von zwei Medikamenten: Mifepriston und einem Prostaglandin. Mifepriston verhindert die weitere Entwicklung der Schwangerschaft, während das Prostaglandin Kontraktionen der Gebärmutter auslöst und die Abbruchblutung verursacht.
Ablauf des medikamentösen Abbruchs
- Voruntersuchung und Einnahme von Mifepriston: In der Arztpraxis wird das Schwangerschaftsalter bestimmt und abgeklärt, ob medizinisch etwas gegen die Einnahme der Medikamente spricht. Anschließend wird Mifepriston eingenommen.
- Einnahme von Prostaglandin: 36 bis 48 Stunden nach der Einnahme von Mifepriston wird das Prostaglandin eingenommen, entweder in der Klinik oder zu Hause.
- Nachuntersuchung: Innerhalb von 1 bis 2 Wochen erfolgt eine Nachuntersuchung, um sicherzustellen, dass die Schwangerschaft vollständig beendet ist.
Wichtige Hinweise
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Migräne und mögliche Auslöser.
- Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, um Muster zu erkennen und Auslöser zu identifizieren.
- Nehmen Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.
- Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und Stressabbau.
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